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Es war einmal in Amerika

Kritik Details Trailer Galerie News
Sergio Leone has left the Building

Es war einmal in Amerika Kritik

Es war einmal in Amerika Kritik
22 Kommentare - 24.08.2018 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Es war einmal in Amerika" ist.

Bewertung: 5 / 5

Segio Leone gehört zu den Regisseuren, die - zumindest diesseits des Atlantik - unbestritten zu den Größten aller Zeiten ihres Faches gezählt werden. Der Mann hat gefühlt zwar nur sechs Filme gedreht, und zwar zwei "Trilogien", und dann aber was für welche, aber er wird gerade wegen dieser Filme so verehrt wie man heutzutage nur noch einen Tarantino, Anderson oder Nolan verehren würde. Wenn wir es ganz genau nehmen hat er zwar noch den Koloss von Rhodos auf seinem Buckel, aber das juckt die Leute nicht, wenn sie von Leone mit glänzenden Augen zu schwärmen beginnen. Wir verdanken ihm Eastwood, Morricone und den massenkompatiblen mittlerweile etablierten Antihelden. Was er mit seinen Filmen zwei bis fünf anfasste (Die sich stetig steigernde Dollar-Trilogie, sowie die gerade so noch gut funktionierende und gleichzeitig perfekte Operette Spiel mir das Lied vom Tod, übrigens der erste Teil seiner Amerika-Trilogie), wurde zu Gold und mittlerweiole zu Klassikern des Genres. Aber wie schon gesagt, Spiel mir das Lied vom Tod funktionierte gerade so noch, hier ist Leone immer sehr stark an der Grenze zum Überreizen aller Elemente, und es geschieht so etwas wie Magie, so wie der Film funktioniert. Sein nächster Eintrag in die Amerika-Trilogie überschreitet da jegliche Grenzen, die der Film mit der Mundharmonika gerade noch streift und versagt sowohl auf kommerzieller als auch auf künsterischer Ebene. Die Geschichte besagt, dass sogar Leones damals 6-jähriger Sohn, immer wenn er Ärger mit seinem Vater hatte, zu ihm gesagt haben soll: "Todesmelodie ist scheisse!" Was Leone sehr sehr weh getan haben soll. Fakt ist irgendwie auch, Leone erschuf den Italowestern mit Für eine Handvoll Dollar und er trug es mit der Todesmelodie auch zu Grabe. Komischerweise gelingt es Todesmelodie nie, den Weg zu leiten, der Film kommt einfach ein paar Jahre zu spät, da sind andere Italo-Regisseure ihm voraus und der Film ist seltsam lethargisch und melancholisch, dabei immer zu geschwätzig, und selbst Morricones üblicherweise aufpeitschende Musik ist merkwürdig deplatziert wirkend. Hinzu kommt, dass sowohl Spiel mir das Lied vom Tod und Todesmelodie die ersten auch für den amerikanischen Markt konzipierten Western Leones dort nicht sonderlich gut ankommen und das Produktionsstudio kein Geld damit verdient - nicht umsonst ist Spiel mir das Lied vom Tod in den USA kaum bekannt. Also zieht sich Leone für Jahre zurück und feilt an seinem Opus Magnum, dem letzten Teil der Amerika Trilogie, und hier überlässt er nichts dem Zufall. Es soll sein größter Film werden - und auch sein Letzter!

Anhand der Geschichte zweier Kindheitsfreunde, die gemeinsam Gangster-Karriere machen, groß werden, sich entzweien, und dann schließlich zu einer finalen Konfrontation gelangen, erzählt Leone die bitterböse Geschichte eines jungen Amerika, das zum einen voller Hingabe und Sehnsucht ist, auf der anderen Seite aber typisch italienisch Kintopp jener Zeit den Finger in die Wunde legt und Zustände anprangert, die den Menschen als Wolf des Menschen präsentiert. Dabei streift er so viele Themen und Erzählstränge, das es fast unmöglich all dies in ein Review zu quetschen. Und er nimmt sich die Freiheit, seine Geschichte so ausgiebig in die Länge zu ziehen, wie er möchte, ohne Rücksicht auf Verluste. Das alles garniert er mit einer extrem verschachtelten Rückblendenstruktur, wo teilweise einzelne Zeitebenene ineinander über zu fliessen scheinen. Alleine die Eröffnungssequenz mit dem gefühlt Ewigkeiten klingelnden Telefon ist eine Wucht.

Es wurde bei Filmhistorikern immer angeführt, dass zwei Glorreiche Halunken in der ungeschnittenen (verschollenen) Fassung Leones längster Film gewesen sein sollte, mittlerweile hat man im Italienischen eine knapp 5 Stundenversion von Es war einmal in Amerika restauriert, wodurch der Blonde und Tuco deutlich in die Schranken gewiesen sein sollten. Ob man wirklich 5 Stunden von Max und Noodles braucht, sei mal dahingestellt, denn die knapp 4-stündige europäische Fassung, sowie die knapp 3,5 std. Kinoversion sind auch schon ziemlich nahe der Perfektion, aber dazu müßte man den Film mal gesehen haben. Nur kurz zu den Unterschieden der beiden überall bekannten Versionen, ich persönlich bevorzuge trotz erheblicher fehlender Handlungsstränge die Kinoversion, da ich die deutsche Synchronstimme von DeNiro in der Kinoversion einfach deutlich ansprechender finde (ich glaube Joachim Kerzel, der Mann der üblicherweise Robert Wagner und Jack Nicholson spricht) als DeNiros üblichen Sprecher und es ganz erheblich zur Stimmungsbildung beiträgt.

Die Story selbst ist wie schon gesagt sehr universell, es handelt sich um Freundschaft, Liebe, Erwachsenwerden, Korruption der Moral, Verrat, Zurück gewiesen werden, Älter werden, Ideale und deren Verlust. Und da wir uns im Gangsterbusiness befinden, und weil Leone so ein extrem moralischer Erzähler ist, ist keiner der Beteiligten ein Saubermann. Der "Held" des Films - überragend gespielt von DeNiro - beispielsweise verrät in der ersten Szene des Films seine besten Freunde, seine Kindheitsfreunde und schickt sie in den Tod (wobei wir das erst viel später aufgelöst bekommen) und später vergewaltigt er seine Jugendliebe nach einem wirklich romantischen Date ziemlich rabiat und zerstört damit das letzte bißchen Menschlichkeit, was ihnen beiden irgendwie geblieben war. Später sieht man sie nur noch als Schauspielerin, was durchaus als Schutzschild zu verstehen ist. Und dennoch, obwohl der Charakter im Prinzip der schwärzeste Anti-Held zu sein scheint, gelingt es Leone spielerisch DeNiro als Identifikationsfigur zu etablieren, mit dem man mitfiebert. Selbst die Vergewaltigungsszene wird so lange vorbereitet, eigentlich den ganzen Film hindurch, dass sie nicht nur konsequent sondern auch extrem glaubwürdig ist, und in diesem einen Fall, obwohl sie ganz klar das Opfer ist (und daran gibt es nie einen Zweifel!) und seine taten absolut unentschuldbar sind, seine Motive dennoch nachvollziehbar sind. Ein extrem schwieriger und schmaler Grad und Leone meistert ihn scheinbar mühelos.

Ein kurzer Exkurs in diesem ohnehin schon sehr langen Review: Italienischen Regisseuren jener Zeit wird sehr schnell und häufig mal Sexismus, Voyeurismus, Objektifizierung und Unterwerfung der Frau angedichtet, so zB Bertolucci für den letzten Tango in Paris. Auch Leone kann man oberflächlich diesen Vorwurf machen, doch wo auf dem Bildschirm die Frau augenscheinlich gedemütigt wird, gibt Leone die ach so männliche Gesellschaft der Lächerlichkeit preis und zeigt nur, wie die Frauen in dieser Domäne ihren "Mann" stehen müssen, oder von den Männern eben zerstört werden, nur um sich selbst zu verwirklichen. Dieses immer wieder kehrende Motiv bedient Leone schon seit Für eine Handvoll Dollar und perfektioniert es hier. Ende Exkurs.

DeNiro steht aber mit James Wood ein Mit- und Gegenspieler zur Seite, der ihm im Grunde genommen die komplette Show stiehlt, im Prinzip ist dieser Film das für Woods, was Die durch die Hölle gehen für Christopher Walken ist. Leider kommt der Film extrem verstümmelt in die US-Kinos und bekommt nicht die Würdigung, die er verdient. Dieser Charakter, der DeNiros Charakter absolut ebenbürtig ist, ist facettenreich, gut aufgedröselt und zu einem gewissen Grade sogar der ehrlichere Charakter der beiden, da er das klarer definiertere Ziel vor Augen hat. Dadurch dass er aber weniger nennen wir es mal "romantisch" umweht ist, ist er gleichzeitig Buddy und Antagonist, wobei bis zum Ende nicht klar ist, ob nicht DeNiros Charakter sein eigener Anatgonist ist. Und wie schon gesagt, Leone weiss einfach, wie er seine Geschcihte erzählen muss und wie er welchen Charakter platzieren muss, damit das Ergebnis seinem Wunsch entspricht.

Alle, die zwischen diesen beiden Freunden, die zwischenzeitlich alles miteinander teilen, stehen - seien es Frauen oder Freunde - werden einfach zu Randfiguren und Beiwerk degradiert. Und wenn am Ende sich herausstellt, wer wem was geklaut hat, dann ist es immer noch ein Beweis der gegenseitigen Liebe.

All das hebt Es war einmal in Amerika schon über den normalen Epos-Status hinaus, aber was den Film schließlich in den absoluten Olymp katapultiert, ist einfach die unglaublich gefühlvolle und passende Musik vom Großmeister Ennio Morricone, der hier natürlich keine Reißer mehr im Sinne seiner Italowestern oder der 1970er Action-Reisser (man denke nur an seine krasse Musik zu Brutale Stadt) kreiert, sondern eine der Geschichte angebrachte musikalische Untermalung der absoluten Extraklasse abliefert. Und wenn dann ausgerechnet zum finalen Showdown - ebenfalls ein durchgehendes obligates Motiv bei Leone - Morricone allzu gerne in den Hintergrund rückt und einer Cover-Version der Beatles den Raum gibt, die Szene zu beherrschen, dann weiss man, dass alles richtig gemacht wurde, und man sitzt trotz des antiklimatischen Klimax mit solch einer Gänsehaut da. Denn diese auf den ersten Blick nichtexistente finale Konfrontation ist die beste Konfrontation aller Konfrontationen, da die Beteiligten sich auf eine reife Art und Weise gegenseitig sowas von fertig machen, dass es unbeschreiblich ist. Man muss es einfach gesehen haben. Und überstanden, dann erst hat man das Gefühl, diese Stunden des Wartens haben sich gelohnt, diese gefühlte Stunde als der fette Junge auf die Nutte mit einem Stück Kuchen wartet und den dann langsam selbst isst, diese gefühlte Stunde, die das dauert und nichts zur Handlung beiträgt, die war es definitiv wert!

Zur qualitativen Einordnung: Es war einmal in Amerika gehört definitiv in eine Riege mit den beiden ersten Paten. Während der Pate tatsächlich auch die jeweilgen Äras betrachtet und eine Bestandsaufnahme bietet, ist Es war einmal in Amerika in gewisser Weise phantastischer und zeitloser, eher eine übersteigerte Realität als tatsächliche. Da begibt er sich auf die Spuren eines Bertollucci, mit dem er ja auch schoin diverse Male kooperierte, der sowas ähnliches für Italien mit 1900 probierte und semi-scheiterte - übrigens auch da mit DeNiro, der da den kongenialen Depardieu als Partner in Crime hat, nur dass er im Gegensatz zu Bertolucci eben nicht scheitert. Hierzu hat sich Leone auch einfach zu viel Zeit gelassen und nichts dem Zufall überlassen. Welcher Film jetzt besser ist, Pate oder Amerika, ist jedem selbst überlassen. Beides (Pate 1 und 2 sehe ich mal als eins an) sind die Überwerke des Gangsterepos.

Gibt es überhaupt also nichts auszusetzen? Doch, am Eklatantesten ist die schlechte Maske bei den gealterten Schauspielern. Aber seien wir mal ehrlich, dass fällt so wenig ins Gewicht wie ein Tropfen Wasser im Ozean.

10 Punkte / 5 Hüte

Es war einmal in Amerika Bewertung
Bewertung des Films
1010
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22 Kommentare
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Silencio : : Moviejones-Fan
31.08.2018 19:30 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 898 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

Da war mein Hirn wohl ein bisschen Mus, da hab ich mich glatt verlesen. ;)

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MobyDick : : Moviejones-Fan
31.08.2018 17:02 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Silencio:

Genau das meinte ich ja mit:

Selbst wenn Pulp Fiction jetzt nicht zum Film Noir zählen dürfte, im Prinzip ist es eher eine Pulp Episodensammlung als ein Film Noir (hierfür ist Uma Thurman als vermeintliche Femme Fatale einfach nicht prägend genug) und ist damit eher in der Nähe eines Robert Altman gekreuzt mit Frank Millers Sin City

Klar kommen die aus den Pulps hervor, und obwohl ja zB Die Spur des Falken als erster seiner Gattung gilt, so gilt beispielweise Pepe Le Moco ja als ein Vorläufer. Und die Charaktere sind ja nicht umsonst allesamt Hard Boiled, was aber in Pulp Fiction permanent unterlaufen wird, sei es durch das geschwätzige Duo, sei es durch den typischen Film Noir Helden Butch, der aber mit Fabienne eben keine typische Femme Fatale hat, und sei es durch den Übermacho Marcellus, der mal schön entmännlicht wird.

Und genau so sehe ich es auch, er muss nicht in irgendein Schema passen, um gut zu sein, aber er muss dann auch nicht mit den anderen Filmen groß verglichen werden

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
31.08.2018 14:01 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 898 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

Gerade der Titel ist ein Hinweis darauf, dass Tarantino in Richtung Film Noir schielt. Die haben ihre Ursprünge in den alten Pulps, daher kommt ja auch der französische Name. Übrigens haben doch gerade Altman ("The Long Goodbye") und "Sin City" Bezug auf den Noir genommen (einer der Charaktere fährt einen Packard, genau wie Phil Marlowe).

Ansonsten: ich würde noch nicht mal das Epische hervorheben wollen, sondern einfach argumentieren, dass "Pulp Fiction" gewisse Hanldungsmuster fehlen, die der durchschnittliche Gangsterfilm hat, zB Aufstieg und Fall bzw. Rags to Riches-Story, Loyalitätsfragen bzw. Brudermord-Motiv und so weiter. Inhaltlich hat "Pulp Fiction" davon nichts zu bieten - was er auch nicht muss, mal abgesehen davon.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
31.08.2018 13:34 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Hmm, man kann es aber auch ganz einfach runter brechen, ohne gleich die Hintergründe und Interpretationen überhand nehmen zu lassen:

Der Pate (als Reihe), Good Fellas und Es war einmal in Amerika sind Epen, die soziale und gesellschaftliche Strukturen anahnd einer Erzählung über Erwachsenwerden, Erwachen, Aufstieg und Fall von einer Person, einer Gruppierung oder eines Systems im Allgemeinen, sowie eines Amerika von außen (Leone) oder innen (Scorsese) oder eher fast schon neutralen Position (Copolla) wieder geben. Da sie so ausgiebig erzählen und fast schon Generationen umgreifen, zumindest aber ein Leben abdecken, ist es im Prinzip nicht wirklich möglich, diese Werke mit sowas wie Pulp Fiction zu vergleichen.

Selbst wenn Pulp Fiction jetzt nicht zum Film Noir zählen dürfte, im Prinzip ist es eher eine Pulp Episodensammlung als ein Film Noir (hierfür ist Uma Thurman als vermeintliche Femme Fatale einfach nicht prägend genug) und ist damit eher in der Nähe eines Robert Altman gekreuzt mit Frank Millers Sin City, sondern tatsächlich als astreiner Gangster Film durchgeht, so ist er definitiv nicht als ein Epos im oben beschriebenen Ausmass anzusehen. Auch sonst ist Pulp Fiction kein sonderlich gutes Beispiel für einen astreinen Genre-Beitrag, weil er die Regeln des Genres einfach stetig unterwandert. Keine Frage, sehr guter Film. Mafia- oder Gangster-Epos? Nope!

In gewisser Weise ist es auch sehr schwierig, solche Epen wie die oben beschriebenen aufzuzählen, da sie erstens wirklich nicht sehr oft vorhanden sind, und zweitens noch weniger von ihnen auch wirklich empfehelenswert.

Die Beispiele: Heat, Der Sizilianer, Scarface würden einem da einfallen, gerade weil sie alle sehr episch und ausufernd sind, aber sie genügen nicht insofern, da sie ja allesamt nur einen kurzen Auszug aus dem Leben der Figuren wieder geben. Da ist der Sizilianer vielleicht noch am ehesten nahe dran, auch mit Hinblick auf die Vorlage welche ebenfalls wie der Pate von Puzzo ist, auch inklusive der Lebensumstände der Bevölkerung und der Bedeutung des Protagonisten, aber die wenig opulente Inszenierung verweigert ihm den Status doch. Ein Casino würde hier vielleicht auch noch mit rein spielen, aber dann wird es wirklich dünn.

Und schließlich haben wir noch den neueren Beitrag Blood in, Blood Out, der für mich als letzter großer Gangster-Epos unserer Zeit locker mit den ganz Großen Filmen mithalten kann: Hier wird über eine epische Laufzeit der Werdegang dreier Figuren mit ihrem kulturell-historischen Background vermengt und ein aktueller Bezug gezogen mit einem angenehm offenen Ende.

Und nochmal kurz zurück zu Pulp Fiction: Alleine die Einblendung am Anfang und Erklärung des Begriffes zeugt ja eher davon, mit welcher Ironie und welchem Ansatz Tarantino da rangeht, immer am Rande einer Satire, der passt sicherlich genauso neben die Gangster-Epen, wie Donald Duck von Carl Barks neben Thomas Mann im Bücherregal.

Dünyayi Kurtaran Adam
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luhp92 : : BOTman Begins
30.08.2018 21:10 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.430 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@Silencio

Gangsterboss Marsellus Wallace, seine Handlanger Vincent Vega und Jules Winnfield, Honey Boney und Pumpkin. Für mich bedient "Pulp Fiction" das Gangerfilmgenre, wobei die Grenzen zwischen Gangsterfilm und Film Noir eh oft verschwmimmen und die Filmkritiker darüber diskutieren, was "Pulp Fiction" eigentlich ist.

In "GoodFellas" findet sich mit Joe Pescis Figur auf jeden Fall eine Figur, deren kriminelle und gewaltbereite Ader schonungslos und erschreckend zur Schau gestellt wird. Mein pazifistischer Vater - ein "Der Pate"-Liebhaber - meinte mal, ihm gefalle "GoodFellas" deswegen nicht.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
30.08.2018 18:49 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 898 | Reviews: 41 | Hüte: 71

luhp:

Naja, das Problem an der Stelle ist aber, dass "Pulp Fiction" eben kaum dem Gangstergenre zuzurechnen ist. Da werden mehr Film Noir-Motive verbaut, typische Gangster-/Mafiageschichten sind das nicht. Und auch "GoodFellas" romantisiert, wenn er seinen Film mit der Sid Vicious-Version von "My Way" enden lässt...

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luhp92 : : BOTman Begins
30.08.2018 18:43 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.430 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@MobyDick und Silencio
"aber wenn du dann auch noch mit Pulp Fiction ankommst und ernsthaft behauptest, sie wären im gleichen Genre angesiedelt, frag ich mich, ob das Ironie sein soll?"

Ich betrachte "Der Pate I/II", "GoodFellas" und "Pulp Fiction" gerne als dreiteilige Entität des Mafia-/Gangstergenres. Coppola nähert sich den Charakteren von einer positiveren, romantisierten Seite, Scorsese von einer negativen, schonungslosen Seite und Tarantino von einer normalen, trivialisierten Seite her. Sicherlich existieren auch noch andere gute Genrewerke (z.B. "Donnie Brasco"), aber theoretisch bräuchte ich keine weiteren.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
28.08.2018 11:16 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

ZSSnake

Schau dir den Film unbedingt an, wie gesagt er ist ewig lang, und teilweise lang gezogen, aber die Extended Fassung der Patenfilme (die TV Serien Fassung) sind auch lang, ja selbst die Paten in der Kinofassung sind lang, trotzdem kommt kein Cineast an ihnen vorbei. So auch hier.

Habe mir mal deine beiden Links angeschaut, den Koloss würde ich qualitativ etwas schlechter einwerten als du mit 6 Punkten, Spiel mir das Lied vom Tod seh ich ähnlich, wobei ich dem Film durchaus etwas krtischer gegenüber stehe als du.

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
28.08.2018 10:40 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 898 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

Danke für den Hut.

An "Für ein paar Dollar mehr" habe ich auch noch denken müssen, als ich zu dem "sie finden es meist okay" kam, hab das aber glatt in meiner Antwort vergessen.

Man könnte Leone gerne dafür kritisieren, dass Frauen bei ihm in die Heilige/Hure-Einteilung gesteckt werden (ich würde dann aber wieder auf Cardinale zeigen und sagen, dass das für ihn keinen UNterschied macht - auf positive Art und Weise) und, das wäre mMn legitim, Frauen bei ihm selten echte Charaktere sind, sondern nur Plot Devices. Marianne Koch in "Für eine Handvoll Dollar" fällt mir da, genau wie Van Cleefs Schwester, ein. Das sind ja keine wirklichen Figuren. Insofern kann man die Vergewaltigung als Element der Geschichte durchaus kritisieren, weil die Frau nicht zu Wort kommt und die Vergewaltigung nur dem Mann als Motivation für seine Taten dient (sprich: Rache). Dann muss man aber auch bedenken, zu welcher Zeit der Leone seine Filme gemacht hat und die gesellschaftliche Debatte zum Thema noch auf einer anderen Ebene stattfand - und Leone eben ein männliches, eher ländliches Publikum vor Augen hatte.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
28.08.2018 10:19 Uhr | Editiert am 28.08.2018 - 10:23 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Silencio:

Erstmal Hut, dass du dir so lange und ausufernd die Zeit für genommen hast. Ich habe mir das Teil durchgelesen, habe ihm anfangs sogar etwas beigepflichtet, aber der ist ja immer stärker und radikaler in seiner Wahrnehmung und Argumentation geworden, so dass ich eigentlich zu dem Schluss gekommen war, dass da eigentlich nicht mehr viel zu erwidern ist. Aber da du dir ja auch die Mühe gemacht hast:

Der Mann hat den kompletten Film nur aus der sexuellen Perspektive wahrgenommen, alle anderen Aspekte mal schön ausgeblendet, und dabei sich so sehr auf den einen Standpunkt versteift (tolles Wortspiel, höhö), dass er quasi Scheuklappen aufhatte.

Wie ich es ja auch schon schrieb, Leone nimmt seine Frauenfiguren schon seit jeher als Figuren, die von den eigentlich erbärmlichen Schurken auf den ersten Blick zwar zu Opfern gemacht werden, aber eigentlich auf ein Podest erhoben werden, weil sie selbst zu schwach sind, es selbst zu sehen. Entweder tun sie den Frauen, die sie begehren, Gewalt an, oder sie rotten sich im wahrsten Sinne des Wortes zusammen, weil sie alleine zu schwach für die Frauen sind. Und dennoch gelingt es diesen Frauen ihre Würde zu bewahren und er gibt den Mann der Lächerlichkeit preis. Auch wenn es vielleicht als Frauenfeindlich auf den ersten Blick wirken mag, so ist es wahrscheinlich eher ein realistischeres Abbild als im wilden Westen plötzlich eine Mutter sich mit Gian Maria Volonte, Lee van Cleef oder sogar mit Clint Eastwood anlegen zu lassen.

Dies fängt schon in für eine Handvoll Dollar an, wo Marianne Koch quasi als zur Madonna erhobene Geisel für Gian Maria Volonte herhalten muss, und selbst Clint Eastwoods Figur hegt zarte Empfindungen für diese unnahbare Frau, die selbst er auf ein Podest erhebt, und die dadurch zu seiner einzigen offensichtlichen Schwäche wird.

In Für ein paar Dollar mehr geht Leone sogar noch weiter: Volonte, der extrem schleimig präsentiert wird, vergewaltigt die Schwester von van Cleefs Charakter, diese bringt sich selbst daraufhin direkt noch im Bett um, woraufhin Volontes Charakter eine komplette Traumatisierung erfährt und den Rest des Films mit einem Knacks im Kopf herumläuft. Hier ist die Frau zwar nur der Katalysator, aber Leone macht auch hier keinen Hehl daraus, dass Volontes Charakter eigentlich ein wildgewordenes Tier ist, gerade auch wegen seiner Tat gegenüber der Frau, und es gibt keinerlei Anzeichen für eine gewisse Sympathie für diese Figur.

In Zwei Glorreiche Halunken geht er deutlich subtiler mit dem Thema um, wohl auch um den Film nicht noch weiter zu überfrachten: Hier wird eine Hure von einer Horde Männer nach verrichteter Arbeit abgeladen, woraufhin die Hure die gesichtslosen Männer wüst beschimpft: Die schwachen Männer fühlen sich in ihrer Gruppe gegenüber der "schwachen " Frau sicher und trauen sich daher auch nur in der Gruppe an sie heran.

Spiel mir das Lied vom Tod: Im Grunde genommen hat Silencio hier schon genug zu gesagt, aber nur als weitere Ausführung: Fondas Charakter vergeht sich an Cardinale, was diese durchaus souverän über sich ergehen läßt. Diese Szenen sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass Fonda sehr unbeholfen und irgendwie unsicher an sie rangeht, was beim ersten Bemerken durchaus auf Henry Fondas hohes Alter und gentlemanlike Schauspiel zurück führbar wäre, aber bei genauerer Betrachtung haben wir immer wieder die Momente, die offen legen, dass Fondas Filmcharakter ein Schwächling ist, der sich zu sehr auf seine Männer verläßt, der aus der Zeit gefallen ist, der Angst hat, dass seine Zeit um ist, der sich verzweifelt an alles klammert, was ihm Prestige bringen könnte, so auch an die Frau, die sich nicht unterkriegen läßt. Und auch hier, selbst Cheyenne ist in Cardinales Nähe ein Schwächling. Der einzige, der Stärke zeigen kann, ist der asexuelle Mundharmonika. Besonders hier wird deutlich, dass Leone den Mann an sich als kompletten Schwächling ansieht.

Nur kurz noch Es war Einmal in Amerika: Wir sollten hier nicht der Idee verfallen, dass nur weil es alles aus Noodles Sicht präsentiert wird, dass Noodles der Held der Geschichte wäre, im Gegenteil, Noodles ist ein klassischer Vorreiter solcher mittlerweile etablierter Antihelden wie Tony Soprano oder Walt White. Er ist der eigentliche Schurke des Films: Er verrät seine Freunde, er vergewaltigt seine große Liebe, und da alles aus seiner Sicht erzählt wird, macht er uns weis, dass Max der wahre Schurke ist. Naja, eigentlich sind beides auf ihre Weisen die Schurken aber das ändert nicht viel daran, dass Noodles kein Sympathieträger ist, und die vielbesprochene Vergewaltigung hat auch nie den Anschein, dass Leone das Gefühl hätte, jetzt bekommt die Frau endlich das was sie verdient.

Das ist kompletter Quatsch.

Wenn Leone EIN Geschlecht verachtet - und das tut er definitiv auch nicht, er erzählt lediglich seine unterschwelligen Neben-Geschichten teilweise recht subtil - dann ist es der Mann.

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
27.08.2018 19:24 Uhr
2
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 898 | Reviews: 41 | Hüte: 71

luhp:

"Pulp Fiction" halte ich, wie Moby, für einen schlechten Richtwert, weil die Filme wirklich wenig gemein haben. Ich halte beide für Genredekonstruktionen, aber da enden die Gemeinsamkeiten schon.

Zum Link:

"Diese unterschwellige, nie wirklich gebrochene Nachvollziehbarkeit des Motivs aber macht die Szene zu einer der unhaltbarsten der ganzen Filmgeschichte. Die lange gefilmte Ausführlichkeit von Gewaltanwendung und Gewalterleidung tendiert deshalb in die falsche Richtung, weil das Motiv des Mannes zu klar, die Motivation der Frau aber unverständlich und unhaltbar bleibt, weil die subjektive Perspektive des Mannes dadurch im Vordergrund steht: Sie hat es nicht anders verdient."

Erstmal: Noodles Sexismus ist nicht Leones Sexismus. Das sollten wir klar trennen. Dann ist das aber auch noch zu kurz gegriffen argumentiert: Gerade weil die Motivation so offen zur Schau gestellt wird und Leone die Tat trotzdem verachtet, kann man die Szene auch als "Vergewaltigung ist nie okay" lesen - egal, was der Mann sich da als Rechtfertigung hinbastelt. Noodles ist ein typischer Verlierer, wie im Film Noir, den wir nachvollziehen können, mit dem wir uns aber am Ende nicht identifizieren sollen. Da traut der Reviewer dem Zuschauer vielleicht ein bisschen zu wenig zu...

"Für Leone ist der sexuelle Akt zwischen Mann und Frau männliche Gewaltausübung, untrennbar von Angst und Unterdrückung auf der weiblichen, Aggression und Macht auf der männlichen Seite. Das Schlimme dabei: die Frauen in seinen Filmen sehen das genauso und finden das meistens okay."

Das ist schlichtweg falsch. Außer der Juweliersdame gibt es bei Leone keine Frau, die Gewaltanwendung ihr gegenüber "okay" finden würde - zumindest fiele mir keine ein.

"Wer z.B. eine Frauenfigur (wie Claudia Cardinale in „Spiel mir das Lied vom Tod“) den Text "Sie können mich über den Tisch werfen und Ihre Männer auch noch reinholen und mich vergewaltigen lassen, daran ist noch keine Frau gestorben." sagen lässt, macht sich deshalb strafbar, weil er mindestens in Kauf nimmt, dass Männer oder Halbwüchsige, die gerne mal als „cool“ geltende Italo-Western oder „Es war einmal in Amerika“ sehen, solche fatalen Verharmlosungen ungeprüft glauben könnten. Interessant wäre wirklich, einmal zu erfahren, wie viele spätere Vergewaltiger durch Leone-Filme in ihrem Frauenbild zumindest bestätigt, wenn nicht sogar geprägt worden sind. "

Case in Point: Cardinales Charakter nimmt Cheyenne damit jede Macht über sie. Sexuelle Aggressivität würde ihn als Würstchen enttarnen. Dass der noch das alte "Denkt denn keiner an die Kinder!" auspackt, das lassen wir mal unkommentiert.

" Auch in den Gangsterfilmen der schwarzen Serie gehörten zu den bösen Buben immer auch böse Mädchen, die aber mindestens ebenso schlau und vor allem ihnen gleichwertig waren."

Der Witz: die den Männern gleichwertigen Frauen wurden in den Noirs immer bestraft. Die durchtriebene Schlangenfrau, sprich die Femme Fatale, war im Gegensatz zu den Gangstercharakteren NIE der Sympathieträger, sondern einfach Lustobjekt, das Verdamnis nach sich zieht - und das für die Boshaftigkeit, genau so angetrieben zu sein, wie der Mann, bestraft gehörte. Deswegen ist Leones Film auch dekonstruktiv: er enttarnt Noodles Bild von Deborah als genau das - nicht mehr als ein Bild, das der echten Frau eben nicht gerecht werden kann.

"Deshalb ist der Film, der rauschend im Gewand eines elegischen Epos und als Hommage an das Kino daher kommt, doch bestenfalls das letzte Aufbäumen, ein selbstmitleidiger Abgesang eines erzkonservativen italienischen Patriarchen in einer angeblich von Frauen dominierten Moderne, und darin stilistisch zwangsläufig plattitüdenhafte, kitschige und blutrünstige Kolportage, ein aufgeblähter Groschenroman - wozu wir, nicht grundlos, auch „Pulp Fiction“ sagen können. "

Leone als "erzkonservativen Patriarchen" zu bezeichnen, ist übrigens so weit von der Wahrheit entfernt, dass man dem Autoren glatt Unwissen vorwerfen muss. Leone ist ein alter Linker gewesen, der unter der Knute des Faschismus aufgewachsen ist. Der Autor würde wahrscheinlich auch Verhoeven Verherrlichung der Nazis vorwerfen, nachdem er "Starship Troopers" gesehen hat...

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luhp92 : : BOTman Begins
27.08.2018 18:03 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.430 | Reviews: 142 | Hüte: 332

Wer Detaillierteres zu MobyDicks Exkurs über Sergio Leones Frauenverachtung in "Es war einmal in Amerika" lesen möchte:

http://www.filmzentrale.com/rezis/eswareinmalinamerikaat.htm

(Entspricht nicht meiner Meinung zum Film.)

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
27.08.2018 17:58 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

luhp:

Das ist dein gutes Recht. Vor allem beim Paten 1 und 2 kann und will ich dir nicht widersprechen (auch wenn die auch ewig lange dauern), aber wenn du dann auch noch mit Pulp Fiction ankommst und ernsthaft behauptest, sie wären im gleichen Genre angesiedelt, frag ich mich, ob das Ironie sein soll?

Das Gangster-Genre bietet so viele Untergenres, dass du nicht jeden Gangster-Film gleich setzen kannst. Auch Scarface ist so ein Beispiel, oder Blood in Blood Out, oder der Sizilianer, oder oder oder.

Heat ist auch Klasse, aber es ist was völlig anderes.

Und wer mein Review komplett gelesen hat, wird auch sehen, dass ich vor allem der Meinung bzgl Dem Paten komplett offen bin. Mir persönlich gefällt Amerika halt besser, aber das ist Geschmacks- und Gewichtungssache.

Dünyayi Kurtaran Adam
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luhp92 : : BOTman Begins
27.08.2018 17:52 Uhr
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@MobyDick und Silencio

Was wäre, wenn ich schreibe, dass "Es war einmal in America" meiner Einschätzung nach zwar gute Vorarbeit geleistet hat, ich Werke wie "Der Pate I & II", "Goodfellas" und "Pulp Fiction" dann aber doch für die qualitativ und inhaltlich hochwertigeren Beiträge zum Mafia- und Gangstergenre halte?^^

Einmal anschauen hat mir gereicht, ein weiteres Mal muss ich mich nicht durch OUATIA quälen. Dafür bietet mir der Film zu wenig und vor Allem zu wenig Inhalt für eine Laufzeit von 4 Stunden.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
27.08.2018 17:36 Uhr
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Ich hab mich, obwohl ich den Film schon lange hier liegen habe und die anderen beiden Teile der "Trilogie" sehr mag, noch immer noch rangetraut. 4 Stunden für die Langfassung sind halt auch sau viel Zeit. Davon mal abgesehen bin ich trotzdem großer Fan von Leone und hab durch die Review schon irgendwo Lust den mal zu sehen. Da fiel mir ein - seinen ersten aus den frühen 60ern, nen Monumentalfilm namens Der Koloss von Rhodos hab ich sogar mal reviewt, genau wie meinen absoluten Liebling - Once upon a Time in the West

Trotzdem muss ich echt irgendwann mal den Amerika-Film schauen...

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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