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The Expendables

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The Expendables Kritik

The Expendables Kritik

The Expendables Kritik
0 Kommentare - 02.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "The Expendables" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Die Spezialeinheit Expendables wird von Barney Ross (Sylvester Stallone) angeführt und bringt den ehemaligen SAS-Soldaten Lee Christmas (Jason Statham), den Nahkampfspezialisten Yin Yang (Jet Li), den Feuerwaffen-Experten Hale Caesar (Terry Crews), den Sprengstoffmeister Toll Road (Randy Couture) und den Scharfschützen Gunnar Jensen (Dolph Lundgren) zusammen. Ihr neuer Auftrag führt sie nach Südamerika, wo sie einen skrupellosen Diktator namens General Garza (David Zayas) stürzen sollen.

Im Jahr 2010 kam es zu dieser Vereinigung, die mal bedingt durch den absurden Cast wohl als der womöglich größte amerikanische Actionfilm der Geschichte gehandelt wurde. Die Frage ist ja, sind gute Actionfilme gut, weil sie tolle Schauspieler, absurde Action, eine nahbare Geschichte und viel Testosteron haben, oder ist es eine Kombination von Zufällen und diversen Gründen, die sowieso nur von Film zu Film zu etwas Großartigem wird. Ergo gäbe es dann wohl auch keine Regel für einen guten Film. Ganz offengestanden, werden Filme mit Arnold Schwarzenegger – der vermutlich der bessere Sly ist – und eben jenem Sylvester Stallone auch nach anderen Maßstäben gewertet. Einige Filme, die sie drehten, wie etwa Der City Hai (1986) oder vielleicht ein Judge Dredd (1995) funktionieren, wenn sie denn funktionieren, nur über eine Ironisierung. Denn dafür sind einzelne Teile des Films einfach zu schlecht, oder zu albern, um sie wirklich gut zu nennen. The Expendables hingegen ist ein Film, der eine Hommage an all diese Helden vergangener Tage sein möchte und dabei Tribut an ein Kino zollt, daß mit den Jahren vielleicht immer schlechter wurde. Denn es geht ja nicht nur um das Schaffen von Stallone oder Schwarzenegger, nein, es gab da ja noch ganz andere Kameraden, die eben nie über die Videotheke hinausgingen und daher wirkt dieses Werk auch in dieser Hinsicht zumindest unfreiwillig absurd.

Trailer zu The Expendables

Etwas aus der Zeit gefallen, aber irgendwie heute wegen anderen Gründen doch wieder interessant, ist The Expendables also ein Film, der sich am Titanenkino orientiert. Wenn man das in den direkten Vergleich mit dem stellt, was in den 2010er Jahren so unglaublich populär war, ist es schon sehr interessant die Parallele zu dieser Bodybuilder-Ära des Kalten Krieges und den tatsächlichen Superhelden um Werke wie Iron Man (2008) oder Man of Steel (2013) zu sehen. Im Prinzip sind The Expendabeles die geistigen Vorreiter, was zwar weniger mit dem Film an sich zu tun hat, aber dadurch bekommt er einfach eine spannende Note. Wohingegen die Geschichte sich natürlich mit zwei Sätzen zusammenfassen ließe und eigentlich auch nur ein Aufhänger für vermeintlich coole Sprüche und sehr viel Geballer ist. Diese Spezialeinheit, die einen abtrünnigen CIA-Agenten zu Fall bringen will, spiegelt unironisch auch ganz gut wider das amerikanische Verständnis von Außenpolitik wieder. Der Feind kommt aus den eigenen Reihen, man gab ihm zu viel Macht und nun muss man über die Grenzen hinaus, ohne eine Regierung und Unterstützung im Rücken allein einen Bandenkrieg führen. Das ist typisch für amerikanische Außenpolitik und dabei sind diese Figuren eigentlich gar keine Helden, sondern irgendwelche Menschen, die ein wenig zu viel des guten beim Onkel Schönheitschirurg wollten.

Dabei versucht The Expendables aber immer wieder die Generationen und Kulturen unterschiedlichster Actionikonen zusammenzuführen. Doch so ganz aufgeht dieser Plan natürlich nicht, weil im Gegenzug zu vielen Filmen, um etwaige genannte Helden der 1980er, ein Jason Statham auch durch relativ gute Filme wie The Transporter (2002) überhaupt erst so richtig zum Star wird. Stallone hat auf dem Regiestuhl erhebliche Probleme damit, diesen Umstand wirklich hervorzuheben. Das ist natürlich anhand der Masse, die da aufeinandertrifft auch nur allzu verständlich. Man kann einfach nicht jedem gerecht werden. Nun könnte man The Expendabeles, vielleicht neben Predator (1987), der den männlichsten Handschlag der Filmgeschichte hervorgebracht hat, als den männlichsten Film überhaupt bezeichnen. Und das ist einfach unfreiwillig ironisch. Denn während Christmas und Ross auf ihrer Mission so ein paar Menschen umlegen, lamentieren sie wie gute Freunde eben darüber, daß eigentlich alle Frauen Schlampen sind und man sich ja nur noch auf seine Freunde verlassen könne. Zumindest ist der Film da sehr ehrlich, weil er so eine Stammtisch-Philosophie des Lebens verbreitet, die eben auch nie über Banalitäten hinausgeht. Und wie sich das auch im Superheldenfilm gehört, müssen die harten Kerle, von denen natürlich aufgrund des Egos auch keiner schlechter aussehen darf, als der andere, auch mal ordentlich prügeln.

Nun muss man sagen, daß in all diesen Momenten eine unglaubliche Homoerotik mitschwingt, die wohl niemandem aufgefallen sein mag. Und dadurch wird der Film sogar noch lustiger. Denn dadurch konterkariert der Film sein eigentliches Männlichkeitsbild und damit das Kernthema. Es ist einfach unglaublich unterhaltsam, wenn diese Männer ihre eigene Vorstellung von Treue zur Heimat und Gerechtigkeit umsetzen. Hin und wieder schleichen sich in den ebenso absurden Actionsequenzen dann auch wieder Bilder ein, die so schlecht gefilmt wirken und den B-Movie-Charme noch weiter unterstreichen.

The Expendables ist nicht das erhoffte Meisterwerk eines Sylvester Stallone. Es ist ein stumpfsinniger und zu Teilen unfreiwillig komischer Film. Doch genau dabei unterhält er so großartig. Natürlich braucht man Zugang zu B-Movies, um ihn wirklich zu mögen. Doch wer das hat, der wird seine helle Freude am Film haben.

The Expendables Bewertung
Bewertung des Films
710

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