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Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

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Shng-Chi and the Legend of the Ten Rings Kritik

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings Kritik

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings Kritik
0 Kommentare - 23.06.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" ist.
Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

Bewertung: 3 / 5

Shang-Chi (Simu Liu) ist der Sohn eines chinesischen Geschäftsmanns und einer amerikanischen Mutter. Abgeschnitten von der Welt, wächst er in einem unkonventionellen Haushalt auf. Sein Vater Wenwu (Tony Leung) lehrt Shang-Chi die Kunst des Kampfsports. Erst Jahre später erfährt er, daß sein Vater ihn auf seinen Weg vorbereitet hat und er der Mission dessen folgeleisten soll. Doch Shang-Chi flieht und beginnt seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dazu versucht er nun mit seiner neugewonnenen Freundin Katy (Awkwafina) einen ganz normalen Alltag zu bestreiten. Bis ihn seine Vergangenheit einholt.

In vielen Momenten der Filmgeschichte gibt es Strömungen, die Erfolgversprechend waren oder sind. Man nennt das Trend, der dann den Markt dominiert und entscheidet, wie ein ganzes Genre oder die generelle Filmwelt auszusehen hat. Mehr und mehr gibt es diese Strömungen im großen Stile, auffallend im gleichen Universum, seriell erzählt. Wenngleich sie natürlich alle scheitern irgendwo, gab es mal diesen einen Anfangspunkt, der es vorgemacht hat. Und dieser cineastische Anfangspunkt für große Universen, zumindest in diesem Ausmaß ist wohl das Marvel Cinematic Universe. Wie kein zweites dominierte es die 2010er Jahre so gekonnt mit liberalem Blick auf die Welt, daß das Studio dahinter, nämlich Marvel Studios machen konnte, was es wollte. Mit Black Panther (2018) schufen sie abseits von Blade (1998) einen kommerziell unglaublichen Film, der sich Afrika als Kontinent auf die Fahne schreibt und Kultur lebt. Wie gekonnt und wo es Abstriche zu machen gilt, sei mal dahingestellt. Ähnliches versuchten sie ein Jahr später mit Captain Marvel (2019), der zwar kommerziell erfolgreich war, aber inhaltlich nicht gerade gut wegkam. Und im Jahr 2021 hingegen sollte mit Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings der asiatische Markt abgeholt werden. Auch dieser Film arbeitet mit asiatischer, vornehmlich chinesischer Folklore, mit der Bedeutung von Ehre und so weiter und so fort. Ob das nun wirklich tiefgreifend, oder oberflächlich ist, na ja, die Münze fällt wohl eher auf die eine als auf die andere Seite.

Trailer zu Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

Inhaltlich ist es im Prinzip die Blaupause des modernen Marvel-Blockbusters. Held wird zu Held, Schurke ist böse und dazwischen ein bisschen Witz. Ganz elegant ist dieser Film damit sicherlich nicht und ja, in vielen Momenten auch regelrecht generisch und klischiert. Also bleibt die Frage, ob das Werk an der Masse, nicht völlig austauschbar daherkommt und als Film damit eigentlich nichtssagend ist. Nun, so ist es. Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings ist sicherlich nicht die Art von Kino, die nicht nach dem Schauen in Vergessenheit gerät. Dafür präsentiert er eben einen allzu bekannten Familienkonflikt, mit irrem Vater und verstörten Kindern. Daß man hier wiederum aus dem Grundmotiv des Verlusts heraus erzählt, ist ja ebenso nicht unbekannt. Da hat man eben das Pseudo-Shakespeare-Theater vorliegen und ja, allgemein kann man wohl sagen, daß da keine neuen Erkenntnisse begraben liegen, wenn man diesen Film irgendwo ausbuddelt. Dennoch muss man auch dazu sagen, daß der Film einen unglaublichen Unterhaltungswert hat, weil er schon Massentauglich einiges aus dem Martial-Arts-Kino bringen wird. Die Kämpfe, gerade die intimen Szenen in einem Bus sind schon – selbst wenn sie natürlich bis zu einem gewissen Maße auch getrickst sind – unterhaltsam. Da merkt man auch, da´ß Hauptdarsteller Simu Liu absolut in Form ist. Ebenso ist es auch in einem Hochhaus, wenn dort die Kamera umherschwirrt, dann verliert man nicht etwa alles aus den Augen, sondern man legt hier großen Wert auf handgemachte Action à la John Wick (2014).

Dann wiederum wandelt sich der Film zum dritten Akt sehr stark und driftet auch für Marvel in sehr untypische Gefilde ab. Das ist dann zwar immer noch ein Finale, wie man es im klassischen Sinne der Konfrontation kennt, aber wenn hier Fabelwesen umherschwirren, von Drachen über die Tiere, die man so gar nicht kennt, dann ist man schon verwundert und überrascht, wie konsequent die Marvel Studios dann in den Fantasy-Bereich abdriftet. Und allgemein, einen Fantasy-Martial-Arts-Film kannte man wohl so auch noch nicht. Nun ist das von der Figurenzeichnung her aber auch nicht allzu überraschend. Gerade, daß man letzten Endes interessante Figuren abaxt und thematisch vielschichtige Charaktere beschneidet. Nun das ist eben auch üblich für das Marvel Cinematic Universe und so streiten sich da zwei Geschmäcker. Die einen wollen unterhalten werden. Die anderen wollen aber auch besser unterhalten werden. Denn richtig viel zu sagen hat der Film indes nicht und auch das Hauptverkaufsargument der angebrachten Diversität ist ja durchaus diskutabel. Ja, es stimmt schon, daß Hollywood da ein Problem hat. Oder der Westen sogar generell. Die Stereotype Besetzung in großen Filmen geht ja nie über Kalender-Sprüche hinaus und zeichnet das mysteriöse als Pseudo-Philosophisch. Das kann man hier nicht so sagen. Denn tatsächlich sind die Figuren alle relativ unterschiedlich und damit eben auch nicht einem klaren Stereotyp zuzuordnen. Auf der anderen Seite wird somit die viel gescholtene Normalität der Pluralität beschworen, die als Politikum funktioniert, aber Filme eben auch banalisiert.

Die seltsame Mischung aus Dingen, die auf dem Papier eigentlich gar nicht zusammenpassen, machen Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings rein objektiv betrachtet zumindest zu einem interessanten Film. Ob das aber in letzter Konsequenz weiter tiefsinnig durchdacht wurde, sei mal dahingestellt. Der Film selber hat mitunter auch seine Längen und das liegt vor allem daran, daß man mit gewohntem konfrontiert ist. Überdies zeichnet sich aber dennoch ein unterhaltsamer Film ab, der das Eintauchen in neue Welten durchaus wörtlich nimmt.

Unterhaltung, mehr nicht. Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings ist ein Film, der nicht mehr ist, als das übliche Unterhaltungskino, nur eben besser. Da werde neue Welten aufgemacht, aber keine neuen Wege bestritten. Im Zuge dessen kann man auf der reinen Unterhaltungsebene aber dennoch mit ein paar guten Überraschungen rechnen.

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings Bewertung
Bewertung des Films
610

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