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The Equalizer

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The Equalizer Kritik

The Equalizer Kritik

The Equalizer Kritik
0 Kommentare - 16.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "The Equalizer" ist.
The Equalizer

Bewertung: 3 / 5

Der unscheinbare Baumarkt-Angestellte Robert McCall (Denzel Washington) führt ein ruhiges Leben. Doch was niemand weiß, ist, daß er eigentlich ehemaliger Agent eines Spezialkommandos ist und seinen eigenen Tod nur vorgetäuscht hat. Immer wieder trifft McCall in seinem ruhigen Leben in Boston auf die junge Prostituierte Teri (Chloe Moretz). Als seine Zufallsbekanntschaft eines Tages jedoch von dem Zuhälter Slavi (David Meunier) verprügelt wird, greift McCall ein. Doch durch seine Tat hat er bald schon die Russenmafia unter der Leitung durch den furchteinflößenden Teddy (Martin Csokas) an seinen Fersen. Nun muss McCall alle Mittel in Bewegung setzen, um zu überleben.

Es sind Menschen, mit denen wir argumentieren, die Rechten mit Werte geleiteten Menschen und die eher liberalen mit der Pluralität des Volkes und der Menschen, denen man im Alltag einfach begegnet. Es geht hier um eine Suche, ja, der Schwenker wird etwas ungelenk und doch muss man weit ausholen, wenn man einen Film wie The Equalizer exakt verstehen will. Und diese gemeinte Suche berichtet von Helden, die in der Not zur Tat streiten. Natürlich war das im Kino der 2010 jetzt kein Novum, wie sicherlich jeder, der dabei war bestätigen kann. Daß sich die Hauptfigur Robert McCall also in ihrer Mystifizierung an Batman Begins (2005) orientiert, ist ebenso kein Zufall. Aber ja, die Menschen. Eine Prostituierte wird von ihren Auftraggebern physisch misshandelt und ebenso ausgebeutet. Daß kann der dunkle Ritter McCall natürlich nicht hinnehmen, weshalb er eingreift und sich mit den Bösen anlegt. Unterdessen ist er noch Baumarktmitarbeiter, hilft einem Kollegen bei der Diät und sitzt gerne in einem Cafe herum und schlägt seine schlaflosen Nächte um sich. Zumindest das mag dem Mythos noch etwas verhelfen, doch gerade, wenn es um den Subplot der Diät geht, hat man den Eindruck, als wolle Regisseur Fuqua einfach nur zeigen, wie wichtig seiner Figur doch die einfachen Menschen sind. So richtig sinnig ist das für die gesamte Handlung aber nicht.

Trailer zu The Equalizer

Und auch hier hat man den Eindruck, als brauche The Equalizer eine Weile, bis er tatsächlich mal in Fahrt kommt. Hier das Leben, da die Geschichte und wenn die kleine Dame dann misshandelt wird, dann hat man als Zuschauer natürlich Mitleid und wenn man dann noch serviert bekommt, wie skrupellos die russische Mafia hier vorgeht, nun dann legitimiert der Film seinen Ein-Mann-Feldzug schon recht gekonnt. Das ist natürlich ein übliches Thema rechter Filmemacher und zeigt auf, wie verzweifelt die Rechts-Konservative-Ideologie eigentlich sein muss. Denn eigentlich sind Heimattreue und der Glaube an das System, typisch Konservative Werte. Nur suchen sich Rechte dann eben immer ein Feindbild, an welchem sie sich abarbeiten können. Und das wäre dann eben nicht das System, sondern einzelne Individuen, die zeigen, wie marode das System immer noch ist. Doch The Equalizer schafft, ähnlich wie ein Film wie Rio Bravo (1959) oder Die glorreichen Sieben (1960) ein ganz einfaches Feindbild. Dabei sind die Parallelen zu anderen Rachthrillern vergangener Tage, wie etwa den wohl auch inhaltlichen Vorbildern Dirty Harry (1971) oder Ein Mann sieht rot (1974) überdeutlich. Und ja, damit wagt der Film vielleicht für seine Zeit einen interessanten Ausflug, aus der Konformität des Liberalismus in Hollywood. Doch wie gesagt, all das funktioniert ja nur, weil Fuquas Film bewusst jede Form von Inhalt auf die Emotionalisierung der Figuren herunterbricht. Da gibt es eben keine Warum-Fragen, die andeuten würden, daß Gewalt Struktur und System und eben auch Sinn haben kann.

Nichtsdestoweniger funktioniert das aber. Zum einen ist es dem wirklich interessanten Cast geschuldet. Denzel Washington ist eben immer noch ein Schauspieler, der jedes Skript halbwegs retten kann. Und das merkt man auch an The Equalizer. Sein Charisma, seine Präsenz, davon könnte sich so manch einer in Hollywood eine Scheibe abschneiden. Aber auch Marton Csokas, Davd Harbour oder Chloë Grace Moretz überzeugen und verschaffen dem gesamten Film eine unglaublich bedrückende Aura. Besonders die Figur von Harbour, Masters ist ja eigentlich interessant. Denn hier findet sich ja so etwas wie ein Anklang von Systemkritik. Damit kann man eben auch die Parallele ganz gut zu Fuquas Training Day (2001). Wenngleich das hier handzahmer und inkonsequenter gehandhabt wird. Und dann ist es auch fast schon nicht mehr der Rede wert. Aber Parallelen finden sich auch in anderen Momenten auf anderen Ebenen. So kommt The Equalizer auch nicht ohne die ein oder andere Reminiszenz an Sherlock Holmes (2009) in Sachen Inszenierung aus. Das wirkt hier zwar stellenweise etwas außerhalb eines sinnigen Kontextes, entkräftet aber so ein wenig die Härte. Auch wird man ja nicht umhinkommen, den Film nicht als weiteren John Wick (2014) zu sehen, wenngleich er sogar noch ein klein wenig älter ist als der Genre-Kollege.

Wenn man den Film für etwas loben kann, dann für seine Atmosphäre. Solch dreckige Filme, daß ist eigentlich ganz untypisch für diese Zeit des amerikanischen Films. Und ja, bedrückend ist das, es ist nicht schön anzusehen. Mitunter vielleicht sogar etwas zu lang. Das leuchtet schon ein, weil es eben moderne Filmemache so abverlangt. Und dann sind es dunkle Hallen, Diners und eben jene Menschen, die im Moloch so ein wenig Erinnerungen an Taxi Driver (1976) oder auch Der goldene Handschuh (2019) wecken. Ja, da wird die Moral ganz einfach serviert, aber es gibt diese Menschen schließlich auch und insofern ist das vielleicht sogar legitim.

Ein Actionthriller der alten Schule. Genau so mutet The Equalizer an. Zwar nicht allzu intelligent, aber man will ja sowieso nur in wenigen Momenten wirklich nachdenken. Der Film wird vor allem von seinem Hauptdarsteller getragen und kann dann durch seine Atmosphäre überzeugen.

The Equalizer Bewertung
Bewertung des Films
610

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