Indiana Jones und der Tempel des Todes

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Ein Herz für Kinder

Indiana Jones und der Tempel des Todes Kritik

Indiana Jones und der Tempel des Todes Kritik
2 Kommentare - 23.08.2020 von TiiN
In dieser Userkritik verrät euch TiiN, wie gut "Indiana Jones und der Tempel des Todes" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

Indiana Jones und der Tempel des Todes ist ein Abenteuerfilm aus dem Jahr 1984 und wurde von Steven Spielberg inszeniert.

Indiana Jones ist Kult und findet in unserer Gesellschaft immer wieder Referenzen. In diversen Ranglisten werden vor allem Jäger des verlorenen Schatzes und der letzte Kreuzzug hervorgehoben. Der zweite Film der Reihe, der Tempel des Todes, ist oft etwas unter dem Radar unterwegs, man stellt ihn zwar vor dem vierten Teil, aber geht oft nicht groß darauf ein. Dabei lohnt es sich, auf Indiana Jones 2 etwas genauer zu schauen.

Verglichen mit seinen Nachbarn (Teil 1 und 3) macht Indiana Jones und der Tempel des Todes tatsächlich einiges anders. Zunächst ist der Mittelteil der Trilogie tatsächlich ein verstecktes Prequel, denn seine Handlung spielt sich im Jahr 1935 ab, also ein Jahr vor den Ereignissen vom Jäger des verlorenen Schatzes. Weiterhin hat dieser Film kein Wettrennen gegen die Nazis sondern er präsentiert sich in bester Allan Quartermain Manier im Dschungel und in verborgenen Tempeln. Nach einer Auseinandersetzung in Shanghai stürzt Indiana Jones mit seinen Begleitern ab und kann mit einem Schlauchboot in Indien notlanden.
Ein nettes Gedankenspiel: Columbus wollte damals einen Seeweg nach Indien finden und entdeckte Amerika. Die dortigen Ureinwohner nannte man Indiana. Der Spitzname von unserm geliebten Archäologen lautet ebenfalls Indiana, wie sein damaliger Hund. Nun befindet sich Indiana Jones in Indien.
Jones entscheidet sich einem kleinen Dorf zu helfen, dessen Kinder und heiliger Stein gestohlen wurden.

Damit sind wir beim springenden Punkt, weswegen der zweite Film so viel unterschiedlicher ist als seine beiden Nachbarn. Spielberg war es oft wichtig, Kinder in seinen Filmen in den Fokus zu stellen und mit ihnen oder durch sie die Geschichte zu erzählen. Ob nun E.T., Hook, teilweise auch Jurassic Park oder Im Reich der Sonne. In den vier Indiana Jones Filmen kommen Kinder aber fast gar nicht vor, bis auf im Tempel des Todes. Das erklärt auch den Grundton des Films, der durchaus etwas anders ist, verglichen mit den anderen Abenteuern.
An Indys Seite steht sein Helfer Shorty. Dieser ist zwar etwas hibbelig und aufgedreht, aber jedes Kind in seinem Alter wird sich mit Shorty irgendwie identifizieren können und im übertragenen Sinne Indiana Jones auf seinen Abenteuern begleiten. Weiterhin an der Seite ist die Schauspielerin Willie, welche so gar nicht in diese Welt passt, es raushängen lässt aber so für die ausreichende Unterhaltung sorgt.

Dieser Film ist ein richtiger Unterhaltungs- und Abenteuerfilm, welcher keine Längen aufweist und in dem immer etwas passiert. Ob nun Affenhirn auf Eis serviert wird, man mit einem Schlauchboot aus einem Flugzeug springt oder mit einer Lore durch Katakomben rast, vieles scheint sehr abgedreht – aber mit den Augen eines Unterhaltungsfilms ist das alles ein unglaubliches Abenteuer was in diesem Rahmen von Spielberg und Lucas wunderbar erdacht und auf die Leinwand gebracht wurde.

Spannend hierbei ist zudem der Spagat, den man gewagt hat. Einerseits spricht man mit der Action, den Figuren und den Abenteuern ganz klar junge Leute an, zeitgleich ist es aber auch der brutalste Teil der Reihe. Nicht nur, dass Leuten das Herz entnommen wird, es werden auch Kinder versklavt und ausgepeitscht. Heutzutage würde sich jedes Filmstudio quer stellen, Spielberg wollte das damals gerne so umsetzen und konnte es. Vermutlich war es ihm wichtig, einerseits diesen kindlichen Spaß zu zeigen und andererseits die Leute erinnern zu wollen, wie man mit Kindern umzugehen hat und wie kostbar sie sind.

Der Film sieht von der 1980er Jahre Trilogie am besten aus und hat den besten (deutschen) Ton (deutsche Bluray Auswertung). Für die Effekte erhielt Dennis Murren als Supervisor damals mit seinem Team von ILM den Oscar und das meiste schaut auch heute noch wunderbar authentisch im Stil dieses Films aus. Harrison Ford selbst ist hier der Indiana Jones, den man in seinen Gedanken hat, wenn man an diese Figur denkt. Unvergessen der Showdown auf der Hängebrücke. Schön auch die nette Referenz an Teil 1, als Jones es mit zwei Säbelschwingern zu tun bekommt und nach seinem Revolver greifen möchte.

Den vierten Film muss man sicherlich gesondert betrachten. Aber wenn man auf die Trilogie der 80er Jahre schaut, dann hat Jäger des verlorenen Schatzes diese ikonische Figur zwar erfunden, der letzte Kreuzzug hatte sicherlich Geschichte mit der meisten Seriosität, aber der Tempel des Todes hat die meiste Fantasie und sprichwörtlich das meiste Herz.

Indiana Jones und der Tempel des Todes Bewertung
Bewertung des Films
910
DVD & Blu-ray
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2 Kommentare
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mor : : Moviejones-Fan
23.08.2020 18:43 Uhr
0
Dabei seit: 29.05.19 | Posts: 196 | Reviews: 1 | Hüte: 1

Von den drei ursprünglichen finde ich den am schwächsten, die Stereotype, die verfälschte Mythologie und die nervtötenste Filmfigur seit langem haben mir den Spaß am Film getrübt, meine Reihenfolge wäre

Letzte Kreuzzug

Verlorenr Schatz

Tempel des Todes

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TiiN : : Pirat
23.08.2020 17:38 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 5.886 | Reviews: 130 | Hüte: 309

Am Wochenende habe ich mir alle drei Indiana Jones Filme nach längerer Zeit mal wieder angeschaut - in der Reihenfolge 1, 3, 2.

Den zweiten Teil, also diesen hier, habe ich mir passenderweise an einem Sonntagnachmittag angeschaut - denn meiner Meinung nach versprüht der Film wie kaum ein anderer diesen Sonntagnachmittag-Charme.

Als Kind war es mein Lieblingsteil, heute würde er sich mit Teil 3 duellieren und meiner Meinung nach wird er in der öffentlichen Diskussion oft übergangen und auf das Schlauchboot reduziert.

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