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Alien - Covenant

Gelungener Science Fiction Film aber schwaches Prequel bzw. Sequel

Alien - Covenant Kritik

6 Kommentar(e) - 18.05.2017 von TiiN
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von TiiN.
Filmkritik

Alien - Covenant Bewertung: 3.5/5

Alien – Covenant ist ein Science Fiction Film aus dem Jahr 2017 vom Regisseur Ridley Scott. Die Kritik ist spoilerfrei.

 

Kurzhandlung

Prometheus endet damit, dass Dr. Shaw mit dem geköpften Androiden David im Schiff der Konstrukteure sich auf dem Weg zu eben diesen machen will. Alien – Covenant beginnt an Bord des gleichnamigen Raumschiffs Covenant, was auf einer Kolonialmission ist. Während Reparaturarbeiten am Sonnenschirm empfängt ein Besatzungsmitglied eine merkwürdige Botschaft. Nach kurzer Analyse stellt sich heraus, dass die Botschaft von einem Planeten stammt, der ideale Voraussetzungen für eine Kolonisierung bietet und zeitgleich viel näher ist.

 

Kritik

Im Jahr 1979 inszenierte Ridley Scott den Überraschungshit Alien, welche schnell einen enormen Kultfaktor entwickelte und heute noch von vielen Genreliebhabern in den höchsten Tönen gelobt wird. Nach diversen Fortsetzungen gab Scott seinem „Alien“ ein Prequel namens Prometheus, welches jedoch viele offene Fragen hinterließ und ganz neue Wege einschlug.

Anders als gedacht kann Alien – Covenant durchaus als direkte Fortsetzungen zu Prometheus aufgefasst werden. Auch wenn Elizabeth Shaw nicht direkt vorkommt, so orientiert sich die Handlung ganz stark, an Prometheus – setzt jedoch ganz neue Schwerpunkte.

Die sehr gute Nachricht vorweg: Ein paar Trailer ließen ein klares Remake von „Alien“ vermuten, dem ist glücklicherweise nicht so, Covenant geht ganz klar seinen eigenen Weg. Trotzdem gibt es enorm viele Szenen, die man so oder in ähnlicher Form schon in einem der vielen Vorgängern gesehen hat. Das trägt mit dazu bei, dass die Handlung, trotz ein paar kleinen Twist-Versuchen, ziemlich vorhersehbar ist und es keine Überraschungen gibt.

Prometheus rückte von den Aliens ab und setzte die Konstrukteure in den Fokus. Dabei ging Scott zeitgleich auf die Schöpfung der Menschheit ein. Sehr große Themen, wo man sich mit einer Fortsetzung von Prometheus viele Antworten auf die gestellten Fragen erhofft hat. Viele dieser Antworten wird man jedoch vergeblich suchen. Denn wie eingangs gesagt, setzt Alien – Covenant ganz neue Schwerpunkte und statt weiter auf die Geschichte der Konstrukteure einzugehen, werden diese relativ schnell beiseite gepackt und der Film fokussiert sich auf die Entstehungsgeschichte der namensgebenden Aliens.

Dabei bekommt man eine visuell hochklassische Präsentation geboten. Die Soundeffekte wissen ebenfalls zu überzeugen, mit dem grandiosen Soundtrack von Prometheus kann dieser Film jedoch nicht im Geringsten mithalten.

Trotzdem wird die Geschichte von Altmeister Scott hervorragend inszeniert und in den gut zwei Stunden spannend erzählt. Es tritt keine einzige Länge auf und man fühlt sich jeder Zeit – trotz der vorhersehbaren Geschichte – gut unterhalten.

Auch wenn man diverse Monster zu Gesicht bekommt, so hat leider der Einsatz des Aliens an seinem Effekt verloren. Vielleicht weil es in diesem Film nur noch der Nebendarsteller ist – denn im Fokus dieses Streifens steht ganz eindeutig Michael Fassbender in seinen Darbietungen. Das Alien ist ein nettes Beiwerk, aber die Stimmung wie aus Alien, Aliens oder Alien³ kann bei weitem nicht erreicht werden.

Weiterhin missfiel es mir, dass man nicht an den Fragen von Prometheus angeschlossen hat, sondern sich stattdessen neue gestellt und immerhin zugleich auch beantwortet hat.

Neben Fassbender wird der Rest der Darsteller von, in meinen Augen, eher unbekannten Schauspielern darstellt – welche aber allesamt einen tollen Job machen und jede Figur ausreichend Zeit erhält.

Der Film verabschiedet sich zwar mit einigen Antworten, aber trotzdem mit einem offenen Ende und lässt die Zuschauer gespannt auf den nächsten Film der Alien-Vorgeschichte warten.

 

Fazit

Alien – Covenant ist ein handwerklich perfekter Science Fiction Film geworden. Dass Ridley Scott es versteht, Filme zu inszenieren, das ist bekannt und das hat er auch nicht verlernt. Der eigenwillige Regisseur hat aber leider einen neuen Weg eingeschlagen, womit er zwar an Prometheus anknüpft, diesen aber mehr oder weniger trotzdem liegen lässt. Gleichzeitig arbeitet Scott mit diesem Weg an der Entmystifizierung seiner 1979 mit Alien erschaffen bedrohlichen Stimmung.

 

7 von 10 Punkten für Alien – Covenant.



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Alien - Covenant Bewertung
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710
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luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 03.06.2017 | 18:48 Uhr03.06.2017 | Kontakt
Jonesi

@MetroidFan1991
Ich denke, diese Pilze sind von David genetisch entwickelt worden, um die Neomorph-Sporen freizusetzen.

@GenralGrievous
Guter Punkt mit den Konstrukteuren! Dass sich die gesamte Bevölkerung auf dem Planeten befunden haben soll, erscheint doch sehr unwahrscheinlich.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MetroidFan1991
Moviejones-Fan
24.05.2017 | 17:17 Uhr24.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Du sprichst im übrigen einen wichtigen Punkt an den ich auch schon mal erwähnt habe und zwar warum das Alien das aus dem Konstrukteure schlüpft anders aussieht als wie die in Covenant. Es kann auch sein das man die Idee wieder über den haufen geschmissen hat oder das Alien hat sich mit seiner eigenen Zunge verknotet und konnte nicht mehr verwendet werden weil es nicht mehr zu beissen konnte.wink Wie auch immer. Ich frage mich im übrigen noch immer wie die Pilze entstanden sind wo diese komischen Spuren rauskommen und sich in fremden Organismen einnisten oder sind das die Eier der Neomorphs etwas merkwürdig finde ich das schon. Im übrigen finde ich es auch schade das man Noomi über den Haufen geschmissen hat, aber so wie sich David enwickelt hat musste es ja so kommen. Man hat dies ja auch in den Zeichnungen in der Höhle gesehen wa smich an die zeichnungen von Hans Rüdiger Giger erinnert hat.

TiiN
Pirat
Geschlecht | 23.05.2017 | 18:54 Uhr23.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Vielen Dank, GeneralGrievous, freut mich, dass dir die Kritik gefallen hat.

Anstatt geradlinig mit Prometheus 2 fortzufahren, verzettelt sich Scott in meinen Augen einfach und weiß selbst nicht ganz, ob er nun ein Prometheus-Sequel oder ein Alien-Prequel haben wollte. Darunter leidet die ganze Geschichte.

Sehr treffend! Ich erinner mich wie im Vorfeld um Prometheus rumgeeiert wurde. Es ist die Vorgeschichte zu Alien, ein paar Monate später: Es hat eine absolut eigene Geschichte und nix mit Alien zutun ... letztendlich wurde es eine Mischung.

Bei Alien - Covenant wurde mehr oder weniger das gleiche veranstaltet, bloß extremer Ist es ein Sequel? Ist es ein Prequel? Ist es etwas eigenes? Irgendwie ist es alles und doch nichts. smile

GeneralGrievous
Moviejones-Fan
Geschlecht | 23.05.2017 | 10:05 Uhr23.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Gute Kritik, Tiin! Im Wesentlichen stimme ich dir überein, insbesondere, dass die Rahmenhandlung um die Konstrukteure so lieblos fallen gelassen wird. Im direkten Vergleich mit Prometheus zieht Alien - Covenant für mich eindeutig den Kürzeren. Auch dieser Film hatte seine Logiklöcher, keine Frage, aber insgesamt fühlte sich dieser Film mit seiner Thematik der "Schöpfungsgeschichte" für mich wesentlich spannender und runder an. Covenant war handwerklich auf sehr hohem Niveau, aber inhaltlich doch mit einigen Abstrichen. Das Alien war sehr gut animiert, doch fehlte vom einstigen subtilen Horror der früheren Filme schlichtweg alles. Ein bisschen Splatter hier und da, aber eindeutig viel zu wenig Screentime.

Fassbender trägt auf jeden Fall dazu bei, dass der Film kein Totalausfall ist. Erstaunlich, wie deutlich man doch den Unterschied zwischen David und Walter erkennt. Trotzdem finde ich die Wandlung von David zum Psychopathen, die er in der Vergangenheit erlebt haben muss, ziemlich unglaubwürdig. War David in Prometheus weder schwarz noch weiß, verkommt er hier schlichtweg zum durchgeknallten Antagonisten. Schade, wieder mal viel Potenzial verschenkt.

Deine Spoiler-Kritikpunkte sehe ich ebenfalls genauso. Insbesondere bezweifle ich, dass wirklich alle Konstrukteure zum Zeitpunkt der Attacke von David auf ihrem Heimatplaneten waren. Sicherlich waren die Konstrukteure mit Unmengen an Schiffen im All unterwegs, liegt wohl nahe bei so einer hochentwicktelten Spezies. Was wurde aus denen? Und wieso sehen sich das Alien aus dem Konstrukteur und das Alien aus den Menschen so ähnlich?

Was ich mich auch gefragt habe: Ist es schon immer so gewesen, dass die Aliens so dermaßen schnell wachsen? Eben noch als handgroßes Wesen geschlüpft, Minuten später schon deutlich größer als ein Mensch?

Kurum: Anstatt geradlinig mit Prometheus 2 fortzufahren, verzettelt sich Scott in meinen Augen einfach und weiß selbst nicht ganz, ob er nun ein Prometheus-Sequel oder ein Alien-Prequel haben wollte. Darunter leidet die ganze Geschichte.

Deine Kritik spricht mir daher aus der Seele, TiiN!

TiiN
Pirat
Geschlecht | 21.05.2017 | 12:52 Uhr21.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Was ich mich nun auch noch gefragt habe:

Am Ende von Prometheus sehen wir, wie aus dem Leichnam des Tentakelwesens ein Alien entspringt. Ist das nicht ein bisschen im Widerspruch zu dem von Covenant verfolgten Ansatz?

Was mich weiterhin stört: Die Konstrukteure wirkten in Prometheus so mächtig und stark und der ganze Planet soll so einfach platt gemacht worden sein? Nee nee ...

TiiN
Pirat
Geschlecht | 18.05.2017 | 18:32 Uhr18.05.2017 | Kontakt
Jonesi

Nach fünf Jahren kommt Fortsetzung zu Prometheus. Wie gesagt, als Science Fiction Film klasse, als Fortsetzung bzw. Vorgeschichte für micht nicht so gelungen.

Mir gefiel Prometheus richtig gut. Die Konstrukteure und die Tatsache, dass sie uns geschaffen haben und die Andeutung, dass das Alien möglicherweise eine Waffe ist um uns auszulöschen ... das waren spannende Themen. nun ein paar knallharte Spiler zum Alien - Covenant:

Ich finde es schade, dass die Konstrukteure so eine kleine Rolle einnehmen. David macht sie kurz alle platt und experimentiert 10 Jahre lang mit den biologischen Waffen rum, bis er nun das Alien erschaffen hat. Demzufolge wird das Alien durch etwas erschaffen, was der Mensch erschaffen hat .und das Universum bleibt - abgesehen von den ausradierten Konstrukteuren, ein großer, lebewesenarmer Raum. Zumindest für den Moment. Ich hätte mir halt wirklich viel mehr Hintergrund zu den Konstrukteuren gewünscht.

Naja und dass das Alien im Film selbst kaum besonders rüberkam, hängt vielleicht direkt mit deren Ursprungsgeschichte zusammen.

Aber für sich stehend ein toller Science Fiction Film mit einem starken Michael Fassbender.