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Thor - Love and Thunder

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Thor: Love and Thunder Kritik

Thor - Love and Thunder Kritik

Thor - Love and Thunder Kritik
0 Kommentare - 23.06.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Thor - Love and Thunder" ist.
Thor - Love and Thunder

Bewertung: 3 / 5

Thor (Chris Hemsworth) ist nach seinem Sieg über Thanos mit den Guardians of the Galaxy unterwegs. Doch eines Tages trennt er sich von der Gruppe und muss feststellen, daß der mysteriöse Gorr (Christan Bale) Jagd auf alle Götter macht. In New Asgard trifft er auf die Königin Walküre (Tessa Thompson) und seine Ex-Freundin Jane Foster (Natalie Portman), die durch die Überreste vom Hammer Mjölnir die Kräfte einer Donnergöttin erlagt hat. Zusammen macht sich die Gruppe auf die Suche nach Gorr.

Nachdem Thor über die letzten Marvel-Filme seine Heimat, seine Familie, seine Geliebten, seine Hoffnung und auch seine Fitness verloren hat, hatte der Göttersohn nicht nur einiges an Gesprächsstoff für etwaige Therapiesitzungen, sondern auch so gut wie kein zu Grunde liegendes Material mehr, mit dem sich noch ein Film schreiben ließe. Zumindest dachte man so. Da gab es konsequent einen großen Teil in dieser Reihe, den man für Teil drei gekonnt ignorierte und unrühmlich aus Thor: Tag der Entscheidung (2017) entließ und da verwunderte schon die große Ankündigung einer Natalie Portman als Jane Foster. Doch ist dieser Film etwas, daß man erzählen kann, möchte oder muss? Zumindest diese Frage bleibt so ein wenig offen und überdies bleibt dieser Film zumindest ein irritierendes Werk, welches die großen Stärken eines Taika Waititi vereint und gleichsam auch dessen Schwächen überdeutlich präsent hält. Zuallererst sei gesagt, daß der Film mit einer Laufzeit von 119 Minuten schon erschreckend kurz für einen Marvel-Film geraten ist und da fragt man sich natürlich, warum dem so ist. Und das liegt ganz einfach daran, daß der Film sich nicht in ein übergeordnetes Narrativ packen lassen will und eine relativ eigenständige Geschichte erzählt. So weit, so gut. Doch worin da auch zu Teilen wirkliche Stärken liegen, offenbart sich in diesem Konzept auch die größte Schwäche von allen. Thor: Love and Thunder ist nämlich ein Film, der egaler nicht sein könnte. Er setzt sich aus einzelnen Versatzstücken zusammen, die alle für sich genommen total spannend und auch faszinierend sind, doch auf der anderen Seite keinem klaren roten Faden folgen, wohin das gehen soll. Das wäre natürlich kein Problem, wenn man dann wenigstens die Gesichte abschließe, doch auch das will man hier vermeiden.

Trailer zu Thor - Love and Thunder

Taika Waititi, seines Zeichens Regisseur, Schauspieler, Produzent, Drehbuchautor, Oscarpreisträger und Mann mit einem eher speziellen Humor, genießt in Hollywood fälschlicherweise den Ruf eines Künstlers, der besondere harte Stoffe lustig aufbereiten kann und darauß dann einen erträglichen Film macht. Doch ein Intellektueller oder verquerer Künstler ist Waititi sicherlich nicht. Dazu sind seine Werke oftmals zu banal und weit weg vom eigentlichen Kern der Geschichte. Zumindest seine Adaptionen sind so. Doch so ein wenig verwundert Thor: Love and Thunder da auch in seiner Vita, weil der Film für einen Waititi-Film erstaunlich ernst geraten ist. Das mag verwundern und dem ein oder anderen Sauer aufstoßen. Schließlich bietet auch dieser Film hier und da mal einen Bruch mit der Tragik. So etwa wenn Thor und Jane das erste mal nach Jahren aufeinandertreffen. Da ist diese pure Freude, diese Euphorie und dann ein im Hintergrund zerfallendes, brennendes Haus. Das sind nicht nur total abgedroschene Witze, worum der Film auch weiß, sondern zu Teilen auch einfach erwartbare Witze. Der Comicrelief hatte ja immerhin auch mal ursprünglich die Aufgabe eine ernste Szene aufzubereiten und insofern kann das nicht funktionieren, wenn alles ein Witz ist. Doch diese Momente sind tatsächlich rar gesät in diesem vierten Thor-Solofilm. Denn überdies möchte der Film vor allem ein Film über eine Wiedervereinigung und zerstörte Leben sein.

Und man darf an dieser Stelle frohen Mutes verkünden, daß Thor: Love and Thunder der wohl ernsthafteste Taika Waititi-Film ist, den er bis dato gedreht hat. So merkt man ganz einfach auch, daß der Mann diesmal auch das Drehbuch schrieb und seinen Figuren auch Raum für Dramatik gibt. So ist es unglaublich rührend zu sehen, wie Christian Bales Gorr diesen Hass auf die Götter entwickeln konnte und vom Leben nur geschunden wurde. Darin lässt sich natürlich auch so ein wenig die antiautoritäre staatskritische Haltung lesen, die skeptische Menschen dem amerikanischen Staat entgegenschleudern. Natürlich ist das abstrakt, doch man muss auch sagen, daß Christian Bale es hier greifbar macht. Und ohnehin ist Bale das absolute Highlight des gesamten Films, weil sein Gorr wirkt, als würde er hier in einem ganz anderen Film agieren, als es alle anderen Charaktere tun. Da ist keine ironische Brechung, kein Grinsen auf seinem Gesicht und auch kein Lacher darüber, daß der Hieb oder Tritt ihm ja jetzt so wehgetan habe. Bale spielt sich die Seele aus dem Leib und legt dazu noch eine beeindruckende Physis an den Tag, indem sein Gorr ganz einprägsam läuft und redet, während er durch das Bild streift. Dazu wechselt seine Figur auch immer wieder die Stimmungen, während er mit seinen Feinden konfrontiert ist. Das ist gerade auch visuell sehr spannend, weil das VFX-Team hier ganze Arbeit geleistet hat, wenn es darum geht, die Schatten von Gorr zu inszenieren. Gerade auch eine Konfrontation in Schwarzweiß bietet in diesem Film visuelle Spannung.

Mittlerweile hat man sich ja daran gewöhnt, einen Thor zu haben, dessen Attitüde so ein wenig abseits des eigenen Charakters stattfindet. Ob das noch viel mit dem eigentlichen Thor zutun hat und nun wirklich jeder Charakter im Marvel-Kosmos ein Comicrelief sein muss, bleibt natürlich fraglich. Doch dieser Umstand scheint hier auch wesentlich weniger schlimm als noch in Thor: Tag der Entscheidung. Und der Grund dafür liegt ganz einfach daran, daß man Thor in bestimmten Momenten tatsächlich ehrliche Gefühle kommunizieren lässt. Gerade im Hinblick auf Jane Foster ist das natürlich spannend. Und die Rückkehr von Natalie Portman in dieser Rolle war doch recht erstaunlich. Schließlich gehörte der Charakter nicht unbedingt zu den beliebtesten im Marvel Cinematic Universe und war vielleicht auch nicht immer sonderlich gut geschrieben. Doch das man sich in diesem Film auf eine recht harte und drastische Comicreihe bezieht, zeigt nochmal, wie sehr man das versucht hat zu ändern. Und auch diese Momente lässt Waititi auch erstaunlicherweise einfach mal für sich stehen. Durch die pure Härte dieser Momente entpuppt sich Portman zu einem kleinen Scence-Stealer, der zwar auch ab einem gewissen Punkt nicht mehr ganz so überzeugt, aber den Zuschauer hier auch mit der puren Härte konfrontiert. Über Russell Crowe als Zeus muss man an der Stelle nicht viel reden, wenngleich sein Auftritt gefällt sind es andere Cameos, die da versöhnlicher stimmen. Und insgesamt fühlt sich alles wie ein Anfang an.

Was Thor: Love and Thunder nun erzählen möchte bleibt offen, eine richtige Daseinsberechtigung gibt es nicht. Dazu sind die einzelnen, für sich genommenen Geschichten durchaus spannend und können vieldeutig eingesetzt werden. Ein Grund, warum dies auch gelingt, ist weil Taika Waititi sich hier erstaunlich zurückhält und viele der ernsten Momente auch mal für sich stehen lässt. Gerade ein Christian Bale agiert hier auch in einer ganz anderen Liga, während der Film visuell sehr interessant ist und einfach zu unterhalten weiß.

Thor - Love and Thunder Bewertung
Bewertung des Films
610

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