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Der Pate 2

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Der Pate 2 Kritik

Der Pate 2 Kritik
4 Kommentare - 20.04.2021 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Der Pate 2" ist.

Bewertung: 5 / 5

Schreiben wir mal Reviews zu zwei der besten und einflussreichsten Gangsterepen aller Zeiten: Der Pate und der Pate 2

Teil 2: Der Pate 2

-Dies ist die Fortsetzung des Reviews zum ersten Teil

Nach dem überragenden Erfolg des Erstlings wurde quasi direkt der zweite Teil in Angriff genommen.

Wieder einmal gibt es einen Verräter in den Reihen der Corleones, nachdem Michael die Führung der Familie übernommen hat und sich an den bisherigen Verrätern gerächt hatte und damit die Familie wieder nach oben geführt hatte. Während also in der „Jetzt“-Zeit die Jagd nach dem Verräter thematisiert wird und wie Michael mit eiserner Disziplin und Härte durchgreift, um die Vormachtstellung der Familie zu untermauern, wird in extensiven und ausführlichen Rückblenden erzählt, wie Vito Corleone nach Amerika kam und wie er sein Imperium aufbauen konnte, indem er ein Netzwerk aus Loyalität und Abhängigkeiten erschuf. Auf der einen Seite Ruchlosigkeit und Ehrerbietung, auf der anderen Seite Machtdemonstration, Härte und Durchschlagskraft.

Und obwohl Robert DeNiro den Oscar für die Rolle des jungen Vito Corleone gewann, eine einmalige Sache, dass für ein und dieselbe Rolle im gleichen Filmuniversum zwei unterschiedliche Darsteller den Oscar gewinnen (Brando hatte eben für die Rolle des alten Vito im ersten teil schon den Oscar gewonnen), ist es doch die unnachahmliche Jahrhundertdarstellung des immer noch blutjungen Pacino, welche den Film umrandet. Es ist schon irgendwie ironisch, dass DeNiro damals auch fast die Rolle des Michael im ersten Teil bekommen hätte, und den Produzenten auch lieber gewesen war, aber vertraglich zu einer absolut vergessenwürdigen Klamotte verpflichtet war und passen musste, so dass erst Pacinos Stern aufging, aber dass DeNiro doch noch eine Chance bekam, in diesen Filmen mitzuspielen und gegen das Schwergewicht Brando eben nicht abfiel sondern eben den Oscar gewinnen konnte. Ironisch auch deswegen, weil Pacino hier deutlich besser und ambivalenter spielt, während DeNiro fast schon auf Autopilot agiert. Aber das ist jammern auf höchstem Niveau. Vor allem auch deswegen, weil Pacino noch Jahre später sagen wird, dass Michael Corleone seine anspruchsvollste gewesen ist. DeNiro wird so etwas über seinen Vito Corleone nie behaupten müssen.

Unabhängig von der vermeintlichen Two-man-Show bietet auch dieser Film natürlich ein perfekt aufeinander abgestimmtes Schauspiel-Event ab, wo keiner auch nur den Millimeter Raum nach oben lässt, alle spielen sich gegenseitig an die Wand, alles ist grandioser und virtuoser im Spiel als noch im im direkten Vergleich etwas behäbigeren ersten Teil.

Auch ist die Inszenierung nicht mehr so stark mit Schattierungen und Still-Szenen gefüllt sondern alles eine Nummer direkter und agiler, dennoch klassisch anmutend.

Der Film versucht gar nicht erst, den ersten Teil zu kopieren und läuft daher auch nicht Gefahr irgendwie schlecht zu werden, er erzählt auf zwei Ebenen über Aufstieg und Fall einer Familie, darüber dass selbst die besten Absichten nichts nützen, wenn man in einem Machtzentrum gefangen ist und irgendwann nicht mehr anders kann

Das einzige was Copolla im Vergleich zum ersten Teil quasi kopiert und verbessert, ist neben seiner Dissektion des American Way und dem noch weiter politisch aufgeladenen Aufzeigen der Verfechtungen innerhalb des Systems, das epische und elegische Finale, welches dennoch nur eine Kopie auf den ersten Blick ist, denn im Grunde genommen spiegelt er nur die Ereignisse aus dem ersten Teil und pervertiert hier den Triumph des Protagonisten und verkehrt es in eine Niederlage im Ausmass einer griechischen Tragödie.

Das Finale ist an Finalität eigentlich kaum zu überbieten und eigentlich verbietet es sich, hier noch einen weiteren Teil hinter her zu schieben. Dass dann ein mittelprächtiger Actioner noch hinterherkam? Geschenkt.

Der Zweite Teil ist an sich 10 Punkte, im Gesamtpaket mit Teil 1 erst recht 10 Punkte und so grossartig, dass es ehrlich gesagt nur eine Präfernezfrage ist, welches Epos man höher einwertet Den Paten oder Es war Einmal in Amerika. Beides volle 10 Punkte Aspiranten und die besten Gangster-Epen aller Zeiten. Und da kann Scorsese noch so manch einen Irishman drehen (der bei Leibe nicht schlecht ist, um Gottes Willen), der im Prinzip nur ein Aufguss von Good Fellas mit ein bißchen mehr Historie und Finalität, dafür weniger Esprit ist, welcher zwar heutige Sicht auch als Klassiker gilt (zu Recht) aber ebenfalls das Nachsehen hat...

Der Pate 2 Bewertung
Bewertung des Films
1010
DVD & Blu-ray

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4 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.04.2021 09:30 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.298 | Reviews: 159 | Hüte: 488

luhp92:

Danke für den Hut :-)

Ich persönlich kenne eine menge Leute, die den dritten Teil mindestens gut finden und für einen guten Abschluss halten. Kann ich so zwar nicht unterschreiben, aber wenn es deren meinung ist...

Elwood:

Danke für die Hüte

ProfessorX

Dann empfehle ich dir mal meine Es War Einmal in Amerika Kritik, psst mag ich auch einen Ticken mehr, aber das dürfte alles eine individuelle Präferenzsache sein wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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ProfessorX : : Moviejones-Fan
21.04.2021 08:11 Uhr | Editiert am 21.04.2021 - 09:37 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 623 | Reviews: 99 | Hüte: 18

Für mich tatsächlich nie die Größe gewesen, zu der er gemacht wurde. Liegt aber auch vermutlich daran, daß diese Filme in der Popkultur und Genre-Kollegen so oft rezitiert wurden, daß man diese Filme schon jahrelang kannte bevor man sie überhaupt gesehen hat. ^^

Ich finde Teil 1 und 2 tatsächlich solide, und gerade der erste Teil wirkt für mich primär durch die phantastische Darstellung von Brando. Aber da bin ich wohl auch der Einzige Mensch auf Erden der das so sieht. Das Gefühl und das Ambiente wird meines Erachtens sehr stark von den Schauspielern transportiert und ist wirklich große Klasse.

Teil 3 hab ich tatsächlich schon längst verdrängt und meines Erachtens reicht kein Pate an den wahren Godfather des Genres heran: Es war einmal in Amerika ist für mich der beste Film aller Zeiten und da stinken die beiden echt ab laughing

Nichtsdestotrotz eine legitime, gut strukturierte Kritik und gute Wahl.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
20.04.2021 18:29 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.343 | Reviews: 157 | Hüte: 512

Hut für beide Reviews! Am spannendsten waren für mich die Produktionshintergründe, die mir so noch gar nicht bekannt waren, und der Schauspiel(karrieren)vergleich Brando - Pacino - De Niro.

Aber warum in der Minderheit zu Teil 3? In der Minderheit bist du doch eher, wenn du Teil 3 magst^^ Das ist bei Fans von Teil 1 & 2 ja so ein klassischer Filmreihen-Fall "Teil 3 existiert nicht".

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
20.04.2021 13:17 Uhr
2
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.298 | Reviews: 159 | Hüte: 488

- auch wenn ich da in der Minderheit bin: Ignoriert ruhig Teil 3, der ist leidlich guilty pleasure wink

Dünyayi Kurtaran Adam
Forum Neues Thema
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