The Boy

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Gruseliges Puppentheater - The Boy

The Boy Kritik

The Boy Kritik
0 Kommentare - 18.02.2016 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "The Boy" ist.
The Boy

Bewertung: 3 / 5

Kinoabend die Erste: The Boy. Der Trailer sah - trotz der Tatsache, dass der Film letztlich mit einer FSK-Freigabe ab 12 in die Kinos kam - durchaus interessant aus. Puppen sind ja von Haus aus irgendwie gruselig und im Ganzen interessiere ich mich einfach überhaupt für Horror. Ob sich der Besuch nun auch gelohnt hat? Schauen wir mal...

Inhalt:
Die junge Amerikanerin Greta soll für die Zeit eines ausgedehnten Urlaubs auf den Sohn des Ehepaars Heelshire, Brahms, achten. Als sie an der Residenz des älteren Paares eintrifft stellen sie ihr eine Puppe in Gestalt eines zierlichen kleinen Jungen als ihren Sohn vor und geben ihr eine Liste mit Regeln auf den Weg, die zu befolgen sind während sie sich um Brahms kümmert. Doch abgesehen von den skurrilen Eltern scheint auch mit Brahms irgendetwas nicht zu stimmen...

Trailer zu The Boy

Kritik:
Die Prämisse des Films ist denkbar simpel gehalten und scheint alle Elemente eines klassischen Geisterfilms zu enthalten - das große Herrenhaus, die junge Frau allein im Angesicht der kommenden Schrecken, ein unheimliches Objekt und dazu natürlich sonderbare Geräusche die des Nachts das Haus lebendig erscheinen lassen. Dass dabei The Boy unter Regie William Brent Bells (dem einen oder anderen Horrorfan eventuell bereits bekannt durch seine Arbeiten an Stay Alive, The Devil Inside und Wer) nicht durchgehend zum völligen Klischeefest verkommt ist eines der Dinge die man dem Film zugute halten muss.

Es wird immer wieder geschickt mit den Erwartungen als Zuschauer gespielt und der Film arbeitet über weite Strecken eher mit einer düsteren Atmosphäre und Suspense und baut so Spannung auf, als den Zuschauer mit massig Jump-Scares zu bombardieren. Diese finden sich durchaus auch, häufig in Verbindungen mit den schwächeren Sequenzen des Films, unter denen sich immer wieder ins Leere laufende Träume der Protagonistin finden. An diesen Stellen schwächelt der Film in jedem Fall, da man häufig das Gefühl bekommt die Filmemacher seien der Meinung man brauche mal wieder einen kleinen Schocker, anstatt sich auf ihre Atmosphäre und die Bilder innerhalb des Films zu verlassen.

Überhaupt scheint das Vertrauen in das relativ creepige Design der Puppe nicht wirklich gegeben und man instrumentiert das Element des Unwohlseins aufgrund von Brahms Präsenz leider zu selten im Film. Zu schulden ist das sicherlich dem Script, das letztlich auf etwas hinausläuft, das man ohne zu Spoilern als eher hahnebüchene Auflösung bezeichnen könnte. Ohne irgendwie ins Detail zu gehen kann ich nur sagen, dass ich mich nach dem Film leicht kopfschüttelnd ein wenig über das Ende geärgert habe. Je mehr man darüber nachdenkt, desto problematischer und holpriger wirken dadurch andere Sequenzen im Film und das schadet dem bis dahin positiven Gesamteindruck des Film dann doch ziemlich.

Die Darsteller machen ihren Job allesamt ordentlich, ohne dabei jedoch Bäume auszureißen. Lauren Cohan als Greta hat durch ihre sehr hohe Screentime noch die meisten Möglichkeiten zu glänzen und ihre Darstellung funktioniert im Rahmen des Scripts auch durchaus. Rupert Evans als Malcolm, Liefermann der Heelshires bekommt als "mehr oder weniger Love -Interest" auch einiges an Screentime, wirkt dabei aber zu jedem Zeitpunkt austauschbar und macht lediglich seinen Job. Die Heelshires (Jim Norton und Diana Hardcastle) selbst treten nur kurz zu Beginn des Films auf, entsprechend wenig Eindruck hinterlässt ihr Schauspiel.

Der Score des Films ist überwiegend sehr reduziert, was der Atmosphäre des Films vor allem durch den Einsatz einiger klassischer Stücke absolut zugute kommt und ihm gepaart mit der gelungenen Cinematographie einen gekonnt-düsteren und unheimlichen Look und Sound verleiht. Insbesondere das Haus der Heelshires tut dabei seinen Job als gespenstisches Herrenhaus wunderbar und mit der Location haben die Filmemacher zumindest einen großen Pluspunkt auf ihrer Seite.

Fazit:
The Boy ist ein zweischneidiges Schwert - auf der einen Seite sind Atmosphäre, Location und die Kameraarbeit hervorragend und zeigen sich effektiv im Rahmen des Films - auf der anderen Seite wurde aus der Story nicht so viel herausgeholt wie ich mir gewünscht hätte und man schien an einem Punkt während der Drehbuchphase nicht ganz sicher gewesen zu sein, ob man sich nun für einen übernatürlichen Ansatz oder eben doch für eine etwas geerdetere Variante entscheiden soll. Dadurch wirkt der Film etwas zerrissen und insbesondere das krude Ende tut dann sein übriges den ansonsten positiven Gesamteindruck zu schmälern.


Zum Gruseln ist The Boy trotzdem geeignet und kann bedenkenlos daheim beim heimischen Horrorabend in illustrer Runde geschaut werden, ohne dabei wehzutun. Es ist die Art Film bei der man auch gut kurz rausgehen und Popcorn holen oder zur Toilette gehen kann ohne zu viel zu verpassen und trotzdem kann man ihn für seine Atmosphäre auch gut allein mal schauen. Moderner Mainstream-Horror mag man abfällig dazu sagen, ich fand es war ein gefälliger Grusler trotz definitiver Defizite auf Scriptseite.


Macht unterm Strich 6/10 Punkte bzw 3/5 Sterne und eine eingeschränkte Empfehlung meinerseits.

The Boy Bewertung
Bewertung des Films
610
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