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Gravity

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Gravity Kritik

Gravity Kritik

Gravity Kritik
0 Kommentare - 01.08.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Gravity" ist.
Gravity

Bewertung: 2.5 / 5

Die Bio-Medizinerin Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) geht zusammen mit dem erfahrenen Astronauten Matt Kowalski (George Clooney) auf eine Routinemission. Doch während ihrer Reise kommt es zu einer Katastrophe, wodurch ihr Shuttle zerstört wird und sie völlig vom Kurs abkommen und der Kontakt zur Erde abbricht. Ohne Aussicht auf Rettung und mit auslaufendem Sauerstoff kämpfen sie gegen die Zeit an.

Der Weltraum und seine unendlichen Weiten bieten eine Menge Stoff, für unendliche Gedanken. Surreal, dass da ein beinahe endloser Raum ist, der zwischen all der Dunkelheit nur marginal Licht zulässt und für den Menschen pure Gefahr bedeuten kann. Wenn man Gott spielen will, dann blickt man von oben und daß eben dieses Oben voller Gefahren steckt, das stellt Regisseur Alfonso Cuarón direkt in Aussicht, als er eine Rettungsmission zum Thema allen Seins erklärt. Für diesen Film bedeutet das, daß er die Handlung in den Hintergrund gerückt wissen will, weil es viel mehr darum geht, Eindruck zu machen und zwischenmenschliche Beziehungen auszuleben. Dummerweise ist Gravity damit in den allermeisten Momenten auch nicht viel mehr, als bloßes Effektkino, der Marke James Cameron. Wobei man Cameron in manchen Belangen durchaus mehr zutrauen kann. Für die Figuren zählt die Heimkehr in ein Leben auf der Erde und es mag vielleicht dem Umstand geschuldet sein, daß man nun in den letzten Jahren mit einigen Science-Fiction-Filmen gesegnet wurde, die deutlich besser waren, aber Gravity ist halt zumeist einfach nur Style over Substance. Sofort fallen die Vergleiche zu Interstellar (2014), Der Marsianer – Rettet Mark Watney (2015) oder Ad Astra – Zu den Sternen (2019) ins Gedächtnis. All diese Filme berichten mal mehr mal weniger von der Heimkehr und dem unbedingten Drang zu überleben. Doch während man die erste Hälfte im Film durchaus noch schnell verkraftet, wird es spätestens ab der zweiten schwierig, weil man hier auf die pure Einsamkeit setzt.

Trailer zu Gravity

Dabei muss Einsamkeit nichts Schlechtes bedeuten. Zumindest nicht als Thema für einen Film und immer wieder lässt Cuarón hier kleinere Gedankengänge über das Dasein in den Film einfließen. Wann immer es aber tiefer gehen könnte und man sich mit den wirklich beeindruckenden Bildern und Geschehnissen beschäftigen könnte, befasst sich der Regisseur viel eher damit, die Mission zum Thema der Geschehnisse zu machen. Irgendwie überleben, irgendwie zurückkommen. Das hat schon fast etwas, von amerikanischem Narzissmus, der das Recht erteilt, wichtiger als alles andere im Universum zu sein. Und selbst wenn man den Zynismus mal bei Seite lässt, dann ist dieser Film schlicht und ergreifend zum Ende hin auch alles andere als überraschend. Man fragt sich die ganze Zeit, was nun die Aussage des Werkes sein soll. Soll man sich nicht in den Weltraum begeben, soll man sich nicht zufällig von einem Unfall in die ewige Einsamkeit schleudern lassen. Soll man darauf warten, gerettet zu werden, oder selbst die Dinge in die Hand nehmen. Es wird zu keinem Zeitpunkt auch nur ersichtlich, was Gravity dem Zuschauer für eine Botschaft mitteilen will. Weiterhin wird der Zuschauer auch lange im Unklaren darüber gelassen, wie eigentlich die auftretenden Figuren zueinander stehen. Es scheint alles Zufall zu sein und diese wörtliche Heldenreise bleibt dann als einfacher Trip mit kleiner Verspätung in Erinnerung.

So zumindest in einigen Belangen. Gravity ist definitiv ein Film, der nur einer Person gehört, nämlich seinem Regisseur Alfonso Cuarón. Dieser inszeniert mit diesen minimalistischen Gedanken nicht etwa einen Film, sondern inszeniert ein maximales Gemälde. Ja, es ist Effektkino und es ist dennoch in gewissen Belangen imposant. Wann immer Bullocks Dr. Stone und Clooneys Kowalski auf diesen Gerätschaften durchs All fliegen, hat das etwas Pathetisches. Nicht immer funktioniert das, doch wenn es funktioniert, dann hat man den Eindruck, daß den Menschen nichts zu groß ist. Der Film berichtet theatralisch von der Größe des Menschen, die sich nicht in tatsächlicher Größe messen lässt, sondern darüber hinaus geht. Gerade der Kontrast aus endlos wirkendem All und endlich bleibendem Menschen spiegelt die Sehnsucht nach mehr im menschlichen Sein wider. Gleichsam setzt der Regisseur hin und wieder in wirklich intensiven Szenen den kompletten Ton aus. Das unterstreicht abermals den Gemäldegedanken und lässt die vermuteten Schreie und Laute im Vergleich zu allem, was sich im Hintergrund befindet, abermals so winzig erscheinen. Das heißt, wenn der Film eigentlich an den Punkt gelangt, seine Figuren und damit den Menschen als Bezwinger allen Übels und aller Hürden zu inszenieren, kommt immer wieder der Punkt, an dem sie zurück auf den Boden der Tatsachen geführt werden. Das zeigt sich zur Hälfte im Film ganz deutlich, wenn der Film sein eigenes Konzept nochmal erneuert. Gerade schauspielerisch ist das dann besonders für Bullock eine Leistung. Denn ihr Spiel und auch das Drehbuch sorgen dafür, daß die Figur im ständigen Wandel bleibt und immer nur auf Situationen reagieren kann, ohne dabei eigentlich selbst irgendeine Form von Macht oder dergleichen ausüben zu können.

Viel mächtiger ist da die Technik, von welcher sich die Astronauten und Menschen eben abhängig gemacht haben. Nun lässt Gravity dahingehend relativ viel Raum, um seine Aussage nicht überdeutlich zu machen. Im Prinzip kann man das so oder so auslegen, indem nämlich die Technik ab einem gewissen Punkt versagt, wird der Mensch eigentlich komplett ausgeliefert und hat keinerlei Möglichkeit mehr zu überleben. Das heißt aber auch, daß der Mensch vielleicht gut daran täte, dies nicht mehr zu tun. Fraglich bleibt aber, ob das eine wirkliche Aussage sein kann, weil man dadurch viele Möglichkeiten aufgibt und auch das ganze Leben und viele Zukunftsideen über den Haufen wirft. Wenn man die Technik hier als positiv konnotiert betrachtet, dann gibt es hier im Vergleich zu früheren Zeiten immer wieder noch eine Möglichkeit das Leben der Menschen zu retten, in dem man diese einfach nur richtig anzuwenden lernt. Die eigentliche Frage in Gravity ist aber dann doch eher eine pessimistische. Denn abhängig von den Gegebenheiten wird immer wieder thematisiert, ob es sich überhaupt für die Beteiligten lohnt, weiterzumachen und für den eigenen Erhalt, aber auch den von anderen, also der Menschheit zu kämpfen.

Hassenswert ist Gravity sicherlich nicht. Dazu sind die Schauspieler zu gut ausgelegt und auch die gezeigten Bilder können schon sehr gut überzeugen. Ähnlich verhält es sich mit der Interpretation, doch diese ist insgesamt recht vieldeutig. Und daher ist dieser Film oft in seinen eigenen Ideen oder vermeintlichen Ideen gefangen. Daraus resultiert, daß das Werk sicherlich viele Ideen und Konzepte hat, die es zu besprechen gälte. Dennoch will der Film nie ganz eindeutig klarmachen, was eigentlich seine Aussage sein soll. Und daher verbleibt das Ergebnis eher Verhalten.

Gravity Bewertung
Bewertung des Films
510

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