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Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss

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Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss Kritik

Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss Kritik

Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss Kritik
0 Kommentare - 18.07.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss" ist.
Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss

Bewertung: 3 / 5

Bob, Stuart, Kevin und Otto (alle Pierre Coffin) haben mit dem zwölfjährigen Gru (Steve Carell) ihren Meister gefunden. Doch dieser ist noch nicht annähernd der Superschurke, der er gerne wäre. Seine großen Vorbilder sind die Fiesen 6 eine Gruppe aus Disco Donna (Taraji P. Henson), Jean-Klaue (Jean-Claude Van Damme), Skandinator (Dolph Lundgren), Nonnchaku (Lucy Lawless), Eisenfaust (Danny Trejo) und Wilder Knöchellknacker (Alan Arkin). Nachdem er diese trifft, wird er nur von ihnen ausgelacht. Daraufhin beschließt er ein mächtiges Artefakt von ihnen zu entwenden, woraufhin er von den Superschurken ins Visier genommen wird.

So wundersam man gen Himmel blickt und sich an dem Irrsinn der Realität erfreut, so seltsam mutet auch manch ein Erfolg an den Kinokassen an. Seit dem Jahr 2010 produziert das Animationsfilmstudio Illumination Filme und seit eben jener Zeit, gehören sie dank eines simplen Konzeptes auch zu den Big-Playern im Geschäft. Minimaler Einsatz und maximaler Profit, so geht die Devise des Studios. Nun ist Ich – Einfach unverbesserlich (2010) kein besonders guter Film. Klassischer Resozialisierung-Kitsch, um einen Schurken, der sich über stereotype Ostblockbildung zur Nebensache im eigenen Film entwickelte. Da war es schon ein simpler, aber effektiver Schachzug, die gelben Tic Tacs zum eigenen Franchise zu ernennen. Etliche Filme und eine Pandemie später kehren die Minions mit Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss auf die Leinwand zurück und leiden an ähnlichen Kinderkrankheiten, wie es schon die Vorgänger taten. Über einen ideologischen Diskurs und daß die Minions eigentlich nur das zum Denken unfähige Proletariat repräsentieren, daß sich danach sehnt, von einem Führer beherrscht zu werden, darüber schweigt man an der Stelle direkt. Zumal auch das sich anders deuten ließe. Offenkundig leiden diese Filme aber an etwas, und das ist ganz einfach der Fakt, daß sich viele der Gags einfach totgelaufen haben. Man sitzt da vor dem Werk, hilflos und völlig ausgeliefert und fragt sich, wo der Witz ist. Denn einen Anspruch hat dieser Film ja dann doch, er möchte unterhaltsam sein. Doch es gibt hier ein ganz banales und wirklich ärgerliches Problem. Die Witze, die zumeist auf die Blödheit der Minions gehen, werden dermaßen banal aufbereitet, sind locker auch qualitativ fünfzehn Jahre zu spät und lassen einen wirklich sprachlos zurück.

Trailer zu Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss

Gru wird hier als wehleidiges, von der Gesellschaft gemobbtes Kind etabliert, dessen Drang ein Superschurke zu werden, ein waschechter Kindheitstraum ist. Diese Emotionalisierung funktioniert aber keineswegs, weil das Bedürfnis hier so abstrakt ist und auch die Figur abseits ihrer stereotypen, keine wirklich aussagekräftigen Charakteristika zu sich hat. Mama war gemein, Papa war gemein, die Kinder sind gemein und all das reicht anscheinend schon, um einen Charakter zu schreiben. Wann immer Gru auf den Plan tritt in diesem Film, dann funktioniert der Film auf so gut wie keiner Ebene. Auch der Kitsch darf dann hier nicht vergessen werden, wenngleich der Film da lange nicht so vermeintlich rührend und anekelt ist, wie etwa die Hauptreihe um das Familienleben eines Superschurken. Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss funktioniert immer dann am besten, wenn es um bloßen Slapstick geht. So kapern die Minions etwa an einem Punkt im Film ein Flugzeug und die Szenen, die darauß entstehen, sind absolut großartig, weil das Werk hier die Blödheit und Naivität der Charaktere zum Auslöser für völlige Selbstüberschätzung und die absolute Gefahr macht. Da kommen dann eventuell Leute zu Tode, weil die Minions nicht in der Lage sind, ihre infantilen Streitereien und völlige Inkompetenz in den Griff zu bekommen. Ähnliches zeigt sich auch an einer Trainingssequenz, in der Kevin, Bob und Stu Kung-Fu lernen wollen, um Gru zu retten.

Dabei erweist der Film sich auch als fähiges Zitatewerk, daß sich auch diesem stereotypen Meister-Schüler-Verhältnis abarbeitet, nach welchem die Minions aber schlicht und ergreifend kaum eine Ahnung davon haben, was sie eigentlich tun, werden natürlich Kung-Fu-Filme parodiert und samt ihrem Inhalt vorgeführt. Ein ebenso immer wieder aufkeimendes Thema, daß in den Minions behandelt wird, ist das Spiel mit der Identität. Denn während das Trio um Bob, Stu und Kevin in ein Flugzeug steigen, fällt, auf, daß einer von ihnen sich als Frau ausgibt. Nun wäre dies grundsätzlich erstmal uralter Humor, der wohl zumindest dem Hörensagen nach einen britischen Ursprung hat, wohl aber seinen Höhepunkt in Billy Wilders Manche mögen’s heiß (1959) hat. Die Tatsache, daß man sich nie genau dazu positioniert, wie das nun zu verstehen ist, zeigt aber auch auf, in was für einer sexuellen Unsicherheit sich die Minions als solche befinden. Da das genaue Alter nie geklärt wird und auch das Verhalten der Minions eher jüngeren Menschen zugeschrieben würde, kann man hier nur spekulieren, in welcher Lebensphase die Minions sich befinden und/oder steckengeblieben sind. Da findet sich oft sehr infantile Begeisterung für Dinge wieder, wodurch aber auch eine Möglichkeit für eine aufkommende Pubertär gegeben ist. Dennoch ist aber diese fehlende Positionierung vom Film durchaus clever, weil man einerseits dann jeden damit abholen kann und auf der anderen Seite auch ganz klar in der Verspieltheit verhaftet bleibt.

Optisch ist vor allem auffallend, daß der Film, der inmitten der 1970er Jahre angesiedelt ist, immer wieder seine eigene Epoche vors Korn nimmt. Ob groteske Hippies auf Motorrädern, oder ein blühender Laden voller Schallplatten, all die Bilder, die eingefangen werden, atmen Nostalgie, sind in ihrem Kern aber immer parodistisch ausgelegt. Ohnehin ist der Film abseits seiner ideologischen Komponente, immer ein Schwert für die Sinnlosigkeit. Das, was in all den Minuten passiert, erscheint wenig durchdacht und mehr noch anarchisch. Dabei ist das vielleicht ideologisch eben nicht der Fall, doch durch die Opulenz der Bilder und auch durch das herrlich infantile, ist dieser Film in seinen besten Momenten doch recht unterhaltsam. Wenngleich nicht alle Gags zünden und vieles davon auch einfach völlig ausgelutscht ist, so macht das Werk in den meisten Momenten gute Laune.

Auf einer ideologischen Ebene ist Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss ein Ausspruch für die Abgabe von Freiheit. Wenn man die Minions eben als zurechnungsfähig versteht, was sie selten sind. Ansonsten ist dieser Film anarchisch und sinnbefreit. In manchen Momenten optisch beeindruckend und recht kurzweilig, wenngleich man viele der Witzchen auch schon vor Jahrzehnten totgelaufen hatte, sind diese Charaktere ob ihrer eigenen Blödheit immer noch beeindruckend.

Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss Bewertung
Bewertung des Films
610

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