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Und wieder 48 Stunden

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Und wieder 48 Stunden Kritik

Und wieder 48 Stunden Kritik

Und wieder 48 Stunden Kritik
0 Kommentare - 06.07.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Und wieder 48 Stunden" ist.

Bewertung: 3 / 5

Ein mysteriöser Drogenhändler namens „Iceman“ führt Polizist Jack Cates (Nick Nolte) zu Reggie Hammond (Eddie Murphy) zurück. Dieser sitzt derweil im Gefängnis und ist nicht gerade gut auf Cates zu sprechen. Als er dann noch am nächsten Tag entlassen und von Cates um Hilfe gebeten wird und auch sein eigenes Leben bedroht wird, geht er erneut zusammen mit Cates auf die Jagd.

Eigentlich ist das ja frech. Man erzählt einen originellen Film, lässt ihn auf den Zuschauer wirken, um dann die Möglichkeit einer eventuellen Fortsetzung zu haben, die sich irgendwie als Remake des Vorgängers entpuppt. Nun muss man dazu sagen, daß Fortsetzungen in den seltensten Fällen tatsächlich originell sind. Wenn das Werk nicht zu Beginn auf einen Mehrteiler ausgelegt war und diese inhaltlich tatsächlich liefern, dann kann man sagen, ist das eigentlich Nonsens. Und das Problem trifft auf gut fünfundneunzig Prozent aller Fortsetzungen der Filmgeschichte zu. Ausnahmen bilden vielleicht Werke wie Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (1980) oder Der Pate – Teil II (1974). Das liegt aber daran, daß diese Filme ihre Vorgänger auch wirklich um etwas ergänzen und bereichern. In Und wieder 48 Stunden ist das aber genaugenommen weniger der Fall. Und wie man den Titel je nach Betonung auch als den Seufzer der Woche deklarieren könnte, geht dem Film auf inhaltlicher Ebene das Flattern, wenn man ihn mal abseits des Unterhaltungswertes betrachtet. Denn ja, Walter Hill und sein Gespann aus Eddie Murphy und Nick Nolte erzählen hier quasi die gleiche Geschichte wie im Vorgänger und das ist tatsächlich ein klein wenig mühselig.

Nun muss man sagen, daß die Suche nach Originalität im Film ohnehin Blödsinn bleibt, weil Filme immer klaren Mustern, bekannten Mustern und Strukturen folgen, die die zu erzählenden Geschichten in ihrer Ausführung doch stark limitieren. Ja, die Geschichte bleibt die gleiche. Allerdings gibt es auch abseits der Geschichte einen weiteren, kleinen Wermutstropfen, der tatsächlich etwas mit der Qualität des Werks macht. Und ist hier tatsächlich der Aufbau. Denn dafür, daß man eigentlich das gleiche nochmal erzählt, braucht Und wieder 48 Stunden nach einem fulminanten Anfang, doch etwas Zeit um in die Gänge zu kommen. Für einen Film, der nicht einmal hundert Minuten dauern wird, ist das allerdings fatal, weil man ja sowieso schon weiß, was passieren wird. Ergänzend dazu findet sich diese langsame Achterbahnfahrt durchaus auch in den bissigen Dialogen wider. Denn was den Vorgänger so großartig machte, war ja unter anderem auch die herrliche politische Inkorrektheit, die den Figuren heraus Themen wie Rassismus, Sexismus, Korruption und weitere gesellschaftliche, wie exekutive Themenfelder aufgriff. Hier dauert das tatsächlich ganz einfach ausgedrückt lange, bis es wirklich mal lustig wird und man sich dann auch erst später hinterfragen muss, warum man diesen Witz jetzt lustig fand. Natürlich ist das immer noch mehr, als man in heutigen Komödien jemals beklommen würde, aber es ist halt auch langsam erzählt.

Dabei lebt der Film durch seine Wortgefechte. Nick Nolte und Eddie Murphy haben mit den Jahren nichts von ihrer Präsenz als ungleiches Duo verloren, wobei ersterer tatsächlich auch ein wenig konformer agiert, als er es im Vorgänger tat. Und dann wird auch überdeutlich, wie trivial die Handlung eigentlich wirklich ist. So setzt Hill eigentlich auf die Absurdität des Alltags, wenn er ein marodes, abgrundtief verachtenswertes System zeichnet. Nutten hier, Zuhälter da und irgendwie eine abstruse Biker-Gang, die Rache möchte. Sie wirken alle etwas seltsam und gerade letztere, wenn sie sich in einer Bar am Ende der Welt zusammentun, hat man wieder das große Thema von Hill aufbereitet. Es ist ein Western. Daß der Western und mittelbar mit dem Polizeifilm verwandt ist und quasi aus diesem geboren wurde, zeigt sich ja bereits in Dirty Harry (1971) oder Ein Mann sieht rot (1974). Auch Und wieder 48 Stunden steht erneut in dieser Tradition. Raubeiniger, abgewrackter Cop, der sich innersystemisch Feinde gemacht hat, der eigentlich keinen Partner will, der noch dazu a-moralisch agiert und so weiter und so fort. Hill inszeniert das, ähnlich wie etwa seinen Neo-Western Last Man Standing (1996), auf eine Art und Weise, bei der man am Ende nicht sagen kann, ob das nun alles ernstgemeint ist oder ein ironischer Kommentar auf die Lächerlichkeit alter Männerbilder. Und wenn sich die schurkische und nach Rache dürstende Biker-Gang in einer Bar mitten in der Wüste trifft, dann sind das weder Biker, noch eine Bar, die man hier metaphorisch inszeniert. Es sind Revolverhelden und ein Salon.

Aufs Ganze geht Hill dann noch dazu in Sachen Action. Wenn hier Lastwagen durch die Luft fliegen und am laufenden Band Fensterscheiben splittern, dann weiß man, man ist zu Hause. Niveauvoll ist das natürlich nicht, doch es ist herrlich authentisch und blickt auf eine Welt, in der einfache Verhältnisse herrschen. Gut gegen böse und manchmal findet sich dann das Böse auch in den eigenen Reihen. Ja, das macht schon große Freude.

Hier zu betrachten ist eine Erfolgsformel, die nun mit Und wieder 48 Stunden offenbart, daß man wenig Neues hinzufügen möchte. Dann schleppt sich der Film leider auch ein wenig. Doch zur Verteidigung dessen, ist immer noch unterhaltsam, herrlich unter der Gürtellinie und sobald das mal Fahrt aufgenommen hat, auch ganz kurzweilig.

Und wieder 48 Stunden Bewertung
Bewertung des Films
610

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