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Operation Fortune

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Operation Fortune Kritik

Operation Fortune Kritik

Operation Fortune Kritik
0 Kommentare - 06.01.2023 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Operation Fortune" ist.
Operation Fortune

Bewertung: 3.5 / 5

Der MI6-Agent Orson Fortune (Jason Statham) gehört zu denjenigen, die Bedingungen stellen können, wenn man ihn anheuert. Nun soll er einen seltsamen Waffenhandel verhindern, bei dem weder klar ist, was gehandelt wird und auch sonstige Informationen nicht vorliegen. Zusammen mit der CIA-Agentin Sarah Fidel (Aubrey Plaza) soll Fortune den schwerreichen Waffenhändler Greg Simmonds (Hugh Grant) aufspüren und ihn davon abhalten, die Welt ins Chaos zu stürzen. Dazu benutzt er den Hollywoodstar Danny Franceso (Josh Harnett), der Simmonds Lieblingsschauspieler ist.

Das Originelle im Klassischen zu suchen, ist ein schmaler Grat, der wohl heutzutage niemandem mehr gelingen kann. Alles ist ein Zitat von einem Zitat, von einem Zitat. Die Liste halbwegs solider Geschichten und von solchen, die mehr als nur gut sind, ist aber ebenso lang und klar ist eine Heldenreise irgendwo auch auf die Parameter der Filmkunst reduziert und gerade an diesem Punkt der Originalität, besser gesagt der nicht vorhandenen Originalität kommt es zu Problemen, wenn es um Guy Ritchies zweiten Anlauf einen Agentenfilm auf die Beine zu stellen geht. Operation Fortune macht keinen Hehl daraus, altbewährte Muster in den Fokus der Geschichte zu rücken. Aus dem bösen Russen des kalten Krieges, wird der böse und exzentrische Ukrainer, der hier einen gefährlichen Waffenhandel durchführen muss, von dem selbst der Film weiß, wie endlos ausgelutscht diese Grundprämisse ist. Denn schließlich macht er sich zum Teil sogar darüber lustig, indem der so gut informierte Geheimdienst MI6 keinerlei Ahnung hat, um was es sich handelt. Das Gefühl überträgt sich auch so ein wenig auf den Zuschauer. Frei nach den Credos: Handlung brauchen wir nicht. Gewagte Ideen brauchen wir nicht. Und was übrig bleibt ist ein Agentenfilm, wie es ihn vielleicht rein inhaltlich schon zu tausenden gibt. James Bond lässt grüßen.

Trailer zu Operation Fortune

Doch Jason Statham ist nicht die Doppelnull mit nymphomanischen Tendenzen, sondern ein knallharter, fast schon verschlossener Berg aus Muskeln, wie man ihn zuhauf in der Ära des Kalten Krieges in Hollywood hatte. Für diesen Film, der sich so ein bisschen als Mischung aus The Gentlemen (2019) und Cash Truck (2021) versteht, ist es besonders beeindruckend, weil man erstmal auf den Gedanken kommen muss, daß dieser, besonders auf Präsenz ausgelegte Schauspieler einen Agenten spielen soll, der die Welt rettet. Und auch das versteht dieser Film, weil er das Empathievermögen und auch das leichtfüßige, daß eben berühmtere Agenten ausmacht, nicht wirklich als Eigenschaften für diesen Agenten sieht. Ohnehin ist es Ritchie erneut gelungen, ein beeindruckendes Ensemble auf die Beine zu stellen. Ob Eddie Marsan, Bugzy Malone, Cary Elwes oder auch Aubrey Plaza. Zwar sind das nicht wirklich die größten Namen, die Hollywood, beziehungsweise Großbritannien zu bieten hat, aber sie treten mit einer Spielfreude und einem guten Timing für Wortwitz auf, die durch wirklich unterhaltsame Dialoge befeuert werden auf. Allen die Show stiehlt hingegen Hugh Grant. Sein exzentrischer Self-Made-Millardär, der erneut, wie so üblich in Filmen, das Feindbild karikiert und damit auf den modernen Zeitgeist Einfluss nehmen soll, ist zwar auch nur ein wandelndes Klischee, doch großartig und völlig übertrieben in Szene gesetzt. Hugh Grant und Matt Damon sind die guten Weine unter den Schauspielern, denn mit den Jahren werden sie immer besser.

Und dieser Unternehmer hat ein Faible für seinen Lieblingsschauspieler Danny Franceso. Also entschließt sich der MI-6 kurzerhand dazu, besagten Schauspieler bei ihrem Vorhaben miteinzubinden. Im Kern erinnert das Szenario dann schon ein wenig an Massive Talent (2022), wenngleich das Absurde hier eher aus anderen Komponenten mit einspielt. Wie so üblich spielt Grant gegen sein eigens erschaffenes Image der 1990er Jahre an und spielt mal wieder einen Schurken, bei dem man nie so genau weiß, ob er nun Homosexuell oder einfach nur Bi sein soll. Doch das ist auch gar nicht schlimm, es geht eher darum, das Image aufzupolieren, als wirklich um die Sexualität und das gelingt mit Operation Fortune ganz gut. Klar ist, daß man die Geschichte von Guy Ritchie nicht zu sehr hinterfragen darf, denn sonst bekommt man ganz schnell den Eindruck, als sei das, was da auf der Leinwand passiert, schon ein wenig menschenverachtend. Auch hat der Film das Problem vielleicht zum Finale hin doch etwas an Luft nach Oben zu verlieren, weil sich das schon ein wenig streckt. Aber insgesamt kann sich der Film über seine Laufzeit doch sehen lassen. Überdies beeindruckt dieser Film auch durch eben jene vermeintlich exotischen Ortschaften und teilweise großartige Kampfsequenzen, für die eben Agentenfilme und auch Guy Ritchie so ein bisschen stehen.

Natürlich könnte man jetzt mit dem Maßstab herangehen, daß die Bedrohung für einen Jason Statham nie so wirkt, als würde seine Figur an seine Grenzen geführt. Wenn Statham einen Raum betritt, ist und bleibt er die bedrohlichste Person in eben diesem. Ergo hat der Film vielleicht das, daß nichts auf dem Spiel steht, für die Figur und auch eine emotionale Bindung zum Geschehen fehlt. Doch das ist gar kein Problem, daß ist eigentlich sogar eine Stärke. Während man heutzutage immer wieder über das Ausführen von Gefühlen versucht eine Emotion zu erwecken, tun diese Figuren einfach. Sie sind Macher und so selten das auch etwas Positives zu sich hat, in diesem Fall hat es das, weil man dann gar nicht in Verlegenheit kommt, sich über alles emotionale Gedanken zu machen, sondern einfach dem Film folgt, sei er auch noch so sinnbefreit und wirr. Wenngleich die reine Erzählweise für einen Ritchie-Film schon erschreckend wenig wirr, aber die Geschichte ist ja auch nicht das, was an Operation Fortune überzeugt. Letzten Endes ist das ohnehin schwer zu sagen, warum der Film gefällt. Er hat keine besondere Geschichte und auch die Charaktere sind eigentlich nur Karikaturen oder Antithesen zu bestehenden Klischees im Genre. Doch es hat alles Stil, ist kurzweilig zumeist und liefert eben tolle Sprüche und coole Kämpfe.

Für Operation Fortune braucht man Herz statt Hirn. Denn die Geschichte und ihre vermeintlichen Wirrungen sind eher nicht so berauschend. Dennoch gelingt es dem Film vor allem mit seinen Schauwerten zu protzen und mit seinen Schauspielern zu überzeugen. Wer eine Handlung sucht, wird hier keine finden. Dafür aber eine Menge Spaß erhalten, sofern das noch ein ausschlaggebendes Kriterium für einen Film ist.

Operation Fortune Bewertung
Bewertung des Films
710

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