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Oppenheimer

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Userkritik von FlyingKerbecs

Oppenheimer Kritik

Oppenheimer Kritik
2 Kommentare - 20.07.2023 von Parzival
In dieser Userkritik verrät euch Parzival, wie gut "Oppenheimer" ist.
Oppenheimer

Bewertung: 4 / 5

Vorwort

Tenet war der erste Nolan-Film, den ich im Kino gesehen habe, leider hatte ich damit seinen schwächsten Film erwischt und es war auch meine schlimmste Kinoerfahrung bisher. Das war für mich sehr enttäuschend, da Nolan einer meiner Lieblingsregisseure ist und ich sehr gespannt darauf war, endlich einen seiner Filme im Kino zu sehen.

Trailer zu Oppenheimer

Meine Hoffnung lag daher auf seinem nächsten Film. Leider ist Oppenheimer so gar nicht mein Genre, daher hatten sich meine Erwartungen und Vorfreude sehr in Grenzen gehalten. Ich hätte den Film wohl auch nie gesehen, wäre Nolan nicht der Regisseur. Trailer hatte ich nicht groß geschaut, außer wenn sie im Kino liefen.

Ich bin neutral an den Film rangegangen, war neugierig, wie ich ihn wohl finden werde. Kurz vor Start ist meine Vorfreude aber dann doch noch etwas gestiegen.

Nun zum Film:

Oppenheimer ist ein schwieriger Fall. Ich fand den Film besser als Tenet (das ist allerdings nicht schwer) und auch das Kinoerlebnis war weitaus besser, also normal halt, nicht schrecklich. Aber auch nicht überdurchschnittlich gut.

Man muss sich halt bewusst sein, dass es sich hierbei um einen Historienfilm handelt. Ein Historienfilm um Oppenheimer und den Weg zum Bau und Verwendung der ersten Atombombe. Aus der Story kann man nicht viel rausholen, wenn man ein cineastisches Erlebnis haben will und Nolan hat hier rausgeholt, was möglich war denke ich.

Schwierig ist das Ganze, weil der Film zu 99% aus Dialogen besteht. Überwiegend geht es dabei um Physik und Politik, nicht gerade die interessantesten Themen, zumindest nicht für mich. Es gibt keine Action, keine epischen Szenen, keine besonderen Stunts, rein gar nichts. Wirklich nur sehr viel Dialog, Informationen usw. Lediglich eine Szene bietet etwas Abwechslung, etwas für die Augen, und das ist das Trinity Projekt, also der Test der ersten Atombombe. Und ja, die Szene war schon ziemlich cool, vor allem wenn man bedenkt, dass hier angeblich (wie auch im ganzen Film) kaum/kein CGI verwendet wurde. Dennoch muss ich sagen, hatte ich es mir noch cooler vorgestellt.

Nach dem Trinity Projekt waren noch ca. 60 Minuten Laufzeit übrig…und da muss ich sagen, dass der Film teilweise zäh geworden ist. Mit 180 Minuten ist die Laufzeit sehr lang und Nolan hat es schon so spannend inszeniert, wie es für so einen Film möglich ist. Die Spannung bei 99% Dialogen, die zu großen Teilen über Physik und Politik handeln, aufrecht zu erhalten, ist so gut wie unmöglich. Daher kann man es auch nicht wirklich kritisieren, wenn einem dann an der ein oder anderen Stelle etwas langweilig wird, zumal es sehr anstrengend ist, 3 Stunden lang Personen beim Reden zuzuhören. Da ich mir das schon dachte, hatte ich mir zum ersten (und einzigen) Mal die XXL-Popcorn-Tüte bestellt um etwas Nebenbeschäftigung zu haben, aber nach 90 Minuten hatte ich sie alle.^^

Vielleicht war Nolan das bewusst und vlt. hat er deswegen einen Cast aus vielen bekannten Darstellern gewählt, die über die Laufzeit hinweg alle mal aufgepoppt sind und zumindest mich, der Filme mit großen bekanntem Cast liebt, bei Laune zu halten.

Damit komme ich erstmal zum Cast, überragend, was kann ich da groß noch sagen. Über 20 Darsteller, die ich kannte, darunter einige Hochkaräter. Ich werde kaum Namen nennen, um euch die Überraschung nicht zu verderben. Aber Cillian Murphy hat hier eine großartige Leistung abgeliefert in der (vermutlich) Rolle seines Lebens, die ihm zumindest eine Oscarnominierung einbringen dürfte. RDJ war ebenfalls klasse, wie auch Emily Blunt und Matt Damon. Aber auch der Rest.

Der Soundtrack war gut und passend, teilweise wieder etwas zu laut wie bei Tenet, aber seis drum. Herausragende oder erinnerungswürdige Stücke gab es hier allerdings nicht, wie schon bei Tenet, der ebenfalls Ludwig Göransson als Komponist hatte.

Zu Effekten kann ich hier nicht viel sagen, höchstens bei der Explosion gab es vlt. welche, aber die war sicher überwiegend praktisch gemacht und das sah sehr gut aus. Und das De-Aging sah auch mehr praktisch als digital verjüngt aus. Ich glaube hier gab es auch klare Limits beim Budget, „gerade mal“ 100 Mio Dollar und das meiste ist bestimmt für den Cast und die Settings draufgegangen.

Settings, Kostüme etc. sah alles authentisch aus.

Spannung war größtenteils da, ließ aber im letzten Dritten nach. Aber wie schon gesagt, hier wurde denke ich rausgeholt was ging. 180 Minuten Laufzeit ist mMn dennoch zu lang.

Emotionen hat der Film nicht groß erzeugt, zumindest keine Starken. Da der Bombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki in Echt passiert ist, hab ich natürlich schon Emotionen gehabt, ist einfach schrecklich gewesen und zuzusehen, wie sie Bomben gebaut haben und dann geplant haben, wo sie sie abwerfen, wie viele Opfer es wohl gibt usw. war wirklich grausig. Für die Charaktere, vor allem Oppenheimer, ist es auch ne zwiegespaltene Sache, einerseits freut man sich, dass die Arbeit ein Erfolg war und durch die Bombardierung der Krieg wohl endgültig vorbei ist, allerdings ist es auch grausam im Hinblick auf die zivilen Opfer.

Vor-Fazit:

Als Historienfilm ist Oppenheimer mMn sehr gelungen und Nolan hat sein Bestes versucht, den Film so massentauglich wie möglich zu machen denke ich. Aber reicht es aus? Ich denke nicht. Für Genre-Fans und Fans der Themen, die der Film behandelt, ist der Film sicherlich ein Meisterwerk. Ich bin keines von beidem, ich bin lediglich Fan des Regisseurs und des Casts. Ich habe versucht, mich so gut wie möglich auf den Film einzulassen. Ich fand den Film auch ziemlich gut und Kritik habe ich nicht wirklich, bis auf die lange Laufzeit. Aber insgesamt gesehen…ist Oppenheimer einfach kein Film für mich. Das ist weder schlimm noch überraschend. Wie gesagt, ich hätte ihn wohl nie geschaut, wäre er nicht von Nolan. Und er hat ihn mir schon so schmackhaft wie möglich gemacht, sodass ich insgesamt zumindest eine ganz gute Zeit hatte mit dem Film, auch wenn er mich nicht begeistern konnte. Damit zumindest eine Steigerung zu Tenet, aber ich hoffe, dass Nolans nächster Film wieder mehr in die Richtung Inception oder Interstellar geht.

Lohnt es sich, den Film im Kino anzusehen?

Einerseits nein, wenn man bedenkt, dass es hier nur eine Augenschmauß-Szene gibt und ansonsten nur Dialoge, Dialoge, Dialoge…ist zwar auf groß inszeniert, aber ist es eigtl. nicht.

Andererseits ja, denn diesen Film kann man am besten genießen, wenn man voll konzentriert ist und es so wenig wie möglich Ablenkungen gibt, denn ansonsten wird einem sehr schnell langweilig und dann hat man eine dreistündige Tortur vor sich und das will ja niemand. Zudem ist die Inszenierung gut genug, dass es im Kino auch einfach besser rüberkommt. Da reicht aber auch ein einfaches Kino, IMAX oder was es sonst noch so gibt, lohnt sich preislich nicht.

Generell empfehle ich die Sichtung aber ausdrücklich, egal ob im Kino oder zu Hause, denn die Story ist sehr wichtig und die sollte man einfach gesehen haben.

End-Fazit:

Oppenheimer ist ein guter und wichtiger Film, den man gesehen haben sollte. Auch wenn ich nicht begeistert bin, kann ich es verstehen und habe kein Problem damit, sollte er bei den Oscars als bester Film nominiert werden oder gewinnen. Ich bin sehr gespannt, wie er in der breiten Masse ankommt, denn für wirklich massentauglich halte ich ihn nicht.

Bei mir wird es bei dieser einen Sichtung bleiben, ist definitiv kein Film, den ich mir erneut anschauen würde, nicht nur weil es nicht mein Thema ist, sondern auch generell, es gibt kaum Szenen, wo sich eine erneute Sichtung lohnt mMn.

Oppenheimer Bewertung
Bewertung des Films
810

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2 Kommentare
MJ-Pat
Avatar
Parzival : : Kakashi
21.07.2023 09:47 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 8.012 | Reviews: 56 | Hüte: 425

@TiiN

Danke^^, versuche auch immer es so gut wie möglich aus meiner Situation raus zu beschreiben.

Was die Tenet-Sichtung angeht muss ich dazu sagen, es war zwar die schlimmste bisher, aber auch die einzige, die ich nicht als gut bezeichnen würde. In Punkten ausgedrückt, so ziemlich alle Kinoerfahrungen sind bei mir mind. ne 8/10 oder höher, selten mal ne 7/10. Und Tenet war vlt. ne 5/10, also die schlechteste, aber mit Luft nach unten.^^ Wobei ich nicht glaube, dass ich jemals eine schlechtere Erfahrung machen werde, da ich in meiner Auswahl an Filmen, die ich im Kino schaue, schon sehr vorsichtig bin bzw. auf sicher gehe. Dann müsste der Film schon extrem schlecht sein, mich wütend machen und vlt. noch nervige Kinobesucher dazu...aber das ist sehr unwahrscheinlich.

Hab deine Kritik nun auch gelesen, sehr gut geschrieben, ihr seid da alle viel besser als ich drop, und es wird auch klar, für manche ist der Film genau ihr Ding, für andere eher weniger, der Film wird die Gemüter spalten, also typisch für Nolan-Filme. Bin sehr auf den Cinema-Score gespannt. Tenet hatte ein B bekommen, hier wird es denke ich höher, zumal die bisherigen Zuschauerreaktionen ziemlich gut sind. Aber mal sehen, wie es sich noch entwickelt.

Link zu meinem Letterboxd-Profil /// (ehem. FlyingKerbecs)

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TiiN : : Goldkerlchen 2019
21.07.2023 08:45 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 9.074 | Reviews: 173 | Hüte: 609

Ich mag deine Kritiken. Man kann sich immer ganz gut in deine Lage hinein versetzen. Ich hoffe jedoch, dass deine Tenet-Sichtung damals nicht zu schlimm war (es war auch meine schlimmste Kinoerfahrung bisher. ) laughing

Den Kern deiner Aussage zu Oppenheimer kann ich gut nachvollziehen und es freut mich, dass du dich darauf eingelassen hast.


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