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Christopher Robin

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Als Kind war das Leben so unbeschwert...

Christopher Robin Kritik

Christopher Robin Kritik
8 Kommentare - 17.08.2018 von Duck-Anch-Amun
In dieser Userkritik verrät euch Duck-Anch-Amun, wie gut "Christopher Robin" ist.
Christopher Robin

Bewertung: 3.5 / 5

"Christopher Robin" ist die nächste Realverfilmung aus dem Hause Disney und konzentriert sich diesmal auf den Titelcharakter und dessen wohl noch bekanntere Freunde: Winnie Puuh und Co. Ein wunderschöner, emotionaler und witziger Film, welcher schön die Zeichentrickadaptionen nutzt, aber auch zum Nachdenken anregt.

Trailer zu Christopher Robin

Handlung
Christopher Robin hat es nicht leicht. Als Kind musste er den Hundertmorgenwald für immer verlassen - Internat, Tod des Vaters, Krieg und Leben in London - Christopher hatte keine Zeit mehr für seine Freunde Ferkel, Rabbit, Tigger, I-Ah und natürlich Winnie Puuh. Als Erwachsener liegt die komplette Last der Firma, welche kurz vor dem Bankrott steht, auf seinen Schultern, während er sich mehr und mehr von seiner Frau und seiner Tochter distanziert. Als er keinen Ausweg mehr findet, taucht sein alter Kumpel Winnie Puuh auf, welcher wiedermal Christophers Hilfe braucht - und damit auch Christopher selbst hilft und ihm zeigt, dass Arbeit nicht alles ist.

Kritik
Man kann weiterhin von Disneys Realverfilmungen halten was man will, die Qualität ist unbestritten und man fühlt sich zurück versetzt in eine Zeit, in der sich alles unbeschwerter und leichter angefühlt hat. "Christopher Robin" hat dieses Erleben der alten Zeichentrickfilme mit erwachsenen Augen dann sogar als Thema und Handlung - und ich denke jeder kann sich in diese Story hineinversetzen. Ewan McGregors Charakter Christopher Robin steht als Symbol für alle Erwachsenen, die irgendwie das Kind-Sein in sich verloren haben. Bemüht alles richtig zu machen, Geld nach Hause zu bringen und Verantwortung zu tragen, macht er so ziemlich alles falsch. Denn spätestens wenn die eigene Tochter zugibt, dass sie ihren Vater nicht kennt und die Ehefrau erklärt, sie habe ihren Mann seit Jahren nicht mehr Lächeln sehen - dann weiß man, dass man sich in einer Sackgasse im Leben befindet. Die Handlung des Films ist somit durchaus ernst und erwachsen, aber schnell kommt auch der Aspekt der Handlung zum Tragen, welche besonders für Kinder spannend ist und dann auch die Leichtigkeit wiederbringt.
Jeden Tag seit Christophers Abgang wartet Puuh auf die Rückkehr seines Freundes - der Hundertmorgenwald wird immer trostloser, grauer und einsamer bis Puuh eines Tages seine Freunde nicht mehr finden kann. Also macht er sich auf den Weg nach London, um Christopher Robin um Hilfe zu bitten. Hier kommt der Kontrast des Films zu tragen: auf der einen Seite Christopher Robin als Erwachsener, ständig im Stress und ohne echte Freude. Auf der anderen Seite Winnie Puuh und seine Freunde - wie man sie aus seiner Kindheit kennt. Tollpatschig, liebenswürdig und trotz aller Verpeiltheit immer mit wichtigen Lektionen fürs Leben. Durch Puuh schafft es Robin zu erkennen, dass er auf einem falschen Weg ist und dass das Leben auch mal Ballons, Pfützen und Honig braucht anstelle von Zeitdruck und Arbeit. Dies funktioniert umso gut, weil man es anders als bei anderen Realverfilmungen schaffte, die alten Synchronsprecher größtenteils zu gewinnen. Nostalgie pur!

Auch wenn der Film emotional ist und allein durch die Umsetzung der bekannten Figuren - nie war Winnie Puuh süßer, punkten kann, so macht der Film einen schweren Fehler: Er wagt es nicht den letzten Schritt zu gehen. Denn eigentlich ist die Geschichte um Puuh-Bär und Christopher Robin eine tragische. Mit Rückblick auf die Zeichentrickabenteuer wird einem heute umso klarer, dass Puuh und Co. nichts weiteres waren als Robins Teddies und Spielsachen, mit denen er dem dunklen Alltag entkommen konnte. Der Hundertmorgenwald war ein magischer Rückzugsort und hier konnte Christopher Robin der sein, der er wollte.
Im Film wird diese Trennung zwischen Realität und Fantasy leider nicht vollzogen. Immer wieder wird angedeutet, dass dies sich alles nur in Christopher Robins Kopf abspielt. Puuh taucht genau in dem Moment auf, wo Christopher ihn braucht und seine Tochter ihn daran erinnert. Der Hundertmorgenwald steht durch sein Aussehen symbolisch für die verlorene Kindheit und kann plötzlich überall analog zu Narnia erreicht werden, wenn man es will. Und Christopher ist der einzige Beschützer der Plüschtiere vor Heffalumps und Wuusels, weil er selbst diese Welt erschuf.
Doch leider wird diese fast schon tragische Hintergrundgeschichte fallen gelassen indem die Figuren dann scheinbar doch real wirken. Wenn Menschen auf der Straße, am Bahnhof oder der Arbeit erkennen, dass Puuh und Co. tatsächlich reden können, dann sorgt dies für eine Menge Lacher, nimmt dem Film aber auch seine Tragik und Botschaft. So reagieren Menschen tatsächlich auf die Figuren, was sie und den Hundertmorgenwald zu Fabelwesen und realen Orten machen anstelle von Produkte aus Christophers Fantasy. Während man bei "Cinderella" (Aschenputtel redet durch die Einsamkeit mit Mäusen) und "Die Schöne und das Biest" (die Gegenstände werden realer und verlieren ihr Eigenleben) diesen Schritt wagte, sucht "Christopher Robin" eher den süßen, lockeren Weg mit Happy End, aber mit fehlenden Konsequenzen. Ist dies nun real oder doch nur ein Fantasyprodukt? Diese Frage bleibt irgendwie ungeklärt und dies ist schade, da die erwachsene Botschaft der angenehmeren Handlung für Kinderaugen weichen muss - natürlich mit Potenzial für eine Fortsetzung.

Fazit
Christopher Robin ist eine liebevolle Geschichte voller Humor und nachdenklicher Szenen, welche ein Muss ist für jeden Fan von Winnie Puuh und seinen Freunden. Es ist eine Geschichte, die wir womöglich alle nachvollziehen können, in der wir uns selbst wiederfinden und vielleicht nach dem Anschauen unser Leben selbst überdenken. Die alltägliche Geschichte von Erwachsenen, die das Kind in sich unterdrückt oder gar vergessen haben.
Leider fehlt dem Film die letzte Konsequenz und sucht lieber das harmonische, liebenswerte Ende anstelle eines tragischen emotionaleren Weges. Da der Film aber vor allem für Kinder ist, kann man dies trotzdem irgendwie akzeptieren.

Btw.: Wo war mein Freund Goover? :O

Christopher Robin Bewertung
Bewertung des Films
710
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8 Kommentare
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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
21.08.2018 15:21 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 5.598 | Reviews: 26 | Hüte: 321

@Asgrimm86
Der Film enthält schon ein paar tolle Weißheiten für Erwachsene die immer alles zu ernst nehmen.

Definitiv! Und Puuhs monotone Stimme ist eindeutig ziemlich anstrengend, doch es ist wunderbar wie er tolle Weisheiten raushaut (welche zum Nachdenken anregen) und er somit Christopher auch einen Spiegel vor hält.

Die Sache mit der Fantasy sehe ich so wie du. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn Puuh und Co. einfach nur Einbildungen für Christopher Robin gewesen wären. Mit Madeline hast du natürlich Recht, da wäre es ein leichtes gewesen dies zu etablieren.
Allerdings lässt der Film die Sache schon ziemlich offen. Am Besten erkennt man dies, als der Hundertmorgenwald dort auftaucht, wo er genau zu diesem Moment benötigt wird, was Christopher ja selbst nicht versteht und er glaubt er würde verrückt werden. Und der Moment wo er ziemlich genervt ist und eigentlich wieder nur zu seiner Arbeit will ist genau der Moment, als Puuh auch verschwindet - sich in Luft auflöst und der gesamte Hundertmorgenwald im Nebel versinkt. Vielleicht bildet Christopher sich ja ein, dass andere Menschen und Passanten die Wesen ebenfalls sehen, da es für ihn von Sekunde zu Sekunde immer realer wird? Und so werden sie auch für Madeline und seine Frau real, da sie sich drauf einlassen? Leider passt es nicht zu den Reaktionen von Passanten, die über die Figuren sprechen, nachdem die Szene aufgelöst wurde...

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Asgrimm86 : : Moviejones-Fan
21.08.2018 15:08 Uhr | Editiert am 21.08.2018 - 15:29 Uhr
0
Dabei seit: 23.03.16 | Posts: 132 | Reviews: 0 | Hüte: 5

Also ich war drin und fand ihn herzerwärmend und zuckersüß. Tolle Szenen für Kinder und Erwachsene.

Deinen Kritikpunkt Puuh und Konsorten als Fantasygebilde zu etablieren finde ich unglaublich spannend. Es wäre auch kein Problem gewesen, wenn Madeline sich am Ende auch den 100-Morgen Wald und seine Bewohner anhand der Zeichnungen ihres Vaters auf genau die gleich Art und Weise einbildet wie zuvor Christopher Robin. So hätte man sich die Möglichkeit für Sequels mit Madeline und Puuh offen gehalten.

Naja, wie heißt es so schön... "mach einfach nichts, denn nichts führt oft zum allerbesten Irgendwas."

Der Film enthält schon ein paar tolle Weißheiten für Erwachsene die immer alles zu ernst nehmen.

Edit: Rechtschreibfehler - *roll eyes*

Irre explodieren nicht, wenn das Sonnenlicht sie trifft, ganz egal, wie irre sie sind!

Die trinken Wasser! — Heißes Wasser mit Milch! — Diese Barbaren!

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
21.08.2018 14:49 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 5.598 | Reviews: 26 | Hüte: 321

@Tiin
Danke für den Hut.
Mich überrascht es etwas, dass von MJ noch keine Kritik kam. Vielleicht habe ich den Film aber auch unterschätzt und dachte, es würde mehr Leute interessieren (allen voran natürlich Disney-Fans und Eltern/Kinder).

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TiiN : : Pirat
19.08.2018 08:50 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.846 | Reviews: 89 | Hüte: 135

Ich freue mich immer sehr darüber, wenn User quasi Exklusivkritiken schreiben, wo Moviejones (noch) selbst nicht aktiv wurde. smile
Die Kritik liest sich so, wie ich es von dem Film auch erwartet hätte, ein schöner und unterhaltsamer Familienfilm, der zwar nicht mehr bietet, aber auch nicht viel mehr wollte. Danke dafür, Duck-Anch-Amun (Hut) smile

Avatar
Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
17.08.2018 09:40 Uhr | Editiert am 17.08.2018 - 09:41 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 5.598 | Reviews: 26 | Hüte: 321

@sublim77
Ja, das Original ist eindeutig für Kinder. Ich kann mich aber noch erinnern, dass auch dort immer ein bisschen mit der Angst vor dem Unbekannten gespielt wurde (Heffalumps und Wuusels falls dir das was sagt^^). Im Realfilm kommt dies dann auch deutlich düsterer rüber. Ich denke aber auch, dass sie den Spagat geschafft haben und ich als mittlerweile Erwachsenen konnte mit beiden Themen/Handlungsstängen einen schönen Kinoabend verbringen smile

Ich bin dann auch gespannt ob Moviejones ne Kritik schreiben wird und wie sie den Film sehen werden smile

MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
17.08.2018 09:35 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.424 | Reviews: 25 | Hüte: 243

@Duck-Anch-Amun:

Ich denke der Film wurde scho so gedreht, dass beide Parteien, Eltern und Kinder, sich diesen Film ansehen können und dabei eigene Lehren rausziehen.

Ja, so dachte ich mir das auch. Da habe ich deine Kritik richtig gelesen und verstanden. Wie gesagt, es hat mich nur ein wenig überrascht, da das Original (so hatte ich es in Erinnerung) sich an ein sehr viel jüngeres Publikum wendete. Vielleicht hat man auch diesen Weg gewählt, weil die Kinder von damals eben heute erwachsen sind und man den Spagat zwischen einer neuen Generation und den Kindern von damals schaffen wollte.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
17.08.2018 09:27 Uhr
1
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 5.598 | Reviews: 26 | Hüte: 321

@sublim
Der Film ist durchaus ein Kinderfilm und ich denke gerade der liebenswerte Puuh wird da für glänzende Augen sorgen. Die gesamte Truppe ist einfach 1:1 wie man sie aus den Zeichentrickfilmen und -serien kennt und allein dies verdient schon Applaus wie ich finde und wird vor allem die Kinder begeistern. Dies ist dann ja auch mein Kritikpunkt, dass der Film im wichtigsten Moment sich selbst verrät und zu sehr den Kinderweg geht. Hier hätte ein erwachseneres, aber vielleicht auch durchaus traurigeres Ende wohl viele Kinder enttäuscht.

Da ich kein Kind mehr bin und mich auch mit Christopher Robin identifizieren kann, hab ich eben diesen Ansatz gewählt. Und ich finde ihn auch passend, die Story ist vielleicht langweilig und lahm, aber ich denke jeder kann sich dort wiederfinden. Umgarnt mit dem Humor ist dies dann einfach ne liebenswürdige Geschichte.

Btw ist der Film erst ab 6 Jahre und allein vom Bild her doch recht düster. Kinder wird dies nicht auffallen, aber wie geschrieben ist allein der düstere Hundertmorgenwald doch schon sehr als Symbol zu verstehen. Ich denke der Film wurde scho so gedreht, dass beide Parteien, Eltern und Kinder, sich diesen Film ansehen können und dabei eigene Lehren rausziehen.

MJ-Pat
Avatar
sublim77 : : Rattle Head
17.08.2018 09:13 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.424 | Reviews: 25 | Hüte: 243

@Duck-Anch-Amun:

Interessante Kritik. Puuh der Bär ist zwar nie mein Thema gewesen, aber dennoch finde ich es interessant, was du zum Film zu sagen hast. Technisch sind die Realverfilmungen der Disneymärchen wirklich sehr gut gemacht, da kann man wirklich nichts sagen. Thematisch könnte Winnie Puuh aber tatsächlich nicht weiter von meinem Interesse entfernt sein. Du gehst sehr erwachsen an den Film heran, was mich in Anbetracht des Originals zuerst verwundert hat. Aber ich denke, dass du da tatsächlich genau den richtigen Ansatz gewählt hast, denn die Geschichte scheint sich an ein etwas älteres Publikum, als die Zeichentrickserie zu wenden. Natürlich ist die Zielgruppe immer noch im Kindesalter zu sehen, aber eher im Bereich über zehn Jahre. Ebenso soll der Film wohl auch ein erwachsenes Publikum mitnehmen. Ob man da bei Disney an die Eltern gedacht hat, die mit ihren Kindern den Film im Kino sehen werden oder man sich generell einfach für einen erwachseneren Weg entschieden hat, kann ich nicht sagen. Wenn ich dich aber richtig verstanden habe, dann hat man bei Christopher Robin die grundsätzlich richtige Entscheidung getroffen.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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