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Thor - Love and Thunder

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Thor - Love and Thunder Kritik

Thor - Love and Thunder Kritik
0 Kommentare - 12.07.2022 von Duck-Anch-Amun
In dieser Userkritik verrät euch Duck-Anch-Amun, wie gut "Thor - Love and Thunder" ist.
Thor - Love and Thunder

Bewertung: 4 / 5

Da ich auch mal wieder beim Kritikerspiegel dabei sein möchte, hier dann mein zu lange geratener Kommentar:

Mit Thor - Love and Thunder geht Taika Waititi konsequent den Weg weiter, den er mit Thor - Ragnarok begonnen hat. Selten hat ein Regisseur nachdem er Freiheiten genoss, nochmals mehr Vertrauen gespürt und seine Vision konsequent und losgelöst von der gängigen Formelhaftigkeit des Cinematic Universe umgesetzt.
Nach Thor 3 und den bereits albernen Trailern wusste diesmal auch jeder, worauf er sich einlässt. Das Thema "Erwartungshaltung" war 2017 ja noch Grundlage von vielen Diskussionen wie ich damals auch in meiner Kritik aufzeigte. Diesmal wusste jeder worauf er sich einlässt und es wirkt auch als hätte Waititi dies genutzt um nochmals eine Schippe draufzulegen. Anders als noch Ragnarok, kann die Story sich nun komplett frei entfalten ohne gewisse Dinge zu erreichen und so wird auch keine Rücksicht auf gängige Regeln genutzt.

Trailer zu Thor - Love and Thunder

Nach den doch teils reizerischen Kommentaren und Bewertungen vermutete ich schon das Schlimmste. Ja, ich mochte Ragnarok und auch wenn der Film ein epischer Fantasy-Film hätte sein sollen, hab ich die Neucharakterisierung der Figur verstanden und akzeptiert. Der Humor ist größtenteils meins und Waititi zeigte, dass er sich im Thor- und MC-Universum auskennt. Natürlich gab es auch viel Klamauk, einige Witze zündeten nicht und waren teils kindisch, aber insgesamt funktionierte die Neuinterpretation im Style eines 80er Sci-Fi-Team-Up-Trips. Die Erwartungshaltung war also angepasst und nochmals gesenkt worden nach den MJ-Kommentaren - und zur großer Überraschung muss ich sagen, dass ich etwas viel Schlimmeres erwartet hatte. Ich hab jetzt nicht erkannt wo der Film nochmals alberner oder doofer ist als Teil 3 oder gar die Darstellung in Endgame.

Das heißt jetzt nicht, dass ich die Gag-Dichte angenehm fand und tatsächlich wäre das Auskosten mancher ruhigen Szene besser gewesen. Wie schon beim Vorgänger sind die Gags "Hit and Miss", über einiges konnte ich auch nach dem 100sten Mal noch lachen (Ziegen) , anderes war schon im Vorgänger durchgekaut worden (Thors Beziehung zu seinen Waffen) . Humor ist subjektiv, aber bei Waititi passt es meistens für mich. Natürlich würde die Handlung im ernsteren Gewann (vielleicht sogar besser) funktionieren und manche Szene verliert sicherlich Konsequenzen (das Gespräch zwischen Sif und Thor) . Ansonsten bin ich nach den Kommentaren hier doch verwundert wie ernst und emotional einiges abgehandelt wurde.

Gerade das Thema Krebs und die Geschichte um Gorr wurden wundervoll und mit Respekt behandelt. Sowieso machen Nathalie Portman als Mighty Thor (Gott sei Dank wird sie meistens Jane genannt, der Name ist einfach dämlich) sowie Christian Bale als Gorr eine hervorragende Figur. Erstere gibt einem das erste Mal das Gefühl auch wirklich gerne in einem Marvel-Film mitzuspielen. Nie war die Chemie zwischen ihr und Chris Hemsworth besser. Der Kontrast zwischen ihr als Thor sowie als krebsleidende Person war erschreckend und nach dem Film musste ich an zahlreiche rumheulende User hier denken, als das Unerwartbare eintrat^^ Christian Bale bringt dann tatsächlich den Grusel in diese Komödie mit einigen tollen Szenen. Er stiehlt die Show und reiht sich ein in die Riege der tollen Schurken - durch seine Geschichte wird er zum dramatischen Antagonisten und erinnert dabei an die Raimi-Spider-Man-Schurken. Gerade mit ihm in Szene verliert der Film auch seine humoristische Einlagen - ab dem Moment wo - und dies sollte aufgrund der Trailer kein Geheimnis sein - er und Thor in der Schwarz-Weiß-Welt zusammentreffen, behält der Film einen doch ernsten Ton.

Chris Hemsworth ist einfach Thor und hat sichtlich Spaß an der Rolle. An alle Leute, die den Film für den "albernen" Thor kritisieren müssen bedenken, dass Hemsworth ohne diesen Style-Wechsel sein Cap womöglich längst an den Nagel gehängt hätte. Es ist kein Geheimnis, dass er unzufrieden mit der Darstellung der Figur in Thor 2 und Avengers 2 war und nur die Langfristigkeit der Verträge sorgte dafür, dass er beim Finale noch dabei war. Ihm entgegen zu kommen war demnach wichtig um auch den letzten der Big Three im MCU zu behalten. Dies sorgt dann auch dafür, dass die Geschichte komplett frei von allen Zwängen ist und Thor womöglich auch in Zukunft eher Solo unterwegs sein kann und soll.

Die Gag-Dichte ist somit ein Problem, stört aber nur bedingt. Der für mich enttäuschenste Part war dabei das Treffen der Götter, welches irgendwie erzwungen wirkt und nicht so richtig in den Film passen will. Denn für den Film an sich spielt dies nur minimal eine Rolle und auch wenn ein spannendes MacGuffin hier ins Spiel kommt, wirkt dies nur wie die typische Easter-Egg (Shang-Chi. Eternals, Moon Knight) -Parade. Hier hätte ruhig mehr Zeit verbracht werden dürfen mit etwas weniger WTF-Humor, gerade da das MCU hier sich neu erfindet. Und damit meine ich die Rolle von Göttern an sich: Nachdem es in Phase 1 und 2 darum ging, dass die Asen keine Gottheiten sondern Aliens sind, wird dies nun umgekippt. Gerade hier hätte ich mehr Zeit verbracht und dies ist etwas, was man ebenfalls kritisieren kann, die Laufzeit. Denn so wird vieles einfach in den Raum geworfen, ohne echte Erklärung, was schade und ärgerlich ist bei einem Franchise, wo die Figur bereits 7 Auftritte hat und es gewisse Regeln gibt. Mit etwas mehr Laufzeit hätte man locker die Origin des Necroschwertes zeigen können, genau wie die Schattenwelt (Planet, Dimension, wer weiß das schon). Warum werden die Asen nicht mehr zu Göttertreffen eingeladen? Warum glaubt man der Blitz sei die Lösung, wo doch die Armee das Ziel war? Warum kann Thor seine Kräfte nun teilen, welche Auswirkungen hatte der Blip auf die Götter, etc.
Ein weiterer Gag-Punkt, den ich mal in Frage stelle sind die witzigen Szenen, wenn Korg der Voice-Over ist. Hier würde ich daran zweifeln, dass es sich um "echtes" Material oder Kanon handelt, sondern eher um Auschmückungen von Korg, weshalb die Szenen so übertrieben wirken.

Fazit:
Wer Thor 3 mochte, wird auch diesen Film mögen. Denn Waititi macht dort weiter, wo er begonnen hat und legt sogar noch eine Schippe drauf. Dass dies nicht jedem schmeckt ist klar und ich denke jeder hätte diesen Film auch gerne in ernsterem Gewand gesehen. Doch mit der richtigen Erwartungshaltung erwartet Einen ein turbulenter Sci-Fi-Spaß mit viel Action, Humor und tollen Darstellern. Die erinnerungswürdigsten Szenen bleiben aber die ruhigen und emotionalen Momente und vielleicht sollte man sich bei Marvel wieder mehr darauf fokussieren, die Balance zu finden.
Für die Zukunft beweist dieser Film, dass Thor wohl wie sonst keine Figur außer den Guardians ohne MCU-Ballast existieren kann und weitere Space-Wikinger-Abenteuer sind ein Muss solange Hemsworth will. Ob dies aber weiterhin von Waititi inzeniert sein muss oder ob wieder bisschen weniger Gags bei längerer Laufzeit, das kann man durchaus in Frage stellen.
Thor - Love and Thunder gibt Einem auf jedenfall Love und Thunder und ist die perfekte Ablenkung von all den Problemen die es momentan in der realen Welt gibt - und genau dafür lieben wir ja Superhelden-Filme.

Bewertung: 7,5/10

Thor - Love and Thunder Bewertung
Bewertung des Films
810

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