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Captain America - The First Avenger

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Captain America: The First Avenger Kritik

Captain America - The First Avenger Kritik

Captain America - The First Avenger Kritik
0 Kommentare - 22.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Captain America - The First Avenger" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Der schwächliche Amerikaner Steve Rogers (Chris Evans) möchte inmitten des Zweiten Weltkriegs Dienst für sein Land tun. Doch wegen seines Körperbaus wird er ausgemustert. Um dennoch seinen Soll zu erfüllen, wird er von dem Wissenschaftler Dr. Abraham Erskine (Stanley Tucci) auserwählt, um an einem geheimen Regierungsexperiment teilzunehmen. Mittels eines „Supersoldatenserums“ wird aus dem gewöhnlichen Mann, ein starker Kämpfer, der nun den Kampf gegen die Wissenschaftsdivision der Nazis der Hydra unter der Leitung von Johann Schmidt (Hugo Weaving) aufnimmt.

Ein roter Totenkopf, ein Schädel aus einer anderen Zeit und eine gewisse Form von Okkultismus, dessen Ursprung nicht umsonst wohl Jäger des verlorenen Schatzes ist (1981). Es bleibt nicht bei einer Hommage, wenn man sich mit Captain America: The First Avenger befasst. Ein Film, der irgendwie nie so richtig eine Zugehörigkeit findet, weil er nie so richtig relevant scheint. Doch es bleibt nicht beim Scheinen. Tatsächlich ist der Red Skull kein wirklich guter Schurke, weil er wie so häufig im Marvel Cinematic Universe nur der Spiegel seines Superhelden ist. Doch während eben ein Steve Rogers von komplexen, inneren Problemen geplagt wird, ist Johann Schmidt einfach nur der vermeintlich perfekte Mensch, der über Leichen geht. Ja, daß ist die Problematik einer Idee, die ohnehin aus dem Einmaleins der Filmemache entnommen wurde. Und so kann man sich an Red Skull schon durchaus stören. Er will zwar nicht die Vernichtung der Welt, will aber auch gleichsam eben nicht den Erhalt. Es ist irgendwie nicht so ganz nachvollziehbar in seiner Banalität. Und stört sich jener Red Skull zwar am perversen Antisemitismus und fungiert hier als eine Art abgeschottete Gruppe, so hat er eben auch kein Problem mit Massenmord. Ja, irgendwie klischiert und aus einem Superman-Comic entnommen.

Davon abgesehen ist die Kehrseite dessen ein durchaus komplexer Steve Rogers. Dieser wird zum Supersoldaten gemacht, weil er eben nicht nach Übersee gehen will, um irgendwen zu töten, sondern um sich gegen Tyrannen aufzulehnen. Nun ja, daß ist zunächst eine recht naive Geschichte, zeigt aber auch auf, daß Rogers eben ein wirklicher Antifaschist ist, weil er eben jede Form von Tyrannei als abscheulich empfindet. Natürlich wird das aus seiner eigenen Geschichte erklärt. Der Mann, der eben sein Leben lang gemobbt und drangsaliert wird, strebt keineswegs nach Macht. Eine Ideologie, die viel zu selten gewürdigt wird und die Figur unglaublich nahbar macht. Er hat eben nicht den Antrieb Leute zu unterjochen, sondern versucht einfach nur das Richtige zu tun. Da zeigt sich dann in den späteren Werken zwar ein deutlicher Wandel, aber hier ist die Figur einfach nur ein selbstloser Retter. Natürlich plagt Captain America: The First Avenger ein genereller Patriotismus, wenn man sich dem Werk eben nur oberflächlich nähert. Was einst als Propagandawerk in den Comics begann, ist aber eben hier auf eine ebenso simple, wie aber auch wahre Metaphorik heruntergebrochen. Man könnte sogar so weit gehen und sagen, daß sich Captain America hier eben nur rein ideologische Komponenten zum Feind macht, weil er eben sagt, daß er eigentlich niemanden verletzten will. Damit steht die Figur für ein Ideal, was natürlich kitschig und naiv ist. Aber bei Superman (1978) hat es ja auch geklappt.

Trailer zu Captain America - The First Avenger

Vielleicht fehlt es den Figuren im Vergleich zu sonstigen Charakterstudien in Iron Man (2008) oder Thor (2011) etwas an Biss. Das mag aber auch generell dem Setting geschuldet sein. So ist der Zweite Weltkrieg in seiner Abartigkeit durch die Nazis klar mit einer einfachen Zuschreibung von Gut und Böse zu sehen, allerdings sorgt das auch dafür, daß man klar die Figuren banalisiert. Das kann einem Sauer aufstoßen, wenn man eben anderes von Marvel gewöhnt ist. Allerdings würde ich argumentieren, daß das dann wiederum auch schon wieder etwas Neues bedeutet. Und neu ist der Film in jedem Fall, weil er nämlich überdies auch nicht nur das Feindbild im reinen Faschismus, oder der Tyrannei sucht, auch als Actionfilm ist das Werk durchaus interessant. Denn die Kombination aus Science-Fiction und eben Kriegsfilm sorgt immer wieder dafür, daß man etwas ganz Eigenes, ganz neues gewinnt. So kenne ich zumindest keinen weiteren aus dieser Epoche Film, der eben kein Trashfilm ist, in dem Laserwaffen eine Rolle spielen. Und ja, daß macht Spaß, weil Johnston seinen Film auch immer wieder Montagen und einer seltsamen Naivität zeichnet. Dadurch gewinnt das Werk an Tempo, man kann mitunter auch über einige Fehler und Ungereimtheiten im Drehbuch hinwegsehen.

Und rein oberflächlich bleibt der Film dabei auch nicht, weil er unter anderem mit einem satirischen Musical schon auf die Kritik eingeht, daß eben Captain America nur eine Propaganda-Figur ist. Jene Momente gehören mitunter vielleicht sogar zum intelligentesten, was die Marvel Studios je zu bieten hatten. Das macht Spaß und zeigt eben wieder diese Komplexität auf. Denn einerseits weiß Steve Rogers, daß seine Rolle im Krieg nun wirklich etwas albern ist, aber er wächst eben in die Figur des Captain America herein, gewinnt dadurch Sicherheit und ist der Auffassung, er trage etwas Gutes dazu bei, diesen abartigen Krieg zu beenden.

Dabei kommt Captain America: The First Avenger auf den ersten Blick wie ein recht humorloses Werk daher, daß sich, wie man so schön sagt, selber viel zu ernst nähme. Doch genau da liegt der Hund begraben. Die Figur des Steve Rogers muss ernst genommen werden, denn ansonsten hat sie im weiteren Marvel Universum keinen Platz. Das kann durchaus schwierig sein, doch der Film weiß eben diesen Spagat aus ganz seichter, aber kaum erkennbarer Satire und eben der naiven Heldenfigur zu meistern.

In Deutschland wurde Captain America: The First Avenger seiner Zeit häufig belächelt. Was für ein Quatsch, denn das Werk zeichnet sich durch interessante Thesen, eine recht kreative Bildgewalt und einen klassischen Idealismus aus, der so manch pseudokomplexen Werk, auch gut stehen würde.

Captain America - The First Avenger Bewertung
Bewertung des Films
710

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