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Teenage Mutant Ninja Turtles - Mutant Mayhem

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Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem Kritik

Teenage Mutant Ninja Turtles - Mutant Mayhem Kritik

Teenage Mutant Ninja Turtles - Mutant Mayhem Kritik
0 Kommentare - 03.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Teenage Mutant Ninja Turtles - Mutant Mayhem" ist.
Teenage Mutant Ninja Turtles - Mutant Mayhem

Bewertung: 3.5 / 5

Die radioaktiv veränderten Schildkröten Leonardo (Nicolas Cantu), Donatello (Micah Abbey), Michelangelo (Shamon Brown Jr.) und Raphael (Brady Noon) leben jahrelang abgeschieden in der Kanalisation von New York. Grund dafür ist ihr Zeihvater und Meister Splinter (Jackie Chan), der sie im Kampfsport unterrichtet und vor den Menschen schützen will. Doch die vier träumen eigentlich davon, die Herzen der Menschen zu gewinnen. Eines Tages treffen sie auf die junge Idealistin April O’Neil (Ayo Edebiri), die ihnen hilft, ein Verbrechersyndikat, angeführt durch den Superschurken Superfly (Ice Cube) zu bekämpfen. Bald schon aber sehen sie sich einer ganzen Armee von Feinden gegenüber.

Der Animationsfilm ist ein Experiment. Gerade zum Ende der 1990er Jahre und dem darauffolgenden Jahrzehnt geprägt durch Pixar. Was waren das nicht für Filme? Und dominierten sie zwar noch die 2000er Jahre, so war der ihnen nachgesagte Heldenstatus mit den 2010er Jahren wohl ein wenig vorbei. Findet Dorie (2013), Die Monster Uni (2013) oder The Boss Baby (2017) unterstrichen zwar, daß man zumindest ein gewisses Qualitätsniveau halten konnte, aber inhaltlich eben lange nicht mehr tiefschürfend oder bahnbrechend war, wie in den 2000er Jahren. Inmitten dieses Jahrzehnts wurde der Animationsfilm manifestiert, gleichwohl es natürlich auch künstlerische Ausreißer wie Robert Zemeckis mit etwa Der Polarexpress (2004) oder Disneys Eine Weihnachtsgeschichte (2009) dennoch möglich war, den Animationsfilm als Medium zu verwenden, nicht aber zu nutzen. Denn was genau bringt ein Animationsfilm, der weder Figuren überzeichnet, noch mit Bildern spielt und stattdessen lieber einen völlig normalen Film, eben unter dem Deckmantel eines Animationswerks inszeniert? Richtig, nichts. Seit Spider-Man: A New Universe (2018) erschien, scheint sich der Blick auf das Genre aber noch einmal zum Besseren gewendet haben. Denn unter dieser Tradition wurden binnen kürzester Zeit vor allem mit Filmen wie Die Croods – Alles auf Anfang (2020), Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch (2022) und eben Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem Filme veröffentlicht, die das Genre tatsächlich weiterdenken, als es die Stagnation vermuten ließ.

Trailer zu Teenage Mutant Ninja Turtles - Mutant Mayhem

Inhaltlich hat sich natürlich nicht viel getan und es wäre vermutlich auch sinnlos irgendeine weitere Metapher aus diesem Werk zu ziehen, die nicht bereits aus anderen Filmen des Franchesis hervorgegangenen ist. Weder Turtles (1990) noch Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) sind diesem Werk hier so fremd, wie es die Fans vielleicht gerne haben würden. Denn ja, diese titel gebenden Teenager sind eben auch genau das. Und damit feiern Seth Rogen als Produzent und Jeff Rowe als Regisseur abermals das, was so ein wenig an die 1990er-Variante von Peter Pan erinnern soll. Denn auch dieses Werk stellt vor allem den Spaß am jung sein heraus und will die Adoleszenz als die Antwort auf alles verstehen. Diese jugendlichen träumen von dem, was jugendliche wohl einfach träumen: Essen, Spaß, Quatsch, Liebe und einfach ganz normal und angepasst zu sein. Auch hier, natürlich funktionieren die Turtles als Wesen der Unsicherheit, in ihrer eigenen Lebensphase ganz gut. Da kommt es dann zu einem Besuch in der Schule, von der sie nicht wussten, daß sie sie immer besuchen wollten. Natürlich ist das albern, natürlich ist das auch kein echter Traum. Doch was sich hier herauskristallisiert ist nicht die Resozialisierung von Außenseitern, sondern die komplette Sozialisierung. Nun muss das nicht immer heißen, daß die Figuren sich somit dem System unterwerfen. Aber de facto gibt es hier keinen anderen Anhaltspunkt, als die totale Gleichschaltung.

Nun darf man wohl von einem amerikanischen Massenprodukt nicht mehr erwarten, als konservative Werte. Das muss ja auch nicht schlimm sein, ist es auch ehrlich gesagt nicht. Doch einfach ist das Werk damit alle Male. Ja, klar, es ist natürlich auch so, daß Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem zwischen den Zeilen mitschwingen lässt, daß man ja durchaus auch neben dieser Anpassung die Diversität der Menschen zeichnen möchte. Nun sind die Turtles zwar offenkundig keine Menschen, doch die Rassismusparabel geht ja dann vollends auf, wenn sich diese Figuren vor der Abseitsstellung durch die Gesellschaft fürchten müssen. Das zumindest glaubt Ziehvater Splinter, dessen Erfahrungen mit Menschen ihn etwas misstrauisch gemacht haben. Nun ist auch diese Idee nicht grundsätzlich neu. Warnungen vor der Menschheit, schreibt jeder Mensch in sein Science-Fiction-Werk und insofern ist die alte Leier vom schlechten Menschen eben auch nicht sonderlich originell. Klar, an der Stelle ist das wohl viel Gemecker, aus dem man ohne Kalbswegs eleganten Schwenker auch nicht einfach herauskommt. Denn ja, es gäbe viel zu meckern, wenn es nicht um etwas anderes ginge. Denn tatsächlich ist dieses Werk sowohl animationstechnisch als auch auf einer reinen Unterhaltungsebene ziemlich gut geworden. Die Kunst der Animation ist es ja, einen Stil zu haben. Wie es eigentlich jeder Kunstschaffende haben sollte. Und genau da macht der Film auch mit am meisten Spaß, weil diese Bilder so ungewöhnlich sind und die Figuren ihren ganz eigenen Stil bekommen. Rowe zeichnet sich hier definitiv als fähiger Regisseur aus. Der Film ist düster und dennoch bunt. Überzeichnet und dennoch immersiv. Es ist eine ganz seltsame Mischung, die hier super funktioniert.

Wie hier ebenso mit Farben hantiert wird, daß erinnert an einen wilden Fiebertraum eines Malers. Die Kontraste ändern sich von Szene zu Szene, Perspektiven werden gewechselt und man spielt mit dem, was man über Jahre hinweg im Kino normalisiert hat. Klar ist das geistige Vorbild hier vor allem in Sonys Oscarpreisträger zu finden. Doch wie man so schön sagt „Besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht“ und genau das tut dieser Film. Ja, es hapert inhaltlich. Dennoch zeichnet der Blockbuster hier immer noch gesellschaftliche Probleme und nicht etwa den Zustand totaler Resignation, wo alle Probleme von oben kommen. Die 2010er taten dem Kino offenkundig nicht gut. Hier ist das anders und dadurch macht es Spaß.

Kurzweilig, großartig animiert und unterhaltsam ist Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem geworden. Natürlich zeichnet sich hier ab, daß die Essenz der Figuren nicht wirklich zum Philosophieren taugt und dennoch hat man rein oberflächlich an den Bildern eine große Freude. Genau so, wie der Animationsfilm eben auch sein sollte.

Teenage Mutant Ninja Turtles - Mutant Mayhem Bewertung
Bewertung des Films
710

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