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The Expendables 4

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The Expendables 4 Kritik

The Expendables 4 Kritik

The Expendables 4 Kritik
0 Kommentare - 03.07.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "The Expendables 4" ist.
The Expendables 4

Bewertung: 3.5 / 5

Rahmat (Iko Uwais), ein rücksichtsloser Terrorist, ersucht sich eine libysche Chemie-Waffenfabrik unter seine Kontrolle zu bringen. Daher entsendet der CIA-Agent Marsh (Andy Garcia) die Expendables um Barney Ross (Sylvester Stallone) los, um Rahmat zu stoppen. Für Ross ist es persönlich, denn Rhamats Auftraggeber ist das Phantom Ozelot, welches er seit über zwei Jahrzehnten jagt. Doch der Einsatz endet in einer Katastrophe, weswegen auch Lee Christmas (Jason Statham) aus dem Team fliegt und für das Scheitern verantwortlich gemacht wird. Während nun die Expendables auf jüngere Mitglieder setzen, darunter auch Christmases Freundin Gina (Megan Fox) macht sich dieser auf eigene Faust auf den Weg.

Schon als The Expendables (2010) ein neues Jahrzehnt mit einläutete und die „alten Haudegen“ Hollywoods vor der Kamera vereinte war klar, daß man hier nicht mit objektiven Maßstäben messen kann. Gut, zugegeben, daß kann man nie und dennoch ist es ja grundsätzlich der Anspruch unvoreingenommen an Kunst heranzutreten. Spannend war diese Reihe vor allem deshalb, weil sie eine ganz abstruse, nie stattgefundene Vergangenheit zelebrierte, die vor allem Männlichkeitsphantasien auf dem Niveau einer homophoben Bikergang insinuierte. The Expendables war erfolgreich und schuf damit eine Reihe, die eigentlich ein einfaches Konzept verfolgte, aber bei der man sich rückblickend fragt, ob sie nicht sogar der klägliche Versuch waren mit ausgedientem Material gegen das über-dominante Superhelden-Kino der 2010er Jahre zu bestehen. Denn auch Stallone, Schwarzenegger, Lundgren und wie sie nicht alle hießen, waren die Superhelden ihrer Zeit. Die Bodybuilder, deren Körper nicht von dieser Welt kamen und die das einfache Volk beschützten. Mal mehr, mal weniger, bis gar nicht propagandistisch und daher ist es auch nicht verwunderlich, daß jene Filmreihe eben auch etwas beschreibt, was man nach dem Ende des Kalten Krieges weniger braucht. Ausrangiert und ausgemustert, eben entbehrlich sind diese Gestalten.

Nun also ein neuer Versuch in einem neuen Jahrzehnt. Nachdem The Expebbdales 3 (2014) auf sehr oberflächlichen Ebenen von Zuschauern als zu weich und unblutig wahrgenommen wurde, lag ein großer Druck auf dieser Fortsetzung. Und diese versprach eben jene Gewalt doch wiederzubeleben und damit wohl ein offenkundiges Merkmal dieser Männer-Filme zurückzuholen. The Expendables 4 ist also von Grund auf blutiger, doch besser bewertet, wurde er auch nicht. Man könnte sogar so weit gehen, daß das genaue Gegenteil der Fall ist. Was also ist überhaupt der Kern dieser Filme, wenn es nicht dumme Sprüche und Gewaltorgien sind? Tiefsinnige Metaphern und Plots ja wohl kaum. Und das ist tatsächlich nun auch der Zwiespalt, in dem man sich befindet und bei dem man sich fragen muss, ob The Expendables 4 denn genau diesen infernalischen Hass verdient, den er offenkundig abbekommen hat. Ehrlich gesagt waren alle bisherigen Teile doch eher dürftige B-Movies, mit einem Star-Ensemble, daß zur Hälfte nicht aus Stars bestand und in dieser Tradition steht nun auch diese verspätete Fortsetzung, die eigentlich keineswegs schlimmer oder besser ist, als die Vorläufer. Wenn man oberflächliche Details betrachtet, dann ist der Film natürlich mehr ein Kind seiner eigenen Zeit, als der der The Expendables-Filme. Man setzt hier viel auf CGI und absurde Action. Doch ist es dann wirklich Inhalt, den man beklagt, oder doch eher oberflächlicher Nonsens. Denn ja, handgemachte Action hat ihre Vorteile. Doch wenn teilweise Endsiebziger Actionsequenzen filmen sollen, glaube ich dann doch eher an den Computer, als an die Arthritis-Beine.

Auffallend ist hier vor allem der Beginn, der zum Ende irgendwo negiert wird. Aber ja, der Plot ist ohnehin irrelevant. Nein, zu Beginn betrauern die Expendables den Verlust von Barney Ross und insbesondere sein Freund Lee Christmas kommt mit diesem nicht klar. Bei einem Einsatz durch einen bösen Buben kommt er zu Tode und schon ist die Geschichte um Rache etabliert. Das eigentlich spannende daran ist, daß dieser Film in Lee Christmas und Ross deutlich mehr, als nur Freunde sieht. Dieser Verlust kommt dem Verlust der Liebe gleich und es ist ja auffallend, daß seine Freundin Gina, erst dann Teil der Geschichte wird, als Ross unter der Erde liegt. Natürlich sind wir hier im Segment der Superhelden, daß heißt der Tod ist sowieso nicht endgültig. Aber ja, die Homoerotik und der Pseudo-Symbolismus waren nie klarer, als in diesem Film. Verdrängte und kompensierte sexuelle Neigungen zum Sexsymbol der 2000er Jahre schlechthin, Megan Fox dienen hier der Besänftigung der Zielgruppe. Nein, keine Sorge, auch The Expendables 4 ist sicherlich kein feministischer Film. Doch gerade diese inhaltlich Peinlichkeit ist so absurd und man hat den Eindruck, als wären die Männer mittleren bis älteren Alters in jedweder Hinsicht sexuell, wie auch ganzheitlich verwirrt. So lässt sich zum Beispiel die verspätete, symbolisierte Midlifecrisis von Dolph Lundgren in seinen Haaren erläutern. The Expendables 4 ist so herrlich darin, einem irgendwie vermitteln zu wollen, diese Figuren seien cool und männlich, daß das wirklich nur noch peinlich ist.

Und dadurch kann man diesen, wie auch die Vorgänger eben nur auf einer ironischen Ebene betrachten. Es sei dann, man sei männlich, weil man diese Filme gut findet. Ist auch ’ne Meinung und darf man wohl auch haben. Im Prinzip kann man The Expendables 4 jetzt schon in eine Kategorie „Guilty Pleasure“ packen und dann daran ergötzen, daß man hier herrliche Dummheit sieht. Und dann ist es auch egal, ob das Finale auf einem CGI-Schiff stattfindet und der Plot auf einer Seite Papier zusammengefasst werden kann. Wo genau liegt daran jetzt der Unterschied zum Vorgänger. Nein, man erfindet sich hier sicherlich auch nicht neu, aber es ist und bleibt immer wieder eine Freude diesen absurden Quatsch zu betrachten und genau deshalb ist das Werk in jedem Fall sehenswert. Es ist auch ein wenig seltsam, daß man sich gerade an diesem Film so gestoßen hat und dann müsste man mal die Frage in den Raum werfen, ob diejenigen, die die Vorgänger teilweise mochten und alle gesehen haben wollen, sie wirklich gesehen haben. Denn dieser Film ist eben exakt das, was die anderen auch waren. Es ist Trash und mehr kann man da eigentlich nicht erwarten. Juveniler, peinlicher, sexistischer, teils rassistischer, schlecht geschriebener, effektreich inszenierter Trash und mehr nicht.

Manche Dinge im Leben bleiben unerklärlich. So etwa auch der Umgang mit The Expendables 4. Natürlich ist es ein dummer Film und natürlich kann man so etwas auch ernsthaft betrachten und sich daran stoßen. Doch damit tut man seinem Blutdruck keinen Gefallen. Letzten Endes ist es doch eher ein Werk zur Belustigung und mit der richtigen Distanz kommt man diesem Film deutlich näher, als mit Wut.

Trailer zu The Expendables 4

The Expendables 4 Bewertung
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710

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