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Extrawurst

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Was kann die Theater-Adaption mit Hape Kerkeling wirklich?

Extrawurst Kritik

Extrawurst Kritik
9 Kommentare - 18.01.2026 von Moviejones (MJ-SceneTalk)
Wir haben uns "Extrawurst" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Extrawurst

Bewertung: 2 / 5

Es geht hier doch nur um einen gottverdammten Grill – oder eben doch nicht?
Extrawurst ist der neue Film von Marcus H. Rosenmüller, dem Regisseur von Wer früher stirbt, ist länger tot und Sommer in Orange, und ausgesprochen stark besetzt mit Legenden wie Hape Kerkeling und Christoph Maria Herbst sowie Fahri Yardım, Anja Knauer und Friedrich Mücke.

Die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück, das in den letzten Jahren haufenweise Menschen in die Theatersäle gespült hat. Doch kann diese eigentlich bitterböse Satire auch im Kino funktionieren? Das Drehbuch stammt jedenfalls von Leuten, die Comedy können: Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, beide maßgeblich verantwortlich für Stromberg. Zu ihren weiteren Arbeiten zählen unter anderem Pastewka und „Ladykracher.

Doch um Hape Kerkeling als Heribert zu zitieren: Worum geht es hier eigentlich?
In einem Tennisclub irgendwo in der deutschen Provinz wird ein großes Sommerfest vorbereitet, alles unter der Führung des Club-Oberhaupts Heribert. Diskutiert werden die Sanierung des Clubhauses sowie die Kleidung bei offiziellen Spielen. Kurz bevor die Sitzung mit allen Mitgliedern beendet wird, wird jedoch zum ersten Mal seit Jahren in Lengenheide ein neuer Vorschlag gemacht: Für die Feierlichkeiten soll ein neuer Grill angeschafft werden. Da es im Verein aber auch ein türkisches Mitglied namens Erol gibt, wird vorgeschlagen, zusätzlich einen eigenen Grill für die türkischen Mitglieder zu organisieren.

Was als harmlose Diskussion beginnt, entwickelt sich schnell zu einer riesigen Debatte rund um gesellschaftliche und persönliche Konflikte. Extrawurst möchte eine bittere Satire auf unsere deutsche Gesellschaft sein. Es geht um Alltagsrassismus, Politik, Autokratie, Machtmissbrauch, Eifersucht, Ausgrenzung, Gewalt und vieles mehr. Hier wird sich mit allem beworfen, was einem irgendwie in den Sinn kommt, und dabei versucht, alle politischen Lager der deutschen Gesellschaft auf die Bühne zu zerren.

Was dabei herauskommt, sind wüste Anschuldigungen, Hassbekundungen und blanke Wut. Zwar sind die angesprochenen Themen grundsätzlich löblich, doch der Film verwechselt zu oft Satire mit echtem Rassismus. Zwar wird das stellenweise auch reflektiert, aber durch das wirklich grauenvolle Ende wirkt letztlich alles wieder unnötig – und vor allem sinnlos. Als hätte es die 90-minütige Diskussion nie gegeben.

Hinzu kommt, dass sich der Film thematisch ständig im Kreis dreht. Kaum wird ein Thema gewechselt, taucht es wenig später wieder auf und der Kreislauf beginnt von vorn. Kleiner Trinkspiel-Tipp: Wenn ihr jedes Mal einen Shot trinkt, sobald jemand droht, den Verein zu verlassen, seid ihr spätestens zur Hälfte des Films garantiert besoffen.

Extrawurst wäre gern tiefgründig und scharfzüngig, ist am Ende aber zu oberflächlich, teilweise problematisch in seinen Aussagen und wirkt dann auch noch erstaunlich heuchlerisch. Die Darsteller – allen voran Hape Kerkeling – sind zwar durchaus gut, bekommen aber schlicht nicht viel abverlangt.

Warum dieses Werk überhaupt ins Kino kommt, ist schwer zu erklären. Filmisch wird hier absolut nichts gewagt. Keine Kameraspielereien, an die man sich erinnert, keine besonderen Schnitte, die herausstechen. Das hier bewegt sich technisch auf dem Niveau eines ZDF-Fernsehfilms. Das ist an sich nichts Schlechtes – dann soll er aber bitte auch dort laufen und nicht im Kino.

Extrawurst Bewertung
Bewertung des Films
410

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9 Kommentare
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GPJ : : Moviejones-Fan
02.02.2026 10:27 Uhr
0
Dabei seit: 26.09.24 | Posts: 954 | Reviews: 4 | Hüte: 59

Herzlich willkommen im Kommentarbereich, Nupsi!

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Nupsi : : Moviejones-Fan
02.02.2026 09:50 Uhr
0
Dabei seit: 08.09.22 | Posts: 4 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Moin, is mein erster Kommentar , obwohl ich schon gefühlt Jahre stiller Mitleser bin.

ich bin Baujahr 77, meine Frau 80, lieben beide Filme und sind dank älteren Brüdern auch mit Werken abseits der 80 , 70iger Jahren mit Filmen groß geworden .

wir , fanden den Film richtig gut, waren in einem kleinen Kino mit ca 70 Plätzen , der Saal war voll, und ich muss sagen das wir selten so ein Spaß im Kino hatten, der ganze Saal war am brodeln .wenn man Satire mag hat man auf jedenfall seinen Spaß , haben keine minute bereut

MJ-Pat
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CINEAST : : Moviejones-Fan
21.01.2026 21:46 Uhr
1
Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 2.234 | Reviews: 7 | Hüte: 139

Hape ist für mich einer der letzten "Großen" der nicht nur in seinen Rollen und auf der Bühne großartiges geleistet hat, sondern vor allem auch menschlich sehr angenehm wirkt. Er ist einer der wenigen Menschen im Showbusiness für die in meinen Augen Begriffe wie aufrichtig, anständig und integer erfunden sein könnten. Er ist eine ehrliche Haut mit allem was dazu gehört und wenn er mal nicht ehrlich wäre, bin ich mir sicher, er würde sich 20 sek später dafür entschuldigen, weil ihm das so unangenehm gewesen ist.

Auch wenn ich seine Filme (Kein Pardon! -ausgerechnet- habe ich leider noch nicht gesehen) bisher immer maximal "okey" fand, hat er bei mir doch immer ein paar Bonuspunkte, weil ich weiß, dass er so ein gebildeter und umsichtiger Mensch ist, der wird sich da irgendwas bei gedacht haben, selbst wenn ich es auf den ersten Blick nicht ganz nachvollziehen kann, aber irgendwas bleibt bei ihm immer hängen. Hape würde zum Beispiel mit Witzen nie nach unten treten und wahrt in seiner Comedy immer eine gewisse Netiquette, etwas was heute nicht mehr allzu oft anzutreffen ist, was aber auch okey ist, ich finde es nur bemerkenswert.

Extrawurst ist wahrscheinlich kein Film für mich und er kommt gefühlt auch wieder 10 Jahre zu spät, aber das ist für mich auch so eine Eigenart deutscher Komödien für Menschen mittleren Alters... sie verhandeln häufig Themen, die schon anderswo zigfach durchgekaut worden sind, verkaufen sie aber als etwas, das sie selbst gerade sehr pointiert aufarbeiten und...das Konzept scheint aufzugehen, ich höre regelmäßig Jahr für Jahr haufenweise Menschen in unseren Gruppen über diese "typisch deutschen Mainstream" - Komödien lange und Breite Diskussionen führen, die eigentlich von vorgestern sind.

- CINEAST -

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DrStrange : : Moviejones-Fan
21.01.2026 19:27 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 3.642 | Reviews: 60 | Hüte: 140

Die bitterste Satire auf die deutsche Gesellschaft ist inzwischen die Realität und dazu brauche ich nur täglich die Nachrichten anzusehen.

Dafür brauche ich keinen Film mit dem Kerkeling, der inzwischen in den Social-Media-Kanälen sowieso nur noch Gift und Galle spuckt.

Früher hieß es noch „Witzigkeit kennt keine Grenzen“, heute sind wir eher bei „Mein Hass kennt keine Grenzen“. Eher friert die Hölle zu, als das ich für so einen Film ein Ticket ziehen würde.

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

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DerDoctor : : Moviejones-Fan
18.01.2026 20:57 Uhr
0
Dabei seit: 07.02.18 | Posts: 91 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Kann ich nicht bestätigen. Das Kino hat gewackelt vor Lachen, er war eben NICHT belehrend, hier hat wirklich jeder sein Fett weg gekriegt, ohne bloßzustellen. Aktuelle Themen wurden auch mal lustig bearbeitet, im Sinne von: wie blöd sind wir doch , machen aus jeder Mücke einen Elefanten. Ein verfilmtes Theaterstück hat halt nicht viele Schauplätze, was für Kameramätzchen sollen denn da passieren? Abzug für das aufgesetzte Happyend, was aber auch mal sein darf, 4 von 5

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Manisch : : Moviejones-Fan
18.01.2026 19:23 Uhr
0
Dabei seit: 19.10.18 | Posts: 1.837 | Reviews: 30 | Hüte: 119

Das Theaterstück schien ja recht gut anzukommen. Wundert mich, wie man das bei der Verfilmung so verkacken kann...?

AfD-Verbot (:

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move : : Moviejones-Fan
18.01.2026 17:24 Uhr
0
Dabei seit: 08.08.23 | Posts: 556 | Reviews: 0 | Hüte: 26

Also ein Film, in dem wir Deutsche uns mal wieder schuldig fühlen sollen.

Wäre ja zu schlimm, mal die Gegenseite zu kritisieren. Da wäre man eben auch wieder zu schnell im Rassismustopf. Es ist halt so schön einfach, auf uns draufzuhauen.

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SheldonOberon : : Moviejones-Fan
18.01.2026 16:43 Uhr
0
Dabei seit: 11.02.23 | Posts: 312 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Ich finde generell die letzten Jahre hat sich der deutsche Film ordentlich daran festgebissen Filme zu drehen in denen man sich empört. Über die Geschichte, über das Gendern und hier über Rassismus und nicht Rassismus und was noch drin vorkommt.

Das ist ja mal sicherlich nett, aber wird langsam anstrengend. Den Trailer zu dem Film fand ich sogar ganz witzig, da ich mein Abo habe mal schauen ob ich mir das zeitlich gönne oder nicht.

„Ein Spiel für jeden der drauf sinnt, wie er seiner Welt entrinnt.“

Jumanji

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CountDooku : : Moviejones-Fan
18.01.2026 13:16 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.11 | Posts: 486 | Reviews: 5 | Hüte: 1

Hatte schon geahnt dass der Film nichts ist.

Den letzten Absatz kann man auf die meisten deutschen Produktionen anwenden. Die einzige Ausnahme die mir grad einfällt wäre Das Kanu des Manitou.

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