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House of the Dragon

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Das Haus der Drachen mit blutigen Bildern

Das Intro von "House of the Dragon" Episode 2: Den richtigen Ton getroffen?

Das Intro von "House of the Dragon" Episode 2: Den richtigen Ton getroffen?
5 Kommentare - Mi, 31.08.2022 von A. Seifferth
Folge 2 von "House of the Dragon" hat die Figuren nachhaltig in Stellung gebracht und verspricht eine Menge Blut, Feuer und Drama für die Zukunft. Wie ist es aber um die Introsequenz bestellt?
Achtung, diese Meldung enthält Spoiler!
Das Intro von "House of the Dragon" Episode 2: Den richtigen Ton getroffen?

Noch einmal an alle Leute, die Spoiler nicht ausstehen können: Es versteht sich von selbst, dass wir euch vor dem Lesen dieses Artikels nahelegen, die zwei bisher ausgestrahlten Episoden von House of the Dragon zu schauen (Review Folge 1 und Folge 2). Es ist im Vorfeld schließlich immer besser, eine ungetrübte Meinung vom besprochenen Szenario zu haben.

Nach Ausstrahlung der ersten Episode von House of the Dragon fragten sich nicht wenige Zuschauer:innen, ob wir auch mit der Prequelserie ein Intro spendiert bekommen. Tatsächlich wurde diese Frage mit Veröffentlichung von Folge 2 beantwortet, allerdings vermissen wir dabei ausgerechnet das kreative Feuer, dass die Mutterserie Game of Thrones zu einem popkulturellen Phänomen avancieren ließ.

Bevor es ans Eingemachte geht, möchten wir euch noch einmal das Intro von House of the Dragon ins Gedächtnis rufen:

Die Introanimation voll von wabernden Blut, das sich seinen Weg unermüdlich durch verzweigte Katakomben zum Siegel der Targaryens bahnt, ist in jedem Fall als stimmig zu bewerten. Die Musik lässt aber die wichtige Eigenschaft vermissen, dass es sich bei House of the Dragon um etwas Frisches handelt, dass nicht bloß in zu große Fußstapfen treten möchte.

Uns stört daran, dass man das Main Theme von Game of Thrones komplett recycelt hat und dadurch verhindert, ein weiteres ikonisches Musikstück in die Welt zu setzen. Als wäre das nicht schmerzhaft genug, lässt sich monieren, dass die Erzähllogik der Serie unterwandert wird. Aus unserer Sicht geht es bei House of the Dragon nicht mehr bloß um das Wettrennen der Königshäuser, sondern um die internen Zerwürfnisse der Targaryens (das macht bereits der Titel deutlich). Für unseren Geschmack hätte es also nichts weniger als eine Hymne auf dieses ehrbare Blut gebraucht: Martialische Trommeln begleitet von einem edelmütigen Chor, der in valyrischer Sprache über die Erfolge des Hauses singt - so in etwa.

Wenn man schon unbedingt das alte Thema der Mutterserie wiederverwertet, wäre es wünschenswert gewesen, dass man es bezogen auf die Erzählzeit interpretiert. Wir reden hier immerhin von über 170 Jahren vor den Ereignissen von House of the Dragon. Um diese Atmosphäre greifbarer zu machen, hätte es sich etwa angeboten, Instrumente zu verwenden, die gegenüber dem Original einen noch archaischeren Klang besitzen. Auch die Abwandlung des Tempos wäre möglich gewesen.

Ramin Djawadi ist zweifellos ein begnadeter Komponist, der bereits die Mutterserie zu einem sagenhaften Hörerlebnis gestaltete. Zu seinen Gunsten möchten wir bezweifeln, dass die Wahl des Titelthemas seine Entscheidung war, denn auch bei House of the Dragon sind seine Musikstücke präzise auf die Handlung abgestimmt. Eher ging es wohl HBO um die Marke, da man dadurch den Wiedererkennungswert des Fantasy-Universums sichert. Ob man durch diesen Schachzug aber die Prequelserie langfristig im Gedächtnis verankert und sie aus dem langen Schatten von Game of Thrones befreit, darf zumindest angezweifelt werden.

Wir sind uns sicher, dass das blutgetränkte Intro von House of the Dragon noch für eine Menge Gesprächsstoff sorgen wird. Durch die Steampunk-Ästhetik der Sequenz, die auch in diesem Punkt der Mutterserie nacheifert, kann es als gesetzt angesehen werden, dass sich die jeweils dargestellten Details ebenfalls dynamisch im Laufe der Serie ändern.

In diesem Sinne fragen wir: Wie bewertet ihr das Intro?

Zum Abschluss möchten wir euch mit einer Vorschau auf Folge 3 von House of the Dragon in die womöglich feurige Diskussion entlassen. Bereits zu Beginn der letzten Folge wurde uns eine ominöse Gestalt gezeigt, die Krebse mit Menschenfleisch füttert. Ein Teil der neuen Handlung soll sich um diesen Mann drehen. Im Deutschen wird die Figur übrigens als "Krebsfresser" (Original: "Crab-Feeder") bezeichnet. Über Sinn oder Unsinn dieser mangelhaften Übersetzung ließe sich trefflich streiten, doch das ist ein anderes Kapitel ...

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Gesamt: 71 Stimmen
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5 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
06.09.2022 19:35 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.628 | Reviews: 166 | Hüte: 553

@MJ-AndreSeifferth

Wie gesagt, das Argument der Eigenständigkeit oder zumindest einer Abwandlung kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch um die zeitliche Differenz zu verdeutlichen, ein guter Punkt.

Mir sind jetzt noch zwei andere Filmwelten eingefallen, die verschiedene Mainthemes verwenden, ansonsten aber die bekannten Melodien als Verbindungselemente in Hintergrund- und Nebenstücken einarbeiten. Zum einen Wizard World, wobei ich hier eben wieder sagen würde, dass sich Potter und Tierwesen thematisch so stark voneinander unterscheiden, dass ein neues Maintheme verpflichtend wurde. Zum anderen Jurassic World, für die World-Reihe hätte man locker das Park-Theme verwenden können, man entschied sich bewusst aber für etwas Eigenständiges.

"Beim Abspann der ersten Episode wurde ein Musikstück eingebunden, dass ebenfalls sehr stark an die Mutterserie erinnert und sich dennoch frisch anfühlt."
"dass Ramin Djawadi schon jetzt starke Musikstücke für die Prequelserie kreiert hat. Das Musikstück für Rhaenyra Targaryens Empfindungen ist bereits in seiner frühen Form äußerst einprägsam."

Das freut mich sehr zu lesen :-) Alles andere hätte mich auch verwundert. Das erinnert mich ferne an John Williams, dem es gelang, für jeden "Star Wars"-Trilogie charakteristische und eigenständige Themen zu komponieren.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MJ-AndreSeifferth : : Moviejones-Fan
01.09.2022 02:58 Uhr | Editiert am 01.09.2022 - 03:03 Uhr
0
Dabei seit: 05.01.22 | Posts: 95 | Reviews: 0 | Hüte: 6

Guten Abend @luhp92

"Zum einen bin ich im Bezug auf die Eigenständigkeit der Serie bei dir, @MJ-AndreSeifferth, zum anderen geht es thematisch schließlich weiterhin um den Eisernen Thron und das Spiel der Throne, daher passt es schon. Der Tanz der Drachen spaltet nicht nur das Haus der Targaryen, sondern die gesamten Sieben Königslande."

An dieser Stelle möchte ich noch ergänzen, dass auch wir diskutiert haben, inwiefern das traditionelle GoT-Theme den Kampf um den Thron und die Spaltung der Sieben Königslande adressieren könnte. Es ist eine legitime Sichtweise, dass man deshalb das alte Intro verwendet. Wir hätten uns letztlich aber mehr Eigenständigkeit gewünscht, damit dieser Aspekt pompöser herausgearbeitet wird. Für den "Tanz der Drachen" hätte es gewiss mehr Bombast sein dürfen.

Beim Abspann der ersten Episode von House of the Dragon wurde etwa ein Musikstück eingebunden, dass ebenfalls sehr stark an die Mutterserie erinnert und sich dennoch frisch anfühlt. Etwas in der Manier hätte uns für die Introsequenz zugesagt. Bei einem Spin-off dürfen die Wurzeln gern erkennbar sein, doch es sollte auch dazu passen, wenn die Handlung viele Jahrzehnte früher angesiedelt ist.

"Und wenn man Fantasy-Filmreihen wie "Star Wars" oder Mittelerde als Vergleiche heranzieht, die musikalischen Kernthemen blieben dort ebenfalls erhalten."

Deine vorgebrachten Beispiele zu Star Wars und Herr der Ringe sind auf jeden Fall zu berücksichtigen, denn das sind sehr wirkmächtige und schlüssige Referenzen, wenn es um Erzähltraditionen in Hinblick auf Kompositionen geht. Für Der Herr der Ringe - Die Ringe der Macht hat man nicht umsonst Howard Shore für das Titelthema zurückgeholt.

"Zudem lebt wohl kaum eine Serie in solchem Ausmaß von der Musikuntermalung wie GoT, da kann ich mir vorstellen, dass man deswegen diese Verbindung von vorneherein herstellen wollte. Für Ramin Djawadi könnte es trotz seines Talents schwierig gewesen sein, ein komplett neues Hauptthema zu schreiben, welches anders klingt, sich aber dennoch nach GoT anhört."

In jedem Fall ist es immer schwer, sich mit seiner persönlichen Glanzleistung zu messen, doch der Versuch kann sich manchmal bezahlt machen. Man muss auch sagen, dass Ramin Djawadi schon jetzt starke Musikstücke für die Prequelserie kreiert hat. Das Musikstück für Rhaenyra Targaryens Empfindungen, die zwischen Verdruss und Ohnmacht changieren, ist bereits in seiner frühen Form äußerst einprägsam. Bei diesem bin ich mir fast sicher, dass es zunehmend vehementer und düsterer mit fortschreitender Dauer klingen wird - darauf freue ich mich ebenso, wie auf die vielen weiteren Klänge von House of the Dragon!

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
31.08.2022 17:00 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.628 | Reviews: 166 | Hüte: 553

Ich habe die beiden Episoden bisher noch nicht gesehen und kann daher aktuell nur von außen darüber urteilen.

Zum einen bin ich im Bezug auf die Eigenständigkeit der Serie bei dir, @MJ-AndreSeifferth, zum anderen geht es thematisch schließlich weiterhin um den Eisernen Thron und das Spiel der Throne, daher passt es schon. Der Tanz der Drachen spaltet nicht nur das Haus der Targaryen, sondern die gesamten Sieben Königslande.

Und wenn man Fantasy-Filmreihen wie "Star Wars" oder Mittelerde als Vergleiche heranzieht, die musikalischen Kernthemen blieben dort ebenfalls erhalten.

Zudem lebt wohl kaum eine Serie in solchem Ausmaß von der Musikuntermalung wie GoT, da kann ich mir vorstellen, dass man deswegen diese Verbindung von vorneherein herstellen wollte. Für Ramin Djawadi könnte es trotz seines Talents schwierig gewesen sein, ein komplett neues Hauptthema zu schreiben, welches anders klingt, sich aber dennoch nach GoT anhört.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Harty : : Moviejones-Fan
31.08.2022 15:58 Uhr
0
Dabei seit: 16.06.15 | Posts: 98 | Reviews: 4 | Hüte: 0

Man wird sich schon etwas dabei gedacht haben.

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Manisch : : Moviejones-Fan
31.08.2022 08:34 Uhr
0
Dabei seit: 19.10.18 | Posts: 994 | Reviews: 17 | Hüte: 40

Ich finde es "inhaltlich" schwierig zu werten. Eventuell ergibt es im Laufe der Serie alles mehr Sinn...?

Dass sie die Musik wiederverwendet haben, überrascht mich nicht. Haben sich die Konsumenten selber eingebrockt laughing

Bitte hört auf, das Wort "manisch" in euren Kommentaren oder Filmkritiken zu verwenden. Streicht es am besten aus eurem Wortschatz. Ich bekomme sonst immer Benachrichtigungen, dass ich erwähnt wurde. Vielen Dank :D

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