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Saw

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Saw Kritik

Saw Kritik

Saw Kritik
12 Kommentare - 08.05.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Saw" ist.

Bewertung: 3 / 5

Arzt Dr. Lawrence Gordon (Cary Elwes) und der Fotograf Adam Stanheight (Leigh Whannel) erwachen gemeinsam in einem Raum. Sie sind beide angekettet und können nicht fliehen. In der Mitte des Raumes liegt eine Leiche. Warum die beiden dort gelandet sind wissen sie zunächst nicht, bis sich herausstellt, daß sie sich in einer Falle des bekannten Serienmöders Jigsaw (Tobin Bell) befinden.

Es ist eigentlich erstaunlich, daß sich es so löange Zeit geschafft habe mich diesem Mammut-Franchise zu entziehen. Viel zu schlecht war das Word of Mouth, daß eigentlich nur darauß bestand, zu sagen wie explizit und gewaltverherrlichend die Saw-Filme seien. Zudem sei die Subpension of Disbelief dermaßen ausgedehnt, daß sie in diesen Filmen gar nicht mehr funktioniere.

Und man kann das auch alles besätigten, denn der Plot von Saw ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, daß es schon fast wieder witzig ist. Ich bin ja persönlich kaum zugänglich für wirklichen Horror. In der Regel ist es wie bei Saw: Einfach lächerlich zusammengekleistert. Schaue man sich die Rezeption von Horrorfilmen in den letzten Jahren an, dann fällt auf, daß vermeintlich Arthouseige Filme wie Midsommer, Get Out oder Wir ob ihres vermeintlich wichtigen Subtextes in den Himmel gelobt werden. Damit steht Saw also in der Tradtion dieser Filme und ist sozusagen auch der Urvater der Lachhaftigkeit. Wenn die Puppe Billy das erste mal vor der Kamera auftaucht, musste ich tatsächlich einfach nur ordentlich lachen. Ich kann sowas einfach nicht ernstnehmen, weil es nicht gruselig, oder Schauerhaft isnzeniert ist, sondern eine juvenile Jungesellenphantasie. Ja, wirklich. Man muss sich doch fragen, warum der Drehbuchautor und Hauptdarsteller Leigh Whannel eine Puppe auf einem Dreirad grusleig findet. Sicherlich manifestiert sich da die Angst vor dem Erwachsenwerden ein wneig. Aber lassen wir das mal so stehen.

Während der ganze Film von einer typischen 2000er Musik hektisch untermalt wird, erleben wir mehrere Zeitebenen die uns verdeutlichen sollen, woher unsere Charaktere kommen. Zumindest dieser Aspekt ist mehr als gut gemacht und selbst wenn hier einige Klischees erfüllt werden, kann der Film durch seine Inszenierung dahingehend punkten.

Es fühlt sich so an, als wolle James Wan vehement beweisen, daß er schon mal einen M. Night Shyamalan Film gesehen hat. Dann während sich so nach und nach einige Dinge über die Charaktere offenbaren hat man die ganze Zeit den legendären "What a Twist" Kommentar im Ohr. Irgendwie ist das schlecht gemacht, aber irgendwie finde ich es deshalb gut. Das Drehbuch vermittelt schizophrenerweise ebenfalls den Eindruck als wolle es das Opus Magnum des Horrorgenres sein. Und irgendwie hat es auch was, wenn sich ständig etwas neues herausstellt. Doch irgendwie finde ich es eher belustigend, als gruselig. Zumal auch Whannels Schauspiel lachhaft schlecht ist.

Die Aspekte hingegen, die wirklich nicht funktionieren sind unter anderem die Motivation von Jigsaw. Denn ich habe selten so etwas lächerliches gehört. Frei nach dem Motto: Ich muss sterben, also bringe ich Leute um, damit sie das Leben schätzen lernen. Wow. Und wenn dann die Worte "Adam, du wirst dir heute beim Sterben zusehen." aufkommen, wird es ebenfalls nicht besser.

Und natürlich ist es auch eine altbekannte Regel im Horrofilm, daß sich die Charaktere erstmal ausspielen. Doch auch das wirkt alles so gewollt und eher irrational.

Dafür kann man dem Film aber anrechnen, daß er durchaus interessante Protagonisten hat. Sowohl Doktor Gordon, als auch Adam sind mehrdimensionale Charaktere mit einer eigenen Geschichte, die meines Erachtens durch die Rückblenden gut erklärt werden. Auch die Geschichte um Detective David Tapp (Danny Glover) und seine eigene Vergangenheit mit JIgsaw funktionieren toll.

Dadurch lässt der Film uns an spannenden Subplots teilhaben und spart sehr an Splatter, was dem Film guttut und mehr zur Atmosphäre beiträgt.

Wer hätte gedacht, daß ein solcher Film ein riesiges Franchise starten würde, welches den Torture-Porn auf seinen Höhepunkt führte. Die Spannung generiert sich hier allerdings noch durch den Plot und seine Wendungen, während Gewalt glückicherweise noch arg zurückgeschraubt wurde. Man muss sich auf das Konstrukt einlassen wollen, denn so manches Mal funktioniert etwas fast schon zu gut. Cary Elwes ist toll, sein Leinwandpartner eher nicht. Zu den ganz großen zählt der Film damit allerings noch lange nicht

Saw Bewertung
Bewertung des Films
610
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12 Kommentare
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ProfessorX : : Moviejones-Fan
19.05.2021 18:38 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 644 | Reviews: 137 | Hüte: 19

@Nothing-Is-Written

In dem Zusammenhang ist The Dark Knight tatsächlich auch ein gutes Beispiel. Denn gute Regisseure lassen die Gewalt eben im Kopf stattfinden (, oder man ist eben Tarantino).

Gerade die Szene mit dem Joker und dem Bleistift ist meines Erachtens unglaublich wirksam,. da diese vorstellung unerträglich ist. Über die physikalische Möglichkeit kann man natürlich streiten, aber ich denke als Beispiel ist es auf jeden Fall ganz gut.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
19.05.2021 18:10 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.487 | Reviews: 158 | Hüte: 517

@Nothing-is-Written

Danke, sehr interessant. Ja, in der Tat eine spannende Idee, aus dem "Mad Max"-Ende einen eigenen Film zu entwickeln.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
18.05.2021 22:58 Uhr | Editiert am 18.05.2021 - 22:59 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 300 | Reviews: 2 | Hüte: 46

Ich habe heute eine interessante Anekdote zur Inspiration für Saw erfahren, die ich gern teilen möchte:

https://screenrant.com/mad-max-1979-movie-ending-saw-franchise-create/

Ein Impuls für die Plotkonstruktion von Saw soll das Ende des ersten Teils von Mad Max sein. Anstatt den Verbrecher auf direktem Wege büßen zu lassen, gewährt Max ihn die Option des Überlebens, sofern sich dieser rechtzeitig von seiner misslichen Lage befreien kann. Max kettet ihn nämlich an ein brennendes Autowrack und stellt ihm eine rostige Säge zur Verfügung. Dem drohenden Explosionstod kann er nur entrinnen, wenn er sein Bein amputiert.

Eigentlich ist die Idee, darauf einen Film zu gründen, wirklich alles andere als dumm.

Persönlich muss ich sagen, dass mir die Psychologie des ersten Saws wahnsinnig gefällt, da sie auch in eine gelungene Inszenierung mündet. Das ist insbesondere darin auszumachen, dass etwa die Funktionsweise der "umgekehrten Bärenfalle" nur erklärt wird und sich dadurch der abgründige Fatalismus im Kopf der Zuschauer:innen entspinnt. Es geht um die explizite Anregung der Fantasie und nicht auf das unmittelbare Stützen auf blutige Schockbilder, die eher zur Ermüdung führen. Für mich ist die Inszenierung von Sprache als psychologisches Druck- und Terrormittel einer der wesentlichen Aspekte für das Narrativ. Leider hat man das zusehends vergessen, wie ProfessorX in seinen nun 8 Reviews revue passieren ließ. Da hast du echt Durchhaltevermögen bewiesen. Vielen Dank für deine unterhaltsamen Schilderungen!

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
11.05.2021 18:59 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.487 | Reviews: 158 | Hüte: 517

@Silencio

Dankeschön. Beim Blick auf das Erscheinungsdatum war mir der 9/11-Bezug nach kurzem Überlegen eigentlich schon klar, an die CIA-Verhörmethoden und fortgeschrittene Medien hatte ich dabei aber gar nicht gedacht.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
09.05.2021 21:18 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 644 | Reviews: 137 | Hüte: 19

@Silencio

Ja, daß Nightmare kein typischer Horrorfilm ist, ist klar. Aber auch die anderen Carpenter Werke, oder Der Exorzist, oder Shining sind ebenfalls in diesem Stigma gefangen. Aber ich befürchte das Ganze wird mir an der Stelle einfach zu pauschal, weil es eben nicht meines Erachtens nicht mehr um den Einzelfall, sondern um die Regel geht. Nichtsdestotrotz respektiere ich Deine Meinung. Ich sehe es nur wie gesagt ein wenig anders.

Mag sein, daß Scream jetzt als Beispiel ein wenig zu einfach war. Allerdings ist es auch nicht allzu schwer sich die Kritiken der 2000er Horrorgrößen rauzusuchen, und dann ist klar, daß diese sich eben (zurecht, ode zu unrecht) ne Menge anhören dürfen. Ich dachte nur, daß das an der Stelle noch mal verdeutlichen würde.

Ich gestehe, daß ich Doktor Gordon und Adam im Verhältnis gut fand. Aber sie kommen eben auch nicht an die wahren Größen heran. Was aber vermutlich dem Umstand geschuldet ist, daß man sie herausgeschrieben hat und ihnen eben nicht den nötigen Raum gab.

Das mit dem aufmerksamer Lesen mag stimmen, bin heute ein wenig neben der Spur. Insofern kommt da veilleicht auch nur Matsch bei rum, wenn ich was schreibe. Bitte nicht böse nehmen, oder als Angriff verstehen. laughing

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Silencio : : Moviejones-Fan
09.05.2021 19:44 Uhr
1
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.941 | Reviews: 49 | Hüte: 214

luhp:

"Ich hatte gehofft, dass du das noch weiter ausführst, das geschah bisher nicht, eine Erläuterung zu dem Warum würde mich sehr interessieren."

Na gut, weil du es bist: wir dürfen Horror ja immer auch als Spiegel seiner Zeit betrachten, mittlerweile ist es ja schon Klischee, die Terrorfilme der 70er auf den Vietnamkrieg zu münzen. Da wird dann in "The Hills Have Eyes" die Kernfamilie in ihren unterschiedlichen Variationen auf die Probe und ihrem verzerrten Gegenbild gegenübergestellt, weil da die US amerikanischen Werte, die in den 70ern eine harte Zerreißprobe erlebt haben, eben neu verhandelt (oder meinetwegen auch insgesamt abgelehnt) wurden. Anders ausgedrückt: das Selbstbild der USA wird nach den (national-)traumatischen Ereignissen der letzten Jahre infrage gestellt.

Flash forward in die frühen 2000er: das nächste nationale Trauma erschüttert die USA und wieder ist die Reaktion alles andere als gemäßigt. Und wie durch ein Wunder erfährt auch der Terrorfilm eine Renaissance (und die Verwandtschaft zwischen Torture Porn und Terrorfilm wird offensichtlicher, wenn wir bedenken, dass ungefähr zur gleichen Zeit "Blutgericht in Texas" neuaufgelegt wurde und Rob Zombie mit seinen 70er Pastiches seine größten Erfolge feierte). An der Spitze sehen wir dann "Saw" (dessen Ausgangssituation DIREKT aus den 70ern stammt, übrigens) mit seinem alttestamentarischen Rächer, der Läuterung durch körperliche Qual verspricht. Und wie in den 70ern wird die Gewalterfahrung im Kino wieder intensiver und nahbarer, weil sie eben auch in den Medien intensiver und nahbarer geworden ist. Im Jahr 2003 erschütterten die "enhanced interrogation techniques" des CIA die Welt, die Polaroids aus Abu Ghraib könnten selbst aus einem Horrofilfm stammen, wären sie nicht bittere Realität. während Jack Bauer sich wöchentlich fröhlich durch die Welt foltert. Da bildet die Torture Porn-Welle eben nur die dunkle Unterseite ab, selbst ein "Hostel" hat da eine ganz klare (aber auch recht simpel-moralistische) Position zu eingenommen.

"Wurde "Saw" nicht sogar auch als "Eight" beworden oder sowas in der Art?^^""

Die Tagline in Deutschland war jedenfalls "Nach "Sieben" kommt nicht Acht, sondern "SAW"!"

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
09.05.2021 19:15 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.487 | Reviews: 158 | Hüte: 517

@Silencio
"Der erste "Saw"-Film hat schon ein bisschen mehr Substanz, als du ihm zugestehst und ist gerade dann interessant, wenn man sich die Frage stellt, WARUM der zu seiner Zeit so eingeschlagen ist."

Ich hatte gehofft, dass du das noch weiter ausführst, das geschah bisher nicht, eine Erläuterung zu dem Warum würde mich sehr interessieren.

"Das Marketing hat übrigens damals explizit die Nähe zu "Sieben" gesucht"

Wurde "Saw" nicht sogar auch als "Eight" beworden oder sowas in der Art?^^

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Silencio : : Moviejones-Fan
09.05.2021 19:05 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.941 | Reviews: 49 | Hüte: 214

Professor X:

"Das man in einem durchnittlichen Slasher weniger Dinge hinnehmen muss, würde ich an dieser Stelle ebenfalls verneinen, weil der SciFi-Film (wie durch den Titel selbsterklärend) seine Logik auch in der Regel mit Wissenschaft begründet. Daß tun Horrorfilme nicht, sondern spielen mit dem Unterbewusstsein und den irrationalen Ängsten. Der erste Nightmare basiert zum Beispiel auf dieser These.

Der erste "Nightmare" ist zum Einen kein "durchschnittlicher" Slasher, weil der zum Ende der Slasherwelle (grob von 1978 bis 1984) erschienen ist und sich zum Anderen ziemlich offensichtlich als Gegenentwurf versteht. Darüber hinaus kann auch SciFi mit dem Unterbewussten spielen ("2001" lässt sich HERVORRAGEND psychoanalytisch verstehen, Kubrick war auch großer Anhänger Jungs...), sowie Horror eine wissenschaftliche Grundlage haben ("Splice" als moderne "Frankenstein"-Variante von mir aus). Und wenn du meinst, "Interstellar" wäre eher in der realen Welt verankert als meinetwegen "Blutiger Valentinstag" (oder "Saw"...), dann weiß ich auch nicht weiter. Typen wie Norman Bates existieren, Zeitreisen wiederum nicht...

"Was die Substanz angeht so weise ich allerdings jede Kritik von mir. Mir ist durchaus bewusst, daß solche Filme in der Zeit wo sie enstanden sehr Erfolgreich waren, allerdings gelten viele dieser 2000er Franchises eben unter Kritikern als regelrechte billigware und auch der Großmeister Wes Craven hat sich nicht zuletzt auch in Scream 4 ordentlich über Filme wie Saw lustig gemacht

Also... "Scream 4" (oder IRGENDEINEN Craven) anzuführen, um Kritik an der Glaubwürdigkeit von "Saw" zu äußern, halte ich für gewagt. Und genug von Cravens Filmen haben sich die gleiche Kritik anhören dürfen, gerade "Last House on the Left" ist wesentlich derber - und ziemlich genauso eine Reaktion auf seine Umwelt, die zur damaligen Zeit auf ähnliche Abneigung gestoßen ist.

" Ich persönlich empfand Saw als ok, aber der Erfolg kommt sicherlich nicht von der Qualität, oder dem großen Inhalt."

Erfolg, Qualität und Kritkermeinungen sind ja auch drei verschiedene Dinge.

"Außerdem haben die Saw-Filme auch das große Problem, daß sie keinen interessannten Figuren abseits des Antagonisten zu bieten haben. Wo ist eine Sidney Prescott, wo ist Laurie Strode? Das fehlt den Filmen (unter anderem)."

Ich zitiere mal eben aus deiner eigenen Review:

"Dafür kann man dem Film aber anrechnen, daß er durchaus interessante Protagonisten hat. Sowohl Doktor Gordon, als auch Adam sind mehrdimensionale Charaktere mit einer eigenen Geschichte, die meines Erachtens durch die Rückblenden gut erklärt werden. Auch die Geschichte um Detective David Tapp (Danny Glover) und seine eigene Vergangenheit mit JIgsaw funktionieren toll

Du nennst hier schon drei interessante Charaktere. Die Reihe hat durchaus memorable Figuren.

"Ein Vergleich mit Sieben ist insofern unangebracht, als das David Fincher ein großartiger Regisseur ist, der eben großartige Filme gemacht hat. Mank jetzt mal ausgenommen. Jeder Saw-FIlm ist allenfalls ok. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie duedarauf kommst, daß ich kein großer Fincher-Fan sei.

Aufmerksamer lesen: ich hab nicht gesagt, du seist kein großer Fincher-Fan, ich sagte, du seist kein großer Fan von "Sieben", sonst hättest du den nicht nur einmal vor drei Jahren gesehen.

Und der Vergleich ist halt auch deshalb angebracht, weil "Saw" den selbst sucht. Stilistisch und auch inhaltlich. Man kann "Saw" sogar sehr leicht als Nachzügler der Post-"Sieben" Thriller verstehen, die ihren Serienkillern immer ausgefallenere Tötungsmethoden gegeben haben. Und "Sieben" als Nachzügler von "Das Schweigen der Lämmer", den man übrigens durchaus auch als Horrorfilm verstehen kann...

"Einen Vergleich zu Reservoir Dogs empfinde ich jetzt an der Stelle auch ziemlich unpassend, weil wir von einem ganz, ganz anderem Film reden. Wenn die Beteiligten am Film einen Vergleich zu Sieben wagen, muss sich der Film eben auch diesem Messen lassen können.",

Darf man den jetzt mit "Sieben" vergleichen, oder nicht?

Und auch hier nochmal: bitte aufmerksamer lesen, ich habe "Saw" nicht mit "Reservoir Dogs" oder Western verglichen, ich habe angemerkt, dass die Figurenkonstellation, die du für Horrorfilm-typisch hältst, auch in anderen Genres vorkommt.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
09.05.2021 18:11 Uhr | Editiert am 09.05.2021 - 18:13 Uhr
0
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 644 | Reviews: 137 | Hüte: 19

@Silencio

Ja, daß Filme grundsätzlich konstruiert sind ist schon klar. Aber bei guten Filmen merkt man das eben nicht. Und es fügt sich organischer. Bei Saw passt alles eben zu gut. Das man in einem durchnittlichen Slasher weniger Dinge hinnehmen muss, würde ich an dieser Stelle ebenfalls verneinen, weil der SciFi-Film (wie durch den Titel selbsterklärend) seine Logik auch in der Regel mit Wissenschaft begründet. Daß tun Horrorfilme nicht, sondern spielen mit dem Unterbewusstsein und den irrationalen Ängsten. Der erste Nightmare basiert zum Beispiel auf dieser These.

Daß das nicht auf alle Horrorfilme zutrifft ist mir auch klar, aber ich für meinen Teil suche nach dem Horrorfilm der wirklich mit der Realtät spielt und damit für mich nahbarer ist. Es ist eine Krux mit diesem Genre, weil Angst eben selten was Rationales ist. Insofern Subjektiv und geschenkt.

Was die Substanz angeht so weise ich allerdings jede Kritik von mir. Mir ist durchaus bewusst, daß solche Filme in der Zeit wo sie enstanden sehr Erfolgreich waren, allerdings gelten viele dieser 2000er Franchises eben unter Kritikern als regelrechte billigware und auch der Großmeister Wes Craven hat sich nicht zuletzt auch in Scream 4 ordentlich über Filme wie Saw lustig gemacht. Ich persönlich empfand Saw als ok, aber der Erfolg kommt sicherlich nicht von der Qualität, oder dem großen Inhalt. Außerdem haben die Saw-Filme auch das große Problem, daß sie keinen interessannten Figuren abseits des Antagonisten zu bieten haben. Wo ist eine Sidney Prescott, wo ist Laurie Strode? Das fehlt den Filmen (unter anderem).

Ein Vergleich mit Sieben ist insofern unangebracht, als das David Fincher ein großartiger Regisseur ist, der eben großartige Filme gemacht hat. Mank jetzt mal ausgenommen. Jeder Saw-FIlm ist allenfalls ok. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie duedarauf kommst, daß ich kein großer Fincher-Fan sei. Sieben ist meines Erachtens zwar nicht großartig, aber alle mal sehenwert. The Social Network kratzt meines Erachtens an der Brillianz und Zodiac, sowie Fight Club gehören für mich in meine Top 10, wie man auch auf meinem Profil lesen kann ;)

Einen Vergleich zu Reservoir Dogs empfinde ich jetzt an der Stelle auch ziemlich unpassend, weil wir von einem ganz, ganz anderem Film reden. Wenn die Beteiligten am Film einen Vergleich zu Sieben wagen, muss sich der Film eben auch diesem Messen lassen können.

Und auch der Vergleich zum Western passt nicht unbedingt, weil Western-Helden, bzw. die Protagonisten aus Italo-Western eben eine ganz andere Bedeutung innerhalb ihre Filme inne haben und auch die Laufzeiten, Konzepte und sogut wie alles an den Filmen eben anders ist, als bei einem 90 Mintügem Gore-Horror wie Saw.

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Silencio : : Moviejones-Fan
09.05.2021 14:52 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.941 | Reviews: 49 | Hüte: 214

Professor X:

"Nein, es gibt ja schon einen Untscheid zwischen einem guten Film und einem konstruierten Film. Das Horrorgenre hat meines Erachtens das große Problem, daß man wie in keinem anderen Genre eben bestimmte Dinge hinnehmen muss."

Alle Genres sind konstruiert, weil alle Narrative "konstruiert" sind. Und im durchschnittlichen Slasher muss man wesentlich weniger Dinge "einfach hinnehmen" als im durchschnittlichen SciFi-Film.

"Auch ähnlich surreale Genres wie Fantasy oder Sci-Fi haben eben gewisse Regeln und eine innere Logik, die meistens beim Horror fehlen. Man ist dann eher darauf angewiesen das gezeigte glauben zu wollen, anstatt es glauben zu können."

Das ist so eine grobe Verallgemeinerung, da kann man schon fast nicht drauf antworten. Und macht auch wenig Sinn, weil die Grenzen zu beiden anderen Genres ziemlich fließend sind ("Frankenstein" wird gerne als erster SciFi-Roman gehandelt, zB) und es, wie oben schon angedeutet, Horrorsubgenres gibt, die weit glaubwürdiger sind als der durchschnittliche SciFi oder Fantasyfilm. Weil du keinen Zugang zum Genre findest (was auch völlig okay ist), macht es das nicht allgemeingültig...

" Was Saw angeht, so muss ich leider sagen, daß es eben genügend Leute gibt, die meinen diese Filme wären wesentlich intelligenter als sie letztlich sind.

So einen Satz würde ich übrigens unter einer Review, die sich ein bisschen mehr Mühe gibt, den Streifen irgendwo einzuordnen, wesentlich eher stehen lassen, als hier. Der erste "Saw"-Film hat schon ein bisschen mehr Substanz, als du ihm zugestehst und ist gerade dann interessant, wenn man sich die Frage stellt, WARUM der zu seiner Zeit so eingeschlagen ist. Und ich bin nicht mal annähernd Fan von dem Streifen oder des Franchises insgesamt.

"Die Kritiker sehen das berechtigterweise ein wenig anders, aber es ist nun mal ein Fakt, daß es immer noch Saw-Filme gibt."

Auch das ist ein Satz, den ich nicht verstehe. Natürlich gibt es noch "Saw"-Filme. Ob eine Reihe existiert und wie viele Filme die hervorgebracht hat, ist vollkommen losgelöst von deren Substanz. Oder was die Kritiker von der halten.

"Den Sieben-Vergleich hat ja eigentlich schon jeder hinter sich gebracht, und irgendwie habe ich bei Twist über Twist eher an Shyamalan gedacht. Ich empfände es auch als Majestätsbeleidigung Fincher und die Saw-Filme in irgendeiner Form auf eine Stufe zu stellen. Und ehrlich gesagt hatte ich Sieben auch bisher nur einmal gesehen und das ist gut drei Jahre her schätze ich

Ich versteh nicht so ganz, wieso ein Film, den du immer noch mit 3/5 (und damit insgesamt noch als "gut" oder meinetwegen "okay") bewertest, jetzt Majestätsbeleidigung sein soll - gerade bei einem Fincher-Film, von dem du ja anscheinend selbst nicht der größte Fan bist. Das Marketing hat übrigens damals explizit die Nähe zu "Sieben" gesucht, beide teilen sich die biblischen Bösewichte, das Twist-Ende UND man hat mit Charlie Clouser auch gleich noch ein Ex NiN-Mitglied für den Soundtrack an Bord.

"Damit meine ich, daß die Charaktere ein grundlegendes Misstrauen gegeneinader besitzen. Das mag vielleicht realistisch sein, aber man hat das auch scon tasuende Male gesehen und damit streckt der Film eben auch seine Zeit.

Joa, das ist aber auch nichts, was dem Horrorgenre jetzt zu eigen wäre. Das haben auch Yakuza-Filme. Western. "Reservoir Dogs". Handlungsmuster erkennen ist übrigens nicht automatisch Kritik.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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ProfessorX : : Moviejones-Fan
09.05.2021 14:17 Uhr | Editiert am 09.05.2021 - 14:19 Uhr
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Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 644 | Reviews: 137 | Hüte: 19

@Silencio

Nein, es gibt ja schon einen Untscheid zwischen einem guten Film und einem konstruierten Film. Das Horrorgenre hat meines Erachtens das große Problem, daß man wie in keinem anderen Genre eben bestimmte Dinge hinnehmen muss.

Auch ähnlich surreale Genres wie Fantasy oder Sci-Fi haben eben gewisse Regeln und eine innere Logik, die meistens beim Horror fehlen. Man ist dann eher darauf angewiesen das gezeigte glauben zu wollen, anstatt es glauben zu können.

Zu Get Out und dieser aktuellen Horrorwelle sage ich bestimmt nochmal was zu gegebener Zeit. Was Saw angeht, so muss ich leider sagen, daß es eben genügend Leute gibt, die meinen diese Filme wären wesentlich intelligenter als sie letztlich sind. Die Kritiker sehen das berechtigterweise ein wenig anders, aber es ist nun mal ein Fakt, daß es immer noch Saw-Filme gibt.

Den Sieben-Vergleich hat ja eigentlich schon jeder hinter sich gebracht, und irgendwie habe ich bei Twist über Twist eher an Shyamalan gedacht. Ich empfände es auch als Majestätsbeleidigung Fincher und die Saw-Filme in irgendeiner Form auf eine Stufe zu stellen. Und ehrlich gesagt hatte ich Sieben auch bisher nur einmal gesehen und das ist gut drei Jahre her schätze ich.

Damit meine ich, daß die Charaktere ein grundlegendes Misstrauen gegeneinader besitzen. Das mag vielleicht realistisch sein, aber man hat das auch scon tasuende Male gesehen und damit streckt der Film eben auch seine Zeit.

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Silencio : : Moviejones-Fan
09.05.2021 13:31 Uhr
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Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.941 | Reviews: 49 | Hüte: 214

" In der Regel ist es wie bei Saw: Einfach lächerlich zusammengekleistert."

Ich wage mal zu behaupten, 90% von jedem Genre ist lächerlich zusammengekleistert...

"Schaue man sich die Rezeption von Horrorfilmen in den letzten Jahren an, dann fällt auf, daß vermeintlich Arthouseige Filme wie Midsommer, Get Out oder Wir ob ihres vermeintlich wichtigen Subtextes in den Himmel gelobt werden. Damit steht Saw also in der Tradtion dieser Filme und ist sozusagen auch der Urvater der Lachhaftigkeit."

Also mal abgesehen davon, dass ich die Peele-Filme echt nicht in die Arthouse-Ecke stellen würde (gerade "Get Out" ist ein ziemlich straighter "Stepford Wives" meets "Invasion of the Body Snatchers"-Riff), hat wirklich NIE jemand die "Saw"-Filme wegen ihres Subtextes gelobt. Tatsächlich sind die Streifen im Feuilleton ziemlich zerissen worden...

"Es fühlt sich so an, als wolle James Wan vehement beweisen, daß er schon mal einen M. Night Shyamalan Film gesehen hat. "

Wenn man den Streifen schon so herunterbrechen möchte, dann doch bitte den offensichtlicheren Vorvater Fincher nehmen...

"Und natürlich ist es auch eine altbeknnate Regel im Horrofilm, daß sich die Charaktere erstmal ausspielen. Doch auch das wirkt alles so gewollt und eher irrational.",

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, was das bedeuten soll.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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