Moviejones.de ist ein kostenloses Angebot, welches sich durch Werbung refinanziert. Adblocker minimieren die Einnahmen monatlich um 40%. Wenn du möchtest, dass wir auch in Zukunft unsere Redakteure bezahlen können, deaktiviere bitte deinen Adblocker.

Du willst dennoch keine Werbung oder diese deutlich minimieren?

Hier mehr erfahren
Moviejones finanziert sich nur über Werbung
Möchtest du MJ helfen, deaktivere bitte deinen Adblocker. Falls du dennoch weniger Werbung sehen willst und das sogar kostenlos, erfährst du hier mehr.

Midsommar

Kritik Details Trailer Galerie News
Nie wieder Schweden

Midsommar Kritik

Midsommar Kritik
6 Kommentare - 04.08.2019 von Moviejones
Wir haben uns "Midsommar" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Midsommar

Bewertung: 4 / 5

Midsommar gehört zu den Filmen, die vom Geflüster leben, von anschwellender Mundpropaganda und am besten ohne Vorkenntnisse geschaut werden. Wer bis hierher noch keinen Trailer gesehen hat und einen psychischen Teufelsritt der Extraklasse erleben will, der ist im Kino absolut gut aufgehoben. Ein Film, der sich Zeit nimmt, Szenen zelebriert, und sollte der noch längere Cut kommen, wirklich Sitzfleisch erfordert.

Midsommar Kritik

Die junge Amerikanerin Dani (Florence Pugh) durchlebt einen privaten Albtraum. Der Einzige, der ihr  noch Halt geben kann, ist ihr Freund Christian (Jack Reynor), wobei beide dem schleichenden Ende ihrer Beziehung nur ausweichen. Da kommt es gelegen, dass Pelle (Vilhelm Blomgren), Christians Kumpel, ihn und weitere Freunde auf die Idee bringt, mit nach Schweden zu kommen. Geplant ist ein Trip zu einer Sonnenwendfeier in einem abgelegenen Dorf. Um sich der nagenden Traurigkeit in ihrem Kopf zu stellen, schließt sich Dani den Jungs an, doch dann nehmen die Feierlichkeiten eine mehr und mehr verstörende Wende...

Trailer zu Midsommar

Wer Schweden bisher nicht besucht hat und vor allem an Michel, ABBA und entspannte Ferien denkt, der sollte sich vielleicht noch mal überlegen, Midsommar vor einem Nordtrip zu sehen. Selten wurden klischeehafte Vorstellungen effektiver zerstört als mit Ari Asters Sonnenwendfeier-Epos. Wir setzen dieses Wort bewusst ein, denn selten erlebt man, dass sich ein Film derart viel Zeit nimmt, eine Geschichte auszubreiten und auch Charaktere an die Hand nimmt, ohne zugleich zu viel zu verraten. Die 147 Minuten Laufzeit beginnen mit einem psychischen Kraftakt und enden nicht minder intensiv und an dieser Stelle ein großes Lob an Regisseur und Autor Aster (Hereditary - Das Vermächtnis).

Aufmerksame Filmfans, die sich im Vorfeld über potentielle Kinokandidaten informieren, werden dabei sicherlich über Vergleiche zwischen Midsommar und The Wicker Man gestolpert sein. Parallelen sind nicht abzustreiten und dennoch hat uns das knapp zweieinhalbstündige Werk regelrecht gepackt. Die Szenerie frisch, unverbraucht, sowohl beängstigend als auch Hoffnung gebend zugleich, und Darsteller, die man hier und da schon gesehen hat und eine unglaubliche Intensität in ihre Rolle legen.

Allen voran Florence Pugh, die uns u.a. bereits sehr in Lady Macbeth und Fighting with My Family gefallen hat und hier in jeder Sekunde eine sehr gute bis grandiose Darbietung abliefert. Das Leid, das die junge Frau durchlebt, ist spürbar, die Sehnsucht nach Halt bei ihrem Freund, die Suche nach Erlösung. Pugh verschmilzt mit jeder Faser mit Dani und erhebt sich neben den anderen, auch sehr guten Besetzungen, nicht nur auf dem Filmposter zum Gesicht des Films. Eine Darstellerin, die hoffentlich auch in Zukunft mit vielen weiteren guten Rollen aufwartet, die so viel mehr ist als die Blaupause einer (hier) süßen Blondine.

Zu den weiteren Darstellern gehören u.a. Jack Reynor und Will Poulter, wobei speziell Reynor eine Szene durchlebt, die das Publikum einerseits belustigen wird, andererseits aber auch kraftvoll und bedeutend ist. Hut ab, den Mut zu einer solchen Aufnahme zu haben. Poulter findet sich hingegen in einer leicht klamaukigen Rolle wieder, die er ohne Frage mit der ihm angeborenen Leichtigkeit bravourös meistert. Wehmütig erinnert uns seine Mimik stets an die fehlgeschlagene Besetzung als Pennywise, liegt dem Darsteller eine unvergleichliche Verschlagenheit bis Boshaftigkeit im Blick, die er in so mancher Rolle genial ausspielt.

Nicht zu vergessen die in jeder Sekunde des Films zu spürende Bedrohung, die sich so gar nicht mit dem Sonnenschein vereinen will und von Aster mit Licht und Hintergrunddetails sehr gut angedeutet wird. Nichts liegt uns aber ferner, als mit zu vielen Filmdetails zu viel vorwegzunehmen, denn wie eingangs erwähnt, ist die Überraschung eine wirklich nicht zu unterschätzende Macht bei Midsommar, der mal nicht mit abrupten Jump Scares aufwartet, aber knackigen Schnitten, musikalischer Untermalung und purem Kopfkino.

Ein Film, der nachhallt und sich die guten Stimmen absolut verdient hat. Man muss sich darauf einlassen, so viel ist sicher, und auch die oben genannten Parallelen überwinden können, speziell wenn man Wicker Man kennt. Dennoch packt einen Midsommar von der ersten bis zur letzten Sekunde, was einer grandiosen Florence Pugh zu verdanken ist und einer wirklich unheimlichen Story, die am Ende zum wahren Fanal wird.

Nachtrag: Im Moment, wo die Kritik verfasst wurde, ist noch keine deutsche FSK-Bewertung bekannt. Wir schätzen, dass der Film ein FSK16 nach sich ziehen wird, der in den USA ein R-Rating erhielt. Wir sahen den Film in Frankreich, wo ganz andere Maßstäbe angesetzt werden, und jede(r) ab 12 ein Ticket lösen kann. Wir weisen darauf hin, dass so manche Szenen wirklich verstörend sind, gerade wenn man etwas labiler ist.

Midsommar Bewertung
Bewertung des Films
810
Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie
DVD & Blu-ray
AmazonAmazonAmazonAmazonAmazon

Weitere spannende Kritiken

Maleficent - Mächte der Finsternis Kritik (Redaktion)

Gut gegen Böse?

Poster Bild
Kritik vom 16.10.2019 von Moviejones - 7 Kommentare
Fast könnten wir unsere Kritik von Maleficent - Die dunkle Fee 1:1 kopieren, denn was 2014 auffiel und andererseits auch funktionierte, wird von Disney nun sehr solide fortgeführt. Alles erneut um eine außerordentlich charismatische Angelina Jolie als "böser" Fee ...
Kritik lesen »

El Camino - Ein Breaking Bad Film Kritik (Redaktion)

Jesses abenteuerliche Flucht

Poster Bild
Kritik vom 11.10.2019 von Moviejones - 13 Kommentare
Das Breaking Bad-Universum wächst, nach dem Spin-off Better Call Saul klärt nun der Netflix-Film El Camino - Ein Breaking Bad Film, was mit Jesse Pinkman (Aaron Paul) nach dem Staffelfinale der Mutterserie geschah. Und klärt so manch weitere offene Frage durch Flashbacks. Die sorgen d...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?
6 Kommentare
Avatar
MisfitsFilms : : Poppy
16.09.2019 13:27 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 1.860 | Reviews: 0 | Hüte: 55

Also "Hereditary", der ja angeblich so viel neues und frisches bot, und tatsächlich in der Realität auch nur eine fast 1zu1 Kopie von Episoden aus "Tales from the Darkside", "Tales from the Crypt" sowie sogar zwei sehr ähnlich gestrickten Filmen aus den 1980ern bzw 1990ern war, hat mich nicht umgehauen. Ohne Vorkenntnisse wusste ich nach 10 Minuten wie es weiter geht und der Film endet, und hatte auch Recht, da eben Vorgänger genauso abgeschloßen haben.

Genau deshalb, auch wenn die Kritik sich toll liest, bleib ich entspannt und rechne hier eher wieder mit einer zusammen gebastelten Geschichte bereits bekannter Storylines. Im schlimmsten Fall mit einem, 1zu1-Klon-Remix von "Wicker Man" und dem alten schwedischen Film "Midsommer".

Sollte ich für mich Recht behalten, werde ich Aster leider in die Schublade "Mainstream-Arthouse" stecken. Aber ich bleibe wie immer für alles offen smile

www.reissnecker.com / www.crevest.de / www.primus-concept.com

Avatar
Zombiehunter : : Moviejones-Fan
15.09.2019 17:50 Uhr | Editiert am 15.09.2019 - 19:38 Uhr
0
Dabei seit: 21.10.12 | Posts: 1.638 | Reviews: 0 | Hüte: 35

Hmmm. Hab den Film schon im Original gesehen (mit englischen Untertiteln). Tjoah. Es gibt wirklich verflucht viele Parallelen zu Wicker Man. Das wird jeden auch sofort auffallen. Viel zu oft. Ich sehe es fast schon als Remake an.

Aber ich denke, Fans von beispielsweise Disturbia (Remake) dürfte der Film gefallen. Ein langer Film. Manchmal zu lang.

Nicht übel, aber nicht sooo der Bringer. Aber schon irgendwie verstörend. Die Musik ist sehr gut eingesetzt worden. Diese trägt sogar meist den Film.

Von mir erhält er 2,5 Hüte.

Nur ein toter Mensch ist ein guter Zombie! :)
Avatar
MobyDick : : Moviejones-Fan
05.08.2019 14:17 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.657 | Reviews: 71 | Hüte: 307

Gut gut, bin ja schon weg wink

Dünyayi Kurtaran Adam
Avatar
Moviejones : : Das Original
05.08.2019 14:11 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 1.929 | Reviews: 908 | Hüte: 87

@MobyDick

Nein, wir meinen bewusst labil. Es geht nicht darum, ob man Horrorszenen aushält. Es geht darum, dass bestimmte Szenen viel tiefgründiger, psychologisch wirken und damit einen sehr deprimierenden Effekt haben können.

Jede(r) soll selbst entscheiden dürfen, es war uns aber ein Anliegen, unseren Eindruck kurz zu erwähnen.

Avatar
MobyDick : : Moviejones-Fan
05.08.2019 14:05 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.657 | Reviews: 71 | Hüte: 307

... wenn man etwas labiler ist

kleiner Vorschlag: . nicht ganz so hartgesotten ist...?

Dünyayi Kurtaran Adam
Avatar
ComicFan88 : : Kingsman
05.08.2019 11:29 Uhr
0
Dabei seit: 28.12.11 | Posts: 2.188 | Reviews: 0 | Hüte: 16

Da ich Hereditary schon klasse fand, war Midsommar eigenlich schon fest eingeplant. Die Kritik bestärkt meine Entscheidung natürlich noch. Danke dafür ;). Mal gespannt welcher Horrorfilm dieses Jahr die Nase vorn hat, Midsommar oder doch Es. Oder doch was ganz unerwartetes^^

Ein Ring, sie zu knechten...
Forum Neues Thema