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Unter Wasser stirbt man nicht

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Ein Fall für Harper

Unter Wasser stirbt man nicht Kritik

Unter Wasser stirbt man nicht Kritik
3 Kommentare - 27.09.2019 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Unter Wasser stirbt man nicht" ist.

Bewertung: 5 / 5

Ich bespreche hier den Film: Ein Fall für Harper

Leider ist der Film nicht in der MJ-Datenbank, daher nehme ich den deutlich unterlegenen zweiten Teil "Unter Wasser Stirbt Man Nicht" und klatsche hier die Kritik zum überragenden Vorgänger ran.

Aber um dem zweiten Teil trotz allem nicht Unrecht zu tun, hier die Kurzkritik: Ein relativ lascher typischer 1970er-Altherren-Krimi-Noir, der zwar ein paar ganz nette Ideen hat, aber irgendwie nie ganz groß wird. Newman liefert wie immer ab. Daher irgendwie so um 6 Punkte. Und jetzt ab zum real Deal :-)

Paul Newman ist ein ganz großer des alten und des neuen Hollywood, einer der besten, der unterschätztesten und gleichzeitig überbewertetsten Darsteller, die Hollywood je gesehen hat. Er war gleichzeitig Autorendarsteller, als auch Blockbusterdarsteller, aber irgendwie immer im Studio-System gefangen, er alleine hat Filme getragen und geschultert und auch nebenher noch eine gute Figur abgegeben. Seine Rollen waren meist ähnlich gelagert und er sah zu gut aus, als dass er wirklich ernsthaft für größere Filmpreise in Betracht gezogen wurde (ein ähnlich Problem hat ja beispielsweise Brad Pitt) und konnte einmalig für Die Farbe des Geldes den oscar mitnehmen, obwohl er in der Blüte seines Schaffens deutlich größer gespielt hatte - selbst im ersten Teil davon! Abseits des Blitzlichts ein bescheidener Mann, der nebenher noch eine Barbecue-Sauce und Suppen herstellte, und die Erlöse für gute Zwecke spendete und der nebenher auch eine stabile Ehe mit der Darstellerin Joanne Woodward führte. Ein Kavallier und Gentleman der alten Schule und in den Filmen ein ewig getriebener Sturbock. Diese Paraderolle sollte er immer wieder spielen und immer wenn es darauf ankam mit einem anderen großen Männerdarsteller namens Steve McQueen eine Rivalität pflegen, die beide Männer mit ähnlich thematisch gelagerten Filmen gegenseitig zu Höchtsleistungen anspornten. Le Mans vs Indianapolis, Unbeugsame vs Papillon, Haie der Grossstadt und Cincinatti Kid. Und alles Klassiker! Es gab einen einzigen gemeinsamen Film der beiden, der natürlich diesen Erwartungen nie Stand halten konnte und trotzdem auch heute irgendwie als Klassiker gilt. Und auch privat: Beides passionierte Rennfahrer!

Aber ich schweife ab. Paul Newman hat in seiner Karriere den einen oder anderen perfekten Genre-Beitrag geleistet, d.h. den besten Film im jeweiligen Genre gedreht, als da wären Haie der Grossstadt als bester jemals gedrehter Zockerfilm (die Fortsetzung von Martin Scorsese darf nicht mal das Bier dieses Films halten!) und Der Unbeugsame als bester jemals gedrehter Knastfilm. Außerdem hat er mit Der Clou und Zwei Banditen auch in zwei wieder komplett anderen und zudem komplett unterschiedlichen Genres ziemlich große Fussspuren hinterlassen und eine Männerfreundschaft mit Robert Redford in den Massenköpfen verfestigt, die im Grunde genommen fast in einem Atemzug mit Stan und Olli, Bud und Terrence genannt wird, und das mit gerade mal mit zwei Filmen. Was all diesen Filme gemein ist, ist dass sie allesamt sehr hohe Qualität haben, und mit Ausnahme von Zwei Banditen (8-9 Punkte) auch allesamt ganz klare 10-Punkte-Filme sind. Und komischerweise endet die lange Liste an 10-Punkte Filmen von Paul Newman nicht mit diesen Filmen. Und dies hier ist die Kritik zu einem ebensolchen weiteren Film, der allerdings im Fahrwasser anderer größerer Klassiker Newmans irgendwie immer unten raus fällt: Ein Fall für Harper!

Ein Fall für Harper ist zu Beginn eine typisch frech-flotte Krimikomödie mit typischen 1960er Flair und Charme, sowie ziemlich flapsigen Sprüchen, die aus irgendwelchen Film-Noir Parodien entlehnt sein könnten. Paul Newman schlawinert, schlafwandelt souverän durch die Szenerie und wird von solchen typischen B-Movie und Fernsehsuperstars wie Robert Wagner, Lauren Bacall und Janet Leigh unterstützt und bei Stange gehalten.

Soweit so gut, aber dann gibt es diesen Bruch in der Mitte des Filmes, das so lehrbuchmäßig ist, und die komplette Stimmung des Films in Richtung perfider Neo-Noir drückt, ohne das bisher Gesehene aber komplett über den Haufen zu werfen oder die beiden Hälften als irgendwie konträr zueinander stehen zu lassen, dass es jedem selbsternannten Cineasten alleine aus filmhistorischer Betrachtung heraus eine Freude sein muss, diesen Film gesehen haben zu müssen. Ganz großes Kino.

Auch diese zweite Hälfte - oder erst recht diese zweite Hälfte - schultert Newman mit einer unglaublichen Lässigkeit und gleichzeitig Lakonie, dass es eine pure Wucht ist, den Film gesehen haben zu dürfen.

Sicherlich wird es den einen oder deutlich besseren Film geben und sicherlich ist der Film nicht so überragend wie ich ihn jetzt darstelle. Aber in all meinen Jahren als Fimnerd ist dies der älteste Film, der mir auf Anhieb und auch bei näherem Grübeln einfällt, der diesen einen Wendepunkt einführt und wo der Film immer noch als ganze Einheit so perfekt funktionierend bleibt.

Alleine deshalb verdient er seine volle Punktzahl. Und jetzt kommt das Tüpfelchen auf dem i:

Diese Filmfigur ist eigentlich der Held einer Romanreihe, und dort heisst er komischerweise etwas anders als im Film, statt Harper heisst er Archer! Dum-DUM- D-U-M!

Unter Wasser stirbt man nicht Bewertung
Bewertung des Films
1010
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3 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.09.2019 15:48 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.622 | Reviews: 71 | Hüte: 304

TiiN

Wie gesagt, ich habe wahrscheinlich eine ganz andere Wahrnehmung dieses Films als er wahrscheinlich verdient, aber ich erinnere mich, wie ich damals ein regelrechtes Aha-Erlebnis hatte.

Und danke für den Tipp mit der MJ-Datenbank, weiss das schon, aber wollte nicht so lange warten bis er in der DB ist. Zumal ich ab dem Wochenende für eine "kurze Weile" wieder mein hier Herumschlawinern etwas zurück fahren werde.

Dünyayi Kurtaran Adam
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TiiN : : Goldkerlchen 2019
27.09.2019 14:18 Uhr | Editiert am 27.09.2019 - 14:19 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.811 | Reviews: 116 | Hüte: 203

Ich freue mich, wenn über Klassiker geredet wird und Ein Fall für Harper war mir bislang nicht bekannt gewesen. Vor dem Lesen deiner Kritik sah ich mir einen Trailer an und der wirkte ganz stimmungsvoll, was sich mit deinen Aussagen denkt. Ich habe zwar starke Zweifel, dass ich dem Film ebenfalls 10 von 10 Punkten geben würde, aber ich werde ihn mir bei Gelegenheit auf jeden Fall anschauen smile

Deine eigentlich Kritik zum Film ist jedoch relativ kurz geraten, der Großteil beschäftigt sich eher mit Paul Newman - was sehr interessant ist. Trotzdem liegt auch manchmal in der Kürze die Würze.

Abschließend noch ein Tipp: Wenn du dich auf Filme beziehen möchtest, welche nicht in der Moviejones Datenbank stehen, dann sag ihnen bescheid, am besten mit IMDB Link und sie tragen den Film nach. So habe ich es ein paar mal bei meiner Hitchcock-Liste gemacht. smile

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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.09.2019 12:34 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.622 | Reviews: 71 | Hüte: 304

Ein weiterer großer Film mit dem noch größeren Paul Newman!

Dünyayi Kurtaran Adam
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