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Logan - The Wolverine

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Road Trip to Eden

Logan - The Wolverine Kritik

Logan - The Wolverine Kritik
31 Kommentare - 22.08.2018 von MB80
In dieser Userkritik verrät euch MB80, wie gut "Logan - The Wolverine" ist.
Logan - The Wolverine

Bewertung: 5 / 5

Ah, fuck…

Logan ist so gut geworden, dass man ihn getrost jemandem empfehlen kann, der für Comics überhaupt nichts über hat. Er ist der perfekte Abschied an einen Charakter, der über 17 Jahre außergewöhnlich gut von Hugh Jackman verkörpert wurde, auch wenn die X-Men Filme eine sehr variable Qualität hatten.

Für einen Film über einen Comicbuch Superhelden ist herzlich wenig „Superheld“ auf der Leinwand. Bereits die erste Szene ist so unkonventionell und setzt den Ton so perfekt, dass es einen lächeln lässt: Wolverine ist ein betrunkenes Wrack, der sich in einer Welt, in der Mutanten das evolutionäre Wettrennen scheinbar verloren haben, als Chauffeur durchschlägt. Die ersten Minuten eines Filmes sind so wichtig, um Ton und Rahmen der Handlung zu setzen, und Logan macht schnell klar: dies ist ein ernster, brutaler Film speziell für Wolverine.

Ich bin tatsächlich ein bisschen geschockt, wie viel der Film anstrengungslos richtig macht. Die Schauspieler sind fantastisch, Hugh Jackman war immer eine hervorragende Wahl für diese Rolle aber in diesem Film glänzt er besonders. Patrick Steward, ich glaube ich habe den Mann nie schlecht schauspielern gesehen, trifft als moralischer Kompass jede Nuance. Aber besonders hervorheben möchte ich Dafne Keen, hier offenbart sich ein echtes Talent. Viele der dramatischen Momente werden allein von ihrem Gesichtsausdruck, mit perfekter Musikuntermalung, getragen.

Und damit bin ich beim vielleicht wichtigsten Teil, dem Drama. Dies ist der erste X-Men Film, in dem es für mich wirklich auch emotional um etwas geht. Der Film schafft es tatsächlich, eine echte Bedrohung für die Protagonisten aufzubauen, was ich bei den Teilen davor immer vermisst habe. Man spürt jeden Schlag, und Wolverines Wunden heilen nicht mehr. In diesem Zusammenhang finde ich auch die explizite Gewaltdarstellung vollkommen angemessen, sogar wichtig um den Film effektiv zu machen. Man kriegt ein Gefühl dafür, warum Logan so abgestumpft ist, wenn er sein Leben mit dieser Brutalität verbringen musste.

Die Handlung ist gradlinig, und sehr effektiv darin die Charakterentwicklung von Logan voranzutreiben. Die Wahl der Antagonisten ist interessant: Pierce und Dr. Rice zeigen einen bemerkenswerten Mangel am Empathie, wenn es um die Mutanten geht. Wie Roger Ebert einmal bemerkte: Manchmal braucht man für einen guten Film nur einen Nazi als Bösewicht. Und X24, in zwei Szenen vom Film mit fantastischer Effektivität eingesetzt, konfrontiert Logan sowohl mit seinen animalischen Instinkten als auch mit seiner Vergangenheit. Beim ersten Auftritt von X24 hat der Film das geschafft, was keine Comicverfilmung (außer The Dark Knight) bislang geschafft hat, ich war ehrlich verwirrt und überrascht, und ich meine das so positiv wie nur möglich.

Der Schnitt ist so ziemlich perfekt, wie ich es als Laie beobachten kann. Alles, was später ins Spiel kommt, wir genau in dem Maße vorher etabliert wie nötig. Die Actionszenen sind bemerkenswert präzise, sodass man nie den Faden verliert. Und der Film bombardiert einen nicht mit Effekten, sondern konzentriert sich ganz auf seine Charaktere. Die CGI Effekte die verwendet werden sind allerdings fehlerfrei.

Was soll ich sagen, 135 Minuten vergehen ohne eine einzige Länge, und die letzte Szene ist so simpel und so perfekt… Ich war emotional berührt.

Von einem Marvel Film…

Logan - The Wolverine Bewertung
Bewertung des Films
1010
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31 Kommentare
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luhp92 : : BOTman Begins
31.08.2018 12:00 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.434 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@MobyDick

Nachträglich einen Hut dafür, dass du hier ausführlich und detailliert erklärt hast, was dir an "Logan" nicht gefällt. Darauf habe ich schon seit Monaten gewartet^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
27.08.2018 18:42 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

Ja, bei "Born Again" hab ich auch ein wenig Angst. Das ist eine Story, die mir persönlich sehr viel bedeutet (und wegen der Frank Miller von mir aus auch den letzten Rest Verstand verlieren darf), da bin ich extrem gespannt, wie man das hinkriegt - die Avengers werden ja wahrscheinlich nicht mitmischen. Aber wenn die Zeile "A man with nothing to lose, is a man... without fear!" nicht fällt, raste ich aus. laughing

"Nichtsdestotrotz finde ich meine Bewertung von Logan nicht unfair oder sowas, da ich ihn ja nicht als Drecksfilm ansehe und ihm meines Erachtens auch eine faire Chance gab."

Nö, so hab ich das jetzt auch nicht verstanden. Ich versteh dich wie gesagt ja. ;)

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
27.08.2018 17:49 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 257 | Reviews: 9 | Hüte: 11

@MobyDick

Das Problem ist dann glaube ich, dass die Comics einen riesigen Fundus an möglichen Geschichten haben und jeder eine bevorzugt. Wenn man das dann versucht in ca 120 Minuten zu verpacken, die auch Leuten zugänglich sind die eher mäßig mit Comics vertraut sind (im vgl. zu dir z.b. *hüstel* ich) kann man nicht alle Erwartungen erfüllen. Man muss einfach akzeptieren das Dinge, die auf Papier extrem wichtig und gut ausgebaut waren, im Film komplett am Rand stehen.

Für mich als jemanden, der nichts bestimmtes erwartete und einfach einen funktionierenden Film wollte war das Ergebnis überraschend beeindruckend.

Bin auf jeden Fall happy über die wachsende Kommentar Sektion hierani-hit

“Who’s fucking with my medicine?“

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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.08.2018 17:38 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Nachtrag:

Vielleicht liegt es aber tatsächlich daran, dass mir die Vorlage der Outback Story extrem am Herzen liegt, und im Vorfeld diverse News in Richtung Outback-Story deuteten, und was dann letztendlich daraus wurde. Wie gesagt, der Film hat für mich diverse/etliche Möglichkeiten, die richtige Abzweigung zu nehmen, aber dann so ein generisches Mad Max trifft Klon Finale, hmmm

Ähnlich enttäuscht dürfte ich wahrscheinlich nur noch von der dritten Staffel von Daredevil werden, da da ja voraussichtlich Born Again abgehandelt werden soll. Und ich finde Born Again sowas von perfekt, dass mich jede Änderung stören wird, obwohl ich weiss, dass eine 1:1 Umsetzung niemals funktionieren wird.

Nichtsdestotrotz finde ich meine Bewertung von Logan nicht unfair oder sowas, da ich ihn ja nicht als Drecksfilm ansehe und ihm meines Erachtens auch eine faire Chance gab.

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
27.08.2018 17:34 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

"Das mag wie ich ja mehrmals schon schrieb für euch alle passen, aber mir fehlt da was ganz Eklatantes."

Wie gesagt, ich versteh das, ich hab das Gefühl ja auch manchmal. Manchmal hilft das Bohren einfach nur, damit man selber den Finger auf die Wunde legen kann. ;) laughing

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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.08.2018 17:23 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Silencio:

Grundsätzlich bin ich ja bei dir, ein Beispiel hierfür, dass es sehr wohl funktioniert, dass dem Comic nicht genüge getan wird und der Film trotzdem hervorragend funktioniert und mich sehr gut unterhält, ist X-Men First Class. Als Comic-Fan passt da so viel nicht zusammen, dass der Film einfach nicht funktionieren kann, aber als Filmfan bin ich begeistert. Auch wie gesagt, der erste Wolverine funktioniert für mich wunderbar. Aber Logan funktioniert für mich halt nur eingeschränkt, gerade weil er so vieles aus allen möglichen Quellen entleiht und es ihm für mich einfach nicht gelingt, rund zu werden. Selbst Thor 3, der ja Ragnarok heisst, und das Ende des Weges der Asen sein sollte, und rein gar nichts mit Simonsons epischer Story zu tun hat sondern zur Hälfte Planet Hulk wird, als sei der Film nicht schon ohnehin vollgestopft mit Informationen, funktioniert für mich einwandfrei.

Das mag wie ich ja mehrmals schon schrieb für euch alle passen, aber mir fehlt da was ganz Eklatantes. Ob es jetzt tatsächlich daran liegt, dass iuch die Comics kenne, was ich ja bei Raganrok auch tue, oder andere Gründe gibt, kann ich nicht sagen. Für mich ist der Film einfach unter seinen Möglichkeiten.

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
27.08.2018 17:05 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

"Vielleicht ist das der Unterschied zwischen Comicleser und Nicht."

Hrmpf. Ich hab meinen ersten Comic in die Hand gedrückt gekriegt, da konnte ich noch nicht lesen. Ich versuche aber immer, den Comicleser an der Tür stehen zu lassen, wenn ich ins Kino gehe, gerade damit ich mich drauf einlassen kann. Funktioniert bei mir natürlich auch nicht immer zu 100%, deswegen versteh ich dich da, aber hier kann ich halt sagen "Okay, das ist was anderes."

Duck:

"Wie es dann bei Logan dazu kam, ist dann aber für mich einfach nicht gut ausgebaut worden, da gefiele mir MobyDicks Ansatz einfach besser. "

Das wäre aber eben genau gegen den Ansatz des Films: Altern zerstört den Körper, ohne das was großartiges passieren muss. Daher kommt ja die Melancholie der Ausgangssituation: selbst der unzerstörbare Logan kann dem Zerfall nicht entkommen. Wäre Mobys/Claremonts Ansatz ein toller Film geworden? Mit den richtigen Leuten bestimmt. Aber es wäre eben ein anderer Film. Ich mag "Logan" gerade, weil man auch das Altern von Jackman selbst in die Handlung lesen kann (er setzt sich eine Spritze, um nochmal in alte Form zu kommen - ein Schelm, wer dabei an Steroide denkt...), das ihm eben einfach passiert. Als Mensch und als Leinwandikone. Du siehst, in "Logan" stecken X -Deutungsmöglichkeiten (X-Deutungsmöglichkeiten ist übrigens der Name von Charles Xaviers Literaturklasse. :p ), die ihm halt ein bisschen mehr thematische Dichte verleihen als dem durchschnittlichen KRACHBUMM-Film. (Ohne den durchschnittlichen KRACHBUMM-Film schlecht reden zu wollen, die erfüllen ja auch ihre Funktion.)

"Aber Deadpool fand ich z.B. deutlich frischer und er gefiel mir besser. Obwohl auch hier die Story auf einen Bierdeckel passt und vorsehbar ist."

Was auch okay ist. Ich mag die "Deadpool"-Filme ja auch, die haben einen ähnlichen Ansatz (in meiner DP2-Review hab ich versucht darzulegen, warum man den Streifen als Kritik am Blockbuster auffassen kann) und bieten noch eine ordentliche Portion Humor. Zum Abschalten oder mit Freunden würde ich auch eher zum Merc with a mouth greifen, selbst wenn ich "Logan" für einen besseren Film halte.

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
27.08.2018 16:44 Uhr | Editiert am 27.08.2018 - 16:45 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 5.821 | Reviews: 26 | Hüte: 334

@MB80
Ja, kann man schon als Nit-Picking bezeichnen, es wirft mich allerdings immer wieder aus der Story. Denn so wirkt der gesamte Handlungsstrang weshalb Logan die Kleine rettet etwas zu sehr konstruiert. Obwohl man sich sogar sehr viel Zeit nimmt die Figuren zu positionieren und zu charakterisieren, kommt die von Silencio angesprochene Familienentwicklung und die Emotionen dann doch genau da als der Film es benötigt. So redet sie die Hälfte des Films nicht mit Logan, als der Film dann die emotionale Bindung benötigt, kann sie zu aller Überraschung doch noch plappern.
Ich bin bei euch allen, dass die Figuren als solche funktionieren (bis auf die Gegenspieler) und dass gerade das Schauspiel der Darsteller überragend ist, aber man fragt sich einfach weshalb die Kids nicht einfach auf der anderen Seite der Grenze gewartet haben. Sind Kleinigkeiten ich weiß, aber dieses "große Finale" wirkt irgendwie dann doch erzwungen.
Und es wird dann sogar noch verschlechtert, indem das emotionale Ende mit einem hippen Song während der Credits absurdum geführt wird. Da musste ich echt den Kopf schütteln.

@Silencio
Jap, ich gebe dir Recht, dass der Film besonders die Thematik von Alter, körperlicher und geistiger Zerfall überragend gut hinbekommt. Wie es dann bei Logan dazu kam, ist dann aber für mich einfach nicht gut ausgebaut worden, da gefiele mir MobyDicks Ansatz einfach besser. Und auch wenn man es deutlich besser und spannender umgesetzt hat, so war dies allerdings bereits Thema des Vorgängers. Schwach umgesetzt wie gesagt, aber bereits da ging es um den Verlust der Kräfte, was macht Logan eigentlich aus und in allen Filmen opferte er sich für ihm wichtige Personen - diesmal dann die Tochter anstelle des Love-Interests.

Für mich weiterhin der beste Wolverine und ein Top 5-X-Men-Film. Aber Deadpool fand ich z.B. deutlich frischer und er gefiel mir besser. Obwohl auch hier die Story auf einen Bierdeckel passt und vorsehbar ist.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.08.2018 16:34 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Silencio:

Wenn man das alles so liest, magst du durchaus recht haben, und wenn ich tatsächlich ein unbelecktes Blatt bzgl der X-Men Mythologie wäre, wäre ich wahrscheinlich auch offener für diese Themen gewesen, aber wie gesagt:

1. Kenne ich sehr viele Stories mit Logan, die auch sehr gut geschrieben sind und auch in der einen oder anderen Abwandlung auch ein für mich runderes Ende ergeben hätten

2. Gerade das Kennen der Vorlagen und der vorhandenen Elemente (Reavers in der Outback-Saga, Old Man Logan, Xavier als Wurzel allen Übels, Lauras Geschichte) sowie dann deren halbgares Integrieren zu einem für mein Empfinden etwas weniger als der Summe der Einzelteile, machten den Film für mich zu keinem wirklichen Vergnügen.

3. Wie gesagt, möglich, dass ich zu viel erwartet habe, aber genauso gut möglich, dass der Film nicht das abliefern konnte. Vielleicht ist das der Unterschied zwischen Comicleser und Nicht.

Ich möchte niemandem absprechen, wenn der Film euch allen gefällt. Ich finde ihn halt leider trotz der angesprochenen Themen einfach ein bißchen vergeudetes Potential. Genauso wenig verstehe ich, wieso mir ausgerechnet der erste Film am besten gefällt. Aber es ist halt so.

Dünyayi Kurtaran Adam
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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.08.2018 16:21 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

MB80:

Ich glaube, das Problem für mich ist einfach, dass ich als Comicleser und bekennender Chris Claremont Fan einfach zu viele Geschichten um Logan kenne, die dem Charakter auch tatsächlich gerecht werden. Insofern bin ich da glaube ich etwas kritischer, was angeblich seine Abschiedstour angeht.

Vor allem empfinde ich es als recht kritisch, wenn die Reaver (Donald Pierce und Kohorten) als Gegenspieler eingeführt werden und man daraus nicht viel macht. Ich gebe mal hier beispielhaft wieder, wie die Reavers Logan langfristig richtig fertig machen und wie Claremont sich ausmalte, wie er Logan töten wollte, bevor ihm der Charakter vom Verlag Marvel entrissen wurde:

Wir befinden uns in der Outback Ära der X-Men. Sie haben so lange gegen alles mögliche angekämpft und gesehen, dass sie ständig verlieren, schließlich geben sie auf und lösen sich auf (Kurzzusammenfassung etwas komplizierter Ereignisse). Logan weiss das freilich noch nicht, kommt zurück nach Hause, findet niemanden vor, bevor er sich wundern kann, was los ist, greifen ihn die Reavers an und überwältigen ihn. Da er die Reavers quasi erschaffen hat (es sind allesamt ehemalige Elitesoldaten, die er früher mal zerschnippelt hat), foltern sie ihn, indem sie ihn kreuzigen, seine Haut ständig in der prallen Sonne aufschneiden, seine Lider abschneiden usw., und immer wenn er kurz davor ist, das Bewusstsein zu verlieren, holen sie ihn wieder zurück. Irgendwie gelingt es Logan doch noch mit letzter Kraft zu fliehen, doch fortan ist sein Gesundheitszustand sehr kritisch und wird immer kritischer: Er halluziniert ständig und seine Selbstheilung gibt immer mehr den Geist auf.

Ab diesem Punkt wurde Claremont der Charakter weggenommen, da Logan zu jenem Zeitpunkt viel zu erfolgreich war, als dass man ihn damals so fertig machen konnte, und von einem Heft zum nächsten war er wieder komplett fit.

Claremonts Idee war, dass sich Logans Zustand immer weiter verschlechtern sollte, während er nach seinen Freunden sucht und das Team wieder zusammen zu bringen versuchen sollte. Am Ende würde ein sichtlich komplett geschwächter Logan gegen Lady Deathstrike, deren Hintergrundgeschichte in den Comics deutlich stärker mit Logan verbandelt ist, kämpfen und den Kampf verlieren: Lady Deathstrike, die ja Adamantium-Klauen hat, würde Logan das Herz rausreissen und Logan würde augenscheinlich sterben.

Natürlich kam es nie so weit, aber so eine Story, vor allem, wenn Logan das Team doch noch am Ende zusammen gebracht hätte, wäre beispielsweise ein recht würdiges Ende gewesen.

Ganz zu schweigen davon, dass man alternativ evtl. sogar die Japan Story (ohne den ganzen bombastischen nutzlosen Schnickschnack) des zweiten Films als Abschluss hätte nehmen können, und zwar insofern, dass er und Mariko sich tatsächlich ineinander verlieben, und sie beide heiraten, so das Logan sich vom Heldendasein zurück zieht, so wie es in der Story auch angedeutet wurde.

Außerdem, da ich schon dabei bin: seit spätestens X-Men 3 wird ein extrem inniges Band zwischen Logan und Jean mehr als angedeutet, so dass sogar ihr Lover Cyclops einfach mal Off-Screen geopfert wurde (zugegeben, das hatte wohl vertragliche Gründe, aber stört im Film trotzdem), was ich persönlcih einfach für zu weit hergeholt halte, da Logan ganze zwei Abenteuer mit den X-Men bestanden hatte, bevor er sie töten musste.

Und Jackman, auch wenn er seine Sache hervorragend macht, war und ist eigentlich eine komplette Fehlbesetzung, wenn man sich den original-Wolverine vor den X-Men Filmen anschaut, das fängt schonmal damit an, dass dieser 1,90m Hüne einen höchstens 1,65m Frettchen-Typen spielen soll.

Aber wie gesagt, das sind alles meine Probleme mit der Charakterisierung der Figur in den Filmen.

Unabhängig davon, das hier ist deine Kritik, und wenn dir der Film gefällt, dann umso besser :-)

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
27.08.2018 16:14 Uhr
1
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

"Ich persönlich halte Logan für einen durch und durch durchschnittlichen Film, der zu keinem Zeitpunkt das Potential, das zweifelsohne vorhanden ist, ausschöpfen kann."
Ob er durchschnittlich ist, lassen wir mal dahinstehen. Im Superheldengenre hat er aber einige Alleinstellungsmerkmale, die ihn dort zu was besonderem machen. Da wäre zum einen sein extremer Fokus auf Themen wie Alter, körperlicher und geistiger Zerfall, Vaterschaft (und dann mal ausnahmsweise nicht aus der Sicht des Sohns, wie bei Superhelden sonst üblich, sondern aus Sicht des Vaters), die Wichtigkeit von Familien (und das eben unaufgeregt, nicht "DIE AVENGERS SIND EINE FAMILIE, YO!"), der Wert von Mythen, der Stellenwert des Superhelden im Kino - das ist schon einiges, das er vor allem auch (vergleichsweise) Komplex macht, was du auch nicht in jedem Sommerblockbuster siehst.

"Dann wird eine tragische Hintergrundgeschichte hinzugedichtet, die deutlich interessanter ist, als dieses öde Roadmoviefilmchen hier, aber gerade als es interessant wird und sie erörtert werden könnte, wird die Story einfach abgeschnitten (Ich rede von dem Prof. X Subplot)."

Der dient ja nur dazu, den Charakteren NOCH ein Trauma in die Vergangenheit zu legen. Es etabliert die Themen um Verfall und Alter in Bezug auf Xavier, macht ihn so zum Spiegel für Logan - jetzt ist auch Xavier jemand, der eine große Schuld auf sich geladen hat. Ich weiß auch nicht, warum die unbedingt interessanter sein soll, wir sehen sie ja in Las Vegas nochmal ablaufen.

"Dass aber dann ein weiterer Klon daher kommt, ist irgendwie in meinen Augen recht beliebig und einfach eine ziemlich billige Holzhammermetapher für seinen Kampf gegen sich selbst."

Ja, das ist durchaus etwas platt, stimme ich dir zu. Hat aber zur Folge, dass X-23 den "alten" (also den jungen) Wolverine um die Ecke bringen kann, was wieder in das übergreifende Thema (Familien können unserer Wunden heilen etc. pp.) leitet.

"Und dass er sich für die Kinder opfert, nicht nur meilenweit gegen den Wind riechbar sondern auch generell überhaupt nicht überraschend, da der Tonfall des Films ja komplett darauf abzielt, dass er seinen Frieden finden wird."

In Tragödien ist das Ende immer absehbar, macht es nicht weniger traurig. ;)

Ne, mal im Ernst: das Ende behält ja trotzdem eine gewisse Melancholie: er stirbt, aber ob er das noch so 100% will, ist ja ambivalent. Er hat nur diesen einen Moment der Freude mit seiner Tochter, "So... thats how that feels like." ist eine schön deutbare Zeile - geht es ums Sterben? Geht es ums Familie haben? Geht es gar darum, die Rolle an den Nagel zu hängen?

"Aber ausgerechnet Mangold, von dem ich eigentlich wirklich viel halte, verzettelt sich meines Erachtens viel zu sehr in seiner Verehrung alter Klassiker und deren Zitierung (vor allem Shane wird zu extrem abgefeiert), dass er darüber vergißt, seine Story wirklich in innovative Bahnen zu lenken."

Aber das "Shane"-Zitat (das ich auch für zu dick aufgetragen halte) ist doch eigentlich weniger Huldigung, als auch Leseanleitung: "Shane" als Western, der den Westernhelden in Frage stellt und "Logan", der den Superhelden zur Disposition stellt. Es ist ja bezeichnend, dass Mangold X-23 in der Szene einen X-Men Comic in die Hand gedrückt hat (der auch noch an die Westernpulps in "Todeszug nach Yuma" erinnert), weil dort Mythos und Realität so weit auseinanderfallen.

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
27.08.2018 15:20 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 257 | Reviews: 9 | Hüte: 11

@MobyDick

Hey, wer hat dir erlaubt meine Kritik einfach zu kapern und... Spass wink

Ah, die Geister die ich rief...

"...aber gerade als es interessant wird und sie erörtert werden könnte, wird die Story einfach abgeschnitten ..." MMN gibt es keinen Subplot von Charles, er stellt nur die emotionale Bindung zwischen Laura und Logan her. Charles ist wortwörtlich am Ende, ihn weiter durch die Story zu tragen hätte wenig beigetragen.

"...eine ziemlich billige Holzhammermetapher für seinen Kampf gegen sich selbst. " Hey, normalerweise lege ich den Finger in solche Wunden. Hat für mich wunderbar funktioniert, und die Präsentation von X24 war extrem gut in Szene gesetzt.

"Die Story und deren Umsetzung sind Hauptbestandteile." Deshalb habe ich ihm ja eine Top Bewertung gegeben, nicht wegen dem Geschnetzel. Für mich waren es gerade die nüchterne Story und Charaktere, die funktioniert haben (X-Men Origins Wolverine wäre mit den Effekten eines "Braindead" immer noch Käse).

Nicht falsch verstehen, das waren so spontan meine Gedanken. Aber es ist witzig dass du Punkte, die ich extrem positiv bewertet habe, genau anders siehst. Verrückt dass es bei Filmen manchmal auch um Geschmack geht tongue-out

@Duck-Anch-Amun

Alles valide Punkte, die für mich allerdings eher in den Bereich des nit-pickings fallen, da sie der Stuktur des Filmes, und der Story die er erzählen will, nicht im Weg stehen. MMN kann man damit quasi jeden Film demontieren, aber manche "Zufälle" müssen für die Handlung vom Drehbuch erzwungen werden.

Das Wort, das ich immer lese ist "unter seinem Potential". Ok das sind drei Worte, aber wie hätte denn ein Abschied von Wolfi besser aussehen können? Ich denke der Film macht einen verdammt guten Job darin, einem schwer gebeutelten Charakter einen würdigen Abschied zu geben.

“Who’s fucking with my medicine?“

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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.08.2018 13:52 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Duck:

Gut dass du das klarstellst, sonst hätte ich mich bald anfangen müssen zu gruseln wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
27.08.2018 13:47 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 5.821 | Reviews: 26 | Hüte: 334

@MobyDick
Ist ja weniger ne Unterstützung als dass ich es genauso sehe wie du^^ Nicht falsch verstehen, den Film finde ich klasse und überdurchschnittlich gut. Er ist jedoch nicht der überagende Film wie ihn manch anderer sieht...diesen leuten gönne ich es jedoch, leider war er für mich nicht so der Mega-Bringer.

@Kayin
Ok, da hast du natürlich Recht. Mir ging es nur darum, dass der Film zu Beginn wohl auch um das Interesse zu schüren, als Umsetzung von Old Man Logan angekündigt wurde. Letztendlich hatten damals ja schon viele geschrieben, dass dies nicht möglich sei. Anstelle von Thor 3 hätte ich auch BvS nehmen können. Bei einigen Filmen wird dies somit öfters kritisiert, hier spielte es nur selten ne Rolle.
Aber Recht hast du mit der Verteilung der Rechte^^

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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.08.2018 12:45 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Duck:

Danke für die Unterstützung meiner Meinung :-)

Kayin:

Gutes Argument :-)

Dünyayi Kurtaran Adam
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