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Thanksgiving

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Thanksgiving Kritik

Thanksgiving Kritik

Thanksgiving Kritik
0 Kommentare - 07.12.2023 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Thanksgiving" ist.
Thanksgiving

Bewertung: 3.5 / 5

Am Black Friday brechen Unruhen im amerikanischen Plymouth aus. In einem Einkaufszentrum sterben Menschen, nach den Massendrängen in die Geschäfte. Ein Jahr nach der Tat treibt ein maskierter Mörder sein Unwesen und bringt nach und nach viele Menschen im beschaulichen Ort um. Der örtliche Sheriff Eric Newlon (Patrick Dempsey) versucht um jeden Preis das morden zu stoppen.

Vielleicht ist man verwöhnt mit Scream – Schrei! (1996). Alles, was man sich im Subgrene des Slashers so vorgestellt hatte und glaubte dies, sei der Standard, ist leider für das hirnlose Töten eher die Ausnahme, nach welcher man dann wohl keinen Maßstab setzen sollte. Es gibt ja selten gute Horrorfilme, wenngleich es unglaublich gute gibt. Und im Falle von Thanksgiving, der eben auch mehr ein Slasher ist, schießen einem auch sofort ungute Gedanken im Kopf umher. Warum zum Teufel, sollte man sich für die Hauptcharaktere interessieren, wäre so die erste und wichtigste Frage, wenn man sich mit einem Film im Allgemeinen befasst. Und gerade beim Slasher, oder Horrorfilm scheint diese grundlegende Regel vielen wohl nicht allzu geläufig zu sein. Das ist im Falle von Thanksgiving aber tatsächlich ein zweischneidiges Schwert. Denn zum einen ist man durchaus bemüht eine sympathische Hauptfigur zu etablieren, auf der anderen Seite aber wiederum schafft der Film es nie über die Klischees eines gewöhnlichen Highschoofilms, mitsamt sexuellem Interesse, Mobbing, Schlägereien und dem Erwachsenenwerden hinaus. Dazu gesellt sich ein falscher Voyeurismus, nach welchem es für Menschen scheinbar offenbar unglaublich interessant ist, möglichst brutale Gewalt auf der Leinwand zu sehen.

Trailer zu Thanksgiving

Nun verwundert das sicherlich nicht, schließlich ist Eli Roth wohl auch ein Vertreter des Gore-Kinos und damit kann man wohl nicht abstreiten, daß einige Tötungen hier so oder so ähnlich auch aus einem Scream VI (2023) oder einem Saw III (2006) stammen könnten. Und das verpackt Roth eigentlich zu Beginn auch nicht sonderlich gut. Man muss sagen, daß Thanksgiving wohl als Film, einen wirklich grauenhaften Start hinlegt. Da kommt es zum Beispiel zu einem Massaker am Black Friday, der viele Tote zur Folge hat. Einerseits ist es dann wohl so, daß das ebenso brutal ist und dafür auch nicht wirklich unterhaltsam. Andererseits muss man dann aber auch sagen, daß der satirische Aspekt, den der Film damit eben auch mitschwingen lässt, nicht sonderlich tiefsinnig ist. Ja, wir konsumieren viel und jetzt kauft unser Produkt. Das ist ungefähr die Botschaft von jedem Weihnachtsfilm. Daß macht sie nicht grundsätzlich falsch, aber originell ist der Film damit eben auch nicht. Doch das hat auch seine Vorteile. Denn dadurch, daß der Film so ein bisschen so wirkt, als wäre er aus der Zeit gefallen, fühlt er sich gleichzeitig wie ein Werk an, daß so, oder so ähnlich auch vor Jahren hätte entstehen können. Roth stellt hier keinen Vulgärdiskurs mitsamt politischer Korrektheit in den Vordergrund und dadurch wird der Film zu jedem Zeitpunkt zu einem Paradoxon. Denn er ist irgendwie Zeitlos, dadurch, daß er altmodisch wirkt und irgendwie in der Zeit festgefahren, dadurch, daß er sich kaum weiterentwickelt.

Vielleicht sind das aber auch ganz persönliche, eigene Probleme, die man mit dem Film haben kann. Die geistigen Vorbilder hier sind klar und liegen nicht nur in den 1990ern und 2000er Jahren. Auch Halloween – Die Nacht des Grauens (1978), muss man ob der gesamten Atmosphäre hier als Vater von Thanksgiving nennen. Das macht ihn zwar nicht unbedingt intelligenter, ist aber für Filmfans sicherlich ganz nett. Und ja, das grundsätzliche Konzept geht irgendwie auf. Ein Slasherkiller, der sich irgendwo zwischen dem überirdischen Titanen-Kino der 1980er Jahre und Ghostface bewegt. Dann eine seltsam, triste Atmosphäre und auch die ein oder andere Parallele zu Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997). Lange nachdenken muss man hier nicht, alles ist einfach und dadurch streckt der Film sich auch unglaublich selten, sondern fühlt sich in weiten Teilen doch sehr routiniert und nach einem Film mit gutem Pacing an. Dazu gelingt es Roth immer wieder eine schaurige Atmosphäre zu schaffen, die er mit gekonnten, eher zurückhaltenden Dialogen und Figuren anheitern kann. Klappt ja für die meisten Filme heutzutage kaum noch und für die meisten Menschen sowieso nur am Glühweinstand.

Mitunter gibt es natürlich bedingt durch die Darstellung eines Highschoolalltags auch einen gewissen Klassizismus, den Roth im Werk herausstellt. Schließlich ist die Schule ein in jedweder Hinsicht diverser Ort. Sowas in einem Mainstream-Film zuzulassen ist besonders bemerkenswert im Jahr 2023. Allgemein schwingt zwischen den Zeilen auch eine Menge Tagespolitik mit. Da wird hier und da mal was gesagt. Das ist zwar nie hochtrabend intellektuell, aber auch nicht so verständnislos rübergebracht wie in einem Werk von Clint Eastwood. Zur genialen Analogie und Systemkritik sollte man Thanksgiving jedoch nicht hernehmen. Dazu ist der Film aber auch viel zu viel damit beschäftigt, unterhaltsam sein zu wollen. Und das macht ihn als Film in gewisser Weise schon durchaus sympathisch. Auch will Roth um die Bedeutung der Technik informieren. Daß gelingt zwar auch nicht so ganz, weil Mobilität und Erfindungen in ihrer Gänze auch als gesellschaftliches Konzept nicht so einfach von außen betrachtet werden können. Aber damit findet er sich schon irgendwo dann doch in der Gegenwart wieder, wie es zu Beispiel auch ein Scream (2022) getan hat.

Vielleicht etwas zu wenig ironisch brutal geht Thankgsiving vor. Im Kern ein Film, der sich sehr altmodisch anfühlt, aber auf eine gute Weise und dennoch irgendwo die Zeit gut einfängt, die er darstellt. Vielleicht sollte man die Figuren besser ausarbeiten, doch als kleiner, feiner Slasher gelingt die gedachte Rechnung schon und er sorgt dabei für kurzweilige Unterhaltung.

Thanksgiving Bewertung
Bewertung des Films
710

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