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Sympathy for Mr. Vengeance

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Sympathy for Mr. Vengeance Kritik

Sympathy for Mr. Vengeance Kritik

Sympathy for Mr. Vengeance Kritik
2 Kommentare - 07.09.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Sympathy for Mr. Vengeance" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Um seine Schwester (Lim Ji-eun) vor dem sicheren Tod zu retten versucht Ryu (Shin Ha-kyun) alles Mögliche um ihr eine passende Niere zu beschaffen. Als nichts so richtig funktionieren möchte, plant der die Entführung eines Mädchens, welches er zusammen mit einer Freundin (Bae Du-na) kidnappt. Das Opfer der beiden ist die Tochter des Geschäftsmannes Park Dong-jin (Song Kang-ho), welche im Laufe der Entführung stirbt. Voller Bitternis macht sich der Trauernde Vater auf den Weg und sinnt auf Rache für den Tod seiner Tochter.

Thematisch orintiert sich Park Chan-wook in dem ersten Teil seiner Rachetrilogie vor allem an den dunklen Seiten des New-Hollywoodkinos. In der Umsetzung bedeutet dies, daß der Zuschauer mit teilweise moralisch zwielichtigen Charakteren konfrontiert wird, die sich ihrer Handlungen bewusst sind, aber eben durch ihre Umwelt, oder auch den Zufall dazu genötigt sind zu handeln. Dabei moralisiert Park hier nicht und sagt was man gut oder schlecht zu finden hat. Im Gegenteil, seine Regie fungiert als bloße Beobachtung von Geschehnissen, die die Protagonisten durchleben. Dadurch wirken die Bilder oftmals unterkühlt und dokumentarisch, was es dem Zuschauer recht einfach macht, sich in diese Welt zu finden.

Insbesondere ist die handwerkliche Arbeit von Park Chan-wook und seinem Kameramann Kim Byung-il zu loben. So inszeniert der Regisseur seine Geschichte schon in theatralischen Ausmaß, ohne dabei plakativ zu wirken. Seine Bilder sind Triste und in machen Momenten auch recht schockierend, doch sie geben dem gesamten Szenario eine anziehende Wirkung und sorgen für eine Spannung.

Schauspielerisch kann sich das ebenfalls sehen lassen. So ist Song Kang-ho bereits seit Jahren einer der bedeutensten Schauspieler des neuen koreanischen Kinos. Über seine Popularität im westlichen Teil der Welt lässt sich sicher streiten, allerdings liefert er hier eine unglaublich intensive Performance ab. Als Charakter ist sein Park Dong-jin zwar nicht zwingend der netteste Geselle, aber intensiv und greifbar zu jedem Zeitpunkt. Man kauft ihm die Trauer und Wut in jeder Szene ab, was den ganzen Film authentischer wirken lässt. Dazu ist auch Shin Ha-kyun als taub-stummer Fabrikarbeiter toll anzusehen. Wenngleich er in seinem Spiel oftmals sehr naiv rüberkommt, ist es auch genau das, was der Film vermitteln will. In einem Moment scheint da eine Idee für etwas vorzuliegen, welche der Film dem Zuschauer vermitteln will. Oder anders ausgedrückt: Wir verstehen, warum Charaktere so handeln wie sie handeln. Ein wichtiges Merkmal für einen Film, wenngleich das alles hier auch ein wenig weit hergeholt wirken kann. Dazu lässt sich der Film eben nur Schauen, wenn man sich dem Ganzen hingeben möchte.

Überdies krankt der Film jedoch an einem großen Problem: Der Plot ist viel zu simpel. Während Filme wie Oldboy oder Die Taschendiebin noch gut verschacheltn konnten, wohin sie möchten, ist Sympathy For Mr. Vengeance zu keinem Zeitpunkt Komplex oder erreicht auch nur annährend die Qualitäten der genannten Beispiele. Park gibt dem Zuschauer die Prämisse und geschulten Augen wird dabei sofort klar, in welche Richtung sich der Film entwickeln wird. Denn auch dieser Film möchte etwas sagen. Wenngleich er nicht moralisiert, ist doch deutlich, wogegen sich der Film aussprechen möchte und was er eigentlich sagen will.

Interessant ist, daß die Frau als Individuum hier abgesehen vom Auslöser der ganzen Geschichte, keine weitere große Rolle spielt. Das ist insofern besonders, als das Park Chan-wooks Filme auch immer einem gewissen Feminismus unterliegen. Doch in diesem Fall bleiben sie eher außen vor und in den Fokus gerät eine Italo-Western-Atmosphäre die das raue und dreckige Südkorea zeigen.

Der Auftakt zur sogenannten Rache-Trilogie erinnert in Teilen an das New Hollywood-Kino: Rau, hart, wortkarg und sozialkritisch lässt Regisseur Park Zufälle und Misstsände aufeinander los, ohne dabei großartig moralisch zu werden. Sicherlich ist er dies zu gewissen Zeitpunkten trotzdem und auch die Geschichte könnte etwas mehr Innovation vertragen, allerdings macht der Film das durch seine Inszenierung, Härte und Darsteller wieder wett und es entsteht ein intensiver, künstlerisch hochwertiger Thriller der zu unterhalten weiß.

Sympathy for Mr. Vengeance Bewertung
Bewertung des Films
710
DVD & Blu-ray

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2 Kommentare
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ProfessorX : : Moviejones-Fan
08.09.2021 17:30 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 638 | Reviews: 133 | Hüte: 18

@MobyDick

Ich dachte in gewissen Momenten tatsächlich auch beim Schauen an Taxi Driver, die Thematik ist jetzt nicht zwingend die Gleiche. Aber auch hier wird der Subtext - also in dem Fall die Umwelt - als das eigentliche Böse dargestellt und man hätte wieder das Thema der bösen, bösen Umwelt, die die Menschen krankmacht. Es ist natürlich schon ein wneig komplexer und vielleicht bin ich dahingehend unfair, doch ich muss halt gestehen, daß der Film eben recht schlicht konstruiert worauf er hinaus will und dabei eben nicht wirklich zu einer überraschenden Lösung gelangt.

Was die technischen Aspekte angeht, so muss ich gestehen, daß der Film zwar technisch großartig gemacht ist, aber solche Tricks den Film nicht zwingend besser machen in meinen Augen. Sie können im besten Fall einen guten Film aufwerten, sie können das Seeerlebnis verschlimmern oder sie können - wie in diesem Fall für mich - rein gar nichts bewirken. Es ist ein extrem schmaler Grat für mich und auch logisch kaum zu untermauern, dennoch sehe ich rein subjektiv in diesem Film keine Aufwertung durch einige nette Tricks.

Die Härte hingegen hat mich einfach nicht gepackt. Warum das jetzt so ist kann ich nicht genau ergründen. Vielleicht bin ich nicht genug an den Charakteren interessiert gewesen, oder habe einfach schon viel härtere/intensivere Gewalt gesehen.

Was die Geschichte angeht, so muss ich gestehen, daß es natürlich alles bereits in irgendeiner Form schon gibt und insofern auch unglaublich schwierig ist, innovativ zu sein. Aber andere Filme können eine solche Handlung druch gewisse Twists oder das Miteinbringen neuer Charaktere/Situationen abwandeln und damit die Spannungskurve auf Kurs halten. In Sympathy for Mr. Vengeance bleiben wir aber eigentlich von Anfang bis Ende an den gleichen Punkten stehen.

Ich kann das Lob an den Filmen auch durchaus nachvollziehen und kann verstehen, wenn jemand die Filme für großartig hält, meine Meinung ist ja glücklicherwiese nicht der Maßstab. Ich persönlich sehe ingesamt eine gute Trilogie, mit Schwächen, aber auch unglaublichen Stärken darin. Nur so richtig begeistern konnte mich einfach nur Oldboy. Es ist leider unmöglich zu erklären warum dem so ist, zumindest wenn nach den Kritiken noch Fragen dazu bestehen. Meist überzeugen mich Filme, die mich überraschen. So empfinde ich etwa einen - wie Kritiker vermutlich sagen würden - recht stupiden Unterhaltungsfilm wie Avengers: Infinity War für wesentlich besser als eben die Sympathy for Mr. Vengeance oder Lady Vengeance, weil er mir eben auch Dinge leifert, die ich in diesem Ausmaß zuvor noch nie gesehen habe. Doch letzten Endes wäre es vermessen diese Filme im direkten Vergleich nebeneinander zu stellen, da sie thematisch eigentlich eine ganz, ganz andere Welt bedienen. Doch worauf ich damit hinaus will ist, daß man dabei nie - wie du auch sicher weißt - objektiv sein kann. Es kann auch sein, daß sich meine Meinung zu den Werken nach einem Rewatch ändert und damit wäre natürlich die Sinnigkeit einer Kritik ad absurdum geführt.

Das Empfinden eines Films ist natürlich auch von Situation und Gefühlen beeinflusst, die man gerade mit sich trägt und damit unmöglich zu Objektivieren. Ich denke - wie gesagt - du weißt worauf ich hinaus will. Ich sehe die Rache-Trilogie ingesamt als recht bedeutende Werke, auch gerade für das neue koreanische Kino an. Aber zumindest Teil eins und drei nicht als großartig. ^^

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MobyDick : : Moviejones-Fan
08.09.2021 10:41 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.341 | Reviews: 164 | Hüte: 494

Auch hier kann ich mich deiner Kritik nicht im Geringsten anschliessen, aber erst mal zum Positiven: Deine Kritiken werden formal immer besser und schöner geschrieben, so dass man (ich in diesem Fall) fast geneigt ist, deine Argumentation für sich stehen zu lassen, weil das alles halbwegs Hand und Fuss hat.

ABER:

Es stimmt einfach nicht, dass der gute Mann außer bei Oldboy dem Thema Rache nichts Neues einhaucht, sondern nur alte Tropen aufgreift.

Alleine der Sound-Design und die Farbgebung sorgen schon von Anfang an für ein recht immersives Erlebnis und er macht schon fast mit zynischer Schadenfreude den Niedergang des Taubstummen und seine Beweggründe deutlich. Dass hier nicht gewertet würde, stimmt auch nicht. Der Film nimmt für beide Protagonisten Stellung und stellt die Umwelt (sei es jetzt der Kapitalismus, die Organhändlermafia oder eben Komissar Zufall) mit einer gewissen lakonischen Beiläufigkeit als das wahre Böse dar.

Zudem lässt er seine Figuren in eine Spirale der Gewalt abgleiten, welche eben durchaus dem Exploitation Genre oder wie du es sagst dem New Hollywood gut zu Gesicht stehen könnte, aber selbst hier ist man weit von irgendwelchem Exploit entfernt, sondern es wird geradezu schmehaft draufgehalten.

Und der Film ist geradezu beispiellos moralisch, denn jeder der was am Stecken hat, wird schliesslich auch bestraft, insofern schlägt er fast schon in Richtung eines Alfredo Garcia aus, dabei seinen Figuren offensichtlich eine sentimentale Identifikation auch noch verwehrend.

Der Film erzählt tatsächlich nicht viel Neues (hier kann man argumentieren, dass es keine neuen Geschichten mehr gibt, alles ist irgendwie eine Abwandlung von Bestehendem), aber sein Gewand in dem er es präsentiert, ist zum Zeitpunkt und Ort des Entstehens dennoch sehr frisch.

Die Rachetrilogie ist für mich als komplette Trilogie mit das Beste, was in den letzten Jahren an thematisch zusammenhängender inhaltlich unabhängiger Filmreihe auf den Zuschauer losgelassen wurde. Auch hier würde ich bei eher in Richtung 9 Punkten verweilen.

In einem Punkt sind wir uns einig: Oldboy schiesst hier den Vogel ab und verdient seine 10 Punkte. Aber rein inhaltlich und auch inszenatorisch (im Sinne von andere Wege gehen und die Inszenierung selbst zum Teil er Geschichte machend) finde ich persönlich, dass die anderen beiden Filme tatsächlich mehr aufweisen können.

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