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Hoppers

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Der Biber hüpft vor Freude

Hoppers Kritik

Hoppers Kritik
6 Kommentare - 02.03.2026 von Moviejones (F. Bastuck)
Wir haben uns "Hoppers" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Hoppers

Bewertung: 4.5 / 5

Nachdem einige turbulente Jahre hinter Pixar liegen, in denen sie erstmals überhaupt mit Rückschlägen an den Kinokassen und bei Fans wie Kritikern zu kämpfen hatten, scheint man spätestens seit dem großen Erfolg von Alles steht Kopf 2 wieder in der Erfolgsspur angekommen zu sein. In diesem Jahr feiert das Studio sein 40-jähriges Jubiläum und bringt natürlich auch einen neuen Film in die Kinos. Zum Glück fürs Jubiläum und fürs Studio, und für uns, geht mit ihrem neuesten Werk Hoppers die Erfolgsgeschichte ungebremst weiter.

Unsere Hoppers Filmkritik

Die 19-jährige Mabel ist Studentin und seit frühester Kindheit leidenschaftliche Kämpferin für die Freiheit der Tiere und den Schutz der Natur. In dieser Rolle legt sie sich besonders gerne mit dem Bürgermeister der Stadt an, der die Natur zugunsten einer neuen Autobahn opfern möchte. Als Wissenschaftler eine Möglichkeit entdeckt haben, wie man menschliches Bewusstsein in lebensechte Robotertiere „hüpfen“ lassen kann, sodass Menschen mit Tieren kommunizieren können, nutzt Mabel diese Chance. Undercover in der Tierwelt entdeckt Mabel Geheimnisse, die alles übertreffen, was sie sich hätte vorstellen können. Jedoch haben ihre Taten in der Tierwelt bald schon ungeahnte Konsequenzen...

Trailer zu Hoppers

Hoppers ist genau die Art von klasse Film, die man von Pixar über so viele Jahre gewohnt war. Die turbulenten Jahre, die wir in der Einleitung angesprochen haben, waren wohl wirklich nur eine Schwächephase, die sich ein Studio, welches bereits auf 40 Jahre zurückblicken kann, dann auch mal leisten darf.

Haben wir es hier mit einem neuen, kommenden Klassiker zu tun? Vielleicht, aber um dies zu beurteilen, ist der Film einfach noch zu neu und unsere Eindrücke noch zu frisch. Auch kann man ihn noch nicht mit all den Pixar-Klassikern wie Oben, Alles steht Kopf und wie sie alle heißen vergleichen, immerhin hatten diese viele Jahre, um den Status zu erreichen, den sie heute innehaben. Aber in zehn Jahren könnte Hoppers durchaus auf eine Stufe mit all diesen anderen Klassikern gestellt werden. Ja, er hat uns wirklich gefallen.

Doch was macht den Film so gelungen? Wie unter anderem Marvel Studios, so besitzt auch Pixar eine eigene Formel, die sie bei nahezu all ihren Filmen anwenden. Einen immer ähnlichen strukturellen Aufbau der Story mit vergleichbar thematischen Inhalten. Und es funktioniert.

Man nehme eine Figur, zeigt in typischer Pixar-Art, was ihr wichtig ist und vor allem, wie es in ihrem Herzen aussieht, und gibt ihr dann noch eine emotionale Bindung zu einem geliebten Menschen. Eine Bindung, aus der die Hauptfigur schließlich auch ihre Motivation zieht. Egal wie das Setting ist oder was sonst drumherum passiert, im Kern geht es immer um diese emotionale Bindung. Dann benötigt man noch ein fantastisches Element, z.B., dass man in einen Roboterbiber "hüpfen" kann, ein paar gelungene Gags hier und da, und fertig ist der Pixar-Film. Es ist im Grunde eine simple Formel, aber eben auch eine verdammt effektive, vor allem wenn man ganz genau weiß, was man tut. Und das wissen sie bei Pixar.

Das, was Hoppers so gelungen macht, ist also im Grunde genau das Gleiche, was all die anderen großartigen Pixar-Filme so gelungen macht. Und deswegen ist auch Hoppers am Ende mehr als einfach nur ein unterhaltsamer Animationsfilm. Denn Pixar hat schon immer auch wichtige Themen in ihren Filmen verarbeitet, man denke da z.B. an WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf mit seiner deutlichen Gesellschaftskritik. Auch Hoppers geht diesen Weg und ist mit seiner Thematik genau am Puls der Zeit.

Zum einen haben wir das große Thema Naturschutz, welches klar im Zentrum der Geschichte steht. Aber man geht dies nicht rein plakativ an und teilt die Seiten schlicht in gut und böse auf. Mabel ist keine strahlende Heldin. Ja, sie will die Natur retten, hat das Herz am rechten Fleck, aber sie macht auch vieles falsch. Sie greift zwar in guter Absicht in den Verlauf der Natur ein, jedoch haben ihre Taten auch negative Konsequenzen. Sie muss lernen, dass ein Gleichgewicht von beiden Seiten gewahrt werden muss, auch von denen, die Zerstörung verhindern wollen. Und man Grenzen nicht schützt, indem man andere Grenzen übertritt.

Der Umgang mit dieser Thematik führt direkt zum nächsten großen Thema des Films, und dies könnte wirklich kaum aktueller sein: Der Umgang miteinander. Wir gegen sie. Ich habe recht, also liegst du falsch. Schwarz-weißes Denken. Vermutlich weiß jeder gerade, was wir hiermit meinen. Diese Problematik ist aktuell allgegenwärtig in unserer Gesellschaft. In Hoppers wird dies durch den Konflikt zwischen Mabel und dem Bürgermeister dargestellt, meistens, indem sie sich einfach gegenseitig anschreien, ohne dass der jeweils andere wirklich hören kann, was der andere überhaupt zu sagen hat. Und so kann natürlich auch kein vernünftiges Gespräch zustande kommen und schon gar keine Lösung erreicht werden. Der Konflikt schaukelt sich hoch und beide Seiten agieren mit immer extremeren Mitteln, bis schließlich beide das verlieren, worum sie eigentlich kämpfen, und völlig übersehen, dass sie mit einer konstruktiven Zusammenarbeit das hätten retten können, was ihnen wichtig ist.

Wir sehen schon die Leute mit den Augen rollen. "Wieder so ein woker Mist." Aber um das klar zu machen: Pixar war schon immer so. Es gab diese Botschaften schon immer in ihren Filmen, das ist nichts Neues. Aber in Hoppers finden wir die Art und Weise besonders gut, geradezu meisterlich. Eben auch, weil man es schafft, diese Thematik so darzustellen, ohne dass dabei mit dem Finger auf jemanden gezeigt wird.

Denn wenngleich die Geschichte aus Mabels Sicht erzählt und der Bürgermeister dadurch eher als der Böse dargestellt wird, so wird doch spätestens in der Nachbetrachtung deutlich, dass beide sich gegenseitig zu den jeweiligen Maßnahmen provoziert haben. Der Film stellt also von Anfang an zwar eine Sichtweise in den Fokus, aber spätestens in der Nachbetrachtung wird klar, dass er nie wirklich eine Seite gewählt hat. Die Story ist komplexer und besitzt mehr Tiefe, als es bei der ersten Betrachtung wirken mag.

Vor allem wegen dieses Aspekts wuchs der Film nach unserem Kinobesuch mit jedem Tag in unserem Ansehen. Hoppers ist einer dieser Filme, die absolut Spaß machen, während man sie sieht, die einen aber auch nach dem Kino einfach nicht loslassen wollen. Und dann stößt man beim Nachdenken auf eine noch viel tiefere Ebene des Films, auf eine Komplexität, die einem zunächst vielleicht gar nicht so bewusst war, und plötzlich wird einem klar, wie großartig der Film wirklich ist.

Natürlich darf bezweifelt werden, dass die achtjährigen Kinder in den Kinos diese Komplexität der Handlung bewusst wahrnehmen werden. Doch es reicht ja schon, wenn sie diese Botschaften unterbewusst aufnehmen und dadurch in der Zukunft lernen, mit Konflikten besser umzugehen, als es viele Erwachsene aktuell schaffen.

Bleibt bei all dem überhaupt noch genügend Raum für Spaß? Oh ja! Keine Sorge, trotz allem ist Hoppers vor allem ein unterhaltsamer Animationsfilm für die Familie. Und auch hier macht er verdammt viel richtig. Der Humor ist wirklich gelungen und vor allem bei einem sehr überraschenden Moment kamen wir aus dem ungläubigen Lachen kaum noch heraus.

Als Kinder der 80er Jahre kommen wir auch nicht um folgende Aussage herum: Hoppers ist Pixars ganz eigener Amblin-Film. Ob beabsichtigt oder nicht, wirkt hier sehr vieles wie eine Art Hommage an die in den 80ern und 90ern veröffentlichten Filme dieses Studios. Es haben uns einfach viel zu viele Szenen und Momente, eigentlich die ganze Story, an diese von Steven Spielberg gedrehten oder produzierten Filme erinnert. Und tatsächlich können wir sagen, dass Amblin und Pixar gut zusammenpassen.

Wir haben uns aber auch an Filme erinnert gefühlt, welche man in einem Film für Kinder eher nicht erwarten würde, wie Der Weiße Hai, Men in Black oder Halloween. Und hier müssen wir vielleicht eine vorsichtige Warnung an einige Eltern ausgeben: Vor allem im letzten Drittel des Films wird aus der lustigen und auch emotionalen Geschichte plötzlich fast schon ein Horrorfilm mit Szenen, die für ganz kleine Kinder womöglich zu viel sein könnten. Zumal gerade in einem dunklen Kinosaal so etwas noch einmal eine ganz andere Wirkung entfaltet als dies vielleicht zu Hause bei Tag auf dem Fernseher der Fall wäre. Da wir natürlich nichts spoilern wollen, nehmen wir hier als Referenz einfach mal die "Horrorszene" aus dem ersten Toy Story, als die Frankenstein-Spielzeuge auftauchen.

Bei einem Animationsfilm spielt natürlich auch die Optik eine wichtige Rolle. Es dürfte wohl am wenigsten überraschen, dass der Film auch auf diesem Gebiet absolut zu überzeugen weiß. Wie üblich bei Pixar oder Disney kann auch Hoppers sich wirklich sehen lassen. Wenn überhaupt, so könnte man kritisieren, dass es halt derselbe Stil ist, wie er bei Pixar seit vielen Jahren angewandt wird und der eine oder andere sich vielleicht inzwischen daran sattgesehen hat.

Noch ein Wort zur Synchronisation: Uns wurde die deutsche Fassung des Films gezeigt und wir waren mit dieser größtenteils sehr zufrieden. Bis auf eine Sache, die uns gestört hat: Heidi Klum hätte es nun wirklich nicht als Stimme gebraucht. Sie hat nur zwei oder drei Sätze, aber einer davon musste natürlich ihre berühmte Catchphrase sein. Diesen Auftritt hätte man sich gerne sparen können, zumal wir nicht wirklich erkennen, welch Marketingwert sie bei solch einem Film hat und welche Zielgruppe man damit erreichen möchte.

Fazit

Ein neuer, zukünftiger Klassiker? Auch mit inzwischen 40 Jahren auf dem Buckel weiß Pixar immer noch, wie man einen großartigen Film abliefert. Hoppers wird euch gehörig zum Lachen, aber auch ordentlich zum Nachdenken bringen. Dabei offenbart der Film vor allem im Nachhinein eine fast schon überraschende Tiefe und Komplexität.

Pixar gelingt es mit Hoppers gekonnt, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, ohne dabei jedoch mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, zu verurteilen oder sich auf eine bestimmte Seite zu stellen. Dies ist in dieser Form eine Kunst, die man so nur noch selten sieht. Hier wurde ein kontroverses gesellschaftliches Thema so gut verpackt dargestellt, dass nicht nur Kinder, sondern hoffentlich auch viele Erwachsene am Ende etwas aus dem Kino für sich mitnehmen können. Und da man auch noch ausgezeichnet unterhalten wird, gewinnen hier am Ende wirklich alle.

Hoppers Bewertung
Bewertung des Films
910

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6 Kommentare
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SheldonOberon : : Moviejones-Fan
03.03.2026 18:40 Uhr
0
Dabei seit: 11.02.23 | Posts: 317 | Reviews: 0 | Hüte: 5

Mak sehen wann es im Kino zur passenden Zeit läuft, aktuell nur spät abends oder in 3Dund das vertrage ich schlicht nicht.

"Wieder so ein woker Mist."

Früher hieß es "Und die Moral von der Geschicht..." also irgendwo gab es das immer, man hat sich nur nicht so daran aufgegeilt.

„Ein Spiel für jeden der drauf sinnt, wie er seiner Welt entrinnt.“

Jumanji

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Rayne : : Moviejones-Fan
03.03.2026 15:19 Uhr
0
Dabei seit: 25.09.24 | Posts: 44 | Reviews: 0 | Hüte: 2

Hm, der Trailer ist eher meh, wirkt auch mit seinen Cutie-Tierchen gar nicht wie Pixar, mir fehlt da noch der gewisse originelle Kick. Ich warte erst mal ab...

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CountDooku : : Moviejones-Fan
03.03.2026 10:40 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.11 | Posts: 506 | Reviews: 5 | Hüte: 2

Ich fand den Trailer ziemlich anstrengend.

Wird wohl eher mal auf D+ geschaut.

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Bibo : : Moviejones-Fan
03.03.2026 08:43 Uhr
0
Dabei seit: 30.04.19 | Posts: 846 | Reviews: 0 | Hüte: 10

Na, da freue ich mich dann sehr drauf. Puma Klum ist mir egal. Denn auch ich habe kein Foto für sie. Niemals.

"Zitierst Du da jemanden oder ist das auf dein Steißbein tätowiert?"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
03.03.2026 06:45 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 8.925 | Reviews: 148 | Hüte: 757

Das klingt wirklich richtig gut! Und eine 9/10 sieht man bei euch nur sehr selten

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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Poisonsery : : One Piece Fan
02.03.2026 18:40 Uhr
0
Dabei seit: 02.03.18 | Posts: 2.773 | Reviews: 8 | Hüte: 45

Jetzt bin ich wirklich sehr gespannt. Gewohnt gucke ich alle Pixar Filme. Muss aber gestehen bei keinen Pixar Film fand ich die Trailer so furchtbar und dumm wie bei Hoppers. Dämpfe trotz dieser guten Kritik meeine Erwartungen.

Whitebeard "das One Piece existiert!"

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