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Avatar - The Way of Water

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Avatar: The Way of Water Kritik

Avatar - The Way of Water Kritik

Avatar - The Way of Water Kritik
5 Kommentare - 27.12.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Avatar - The Way of Water" ist.
Avatar - The Way of Water

Bewertung: 3.5 / 5

Jake Sully (Sam Worthington) und Neytiti (Zoe Saldaña) haben eine Familie gegründet. Die beiden und hre Kinder Neteyam (Jamie Flatters), Lo’ak (Britain Dalton), Tukirey (Trinity Bliss) und der adoptierte Menschenjunge Spider (Jack Campion) und die adoptierte Kiri (Sigourney Weaver) sind in ihrer Heimat nicht mehr sicher und müssen in den Na’vi-Stamm der Metkayina flüchten. Dort werden sie von den Anführern Ronal (Kate Winslet) und Tonowari (Cliff Curtis) empfangen.

Eine nicht unwesentliche Debatte über die Bedeutung des Kinos findet ihren bisherigen Höhepunkt dieser Tage. Welche Aufgabe hat das Kino? Welche Aufgabe haben Künstlerinnen und Künstler? Worin liegt der Unterschied zwischen einem guten Film und einem passablen? All diese Fragen kommen unweigerlich hervor, weil man mit Avatar: The Way of Water einen Film präsentiert bekommt, der grundlegend gewisse Irritationen beim Zuschauer hervorruft. Nicht indessen, daß die Geschichte so schwer zu verstehen sei, oder man Probleme damit hätte, bei all den technischen Spielereien noch den Überblick über alles zu behalten. Nein, James Cameron wirft wohl unbeabsichtigt die Frage in den Raum, was Kino nun letzten Endes ist. Und dazu muss man sich erstmal fragen, was denn eigentlich das Wichtigste am Film ist. Es gibt da Regisseure, die sehr viel mit Bildern, Metaphern, Spiritualität und Philosophien arbeiten. Von Julian Schnabel über Darren Aronofsky sind sie alle vertreten. Die Antithese dieser bilden dann wohl Leute wie Christopher Nolan. Auf der anderen Seite gibt es dann eben jene Regisseure, die mit und irgendwie auch nach dem New Hollywood-Kino vermeintliche Banalität und große politische Themen in Filmen verbanden und somit mehrere Ebenen eröffneten, die man tatsächlich unglaublich schwer zu bedienen weiß. Letzten Endes, ganz kurz und knapp zusammengefasst, eröffnet dieser neue Film von Cameron die Frage, ob es um die Geschichte oder um die Bilder geht.

Trailer zu Avatar - The Way of Water

Über die Jahre hinweg und mit Regisseuren, die eine große technische Affinität aufwiesen, wurde das Kino immer mehr zu einem Ort, an dem es darum geht, Gefühle durch Bilder zu erzeugen und einen Superlativ nach dem nächsten folgen zu lassen. Und so sehr sich Cameron auch einbildet, er sei keiner dieser Regisseure, so sehr beweisen Filme wie Terminator (1984), Titanic (1997) und auch Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009), daß Cameron nicht gerade für intelligente Geschichten steht. Ähnlich, vielleicht ein wenig zu ähnlich, wie auch sein Vorgänger betreibt Avatar: The Way of Water im Kern seiner Geschichte und in den Subplots allen Treibens immer wieder große und banale Themen zugleich. Die Familie ist das wichtigste, wird da immer wieder gepredigt. Irgendwelche Gottheiten schützen die Na’vi vor Unheil. Der böse Mann kommt, um sich zu rächen und oder wieder einmal Ressourcen erbeuten zu wollen. Das, was diesen Film also auszeichnet, sind vor allem konservative Themen und Werte, die hier auch mit so ein klein wenig, beziehungsweise unendlich großer Spiritual-Esoterik verbreitet werden. Die große Beschützerin des Volkes, die ellenlangen Kamerafahrten auf die CGI-Natur, die man dann doch lieben soll. Es ist ja schon ironisch und irgendwie zynisch, wenn Cameron von Naturverbundenheit berichtet und gleichsam immer ein Mensch war, der dem technischen Fortschritt seine Karriere verdankt. Die fotorealistischen Landschaften, die Kamera, die einem das Gefühl vermittelt, Jake Sully springt einem gleich ins Gesicht. All das mag echt sein, doch ist das wirklich das, wofür das Kino steht? Cameron beweist hier, daß er nicht gerade zu den hellsten Köpfen in Hollywood gehört. Denn sonst hätte er tatsächlich in eine Geschichte investiert. Und so bekommt man eher den Eindruck, als sei Cameron der peinliche Opa, der gerade eine Webcam am PC anbringt, um mit den Enkeln zu reden.

Tatsächlich ist der Film aber dennoch auf einer ganz anderen Ebene durchaus interessant. Während man sich die erste Stunde schon fragt, warum man so viel Zeit mit ganz vielen Charakteren verbringt, die neu in der Welt von Avatar sind und auch ganz profane, pubertäre Probleme mit sich schleppen, wird der Film ab der zweiten Hälfte ungewohnt erfrischend. Es stimmt schon, die Art, wie Regisseure wie John McTiernan oder James Cameron Action inszenierten, ist schon lange vorbei. Und Avatar: The Way of Water mag zwar rein optisch das Problem haben wie sein Vorgänger in ein paar Jahren lange nicht mehr so beeindruckend zu sein wie jetzt. Doch auf der anderen Seite inszeniert Cameron seinen Film nicht als ein weiteres Zeitprodukt, sondern mit Charakteren, die sich tatsächlich so nahe an den 1980er Jahren anfühlen, wie zuletzt nur Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009) es vermochte. Da gibt es diese prolligen Soldaten, die nach Rache sinnen, die gibt es Frauen, die nicht immer wieder betonen müssen, wie feministisch sie doch sind, sondern einfach tun. Da gibt blanken Zynismus von Kapitalisten und so weiter und so fort. Cameron banalisiert, ähnlich wie mit der Geschichte auch, mit den Charakteren und entzieht sich somit kongenial dem postmodernen Ansatz, daß jede Figur einer Psychoanalyse bedarf, damit wir auch ja verstehen, was diese tut und so ein wenig mitfühlen. Daß das Thema der Väter hier ebenso zentral ist, ist zwar etwas schade, aber ja, dieses kleine Kollektiv-Trauma in Hollywood wird man wohl nie wieder austreiben können.

Immer wieder bringt Cameron hier das Thema der Beziehung zwischen Na’vi und Wesen der Natur mit ein. Zu einem nicht unwesentlichen Teil des Films neigt Avatar: The Way of Water dann auch dazu, zu einem Walfänger-Film à la Moby Dick (1956) zu werden. Es ist natürlich klar, was Cameron damit aussagen will und die Faszination für Lebewesen, auch gerade im Hinblick auf die Kreaturen der Tiefe ist überdeutlich. Es ist eben, wie Eingangs erwähnt, nur etwas seltsam, daß man die Schönheit des Lebens durch endlosen Gebrauch von technischen Spielereien erreichen will. Ob das noch Naturverbundenheit ist, darf man ja wirklich mal hinterfragen. Zumal das CO₂-Neutrale Filmen, von dem man im Zuge von Avatar: The Way of Water immer wieder las und das hier wohl umgesetzt worden sein soll, ja im Endeffekt immer noch bedeutet, daß man Tonnen von CO₂ produzierte. Aber ich schweife ab. Im Endeffekt stimmt es, dieser Film beeindruckt, weil er große Bilder produziert, die man so eben nur in ganz wenigen Filmen sieht. Das darf man bei dem Budget auch erwarten, ehrlich gesagt. Aber die Frage, die man sich am Ende des Tages stellen muss, ist doch, ob es das wert ist? Und diese Frage würde man wohl irgendwann retrospektiv mit einem „nein“ beantworten. Dennoch muss man dem Film zugutehalten, daß er sich grundlegend wie ein Film anfühlt, der nicht in unsere Zeit passt. Die Welt hat sich innerhalb der letzten 2009 Jahre stark gewandelt und man spürt auf positive Art und Weise, daß Cameron seine Geschichte, Welt und Figuren nicht irgendeinem Zeitgeist unterordnet.

Nach etlichen Jahren der Produktion, Verschiebung, des Umschreibens ist Avatar: The Way of Water endlich erschienen und lässt die Frage im Raum, ob es dieser Aufwand nun auch wirklich wert war. Die Geschichte ist Mist, die Esoterik ist fragwürdig und dennoch unterhält dieser Film eben auf ganz banaler Ebene, die schon den Eindruck erweckt, relativ stimmig zu sein. Schauspielerisch ist das ebenso wenig bedeutend und alles wird der Technik untergeordnet. Terminator Cameron zeigt einen guten, aber nicht beeindruckenden Film.

Avatar - The Way of Water Bewertung
Bewertung des Films
710

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5 Kommentare
MJ-Pat
Avatar
luhp92 : : BOTman Begins
06.01.2023 16:15 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 16.020 | Reviews: 171 | Hüte: 568

@ProfessorX

Mir war das bis zum Lesen deiner Kritik auch neu und habe deswegen erstmal recherchiert^^

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
06.01.2023 12:31 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 801 | Reviews: 479 | Hüte: 35

@luhp92

Ah, ok, danke für die Aufklärung. Das wusste ich tatsächlich nicht. Aber ja, dann Cameron privat da einiges macht, wusste ich. ^^

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
05.01.2023 17:38 Uhr | Editiert am 05.01.2023 - 17:46 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 16.020 | Reviews: 171 | Hüte: 568

Bei der CO2-Neutralität geht es ja um die Bilanz. Also nicht darum, dass kein CO2 produziert wird, sondern dass die Menge an produziertem CO2 nachher auch wieder aufgenommen wird.

Die Produktionshallen der Avatar-Fortsetzungen wurden mit Solarpanels versehen, durch das Einspeisen ins Netz gleichen sie anscheinend den Energieverbrauch für die Filmproduktion, speziell die aufweindigen CGI-Animationen aus. Energie bzw. CO2 sparen sie ein, weil sie die Hallen für den Dreh gar nicht erst verlassen müssen, außerdem gibt es am Set nur veganes Essen. Darüberhinaus investiert Cameron sein privates, durch die Filme eingespieltes Geld in Klima- und Umweltprojekte.

https://www.nzherald.co.nz/business/avatar-director-points-green-tinted-lens-at-agriculture-emissions/IPIM2B2MXB2SPSLNKEJFHDYBMY/

https://edition.cnn.com/videos/world/2018/10/24/james-cameron-suzy-cameron-amanpour.cnn

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
28.12.2022 22:43 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 801 | Reviews: 479 | Hüte: 35

@Raven13

Man glaubt es kaum ^^

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
27.12.2022 20:18 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.874 | Reviews: 72 | Hüte: 513

@ ProfessorX

"...Die Welt hat sich innerhalb der letzten 2009 Jahre stark gewandelt..."

laughing

Das stimmt, seit dem Jahr 13 n. Chr. hat sich die Welt wirklich sehr verändert. tongue-out

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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