Lucifer

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Review zu den Staffeln 1 und 2 von MarieTrin

Lucifer Review

Lucifer Review
0 Kommentare - 23.11.2017 von MarieTrin
In dieser Userreview verrät euch MarieTrin wie gut Lucifer wirklich ist.
Lucifer

Bewertung: 3.5 / 5

Lucifer ist eine Amazon-Serie aus dem Jahr 2016, die mittlerweile in der dritten Staffel ist (Stand: November 2017). Genremäßig kann man diese Serienadaption des gleichnamigen Comics generell unter die Polizei/Krimi-Serien mit Fantasy/Mystery-Einschlag und sowohl humorvollen als auch dramatischen Elementen packen. Diese Review richtet sich an hauptsächlich an Zuschauer, die sich für die Serie interessieren und vielleicht einen Blick auf die ersten Folgen werfen möchten.

Trailer zu Lucifer

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Einführung und Inhalt

Der fürchterlich gelangweilte Herrscher der Hölle, Lucifer Morgenstern höchstpersönlich (gespielt von Tom Ellis) hat seinen Posten verlassen und weilt nun schon seit einiger Zeit auf der Erde. Er hat lange genug in der Hölle festgesessen und zusammen mit der Dämonin Mazikeen aka Maze (Lesley-Ann Brandt), führt er einen bekannten Club in LA, das LUX, und genießt das Leben auf der Erde in vollen Zügen. Als jedoch eine Bekannte Lucifers mitten auf der Straße erschossen wird, schwört Lucifer Rache. Auf seinem Rachefeldzug trifft er unweigerlich mit der zuständigen Ermittlerin des LAPD, Detective Chloe Decker (Lauren German) zusammen (siehe Episode 1x1).

Dieser erste Fall erweckt in Lucifer das Interesse an der Polizeiarbeit und auch an Detective Decker, die sein Interesse aber zu seinem Leidwesen nicht erwidert. Trotzdem erkennt sie seine Fähigkeiten, wie zum Beispiel Menschen ihre tiefsten Begierden zu entlocken an und arbeitet weiterhin mit ihm zusammen.

Über diese Zusammenarbeit sind aber nicht alle erfreut. Chloes Exfreund und Polizist Dan (Kevin Alejandro) ist alles andere als begeistert von dem neuen zivilen Berater der Polizei und Amenadiel (D.B. Woodside), Engel und Bruder von Lucifer, versucht Lucifer davon zu überzeugen, wieder in die Hölle zurückzukehren.

Entwicklung

Durch die Arbeit Lucifers beim LAPD ist eine New-Case-of-the-Week-Struktur angelegt. In diesem Punkt unterscheidet sich die Serie zunächst nicht von den üblichen Crime- bzw. Polizeiserien, wo in jeder Folge ein neuer Mordfall vorliegt und der Täter ermittelt werden muss. Lucifer ist auch in dieser Hinsicht ein eher ungewöhnlicher Charakter und arbeitet nur zum Spaß (und wegen Detective Decker) mit der Polizei zusammen. Wenn er einen Fall nicht spannend findet, dann ist er auch nicht gewillt, bei der Auflösung zu helfen und von der klassischen Polizeiarbeit am Schreibtisch hält er erst recht nichts. Lucifers Interesse an einem Fall ist vor allem dann geweckt, wenn es sich um einen außergewöhnlichen Todesfall handelt oder er eine Verbindung zu sich selbst entdeckt. Gerade letzteres führt zum einen zu vielen skurrilen Situationen und zum anderen wird das typische Schema F der Crime-Serie etwas aufgelockert.

Immer häufiger haben die Fälle tatsächlich einen Bezug zu Lucifer, ob in Form von Gegenständen oder Handlungen seiner Familie. Häufig ergibt sich auch ein persönlicher Bezug zu Chloe Decker selbst, entweder in Bezug auf die Palmetto-Affäre, eines der Hauptthemen in der ersten Staffel, oder in Bezug auf den Tod ihres Vaters (zweite Staffel). Die Beziehungen Lucifers zu seiner Familie sind insbesondere ein Thema der zweiten Staffel, in welcher andere Teile seiner Familie eingeführt werden. Dadurch ergeben sich mehrere Hauthandlungsstränge, die sich neben den wöchentlichen Fällen durch die ersten 14 Folgen der ersten und die 18 Folgen der dritten Staffel ziehen.

Stärken und Schwächen

Zu den Stärken der Serie gehören zunächst die eigenwilligen Charaktere, allen voran Lucifer, der von Tom Ellis wirklich hervorragend gespielt wird. Sein Charakter ist nicht der typische Protagonist, weder besonders liebenswert noch besonders grummelig ist, wie z.B. Dr. House. Er erscheint oberflächlich als galanter, aalglatter Clubbesitzer, der nichts anderes im Leben kennt außer von morgens bis abends zu feiern. Davon abgesehen ist er auch der Teufel und besitzt einige Fähigkeiten, aber ohne unbesiegbar oder klischeehaft zu erscheinen. Aber Lucifers aalglattes Image bekommt im Laufe der Serie immer mehr Risse, so dass immer mehr Facetten und Details seines wirklichen Ichs zutage treten. Das geschieht teilweise durch seine Interaktionen mit anderen Charakteren wie Chloe und teilweise durch die Probleme, vor die er gestellt wird.

So hat seine Abwesenheit in der Hölle genauso Konsequenzen, wie seine Zusammenarbeit mit Choe Decker. Dazu kommt, dass Lucifer oft selbst nicht mit sich im Reinen ist, was durch die zu Beginn eher spaßigen und später ernsthafteren psychiatrischen Sitzungen bei Dr. Linda Martin (Rachael Harris) immer wieder deutlich wird. Lucifers unzählige Facetten prägen die Serie, doch er bleibt weiterhin ein spezieller Charakter, so dass man seine Art mögen oder zumindest damit zurechtkommen muss.

Auch die anderen Charaktere haben mit Lucifers Art Probleme oder versuchen ihn (oft erfolglos) zu manipulieren. Dabei dürften manche Charaktere wie Lucifers Bruder Amenadiel, die Dämonin Maze oder auch Chloes Exfreund Dan zu Beginn noch recht eindimensional erscheinen. Allerdings werden auch diese Charaktere in kleineren Handlungssträngen vor Probleme gestellt und entwickeln sich im Laufe der Serie.

Durch das Zusammenspiel der recht unterschiedlichen Charaktere entstehen oft humorvolle Situationen, ohne dass der Humor aufgesetzt wirkt. Daneben bietet die Story verschiedene Höhepunkte und spielt mit den Erwartungen der Zuschauer, nur wenige Wendungen sind vorhersehbar. Aber gerade zu Beginn wirkt oft einiges übertrieben und in den ersten 3-4 Folgen muss sich die Serie erst finden und ihre eigene Dynamik entwickeln. Dieses Problem wiederholt sich interessanterweise auch in der zweiten Staffel, die ersten Folgen wirken noch recht steif und es wirkt alles noch nicht ganz eingespielt.

Zu den Stärken der Serie gehört auch der Soundtrack. Die Serie hat zwar keinen eigenen Score, doch der gewählte Soundtrack passt oft wie die Faust aufs Auge. Hervorzuheben sind vor allem die Szenen mit Lucifer am Klavier, die allesamt für sehr prägnante Momente sorgen. An der Stelle möchte ich insbesondere das tolle Cover von „All along the watchtower“, - sogar von Tom Ellis gesungen - und das höchst emotionale, rein instrumentale Piano-Cover von Metallicas „Unforgiven“, m.M. nach einer der besten Momente der zweiten Staffel, hervorheben.

Letztendlich lebt Lucifer von dem Zusammenspiel der kuriosen Charaktere und der eher ungewöhnlichen Idee eines untypischen Teufels als Protagonisten. Der etwas andere Himmel und Hölle Konflikt sorgt zudem für etwas Abwechslung im Vergleich zu anderen Crime-Mystery-Serien. Bei den Effekten zwar werden keine Bäume ausgerissen, insbesondere Lucifers wahres Gesicht merkt man allzu deutlich das CGI an. Aber da es nur sehr selten wirklich gezeigt wird, ist das nur eine kleine Schwäche, die man getrost verschmerzen kann.

Empfehlung und Ausblick

Wer eine Serie sucht, die eine gute Balance zwischen Humor und Spannung hält und einen eigenwilligen, charismatischen Teufel als zivilen Berater der Polizei zum Protagonisten hat, der ist mit Lucifer eindeutig fündig geworden. Es ist eine amüsante und spannende Serie, die ohne wirklich tiefzugehen, die ein paar Abende gut füllen kann.

Für die dritte Staffel sind vier etwas außerhalb stehende Episoden angekündigt worden, die eigentlich noch Teil der zweiten Staffel hätten werden sollen. Allerdings war die zweite Staffel schon abgedreht, deswegen werden diese Folgen den Anfang von Staffel drei bilden. Das Thema dieser Staffel soll sich den ominösen Aussagen der Showrunner nach mehr um „Identität“ drehen. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass mit Polizist Marcus Pierce (Tom Welling) ein neuer Konkurrent Lucifers auf den Plan tritt und wohl ähnlich einnehmend ist wie Lucifer selbst (entsprechende MJ-News). Man darf gespannt sein, was da auf uns zu kommt.

Lucifer Bewertung
Bewertung des Films
710

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