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Leichen pflastern seinen Weg

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Leichen pflastern seinen Weg Kritik

Leichen pflastern seinen Weg Kritik

Leichen pflastern seinen Weg Kritik
3 Kommentare - 04.01.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Leichen pflastern seinen Weg" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

Als der Ehemann der nun mehr Wittwe Pauline (Vonetta McGee) dem skrupellosen Kopfgeldjäger Loco (Klaus Kinsk) zum Opfer wird, beschließt sie den stummen Revolverhelden Silence (Jean-Louis Trintignant) zu engagieren um sich an dem Mann zu rächen.

Für mich als großen Kinski- und Italo-Western-Fan war es eigentlich Pflichtprogamm diesen Film irgendwann einmal zu sehen. Viel zu gut ist das Word of Mouth um diesen wahren Klassiker des Western-Genres, aber auch der Filme überhaupt.

Und ja, ich bin (fast) restlos begeistert. Das triste Szenenbild um die kalte und gewaltige Schneelandschaft scheint auf den ersten Blick vielleicht nur ein Gimmick zu sein, um den Film von der Masse an Western der damaligen Zeit abzuheben. Allerdings ist dies kein reines Gimmick. Denn während wir hier den Protagonisten Silence folgen, so steht der Schnee und des Filmes Kälte, auch gleichzeitig metaphorisch für den kalten, zynischen Grundtun des Filmes. Das ist Symbolik auf einem Level, von dem Zack Snyder in seiner Jesus-Metapher von DC-Filmen nur träumen kann.

Doch nicht nur sind es die kargen und endlosen Landschaften, die den Film so sehenswert machen, nein auch die Gewalt bleibt hier nicht erspart. Denn Leichen pfastern seinen Weg ist übelst brutal. Wenngleich ich auch schon schlimmeres gesehen hab (Stichwort: Lars von Trier), so ist die Gewalt eben im Gegensatz zu vielen häutigen Filmen kein Mittel zum Zweck. Sie ist realistisch, sie ist ungeschönt und sie ist ehrlich. Einzig die Genre-typischen (bzw. zeitgenössischen) Todessequenzen einzelner Charaktere, sind wie so häufig etwas peinlich geraten.

Das macht aber nicht viel aus, so sind es doch gerade die Schauspieler, die dem ganzen eine perfekte Atmosphäre verpassen. Denn während Jean-Louis Trintignant dem Genre-Typus entsprechend nicht redet (was sich witzigerweise auch in seinem Namen passend wiederfindet), so dreht Klaus Kinski (wie eigentlich immer) voll auf. Ja, ich schwärme sehr für diesen Mann. Nicht nur drehte er so viele grandiose Filme mit Herzog, Leone, oder auch diesen. Nein, er war auch einer der besten Schauspieler, die jemals auf Erden gewandert sind. Denn wenn Kinski auftritt lebt ein Film. Und so tut es auch dieser. Sein Loco ist skrupellos, gewaltätig und clever. Etwas was wir von unseren Antagonisten nicht sehr häufig sagen können.

Über allem steht noch eine sehr subtile Systemkritik, die auch in abgeschwächter Form heute noch anwendbar ist. Zum einen wird Loco als Gesetzestreu beschrieben, der sich den Regeln, die diese kaputte Gesellschaft ausmacht, beugt und sie ausnutzt. Zum anderen ist es der Drang nach mehr und die Gier, die auch in unsere heutige Welt passen. Das macht Italo-Western so zeitlos und gegenüber von romantisierenden Werken wie Die glorreichen Sieben, wesentlich bedeutender.

Doch gab es dennoch eine Schlüßelszene im Film, die ich ohne zu spoilern nicht erwähnen kann. So wird Loco im Laufe des Films vom neuen Sherriff des Dorfes Gideon Burnett (Frank Wolff) gefangengenommen. Was schließlich daraus entsteht, ist leider eher dämlich als gut geschrieben.

Wenn man das allerdings verschmerzen kann, so bekommt man, nicht zuletzt auch wieder durch die klassische, brillante Untermalung des großen Ennio Morricone einen Western, der auch im Hinblick auf sein sehr gewagtes Ende mehr ist, als nur eine Fußnote in diesem Meer aus Cowboy-Filmchen.

Er ist gewagt, er ist atmosphärisch, er ist rau und triste. Kurz um: Er ist fast alles, was einen perfekten Film ausmacht. Und für mich als großer Fan von Italo-Western und eben dem großrtigen Klaus Kinski eine wahre Augenweide.

Leichen pflastern seinen Weg Bewertung
Bewertung des Films
910
DVD & Blu-ray

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3 Kommentare
MJ-Pat
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DrStrange : : Moviejones-Fan
07.01.2021 10:42 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 1.349 | Reviews: 9 | Hüte: 33

@ProfessorX:

Schöne Kritik zu einem meiner Top10 Western aller Zeiten. Der Film wird meines Erachtens gerne übersehen, obwohl er doch mit einigen für sich stehenden Merkmalen geradezu aus dem Einheitsbrei der Western (incl. Italo Western) heraussticht. Ich hatte mit @MobyDick den Film mal als Thema angerissen, in seiner Top-Western-Liste. (quasi die Abwesenheit dieses Films)

@MobyDick:

... dann ist Heavens Gate sicherlich auch mal einen Blick wert.

Den hätte ich auch gerade nicht im Hinterkopf gehabt, was dieses Thema angeht. Aber da hast du absolut recht... ist auch aus der Erschließungszeit. Leider konnte ich den Film nie als das Meisterwerk sehen, als das er immer angepriesen wird (und das obwohl mit Christopher Walken einer meiner All-time-faves mitspielt). Was mit Sicherheit an seinem ultra-langsamen Tempo liegt.

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
04.01.2021 17:53 Uhr
1
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 552 | Reviews: 41 | Hüte: 14

@MobyDick

Haha, ich danke auf jeden Fall schon mal im voraus smile

Aber was du sagst ist mir tatsächlich etwas peinlich. Ich kenne Heavens Gate sogar. Ich habe ihn gesehen, aber die paralellen sind mir zu keinem Zeitpunkt aufgefallen. Müsste ich vielleicht nochmal sehen, wobei ich mich eigentlich nicht nochmal durch diese Schlaftablette prügeln möchte ^^

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MobyDick : : Moviejones-Fan
04.01.2021 16:49 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.820 | Reviews: 130 | Hüte: 431

Soso, der gute Silencio hätte sicherlich große Freude an deiner Kritik :-)

Frohes neues jahr erstmal, bist ja gerade ziemlich umtriebig unterwegs. Wenn du hier mal einen Kommentar hinterlässt, bekommst du noch einen Hut spendiert.

Der Film ist super, nur als kleine ergänzende Info: Der Film beruht in groben Zügen auf einer sehr dunklen Stunde der US-amerikanischen Erschliessungszeit, und wurde auch später nochmal - noch einmal authentischer (und auch deutlich schlechter) versucht, auf Zelluloid zu Bannen. Jener Film brach dann United Artists das finanzielle Rückgrat - Heavens Gate. Wenn dich das Thema interessiert, dann ist Heavens Gate sicherlich auch mal einen Blick wert.

Dünyayi Kurtaran Adam
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