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Star Wars - Die letzten Jedi

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Wie Elwood es sah

Star Wars - Die letzten Jedi Kritik

Star Wars - Die letzten Jedi Kritik
0 Kommentare - 17.12.2017 von Elwood
In dieser Userkritik verrät euch Elwood, wie gut "Star Wars - Die letzten Jedi" ist.
Star Wars - Die letzten Jedi

Bewertung: 2 / 5

Gestern stand endlich Star Wars: Die letzten Jedi auf dem Programm. Selten war ich gespannter auf einen Film, denn nachdem Star Wars: Das Erwachen der Macht einen doch eher faden Nachgeschmack bei mir hinterlassen hatte, stand für mich die Frage im Raum, ob es der achte Teil der Skywalker-Saga schafft, dem einfallslosen Vorgänger eine nachträgliche Daseinsberechtigung zu geben und die dritte Trilogie der Reihe auf eigene Beine zu stellen.

Trailer zu Star Wars - Die letzten Jedi

Er hat es leider nicht geschafft. Die Teile der Disney-Company fühlen sich immer mehr wie ein verkappter Reboot der OT und immer weniger wie ein neuer, eigenständiger Teil des Weltraummärchens an. Rey ist Luke, Luke ist Yoda, Kylo ist Vader und so weiter und so weiter. Verschlimmernd kommt hinzu, dass allesammt zu billigen Kopien ihrer großen Vorbilder geraten sind und in keinster Weise an diese heranreichen können. Je mehr ich über den Film nachdenke, desto weniger fasse ich, wie ideenlos die Macher an die Aufgabe herangegangen sind. Es scheint tatsächlich kein Handlungsgrundgerüst für die neue Trilogie zu geben, keinen großen Plan an dem sich Rian Johnson zu orientieren hatte und so ist ein äußerst mauer zweiter Aufguss, eines hervorragenden Originals entstanden. Hierzu zwei Aussagen von Johnson, die ich auf einer Seite der Konkurrenz entdeckt habe: "[. . .] es ist völlig offen, wohin es im nächsten [Film] geht. Ich denke nicht, dass er lügt, in dem Sinne, dass er in diesem Moment Schach spielt. Vielleicht tut er es, ich glaube nicht. Mir scheint es so, dass er es glaubt." Diese Aussage bezieht sich auf Kylo Rens Enthüllung zu Reys Eltern und hier kann man noch sagen, dass Johnson die Hoffnung auf eine neuerliche Wendung des Plots im abschließenden Teil hochhalten will, doch durch die nachfolgende Aussage erscheint es so, als würde tatsächlich erst J. J. Abrams mit der Produktion von Episode IX entscheiden, wie die losen Enden zusammengefügt werden: "Ob sich jemand das Ganze vor zehn Jahren ausgedacht hat [. . .] oder wir es organisch entdecken, während wir fortfahren, das bedeutet nicht, dass wir uns weniger Gedanken darüber machen." Grundsätzlich hat er ja recht damit, nur leider mündeten diese Gedanken im verwursten von Altbewährtem. Ein storytechnischer Mastermind mit Visionen fehlt an allen Ecken und Kanten.

Leider (denn der Krieg der Sterne liegt mir sehr am Herzen) muss ich schreiben, dass die Ideen- und Mutlosigkeit der Macher nicht mein größter negativer Kritikpunkt sind. Viel schlimmer finde ich die scheunentorgroßen Logiklöcher in der Story, die mich nicht nur einmal kopfschüttelnd im Kino haben sitzen lassen. Die Geschichte wirkt teilweise auf mich, als hätte sie ein Kind zusammengebastelt. Hier nur ein paar Beispiele:

  • Wie kann ein offensichtlich minderbemittelter Kerl, wie General Hux, in eine solche Führungsposition aufsteigen? Kaum eine seiner Handlungen ergibt Sinn; es sei denn, er entpuppt sich im abschließenden Teil als Agent der Rebellen. Der Kerl tut einfach alles, um die Rebellen nicht auszumerzen.
  • Wieso brauchen die vernichtenden Geschütze der Ersten Ordnung immer genau so lange zum Aufladen, dass sie im letzten Moment zerstört werden oder die Rebellen doch noch fliehen können? Kann man die nicht im Standby-Modus halten? Oder verbrauchen die dann zuviel Sprit, welcher ja scheinbar etwas rar geworden ist?
  • Ist Leia gar nicht Lukes Zwillingsschwester sondern eine Krytonierin? Wie sonst ließe sich erklären, dass ihr (annähernd) Null Kelvin und das Vakuum des Weltalls nichts anhaben können? Fliegen kann sie auch noch und selbst eine heftige Explosion in unmittelbarer Nähe fügt ihr keinen ernsthaften Schaden zu. Ja, ja, ich weiß. . . Instinktiver Machtgebrauch und so. Aber selbst gestandene Jedimeister wurden schon durch Explosionen zerfetzt und konnten (meines Wissens nach) nicht im Weltraum überleben. Aber die Prinzessin-Generalin kann das plötzlich? Eine Szene zum Fremdschämen.
  • Wieso weiht Vizeadmiralin Holdo Poe Dameron, den sie ja scheinbar so mag und dessen Enttäuschung über ihr Vorgehen ihr nicht entgangen sein sollte, nicht in ihre Pläne ein? Und wieso wird seine Meuterei nicht mit Kielholen bestraft sondern mit einem schmunzelndem "Ich mag den Kerl." abgetan?
  • Welchen Sinn macht es, dass die zweitwichtigste Befehlshaberin der Rebellen auf eine Selbstmordmission geht, die ebenso ein schrottreifer Droide hätte durchführen können?
  • Lukes Abkehr von der Jedireligion scheint ihn nicht davon abgehalten zu haben, eine spektakuläre neue Anwendung der Macht zu entdecken. Ich kam mir etwas veräppelt vor.
  • Und so weiter und so weiter. . .

Mir ist schon klar, dass auch die Teile der OT und PT nicht frei von solchen unerklärlichen Phänomenen sind, aber in dieser geballten Häufigkeit und in diesen Ausmaßen, konnte ich einfach nicht über sie hinweg sehen, wie ich das bei den Vorgängern noch gerne getan habe. Einfach furchtbar!

Zum Glück ist aber auch nicht alles so übel, wie es bis hier erscheinen mag. Adam Driver, den ich in Episode VII noch als absolute Fehlbesetzung gesehen habe, hat mir in der Darstellung von Kylo Rens Zerrissenheit gut gefallen. Der Plot um Luke und Rey wusste durchaus zu gefallen und erweckte tatsächlich das alte Star Wars-Feeling in mir, was allerdings vor allem am fantastischen Mark Hamill gelegen hat, der die Rolle des Luke Skywalker mit jeder Pore seines Körpers aufgesogen zu haben scheint, und weniger am Storytelling. Der Streifen ist rasant inszeniert, so dass während der zweieinhalb stündigen Laufzeit, trotz der Handlungsdefizite, keine Langeweile aufkam. Der Score plätscherte zwar die meiste Zeit relativ belanglos dahin, doch erzeugte er auf der anderen Seite echte Gänsehautmomente, wenn er die Klassiker der OT zitierte. Das mag für manchen ein Armutszeugnis sein, für mich war es einer der Gründe, weshalb ich mich wie in einem Star Wars Film fühlte und nicht wie in einem x-beliebigen Sci-Fi-Streifen. Und schließlich muss ich die wahrhaft atemberaubenden Spezialeffekte loben, die in mir zu keiner Zeit das Gefühl einer künstlichen Umgebung aufkommen ließen.

Leider schaffen es die genannten Punkte aber nicht, die erschreckend deutlichen und für mich unerklärlichen Defizite zu überdecken. Star Wars ist zwar nicht tot, kämpft nach diesem Streifen aber für mich ernsthaft ums Überleben. Schade und ärgerlich!

Ich gebe dem Streifen

Star Wars: Die letzten Jedi:

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