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Candyman

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Candyman Kritik

Candyman Kritik
7 Kommentare - 06.09.2021 von Moviejones
Wir haben uns "Candyman" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Candyman

Bewertung: 3.5 / 5

Der Candyman ist zurück, bekanntlich als Fortsetzung zum Original Candyman’s Fluch von 1992, der die damaligen Sequels ignoriert. Drehte sich das Original schon bemerkenswert für das Horrorgenre um soziale Konflikte in einem Ghetto, sorgt Co-Drehbuchautor Jordan Peele, bekannt für die sozialkritischen Horrorfilme Get Out und Wir, auch hier für noch mehr Tiefgang im Horror, der die Black People of Color-Legende des Hakenmanns nicht nur gut fortsetzt, sondern auch dem Original im Nachhinein die Bedeutung verleiht, die ihm würdig ist. 

Candyman Kritik

Eine Luxus-Loft-Wohnung in Chicagos Cabrini-Viertel, das wäre vor 30 Jahren noch undenkbar gewesen! Doch das ehemalige Ghetto Cabrini-Green, derweil vollständig abgerissen, ist nun ein gentrifizierter Ort für ambitionierte Künstler reicher Herkunft und anderer aufstrebender Millennials, welche die düstere Vergangenheit vergessen machen sollen - inklusive der finsteren Legenden von einem schwarzen Mann mit Hakenhand, dessen Name fünfmal vor einem Spiegel ausgesprochen den Tod bringt. Doch großer Schmerz hält ewig, wie Künstler Anthony McCoy (Yahya Abdul-Mateen II) und seine Frau, Galeristin Brianna (Teyonah Parris), als Neuzugezogene schon bald feststellen müssen...

Trailer zu Candyman

Über Nia DaCostas Candyman wird man noch lange diskutieren, über das Ende, die Bedeutung - doch wenn man die gelungene Fortsetzung nach dem Kinogang erstmal sacken lässt, liegt vieles recht klar auf der Hand: Der Film rückt das Original ins rechte Licht und spiegelt zugleich auch das wieder, was die Black Lives Matter-Bewegung umtreibt: Das Ende des Schweigens. Das (kollektive) Reden über eine Vergangenheit und Gegenwart voller kollektivem Schmerz, über Rassismus, Diskriminierung, Polizeigewalt, über den Konflikt von Fremd- vs. Selbstbestimmung.

Es ist eigentlich unglaublich, was alles in Candyman steckt: Oberflächlich betrachtet eine sinnvolle, zwar im Grundplot recht bald vorhersehbare, aber gut inszenierte Fortsetzung eines Horrorfilms, bei dem neben dem Hauptduo auch Fear The Walking Dead-Star Colman Domingo eine bedeutsame Rolle innehat und sie gut verkörpert. Sieht man nur das, dann wird man wohl sagen, ja, ganz nett, und den Film vergessen.

Schaut man genauer hin, wird klar, wie sehr sich ein Kreislauf mit Candyman schließt, der aber eine ungeschminkte wahrheitsgetreuere Auflösung der Legende des Originals bietet: vergleicht man beide Filme mal bezüglich ihrer Hauptfiguren und ihres Endes, oder schaut sich auch die Wahl und Art von Held und Bösewicht, Täter und Opfer an, denkt man mal mehr über die Rolle eines Künstlers nach, über die Entstehung von Ghettos, darüber, wer Gentrifizierung eigentlich auslöst und wie, dann sieht man so manches noch sozialkritischer als der Film sowieso einem schon deutlich vorhält.

Schlagworte wie kollektiver Schmerz, die Bienenstock-Metapher, die Art, wie sich die Candyman-Legende schon innerhalb des Films wie auch die Figur selbst mehrfach verändert (und zugleich auch wiederholt) bis sie zu der wird, wie man sie aus dem Original kennt, mit aber dem deutlicheren Fokus auf das Geschehen und Geschehene - hat man all das im Blick, weiß man diese Fortsetzung erst so richtig zu schätzen! Das etwas abrupt eingeläutete Ende hätte gern auch noch mehr Zeit und Raum einnehmen dürfen, sehr viel mehr gibt es kritisch aber nicht zu bemängeln.

Kurz, Candyman anschauen, den durchaus recht blutigen Grusel genießen, sacken lassen, nochmal drüber nachdenken; dann geht es manchem von euch vielleicht wie uns: wir werden den Candyman sicher nicht vergessen!

Candyman Bewertung
Bewertung des Films
710
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7 Kommentare
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MJ-SteffiSpichala : : Moviejones-Fan
08.09.2021 01:38 Uhr
0
Dabei seit: 07.01.14 | Posts: 616 | Reviews: 0 | Hüte: 25

@doctorwu1985 - laughing - allerdings beinhaltet Anthonys Story ja auch die aller anderen , also passt es doch wieder. smile

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doctorwu1985 : : Moviejones-Fan
07.09.2021 18:53 Uhr
0
Dabei seit: 13.09.15 | Posts: 444 | Reviews: 0 | Hüte: 14

@MJ-SteffiSpichala

Ja, so macht es wirklich Sinn, vielen dank! War da dann doch zu sehr in den Mustern des Originals gefangen.

Dann wäre "Candymen" ja fast der bessere Titel gewesen laughing

Oder statt einem Softreboot hätte es ein richtiges Reboot sein können...um Miesepeter, wie mich, direkt auf was anderes einzustellen laughing

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MJ-SteffiSpichala : : Moviejones-Fan
07.09.2021 17:30 Uhr
0
Dabei seit: 07.01.14 | Posts: 616 | Reviews: 0 | Hüte: 25

@doctorwu1985 - ja, da Anthony nun selbst dieses Schicksal teilt, an die früheren glaubte, Brianna ebenfalls den Schmerz, die Wut empfindet (im Gegensatz zu den Kids vorm Spiegel zB., die glauben eben an den "Geist", nicht an das reale Schicksal der brutal via Polizeigewalt Ermordeten), wird er real samt der Vorherigen, an die ja auch beide nun glauben, deren Schmerz sie ebenfalls nun kennen/teilen, eben das personifizierte aus Ungerechtigkeit erwachsene Böse aus kollektivem Schmerz/Wut, das nicht vergeht, statt eines unsichtbaren bösen scheinbar motivlosen Geistes, der einfach Kinder umbringt. Mit Anthony wiederholt sich ja das Schicksal brutalen Mordes durch Polizeigewalt, dessen Zeuge Brianna wird. Aber es gilt eben nicht nur Anthonys Story zu erzählen, sondern die aller Candyman.

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doctorwu1985 : : Moviejones-Fan
07.09.2021 13:57 Uhr
0
Dabei seit: 13.09.15 | Posts: 444 | Reviews: 0 | Hüte: 14

@MJ-SteffiSpichala

Ah okay, Danke!

Aber wenn er tötet wurde er doch gerufen, blieb aber trotzdem in der Kunstgalerie und im Apartment unsichtbar? Oder kann er nur dann "aus den Spiegel" wenn die Person es nicht nur 5mal sagt, sondern auch wirklich an ihm glaubt.

Das Aussehen ist also eine Variation von dem, dessen Mythos des Protagonisten erforscht wird?...überzeugt mich leider wenig, da es eine Sammlung "böser" Energie ist und die personifizierung verwässert.

Dann Kreide ich dem Ende aber weiterhin plumpe Symbolik an, fand das schon zu schwach inszeniert. Aber stimmt, Deine Idee mit den Bienen hätte mir auch sehr gut gefallen!

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MJ-SteffiSpichala : : Moviejones-Fan
07.09.2021 10:47 Uhr
0
Dabei seit: 07.01.14 | Posts: 616 | Reviews: 0 | Hüte: 25

@doctorwu1985 - zum Candyman - er erscheint solange nur im Spiegel, bis er tatsächlich gerufen wird 5-Mal, man damit ausdrückt, dass man an ihn glaubt. Das passiert ja nicht jedes Mal, wenn er "gesehen" wird. Zudem ist der Candyman ein Kollektiv aus all denen, die ermordet wurden, es werden ja mehrere aufgezählt, denen Ungerechtigkeit widerfahren ist und ein brutaler Tod beschert wurde. Anthony muss die Geschichte ja auch erst selbst komplett verstehen und richtig gestellt erfahren und selbst glauben, bevor er so richtig zum Candyman werden kann.

Das Ende drückt ja gerade aus, dass Polizeigewalt eben nciht genau hinschaut, da wird reingestürmt, eine Frau, die um Hilfe ruft gesehen und drauf losgeballert, erst recht, wenn man schon per Steckbrief nach einem "bösen schwarzen Mann" sucht. Am Ende ist es auch nicht die Frau allein, die ihn im Spiegel ruft, ein "Candyman?" von 5 spricht der Polizist als Frage aus. Sie wiederum glaubt nun an ihn, aber eben nicht als mordender Geist, vor dem sie selbst Angst haben muss, sondern eben als jemand, der sie beschützen soll, sie sieht den Candyman ja auch anders, nachdem sie die ganze Geschichte richtiggestellt erfahren hat. Er wird zu einer Version der Legende kollektiv vereint, die sie ja nun auch erzählen soll. Glaube, kollektives Bewusstsein spielt bei dem Ganzen ja eine große Rolle.

Ich hätte mir nur noch gewünscht, dass man am Ende noch die Bienen deutlicher aus den Löchern in seiner Haut kommen sieht, man sieht ihn zwar umschwirrt davon und das Gesicht am Ende macht ja das vereinte Kollektiv deutlich, aber das hätte die Schwarmkollektiv-Metapher nochmal stärker verdeutlicht.

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doctorwu1985 : : Moviejones-Fan
07.09.2021 01:33 Uhr | Editiert am 07.09.2021 - 01:35 Uhr
0
Dabei seit: 13.09.15 | Posts: 444 | Reviews: 0 | Hüte: 14

Also ich kam, nach ordentlich vorfreude (vielleicht der Fehler) dann doch sehr enttäuscht aus dem Film.

Von den Bildern toll inszeniert, schon die Kamerafahrt durch die Stadt am Anfang sorgt für Unbehagen.

Die Schauspieler haben ebenfalls einen guten Job geleistet, leider waren die dargestellten Figuren sehr unsympathisch und teils dämlich , denn...

wenn der, geliebte, Partner in einer unklaren Situation Spiegel zerschlägt und Panik hat, sollte der erste Reflex nicht sein auszuziehen (mit Hilfe des klischeehaft zickigigen Homosexuellen Bruders ) oder wenn dem Hauptdarsteller fast die Hand wegfault, er und alle anderen es Ignorieren...

Dann habe ich einfach nicht verstanden wie der Candyman "arbeitet". Erst wird er nur im Spiegel gezeigt, und ist in unserer Welt nicht sichtbar. Dann aber ist er doch wieder sichtbar. Am Ende stellt sich dann noch heraus, daß dunkekhäutige den Candyman als "Schutzpatron" rufen können?

Und wer ist der Candyman? Da in der Film Gegenwart der 70er-Candyman aktiv ist, aber im ersten Teil es der Ur-Candyman war, wirkte es auf mich wie ne Gruppe Kaufhaus-Weihnachtsmänner...wer gerade kann, der kommt.

Dann wäre da das Aussehen des Candyman. Ich weiß nicht, ob mir diese "zusammengeschlagende Obdachlosen"-Look gefällt, oder das Schimmel-Face. Schade das man nicht einfach Tony Todd zurück geholt hat, denn er hat dem Candyman eine Präsens gegeben, welche ich hier sehr vermisst habe.

Zum Schluss das Ende. Auch wenn ich der US-Polizei nicht unterstellen möchte zimperlich mit Waffeneinsatz umzugehen, bezweifel ich doch das man so einen, in den armen einer Frau liegenden, geschwächten Mann so unvermittelt zerschießt...zum Glück war sie Kugelsicher.

Unterm Strich ist dieser Teil besser als der dritte, aber bleibt auch hinter seinen Möglichkeiten.

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MisfitsFilms : : Marki Mork
06.09.2021 18:19 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 3.630 | Reviews: 0 | Hüte: 104

Ahh ich weiß nicht. Mochte GET OUT, fand und finde aber den Hype um Jordan Peele mehr als überzogen. Und alles was danach kam war auch nicht der Hit.
Aber Candyman war schon immer eine geile Clive Barker Story der schon in den 90ern das Thema Rassismus behandelte. Wenn auch oberflächlich.
Da wird Peele schon ordentlich den Hammer rausholen, selbst als Produzent. Wird wohl kein Kinofilm, da schau ich mir lieber nochmal MALIGANT von James Wan an und warte bei dem Werk auf die Prime Veröffentlichung

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