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Ohne Limit

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Ohne Limit Kritik

Ohne Limit Kritik

Ohne Limit Kritik
0 Kommentare - 19.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Ohne Limit" ist.

Bewertung: 3 / 5

Der erfolglose Autor Eddie Morra (Bradley Cooper) fristet ein tristes Dasein in New York. Das ändert sich alles, als er seinem Ex-Schwager begegnet. Dieser übergibt ihm eine Droge, die es ihm ermöglicht, seine kognitiven Fähigkeiten immens zu steigern. Jede noch so kleine Information und Erinnerung kann er nun abrufen. Mithilfe seiner neuen Fähigkeiten wird er bald reich und berühmt. Doch als er herausfindet, daß die Droge schon Todesopfer fordert, ändert sich alles.

Glaubwürdigkeit ist einer der Pfeiler jeder Filmproduktion. Wenn das zugrundeliegende Material für den Zuschauer in seinen Irrungen und Wirrungen zu keinem Zeitpunkt nachvollziehbar ist, dann ist es entweder ein schlechter Film auf seine ganz eigene Weise oder ein alberner, der zumindest einen gewissen Unterhaltungswert ist. Im Falle von Ohne Limit gibt es durchaus viele Fragezeichen, die sich aber letzten Endes wohl in letztere Kategorie einordnen lassen. Zum einen wäre da die Frage, ob man den heruntergekommenen Bradley Cooper wirklich als den heruntergekommenen Bradley Cooper sieht. Denn nur weil man ihm lange Haare wachsen lässt und eine Jacke anzieht, die eben keine Millionen von Dollar kostet, ist er noch nicht der „Looser-Typ“, den der Film nun aus ihm machen will. Generell wird es schwierig einen Mann, der wohl objektiv zu den schönsten Männern überhaupt zählt, zu einem vermeintlich unattraktiven Mann für das andere Geschlecht zu machen. Daß beißt sich so ein wenig. Ebenso, wie es eigentlich absurd ist, daß man seinen ehemaligen Schwager auf der Straße trifft und dann plötzlich Drogen von ihm abkauft aus Gründen, die eben gewollt, aber nicht gekonnt sind. Es gibt so einige Fragen an diesem Werk, die aber auch zum Ende hin nie eine Auflösung erfahren und eben jene genannten, sind welche davon.

Die grundsätzliche Fragestellung erweckt den Eindruck ziemlich intelligent zu sein. Es geht hier ja im Prinzip um einen Leistungsschub, der es einem ermöglicht noch mehr zu arbeiten, produktiver für die Gesellschaft zu sein. Eben das drückt die im Film so wichtige Chemie-Droge dann letzten Endes aus. Daß da nicht alles gut gehen kann, daß ist wohl ebenso klar und insofern muss der tiefe Fall irgendwann folgen. Zur Verteidigung von Ohne Limit wäre dahingehend aber wohl noch zu sagen, daß das Werk ja ohnehin keinen Hehl aus besagter Wendung macht und sogar damit beginnt. Indessen kann man dann wohl einfach Spaß daran haben. Denn alles, was dazwischen folgt, ist entweder sehr gut, oder maximal albern. Wenn sich Hauptfigur Eddie Morra irgendwie in einer Situation wiederfindet, in der er plötzlich von der Russenmafia gejagt wird, dann hat das schon etwas für sich. Die Frage, die sich hier stellt, ist, warum das alles so minimalistisch ist. Doch hier werden ja nicht etliche Millionen verbraten. Dann wiederum hat Regisseur Neil Burger vor allem einen Riesen-Spaß daran, die gesamte Zeit über mit der Kamera zu spielen. Lichtverschiebungen, Hektik, all das findet sich hier wieder in diesem Thriller, der dann am Ende des Tages an Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit (2006) erinnert. Daß es dann ausgerechnet Bradley Cooper sein muss, der sich nach Hangover (2009) wieder in einem verschwommenen Rausch befindet, ist natürlich klar.

Man will ja dann auch nicht spießbürgerlich sein und das Offensichtliche an Ohne Limit in den Raum werfen. Letzten Endes ist die Erkenntnis dahinter zunächst doch eindeutig. Mag man meinen, wenn man glaubt, es ginge hier eben darum zu verstehen, daß Drogen schlecht sind. Und vielleicht war das sogar die Intention der Macher, doch ganz so einfach ist es dann nicht. Denn tatsächlich kommt der unaufhaltbare Fall von Morra natürlich. Seine Freundin erkennt, daß er Drogen nimmt, er sackt zusammen und auch seine Geschäfte laufen dementsprechend nicht mehr gut. Allerdings lässt der Film seinen Protagonisten nicht etwa so fallen, wie es vielleicht in einem Rise-and-Fall-Film der Fall wäre, sondern sorgt dafür, daß das, was die Figur sich aus dem Leben nimmt, eben auch irgendwo bleibt. Unbeschadet kommt Morra nämlich zum allergrößten Teil dann aus der Nummer wieder raus und profitiert letzten Endes sogar noch von seinem Substanzmissbrauch. Nun könnte man das als sehr neoliberalen Ansatz bezeichnen. Allerdings würden sich neoliberale Menschen diesen Schuh selber gar nicht anziehen. Und damit ist Ohne Limit ohne Zweifel ein sehr ehrlicher Film, der auch im Vergleich zu anderen Genre-Kollegen offenlegt, daß es keine Moral gibt, der man sich unterwirft. Meistens sind das dann ja Dinge wie etwa eine Frau, eine Familie oder Kinder, nach denen man sich richten muss. Doch hier gibt es eben keine wirkliche Moral.

So richtig tiefgründig ist der Film ja dann nie. In Sachen Drogen nicht im Thema Liebe und Erfolg auch nicht. Das ist vielleicht ein Problem, weil das Werk versucht hier viele Facetten eines Lebens zu vereinen, daraus aber nie ein ganz klarer Fokus entsteht. Die kaputte Ehe, der fehlende Erfolg, das gehört zwar irgendwo zusammen, sind aber im Film, wie auch im Leben meist ganz andere Baustellen. Spannend ist aber, wie drastisch sich das entwickelt. Und zwar da auch nicht in einem erwartbaren Sinne. Einzelne Brotkrumen werden zwar auch schon lange vor dem Finale gestreut, doch die Absurdität, mit der sich diese Spirale aus Glücks- und Missfällen langsam aufbaut, ist schon so bemerkenswert, daß man über de fehlenden oder gut gemachten Inhalt schnell hinwegsehen kann. Ja, der Film geht schnell vorbei und hat das Glück, daß man dann auch nicht weiter darüber nachdenken will.

Ein weitestgehend vergessener Thriller ist Ohne Limit. Ein paar intelligente Fragen und Hypothesen bringt er schon fertig und kann vor allem mit einem viel zu guten Cast überzeugen. Inhaltlich ist das irgendwo flach und grenzt an ein B-Movie. Doch Spaß macht er alle Male.

Ohne Limit Bewertung
Bewertung des Films
610

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