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mother!

Lawrences Leidensweg

mother! Kritik

6 Kommentar(e) - 14.09.2017 von Moviejones
Filmkritik

mother! Bewertung: 3/5

Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig erntete Darren Aronofskys neuer Film mother! nicht nur Begeisterung, sondern auch etliche Buhrufe. Diese ambivalenten Reaktionen sind angesichts der überbordenden Metaphorik nachvollziehbar. Denn der Psychothriller fesselt zwar durch eine spannungsgeladene Atmosphäre und ein infernalisches Finale, strapaziert jedoch die Geduld der Zuschauer durch eine bedeutungsschwangere Symbolik sowie die nervige Dauereinstellung der Kamera auf das Gesicht von Jennifer Lawrence. Lässt man sich emotional auf dieses Spiel ein und hat man Freude am Auflösen von Bildern und cineastischen Querverweisen, ist mother! aber durchaus empfehlenswert.

mother! Kritik

In einem einsamen viktorianischen Landhaus leben abgeschottet von der restlichen Welt ein Schriftsteller (Javier Bardem) und seine sehr viel jüngere Frau (Lawrence), mehr oder weniger nebeneinander her. Während er gegen seine Schreibblockade kämpft, besteht der Inhalt ihres Daseins in der Herrichtung des gemeinsamen Hauses. In dieses hermetische Setting dringt unvermittelt die Außenwelt in Form eines Fremden (Ed Harris) ein, der eines Tages vor der Tür steht. Hinzu gesellen sich kurz darauf auch dessen Ehefrau (Michelle Pfeiffer) sowie wenig später die Söhne des fremden Paares (Domhnall Gleeson und Brian Gleeson). Die Fremden werden vom Schriftsteller bereitwillig ins Haus aufgenommen, bei seiner Frau überwiegt dagegen das Unbehagen. Dieses steigert sich allmählich bis zu blankem Entsetzen, und das nicht ohne Grund...

Von Beginn an ist mother!, dieser sich langsam entwickelnde Horrortrip, gespickt mit Metaphern, die den Zuschauer schlicht überrollen. Dies beginnt mit dem Eröffnungsbild, in dem die Frau des Dichters in einer Flammenwand untergeht, um dann aus der Asche wiederzuerstehen und im Schlafzimmer neu zu erwachen. Die Frau als das Böse, das ausgelöscht wird, aber auch als Spenderin allen Lebens? Es ist müßig, allen Bildern und Anspielungen hier auf den Grund zu gehen.

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Fest steht, dass sich Regisseur Darren Aronofsky nicht zu schade ist, so dick wie möglich aufzutragen. Die Einstufung als der neue amerikanische Lars von Trier hat er sich angesichts dieser Dichte an Metaphorik mehr als redlich verdient. Insbesondere der Themenkomplex Frau/Geburt/Schmerz wird voll ausgeschöpft und so erinnert der Leidensweg der im zweiten Teil des Films schwangeren Frau stark an Rosemaries Baby. Der namenlosen Protagonistin bleibt hier nichts erspart, immer weiter gerät sie in einen beklemmenden Strudel und kann zunehmend auch nicht mehr auf den Rückhalt ihres Ehemanns bauen. Ihr Leiden wird voll ausgekostet.

Auch formal zieht Aronofsky alle Register. Neben dem grobkörnigen 16-Millimeter-Format entscheidet er sich für eine sehr eigenwillige Kameraführung, von der namentlich seine aktuelle Lebensgefährtin Jennifer Lawrence profitiert. Zudem gibt es keine Filmmusik - nur zum Abspann darf Patti Smith vom Ende der Welt singen. Ein Film, der so recht etwas für Liebhaber abseitiger, schwieriger Stoffe ist und ein Lob für den Mut verdient, dessen Sichtung aber auch recht verstören kann.

Wir bedanken uns für diese Kritik ganz herzlich bei Anja W., die mother! für uns im Kino gesehen hat - ihr Auge entdeckt Dinge, die wir als geschlossene Redaktionsgruppe von Nerds so wohlfeil sonst nie beschreiben. Wir wünschen insbesondere luhp92 viel Spaß beim Lesen :-)



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mother! Bewertung
Bewertung des Films
610
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6 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 15.09.2017 | 23:55 Uhr15.09.2017 | Kontakt
Jonesi

Nachdem ich im Kino war habe ich mich zu einer Art Hybrid aus Review und Analyse hinreißen lassen. Der Analyseteil des Films ist komplett in Spoilermarkierungen gehalten, so sollte sie von jedem lesbar sein - ich wäre jedenfalls froh über jedwedes Fazit, ob nun vor oder nach der Sichtung des Films wink

mother! Review

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
fbSimon
Moviejones-Fan
15.09.2017 | 22:38 Uhr15.09.2017 | Kontakt
Jonesi

Einer der mit abstand schlechtesten und zusammenhanglosesten Filme die ich je gesehen habe. Der Trailer war noch ganz gut aber da sieht man mal wie viel ein trailer vom eigentlichen Film aussagt...

eli4s
Moviejones-Fan
Geschlecht | 15.09.2017 | 19:49 Uhr15.09.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 15.09.2017 19:58 Uhr editiert.

@TiiN

ich würde den Film auf jeden Fall empfehlen und dann auch im Kino. Denke er würde deutlich an Intensität verlieren auf einem kleinen Fernseher. Der Film ist eine einzige Metapher oder besser Allegorie und sicherlich überbordend. Macht den Reiz des Films für mich aber aus. Da kann man sehr viele interessante Themen rausziehen, wenn man will. Ob alles wirklich Sinn macht- keine Ahnung, aber war doch ziemlich gefesselt. Alles funktioniert nicht, aber der schiere Irrwitz des Films hält einen bei der Stange. Mit Anleihen bei klassischen Horror/Gruselgeschichten, bei Home-Invasion Filmen und auch mit religiösen Bezügen und Symbolik, unter anderem... wenn man will.

Die Erzählperspektive find ich im Nachhinein auch interessant, wo ich mal drüber geschlafen und mehr drüber nachgedacht habe... gute Performances.

TiiN
Pirat
Geschlecht | 15.09.2017 | 13:21 Uhr15.09.2017 | Kontakt
Jonesi

Ich sah nen Trailer und fand ihn spannend. Bzgl. dieser Kontroversen möchte ich es mal nennen klingt das gleich noch etwas spannender. Ich hab nur meine Zweifel, dass ich dafür ins Kino gehe.

ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 15.09.2017 | 08:36 Uhr15.09.2017 | Kontakt
Jonesi

@ Luph:

Genau das "Problem" hab ich mit JLaw derzeit auch. Ich kann sie einfach nicht mehr so wirklich sehen. Trotzdem bin ich so großer Aronofsky-Fan, dass ich den Film einfach sehen muss. Mal sehen auf welche Seite ich dann komme, denn die Meinungen scheinen ja extrem ambivalent zu sein...

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luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 15.09.2017 | 00:47 Uhr15.09.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 15.09.2017 00:47 Uhr editiert.

Hehe, ich habe es nach dem ersten Absatz geahnt, dass da eine Widmung folgt laughing

Momentan bin ich aber gar nicht mal so interessiert an dem Film, obwohl ich großer Aronofsky-Fan bin. Das Poster sah beschissen aus, der Trailer packte mich nicht und dann ist da noch Jennifer Lawrence, die ich mittlerweile kaum noch sehen kann. Ich weiß auch nicht genau warum, früher war sie mal eine meiner Lieblingsschauspielerinennen. Mal schauen, im Stream werde ich aber sicher mal in den Film reinschauen.

Kennt man Anna W. aus dem Forum oder ist das eine private Bekannte von euch?

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