Moviejones.de ist ein kostenloses Angebot, welches sich durch Werbung refinanziert. Adblocker minimieren die Einnahmen monatlich um 40%. Wenn du möchtest, dass wir auch in Zukunft unsere Redakteure bezahlen können, deaktiviere bitte deinen Adblocker.

Du willst dennoch keine Werbung oder diese deutlich minimieren?

Hier mehr erfahren
Moviejones finanziert sich nur über Werbung
Möchtest du MJ helfen, deaktivere bitte deinen Adblocker. Falls du dennoch weniger Werbung sehen willst und das sogar kostenlos, erfährst du hier mehr.

The Bye Bye Man

Kritik Details Trailer Galerie News
Der vielleicht dümmste Film der Welt?

The Bye Bye Man Kritik

The Bye Bye Man Kritik
0 Kommentare - 24.04.2018 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio, wie gut "The Bye Bye Man" ist.
The Bye Bye Man

Bewertung: 1 / 5

Der nerdige Elliot, sein bester Freund John und seine Freundin Sasha ziehen gemeinsam in ein Haus abseits des Campus. Nach der Einweihungsfeier halten die drei zusammen mit Sashas Freundin Kim eine Seance ab, bei der komischer Kram passiert. Zusätzlich hat Elliot im Keller des Hauses ein Nachttischen gefunden, das einen Hinweis auf den Bye Bye Man enthält. Langsam verschwimmen für die vier die Grenzen der Realität, Wahnvorstellungen nehmen die Überhand. Elliots Recherchen zum Bye Bye Man führen ihn zu dem Journalisten Larry Redmon, der Ende der 1960er mit einer Schrotflinte Amok gelaufen ist und sich anschließend selbst umgebracht hat. Larry, so erfährt Elliot, brachte jeden um, dem er von dem Bye Bye Man erzählt hat, denn nur so kann man ihn aus der Welt schaffen...

Trailer zu The Bye Bye Man

Manchmal sieht man einen Film, der einen wirklich nur mit den Händen über dem Kopf zusammenschlagen lässt. „The Bye Bye Man“ von Regisseurin Stacy Title ist genau ein solcher Film. Dabei fängt er gar nicht mal so schlecht an: wir beginnen mit einem Flashback in die Sechziger, bei dem in einer für die Verhältnisse effektiven Plansequenz Larrys Amoklauf gezeigt wird. Von der ersten Einstellung ist zwar klar, dass „The Bye Bye Man“ auf der low budget-Seite von Hollywood gedreht worden ist und der billige Digitallook vergällt den ersten Eindruck, aber hier zeigt sich trotzdem eine ansatzweise inspirierte Inszenierung. Als dann die Handlung in die Gegenwart springt und die Charaktere vorgestellt werden, scheinen Regisseurin Title und Autor Penner (kein Scherz) durchaus was auf dem Herzen gehabt zu haben, das sie mit „The Bye Bye Man“ ausdrücken wollten.

Protagonist Elliot ist der typische sanftmütige Nerd, der neben seinem besten Freund, dem Sportass John, mit seiner Männlichkeit zu kämpfen hat. So kommt es schon früh zu ersten Konflikten, als Sasha im Schlaf murmelt, sie würde John lieben. Darauf reagiert Elliot verständlicherweise eifersüchtig, was noch dadurch verschlimmert wird, dass John am nächsten Tag heimkommt und Sasha erklärt, sie würde perfekt aussehen. Der Film spielt von nun an mit Elliots Eifersucht und dem Fakt, dass er Wahnvorstellungen hat, scheint zu sagen, dass Eifersucht vor allem im Kopf des Eifersüchtigen entsteht, der in unschuldige Gesten schmutzige Absichten interpretiert. Elliot, der interessanterweise in einer Szene ein Shirt der Band Violent Femmes trägt, wäre gerne männlicher, ganz wie sein Bruder Virgil, der Familienvater und Handwerker, um seine Unsicherheit zu überwinden. Der Film spielt somit mit der männlichen Angst, zu feminin zu sein, scheint einen Kommentar auf Männlichkeit selbst darstellen zu wollen – denn nicht umsonst heißt der Bösewicht „Bye Bye Man“. Dessen Ankunft wird mit einem Zug symbolisiert, der ja spätestens seit Hitchcock eines der potentesten Symbole für Sexualität im Film ist.

Das klappt aber nicht, denn „The Bye Bye Man“ ist ein außerordentlich wirrer Film, der kaum seinen eigenen Plot erzählt kriegt, geschweige denn eine Allegorie auf irgendwas darzustellen vermag. Wer sich an der einleitenden Inhaltsangabe gestört hat, dem sei vergewissert, dass sie den besten Versuch darstellt, die unzusammenhängende Geschichte von „The Bye Bye Man“ halbwegs nachvollziehbar zusammenzufassen. Das Drehbuch von Autor Jonathan Penner gibt sich kaum Mühe, der Geschichte einen logischen Zusammenhang zu verschaffen, Dinge passieren einfach, weil sie in einem Film dieser Art passieren müssen. Besonders ärgerlich ist das bei der Figur des Bye Bye Man selbst, der keine Hintergrundgeschichte erhält und ein blasses Etwas bleibt. Zwar wird wage darauf hingewiesen, dass Ideen und Sprache die Realität formen, der Bye Bye Man seine Macht daraus zieht, dass man über ihn spricht, aber mit diesem Einfall wird nichts angestellt. Und so kann der Bye Bye Man nie zu einer zentralen Metapher werden, die dem Film eine Aussage verleihen könnte, mit der der Film über seine minderwertige Machart hinausgehoben wird.

Denn „The Bye Bye Man“ entpuppt sich nach seiner gelungenen Eröffnungssequenz als schrecklich inszenierter Quark, der mehr nach der Halloween-Episode einer Daily Soap aussieht als nach einem abendfüllenden Spielfilm. Lieblos ausgeleuchtete Sets lassen es zu keiner Sekunde zu, dass Atmosphäre aufkommen mag, Schrecksequenzen ohne Rhythmus, die man hundertmal besser gesehen hat, vermögen allenfalls zu langweilen und die unterdurchschnittlichen CGI-Effekte tun ihr übriges, um „The Bye Bye Man“ an das untere Ende der Qualitätsskala zu verfrachten.

Noch wahnsinniger als das ein Werk, das man durchaus als „amateurhaft“ bezeichnen könnte, tatsächlich eine Kinoauswertung erfahren hat, ist wohl der Fakt, dass die Besetzung in den Nebenrollen ziemlich hochwertig ist. Hier geben sich Doug Jones, Leigh Wannell, Carrie-Ann Moss und, am Verwunderlichsten, Faye Dunaway die Klinke in die Hand. Haben die alle den gleichen Agenten, der keine Lust hatte, seinen Job zu machen? Man mag es gar nicht glauben, wer sich hier ans Set verirrt hat.

An einer Stelle fragt Protagonist Elliot seine Freundin Sasha „You wanna watch something stupid?“ Man will dem Film nur mit „Das tue ich gerade“ antworten.

The Bye Bye Man Bewertung
Bewertung des Films
210
Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie
DVD & Blu-ray
AmazonAmazonAmazonAmazon

Weitere spannende Kritiken

Mogli - Legende des Dschungels Kritik

Der "Justice League" der Dschungelbuchverfilmungen

Poster Bild
Kritik vom 10.12.2018 von MobyDick - 4 Kommentare
Der Film Mowgli hat eine wahre Odyssee hinter sich. Bis es dazu kam, dass der vorliegende auf Netflix seine Premiere feiern sollte, gab es diverse Querelen hinter der Kamera und letztendlich ging es Warner Brothers nur noch um Schadensbegrenzung. Was war passiert? Wie so üblich in Hollywood ko...
Kritik lesen »

Dancer in the Dark Kritik

Wenn Lars von Trier ein Musical dreht

Poster Bild
Kritik vom 09.12.2018 von luhp92 - 0 Kommentare
Ein Musicaldrama über eine tschechische, alleinerziehende Immigrantin, die in den USA der 60er Jahre am Existenzminimum lebt, aufgrund einer Erbkrankheit langsam erblindet und sich ihr Leben in Tagträumen als besseres und fröhliches Musical vorstellt. Zum Einen setzt sich Lars von Tr...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?