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Spider-Man 3 - No Way Home

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Incredible, Spectacular...AMAZING! - Spider-Man No Way Home

Spider-Man 3 - No Way Home Kritik

Spider-Man 3 - No Way Home Kritik
2 Kommentare - 08.01.2022 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "Spider-Man 3 - No Way Home" ist.
Spider-Man 3 - No Way Home

Bewertung: 5 / 5

Kleine Anmerkung vorweg: Diese "Review" ist für mich eher eine Besprechung des Films und wird ausdrücklich nicht auf Spoiler verzichten. Wer also No Way Home noch nicht gesehen hat, sollte hier nicht weiterlesen. You have been warned.

Ab hier gibts potenziell einiges an Spoilern
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Trailer zu Spider-Man 3 - No Way Home

Es hat eine Weile gedauert und ich musste meine Freundin erst mit allen anderen Spider-Man Filmen versorgen, aber am Ende war ich dann doch noch ein zweites Mal in Spider-Man No Way Home, um meine Meinung aus dem ersten Kinobesuch nochmal zu festigen. Ich hatte den Film bereits am Mittwoch in der Vorpremiere gesehen, um mich zum einen nicht zu Spoilern und zum anderen eine möglichst große Gruppe echter Fans um mich herum zu haben, die den Film genauso unbedingt am ersten Tag sehen wollten.

Und das hatte sich in der Tat gelohnt, denn in etlichen Szenen gab es begeisterten Applaus und richtigen Jubel aus dem Publikum. Die Atmosphäre war ähnlich wie damals in Endgame, als all die Jahre an Build-Up ihre Erfüllung fanden und die Fans begeistert in den Kinosesseln saßen und feierten, was das MCU erreicht hatte. Und genau das hat No Way Home nun für Spider-Man geliefert.

Dass der Film ein besonderer werden würde, war bereits klar, als man am Ende von Far From Home die Identität Peter Parkers enthüllte und der Welt zeigte, dass er Spider-Man ist. Diese Storyline - in den Comics wieder und wieder auf unterschiedlichste Weise behandelt, ist eine die so eng mit der Figur verbunden ist wie MJ, Gwen oder der Daily Bugle. Denn anders als viele andere Helden, war Peter Parker/Spider-Man immer einer der Helden, die ihre Geheimidentität sehr wichtig nahmen und sie vor allem deshalb aufrecht hielten, um Menschen, die ihnen nahestehen, nicht ins Kreuzfeuer kommen zu lassen. Und darin liegt eben auch ein Teil der klassischen Lektion, die Spider-Man auf seinem Weg lernen musste - wenn deine Gegner wissen, wer du bist, werden sie deine Familie, deine Freunde oder sogar den Menschen, den du liebst, angreifen und gegen dich verwenden.


Dementsprechend war ich vorab bereits sehr gespannt darauf, wie man es handhaben würde und war umso glücklicher als sich herauskristallisierte, dass Doctor Strange mit dem Gefüge von Raum und Zeit herumspielen und damit die Türen fürs Multiverse aufstoßen würde. Es war eine Wohltat Schurken wie den Grünen Kobold oder Doc Ock wiederzusehen, so wie sie damals waren - oder sogar noch besser. Denn wenn Willem Dafoe den Goblin endlich ohne die lachhafte Plastikmaske spielen darf und man ihn in sein ikonisches Kostüm aus dem Comics steckt, während er mit all seiner Boshaftigkeit aufspielt, dann begeistert das.


Der Goblin versucht Peter zu korrumpieren und ihn so zu manipulieren, dass er auf die "dunkle Seite" kommt und sich Wut und Rachsucht hingibt - und Tom Hollands Peter Parker, hat eine solche Bestie nie kennengelernt. Der Goblin kommt genau zum richtigen Zeitpunkt in sein Leben, auch wenn es eigentlich nicht "sein" Schurke ist. Aber hier liegt die Brillianz im Skript - denn insbesondere Green Goblin als einer DER Schurken zu Spider-Man, als der Joker zu seinem Batman, nimmt Center Stage ein, wenns auf das Finale zugeht. Und das war einfach die Entscheidung von Leuten, die verstanden haben, was die Figuren in den Comics ausmachen. Wenn Doc Ock langsam wieder in die Mentorrolle aus Spider-Man 2 wandert oder Sandman als Flint Marco eigentlich garkein fieser Kerl ist, dann macht das Spaß und zeigt grade als Fan, dass man hier die Vorgänger wertschätzt und ernst nimmt.


Und natürlich dürfen in diesem Kontext die zwei großen Auftritte im Film nicht unter den Tisch fallen: Andrew Garfield und Tobey Maguire dürfen Seite an Seite mit Tom Holland in den Kampf ziehen. Sie kennen ihre Widersacher, sie kennen deren Stärken und Schwächen - aber sie kennen eben auch die Last der Verantwortung, die es mit sich bringt Peter Parker zu sein. Und auch hier wurde brilliant aus den Comics zitiert - Wenn verschiedene Peter Parker sich treffen, dann kommen zwingend Themen wie Verantwortung, Verlust und Wiedergutmachung auf. Es tut einfach gut, diese Dynamik zu sehen und zu hören, wie sie mit den verschiedenen Tiefpunkten in ihren Leben umgingen.


Dabei fällt hier der Löwenanteil wohl Andrew Garfields Spidey zu - der verletzt und dunkler als seine "Brüder" daherkommt. Wenn er berichtet, dass er nach Gwens Tod irgendwann einfach aufgehört hat, seine Schläge zu bremsen, dann fällt sein Arc weit stärker ins Gewicht und wenn er am Ende MJ retten darf und man die schmerzende Erleichterung auf seinem Gesicht sieht, dann spürt man wirklich, wie tief der Schmerz über diesen Verlust saß und immer sitzen wird. Und so kommen eben abseits der großen "Wow"-Momente, wenn alle drei Spideys zusammen losschwingen und natürlich der große "Cover-Shot" mit allen drei in Pose im Bild kommt, vor allem diese kleinen Charaktermomente nicht zu kurz.


Tom Holland spielt hier den besten Peter Parker/Spider-Man seiner bisherigen Karriere, emotional, verletztlich aber auch sehr, sehr menschlich. Die ganz großen Entscheidungen im Film hängen bei ihm immer davon ab, wie sehr sein Leben als Held Einfluss auf die Menschen um ihn herum nimmt. Der "Parker-Fluch" der Comics, den Peter sich immer selbst andichtet, weil Menschen leiden, wenn sie ihm zu nahe kommen, er nimmt hier eben Gestalt an und lehrt Peter letztlich eine der wichtigsten Lektionen, die es braucht, damit er zu einem wahrhaften Spider-Man werden kann.


Am Ende wirft er den wissenden und dankbaren Blick auf Ned und MJ, lächelt, und geht dann ohne sie einzuweihen. Weil er begriffen hat, dass sie ohne ihn in ihrem Leben sicher sind und ein einfachereres Leben haben werden. Schlussendlich schwingt er sich, in einem beinahe Vintage-Kostüm, durch die Häuserschluchten und als Fan hat man wirklich das Gefühl den letzten Schritt in einer 3 Filme umspannenden Origin auf dem Weg zu Spider-Man gesehen zu haben. Voller Fanservice, voll toller Szenen und großer Schurken und Helden. Abschiede und Wiedersehen, Action und Emotion - No Way Home hat alles, was ein guter Spider-Man braucht. Und auch wenn er sich natürlich auf die etablierten Figuren aus Ramis und Webbs Filmen stützt - er nutzt sie bestmöglich und gibt insbesondere Willem Dafoes Green Goblin die wohl größte Bühne noch einmal mit voller Strahlkraft zu glänzen.

Fazit:
Dieser große Liebesbrief an Spider-Man voller Comic-Referenzen, voller tausende Male gememeter Szenen und emotionaler Achterbahnfahrten ist wohl der Film gewordene Fanservice. Aber eben welcher, der auch in der etablierten Welt Sinn ergibt, Türen aufstößt und auf großartige Weise alte und neue Gesichter zusammenbringt, um den bislang "größten" Spider-Man Film zu zeigen. Das große Crossover, in dem alles kumuliert, was die Figur in den letzten 20 Jahren auf der Leinwand ausgemacht hat - um schließlich auch den Weg in die Zukunft für Tom Hollands Peter Parker/Spider-Man zu ebnen. Und vielleicht ja sogar die Option auf einen weiteren Auftritt für Andrew Garfield gibt, damit er seinen Amazing Spider-Man zu einem versöhnlichen Abschluss bringen darf...

Für mich als Fan von Spider-Man so lange ich denken kann, war das natürlich ein Film, der über die Maße zu begeistern wusste. Ich habe innerlich jubiliert, hatte Tränen der Begeisterung und auch der Traurigkeit in den Augen - und bin selbstverständlich zu 100% voreingenommen und lasse mich dann auch gerne beeinflussen und mitreißen. Das war ein Film von Fans für Fans - wer da nicht das Vorwissen mitbringt, die Verbindung zu den Figuren hat - der ist einfach außen vor, da gibt´s kein Vertun. Aber für mich als Spider-Man Fan war es neben Spider-Man 2 von 2004 der beste Film um die Figur und der mit Abstand beste der "MCU-Spidey-Filme".


Von mir gibts 10/10 Punkte bzw 5/5 Hüte,


dazu aber natürlich das absolute Eingeständnis, dass diese Wertung natürlich stark davon beeinflusst ist, dass Spider-Man wohl immer mein Lieblingsheld bleiben wird. Würde ich versuchen etwas nüchterner heranzugehen, würde ich wohl bei einer 8,5/10 landen und sagen, dass der Film wunderbar auf Doctor Strange and the Multiverse of Madness hinleitet und dazu ne Menge Fanservice mit einem gelungenen Vorerst-Abschluss der ersten MCU-Spidey-Trilogie abliefert. Aber ich bin ein Fanboy, geb ich zu, und so ist es bei mir volle Punktzahl. Ganz subjektiv.

Spider-Man 3 - No Way Home Bewertung
Bewertung des Films
1010

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2 Kommentare
MJ-Pat
Avatar
ZSSnake : : Expendable
08.01.2022 16:02 Uhr | Editiert am 08.01.2022 - 16:02 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.570 | Reviews: 175 | Hüte: 579

@Duck-Anch-Amun:

Ja, ich finde am Ende steht er da, wo Spider-Man sein muss, um Spider-Man zu sein - auch eben toll symbolisiert durch das Vintage-Outfit, dass er selbst näht. Ohne Nanotechnik und so - nur Spidey und seine Kräfte und Verantwortung dafür.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
Avatar
Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
08.01.2022 15:13 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 9.879 | Reviews: 40 | Hüte: 610

Sehr viel Liebe für deine Review! Ich stimme dir in allen Punkten zu. Bei der Zweitsichtung ist mir persönlich nochmals aufgefallen wie sehr der Film auch eine Geschichte für Tom Hollands Peter Parker zu erzählen hat. Ja, der Film spielt viel mit der Nostalgie und Fanservice, doch es ergibt Sinn und passiert nicht nur um "billige" Wow-Effekte zu erschaffen, sondern auch um Tom Hollands Peter Parker in seiner Entwicklung zu helfen.

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