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The Fog - Nebel des Grauens

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The Fog - Nebel des Grauens Kritik

The Fog - Nebel des Grauens Kritik

The Fog - Nebel des Grauens Kritik
0 Kommentare - 25.10.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "The Fog - Nebel des Grauens" ist.

Bewertung: 3 / 5

Die kleine Ortschaft Antonio Bay feiert ihr hundertjähriges Bestehen. Kurz nach der Dämmerung kommt es zu seltsamen Vorkommnissen, wodurch Autos plötzlich anfangen zu hupen oder Telefone einfach klingeln. Ein Nebel zieht und inmitten der Stadt finden sich Steve Wayne (Adrienne Barbeau) und Elizabeth Solley (Jamie Lee Curtis) wieder und müssen um ihr Leben kämpfen.

Das alte Seemannsgarn, so eine Geschichte ist The Fog – Nebel des Grauens. Ein Film, der mit dem für John Carpenter so berühmten Minimalismus in der Geschichte und dem Maximum an Symbolik auskommt. Carpenter ist ein Regisseur, der sich nicht viel erdenkt, um eine Geschichte zu erzählen. Sein Film über den schaurigen Nebel beweist das. Immer wieder werden hier unglaublich düstere Bilder erzeugt, die so ein wenig an Hermann Hesse erinnern. Seltsam ist das wirklich, seltsam im Nebel zu wandern. Und man kommt nicht umhin, da ein wenig skeptisch zu werden. Nebel übernimmt ja eigentlich eine Zwischenposition im Sein. Denn er ist sichtbar, aber nicht greifbar. Welch wunderschöne Metapher das doch ist. Und wenn man diese Idee auf einen Horrorfilm überträgt, dann kann das leicht sehr kompliziert werden. Denn eine der vielen Urängste des Menschen ist es, Dinge zu fürchten, die er nicht sehen kann. Das machte auch schon Der Unsichtbare (1933) zu einem Klassiker der Filmgeschichte. Und man muss sagen, daß Carpenter nicht etwa in die Falle des gleichnamigen Remakes Der Unsichtbare (2020) gerät und hier schwebende Gegenstände zum Gruselfaktor erklärt. Wenn Carpenter das Nichts zum Grauen erklärt, dann spürt man Anspannung. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der eigens von Carpenter komponierte Soundtrack hier sehr auf Nervenkitzel setzt. Da setzten Orgeln und Pianos ein, die für ihre Zeit doch recht modern wirkten und heute einen angenehmen Retro-Charme versprühen.

Indessen muss man The Fog – Nebel des Grauens für seine Ehrlichkeit loben. Denn während man immer tiefer in die Geschichte eintaucht, wird offenbart, daß die Menschen in diesem stillen Örtchen durch eine skrupellose Tat viele andere Menschen opferten. Die Gründe hierfür werden nicht näher beleuchtet, müssen sie aber auch nicht. Genau hier schafft es Carpenter, mit etwas Freiraum auch zum Denken anzuregen. Gerade in diesem Umstand lässt sich der Film relativ gut analysieren. Da könnte man zum Beispiel sagen, daß der Mensch hier den Materialismus, beziehungsweise das Land durch einen Betrug erhält. Das rächt sich, führt also zur Gewalt. Doch keineswegs sollte man hier davon ausgehen, daß sich Opfer und Täter einfach vertauschen. Wenngleich der Film wie eine weitere simple Rachegeschichte anmutet, lässt er dennoch genügend Raum, um nicht ganz so banal kategorisiert zu werden. Die Frage, die sich stellt, ist ja, in welche Zeit The Fog – Nebel des Grauens nun eigentlich passt. Nun, blöd für die Menschheit ist, daß er sehr wohl eine sehr moderne Ader hat. Und das ist dann im Umkehrschluß gut für das Werk. Hier werden also grob gesagt Mensch und Kapital abgewogen. Was hat mehr Wert und besonders, wie weit würde man gehen, um die eigene Heimat zu erhalten oder zu verteidigen. Vielleicht etwas abstrakt anmutend, kann man das sicherlich im einen oder anderen Moment auch auf die ein oder andere modere Debatte übertragen. Gerade die Länderfrage eignet sich ja gut für die Flüchtlingsdebatte, während das Kapital ja auch in unserer Welt mehr Bedeutung hat, als das Individuum.

Carpenter kostet wirklich die Ruhe in jedem Moment aus. Das kann mitunter für einen dokumentarischen Charme sorgen, ist aber vielleicht im ein- oder anderen Moment auch deutlich zu langsam geraten. Schließlich könnte man die Geschichte auch nicht einfach so durchschauen, ohne die große Wendung. Dann würde der Film aber nur auf ein Ende hinarbeiten. Und wenn man ihn doch auf Anhieb verstünde, ist man vielleicht ob der langsamen Erzählung recht schnell gelangweilt. So oder so sind die Momente, die beeindrucken, vor allem die, in denen Carpenter seine undefinierten Wesen aus dem Nebel hervorholt. Das hat ebenso einen gewissen Charme, weil es sehr düster wirkt, auf eine untypische Art und Weise. Ohnehin kann man sich leicht in Nebel und Lichter verlieben. Ein großer Zwiespalt hingegen stellt die Frage nach der Etablierung der Hauptcharaktere dar. Denn zum einen möchte man Carpenter dafür loben, daß seine Figuren ohne große Längen und vermeintlich tiefgründige Psychologisierung etabliert werden. Auf der anderen Seite bleiben sie auch etwas zu blass. Das erinnert tatsächlich auch an Kino, daß noch wesentlich älter ist als dieser Film. Da machen Charaktere eben Dinge, die man sonst im wahren Leben nicht nach tausend Überlegungen sein ließe. Gerade wenn etwa eine Elizabeth Solley mit einem Nick Castle ins Bett steigt, ohne diesen kennen zu können. Das merkt man dann besonders, wenn die Tramperin zu dem Wildfremden ins Auto steigt. Die Tramperkultur ist ja nach heutigen Maßstäben durchaus etwas außer Mode gekommen. Gerade auch deshalb, weil man als Mensch immer wieder eingetrichtert bekommt, daß man nicht mit irgendwelchen Menschen mitkommen sollte. Spannend wäre zu sehen, ob diese Kultur aber nur in einigen Teilen der Welt, wenn überhaupt, außer Mode gekommen ist.

Der Nebel aus große Bedrohung, als Antagonist ist eben purer Symbolismus. Während man in Filmen wie Halloween – Die Nacht des Grauens (1978) oder Nightmare – Mörderische Träume (1984) dem Bösen einen Manifestierung in Form eines Humaniod wirkenden Wesens gibt, macht man die Angst deutlich und zentriert sie. Der Nebel ist da ein wenig anders, weil er nicht so zentriert ist und wesentlich dynamischer. Wenngleich die Wesen ja auch aus dem Nebel kommen. Das sorgt schon für eine gewisse Anspannung.

Nicht jede Geschichte zündet. The Fog – Nebel des Grauens ist ein Film, der einem großen Minimalismus frönt. Die Wege sind klar, wohin das führen soll, ist logisch und es ist zudem relativ durchdacht. Doch auf der anderen Seite ist das Konzept auch hoch veraltet und geht eben nie so richtig über Urinstinkte hinaus. Das mag schauspielerisch sehr ansprechend sein, lässt einen aber eher ratlos zurück.

The Fog - Nebel des Grauens Bewertung
Bewertung des Films
610

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