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Alles steht Kopf 2

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Alles steht Kopf 2 Kritik

Alles steht Kopf 2 Kritik

Alles steht Kopf 2 Kritik
2 Kommentare - 16.06.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Alles steht Kopf 2" ist.
Alles steht Kopf 2

Bewertung: 3 / 5

Riley (Kensington Tallman) ist mittlerweile dreizehn Jahre alt. Als Teenagerin findet sie in sich ganz neue Emotionen, die sie durcheinanderbringen. Zunächst dachten die Emotionen Freude (Amy Poehler), Kummer (Phyllis Smith), Wut (Lewis Black) und Ekel (Mindy Kaling) aber, sie hätten alles unter Kontrolle. Doch mit der Ankunft von Zweifel (Maya Hawke), Neid (Ayo Edebiri), Peinlich (Paul Walter Hauser) und Ennui (Adèle Exarchopoulos) verändert sich alles schlagartig. Ausgerechnet jetzt, wo Riley ein wichtiges Eishockey-Wochenende hat und ihre Freunde eine neue Schule besuchen, steuern die neuen Emotionen gegen das eingespielte Team.

Die Zeiten, in denen die Pixar Studios als das neue Absolut im Animationsfilm galten, sind lange vorbei. Unzählige mittelmäßige Produktionen wie Merida – Legende der Highlands (2012) oder auch Arlo & Spot (2015), aber auch eher mittelprächtige wie nicht erfragte Fortsetzungen oder Fortführungen wie Die Monster Uni (2013) und Findet Dorie (2016) vermitteln den Eindruck, daß Pixar irgendwie in eine Sackgasse steckt. Eines der wenigen hoch umjubelten Werke dieser Schaffensphase war der emotional aufgeladene Alles steht Kopf (2015). Bei diesem musste man zwar erschreckend feststellen, daß das Werk sehr einfache Lebensrealitäten und Banalitäten mit etwas Komplexem zu erklären versuchte, doch die Masse liebte den Film. Und vielleicht ist damit jedwede Kritik am Werk illegitim. Nun also etliche Jahre später Alles steht Kopf 2, der sich einer neuen Lebensphase des Menschen widmet und davon erzählt, wie ein Kind in die Pubertät gelangt und damit vor neue Herausforderungen gestellt wird. Zugegeben, die Adoleszenz ist eine Phase im Leben, die mit zu den kritischen Punkten des Lebens gehört und tatsächlich auch eine Phase, die im Film viel zu oft in eine unangebrachte Ecke geschoben wird. Dumm, aufmüpfig und eigentlich nur daran interessiert, kontrolliert zu werden sind Jugendliche im Film immer irrational und dazu verdammt, beherrscht zu werden.

Trailer zu Alles steht Kopf 2

Daß man diese Art von Herangehensweise vielleicht auch von einem Alles steht Kopf 2 erwarten konnte, ließ sich zumindest nicht ausschließen. Immerhin steht hinter dem Werk jene Firma, die für das propagandistische Familienbild und deren Mitgliedern maßgeblich mitverantwortlich ist. Doch das sollte weniger das Problem dieser Fortsetzung sein, als die Tatsache, daß man hier beinahe eins zu eins die gleiche Erzählung absondern, wie im Original. Als Beispiel sind zwar neue Emotionen vertreten, die ihren Platz im wirren Verstand der jungen Riley suchen. Doch was sich daraus entspinnt ist, einfach nur eine Nacherzählung vom Vorgänger. Da muss Freude verstehen, daß auch Zweifel und andere eher negativ konnotierte Emotionen ihren Platz haben. Da wird Freude, diesmal zur Ausnahme, mit den anderen Originalemotionen aus dem Kontrollzentrum in Rileys Körper entfernt und muss ihren Weg zurück zu Riley finden. Unterdessen hat das Mädchen starke Probleme im Alltag und muss sich wieder einmal mit ihren Eltern wieder zusammenfinden. Nein, originell ist diese Fortsetzung sicherlich nicht und wenn man so seine Probleme mit dem Vorgänger hatte, dann wird man diese vermutlich auch mit der Fortsetzung haben. Denn so ziemlich jedes Problem ist hier ererbt und wenn man schon die Pubertät ablichtet, wie es Alles steht Kopf 2 versucht zu tun, dann irritiert der Film tatsächlich auch auf einer gewissen anderen Ebene. Denn es ist auffallend und tatsächlich fatal, die Entdeckung der eigenen Sexualität inmitten der Pubertät vollkommen Außenvorzulassen und gar wenn überhaupt nur ganz dezent, überhaupt mal zu erwähnen.

Und warum das zum Problem wird? Nun, man kann die Pubertät nicht ohne den Reifeprozess verstehen. Daß ist ja der entscheidende Punkt, warum der Hormonhaushalt überhaupt verrückt spielt. Man verändert sich und man reift zu einem erwachsenen Wesen mitsamt Lust und anderen Emotionen heran. Was Alles steht Kopf 2 aber stattdessen unweigerlich glaubhaft machen muss, ist, daß Menschen von Störchen gebracht werden und sich Mamas und Papas mitsamt ihrer Kraft der endlosen Liebe nur ein Kind zu wünschen brauchen, dann ist es auch da. Nein, in dieser Hinsicht ist dieses Werk unglaublich verklärend und das ist schon interessant, weil das Thema Lust sich nur in der Erwachsenenwelt mal platziert. Da war dieser Tagtraum von einem stählenden Latino im Original und nun hat halt auch Papa mal die ein oder andere Phantasie. Riley jedenfalls soll als Pubertierende immer noch ein Kind sein. Und das ist einfach nur dumm. Nun muss man aber sagen, daß Alles steht Kopf 2 auf einer rein oberflächlichen Ebene schon Spaß machen kann. Einige Witze und die Idee neuer Emotionen gelingt schon ganz gut. Natürlich ist das immer noch recht beschränkt und banalisiert weiterhin komplexe, menschliche Eigenschaften, indem jede Person eine Aufgabe hat. Ja, auch das kapitalistische Treiben im Menschen bleibt widerwärtige Ideologie, weil auch Rileys Verstand wie eine gut geölte Fabrik mitsamt Personal verstanden wird. Kapitalismus in Reinform, in welchem Freude abermals als eher fragwürdige Führerfigur oder entmenschlichter CEO daherkommt.

Ja, man muss das nicht so ernst nehmen. Daß ist dann die Allzweck-Legitimation, wenn man argumentativ nicht weiterkommt. Tatsächlich bleibt auch diese Fortsetzung inhaltlich hochproblematisch, kann aber dadurch, daß diese ohnehin eher einfach gestrickte Welt nur kurz noch einmal erklärt wird, damit auftrumpfen, daß vor allem Slapstick und Humor im Vordergrund stehen. In diesen Momenten kann man schon lachen und grundsätzlich bleibt Alles steht Kopf 2 auch kein sonderlich langweiliger Film. Doch die Probleme bleiben und das Werk verschenkt mit der eigenen Beschränktheit des Geistes jede Menge Potential, die aus diesem Film ein absolutes Meisterwerk machen könnte.

Auch wenn die Geschichte gleich bleibt, fokussiert sich Alles steht Kopf 2 gekonnt auf die kleineren Ideen. Ein inhaltlich fragwürdiger Film, über dessen Fehler man bedingt durch seinen Witz und seine visuellen Ideen durchaus hinwegsehen kann.

Alles steht Kopf 2 Bewertung
Bewertung des Films
610

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2 Kommentare
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ProfessorX : : Moviejones-Fan
20.06.2024 06:01 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 961 | Reviews: 1.184 | Hüte: 43

@Poisonsery

Gern geschehen ^^

Consider that a divorce!

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Poisonsery : : Moviejones-Fan
16.06.2024 18:14 Uhr
0
Dabei seit: 02.03.18 | Posts: 2.081 | Reviews: 7 | Hüte: 32

Die Kritik bestärkt mich dabei auf D+ zu warten. Habe ich mir in etwa so gedacht. Und Teil 1 war für mich in Ordnung und kein muss fürs Kino.

Das One Piece existiert :–O

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