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The Empty Man

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Edelhorror für Nischenliebhaber

The Empty Man Kritik

The Empty Man Kritik
4 Kommentare - 15.04.2021 von DrStrange
In dieser Userkritik verrät euch DrStrange, wie gut "The Empty Man" ist.
The Empty Man

Bewertung: 4.5 / 5

"The Empty Man" ist ein Horror/Mystery Film von David Prior der zwar 2020 in den USA ins Kino gekommen ist, aber bereits 2017 gedreht wurde. Der Film kam damals bei Testvorführungen nicht besonders gut an und musste daher sehr lange vor sich hindarben, bis er nun doch noch veröffentlicht wurde.

Die Handlung ist kurz gesagt und spoilerfrei zusammengefasst erstmal noch nicht ungewöhnlich. Der Ex-Polizist James Lasombra versucht eine Gruppe von verschwundenen Teenagern wiederzufinden und stößt dabei auf einen seltsamen Kult.

Trailer zu The Empty Man

Das erste was einem bei diesem Film auffällt ist, das man zu Beginn mit einem beinahe halbstündigen Prolog konfrontiert wird. Das bereitet einen schon darauf vor, daß man es hier mit einem Film zu tun hat, welcher gar nicht vor hat in Hektik auszubrechen. Was bei einer Spielzeit von 137 Minuten für dieses Genre eher eine Seltenheit darstellt. Anders gesagt... ein Mainstream Publikum wird der Film eher nicht ansprechen und die Generation ADHS will er auch gar nicht abholen. So finden sich auch beinahe keine typischen Formeln eines Horrorfilms wie "Jumpscares" in diesem Werk. Vielmehr wird man in eine sehr dichte, wenn auch andauernd bedrohliche Atmosphäre hineingeworfen, welcher der Film auch bis zu seinem Ende gekonnt aufrecht erhalten kann. Am ehesten sehe ich hier, zumindest in Bezug auf die Atmosphäre, eine Nähe zu den Werken von Ari Aster.

James ermittelt also auf eigene Faust in einem ultra-langsamen Tempo und stößt dabei immer mehr auf sehr seltsame und befremdliche Hinweise. Es dauert auch entsprechend lange bis die Puzzlestücke langsam zueinanderfinden. Was auch noch erschwert wird, das der Film es sich sogar noch traut falsche Fährten einzubauen. Auch wenn der Film für den Ermittler und Hauptprotagonist im Prinzip eine Abwärtsspirale vorsieht, wird der Film dabei nie wirklich "rasant" und damit ist auch das Finale eingeschlossen. Das klingt jetzt alles fürchterlich ermüdend, aber der Film hat eine beinahe hypnotische Wirkung, welche einen bis zum Ende in seinen Bann zieht.

Weiterhin spoilerfrei sei auch unbedingt erwähnt, das der Film sich viel Zeit für philosophische Fragen nimmt und dies teils auch ganz offensichtlich einbaut, wenn z.B. in einem Dialog über Nitzsche diskutiert wird. Besonders der Ansatz des Nihilismus spielt im weiteren Verlauf eine sogar bedeutende Rolle.

Wenn der Film gut aussehen will, dann macht er das auch. Ich denke das umschreibt gut die komplette Optik. Die teils eingesetzen Effekte wirken nie billig, sondern gekonnt und man hatte hatte definitv ein geschultes Auge für Kamerafahrten bzw. Blickwinkel, welche so manche Szene noch intensiver wirken lassen... also sehr langsam intensiv wirken lassen (ihr erinnert euch an das Tempo). Die musikalische Untermalung ist immer passend, aber vor allem unaufregend dezent im Hintergrund. Hier wird eher in Verbindung mit dem Tempo und einigen langsamen Bildern dem Minimalismus gefröhnt.

James Badge Dale spielt die Rolle des Ex-Cops James Lasombra von Anfang bis Ende absolut überzeugend. Die Figur macht definitv eine Entwicklung durch und hier unterstützt das zurückgefahrene Tempo des Films auch die Wahrnehmung, so das man jeden einzelnen Schritt mitbekommt und nachvollziehen kann. Natürlich gibt es auch einen Nebencast wie die Figur Nora und deren Teenager Tochter Amanda, weswegen James sich überhaupt der Sache annimmt. Oder Stephen Root als Professor am Pontifax Institut. Alles gekonnte Darsteller und kein Grund zum Jammern. Aber trotzdem sind dies nur Personen in der einen oder anderen Szene. Die meiste Zeit des Films ist man mit James konfrontiert und wie er alles wahrnimmt. Seine Eindrücke, seine Erlebnisse und wie sie auf ihn einwirken und ihn vorantreiben bzw. weiterentwickeln. Der Film ist weder Kammerspiel noch "One-Man-Show", aber es dreht sich um eine zentrale Figur.

Fazit:

Jeder der im Horrogenre lieber "Teenie-Schlitzer-Busengrabscher" mit ordentlich "Jumpscares" sieht, ist hier vollkommen falsch. Auch die Splatter/Gore Freunde werden hier so gar nicht auf ihre Kosten kommen. Der Film ist damals in den Testvorführungen komplett beim Publikum durchgefallen und das vollkommen zu unrecht. Ja, hier haben wir es mit einem Nischenprodukt zu tun, aber einem der edlen Güteklasse. Ähnlich wie bei den Filmen von Aster, lebt der Film von einer dauernden bedrückenden Atmosphäre mit cleveren Bildern präsentiert und wie ich gerne bei solchen Machwerken betone... fühlt sich der Film einfach unbequem an. Wer aber die Muse hat sich auf diese Reise mit James zu machen, bekommt einen Film, welcher einem noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

The Empty Man Bewertung
Bewertung des Films
910
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4 Kommentare
MJ-Pat
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DrStrange : : Moviejones-Fan
04.05.2021 09:38 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 1.752 | Reviews: 14 | Hüte: 47

@luhp92:

Schön das dir der Film auch gefallen hat. Der Film hat definitv etwas Aufmerksamkeit verdient in dem Dschungel des Genres (der Genren ?) Ich würde ihn am ehesten in die okkulte Mystery Ecke packen, aber stimmt schon... er holt sich von verschiedenen Parteien etwas ab und verwebt diese recht geschickt.

Das Ende kam mir einen Ticken zu fix im Verhältnis zur Filmlänge. Das der Protagonist am Ende die Tulpa war, hat mich ein wenig überrascht, macht aber im Rückblick komplett Sinn. Es wurden ja genug Hinweise gestreut. Das Thema an sich hat mich nicht überraschen können, da ich diese "Tulpa Geschichte" und um was es sich hierbei handelt, bereits aus einer Folge Supernatural kannte. Und der Name "Tulpa" war ja bereits recht am Anfang des Films gefallen.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.04.2021 18:36 Uhr | Editiert am 30.04.2021 - 18:38 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.325 | Reviews: 157 | Hüte: 508

@DrStrange

Gestern gesehen, bis auf das wirklich vollkommen übernatürliche "Hokuspokus-Finale" nach dem Twist, mit dem Ex-Cop nur als willenloses Gefäß hat mir "The Empty Man" auch sehr gut gefallen.

Ein schöner, spannender und creepiger slow burner Horrorfilm, dabei genretechnisch auch sehr vielseitig. Mythologischer Horror, kosmischer Horror, psychologischer Horror, zugleich auch ein Sektenfilm und ein Kriminalfilm. Oder anders gesagt, man findet hier viel aus anderen Filmen wieder^^ "The Ring", "A Cure for Wellness", "Midsommar", The Wicker Man", "Slenderman", H.P. Lovecraft. Es fügt sich alles zum Großteil aber harmonisch ineinander ein! Dazu dann noch interessante buddhistisch-philosophische Gedankengänge und Glaubensvorstellungen. Außergewöhnlich auch die Dramaturgie des 23-minütigen Intros, das hätte für sich allein stehend schon ein guter Horrorkurzfilm sein können!

Der Cast der Teenager und jungen Leute enthält ein paar coole Überraschungen, mit denen ich nicht rechnete. Robert Aramayo, der junge Ned Stark aus GoT, den habe ich mit der Frisur und dem Bart gar nicht wiedererkannt^^ Joel Courtney, der Hauptdarsteller aus "Super 8", und Owen Teague, Patrick Hockstetter aus dem neuen "Es".

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
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DrStrange : : Moviejones-Fan
16.04.2021 10:12 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 1.752 | Reviews: 14 | Hüte: 47

@luhp92:

Definitv wert einen Blick zu riskieren, wenn man im Horrorgenre auch mal jenseits des generischen Standards interessiert ist.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
15.04.2021 18:27 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.325 | Reviews: 157 | Hüte: 508

Einer der letzten Filme des unabhängigen Fox-Studios, der in den letzten Wochen auch verstärkt gut bis sehr gut rezipiert wurde. Ich überlege ebenfalls, mir den Film noch anzuschauen.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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