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X-Men - Dark Phoenix

Kritik Details Trailer Galerie News
Der Abschluss der X-Men-Saga

X-Men - Dark Phoenix Kritik

X-Men - Dark Phoenix Kritik
3 Kommentare - 20.06.2019 von Duck-Anch-Amun
In dieser Userkritik verrät euch Duck-Anch-Amun, wie gut "X-Men - Dark Phoenix" ist.
X-Men - Dark Phoenix

Bewertung: 3.5 / 5

Das war er nun, der Abschluss der X-Men-Reihe unter Fox. Was bereits 2000 mit X-Men begann und gemeinsam mit Spider-Man erst die heutige Comicwelle lostrat, endete für mich gestern mit X-Men: Dark Phoenix. Gut, New Mutants soll ja noch irgendwann kommen, dann aber bereits unter Disneys Obhut. Dark Phoenix ist somit ein Abschied einer Reihe, welche immerhin 7 Hauptfilme und 5 Spin-Offs in die Kinos brachte und für viele Fans als Mischung zwischen dem Snyder-DC-Ton und den bunteren MCU-Filmen hervorragend funktionierte. Es Es ist nicht ohne Ironie zu betrachten, dass der letzte X-Men-Film genau in dem Jahr in die Kinos kommt, wo auch das große MCU mit Avengers: Endgame einen Zyklus beendet und als Abschluss einer Reihe wirkt. Verrückterweise wird das MCU aller Vorraussicht zudem noch das neue zuhause für die X-Men werden. Während Endgame somit den Startschuss für die Zukunft der marvel-Filme darstellt, ist X-Men: Dark Phoenix ein Abschied von liebgewonnen Figuren und deren Charakteren, auch wenn mit Hugh Jackmans Logan die prominenteste Figur dieser Reihe diesmal fehlt.

Handlung
Nachdem die Mutanten jahrzehntelang an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden waren, haben sie in den 90er mittlerweile einen Image-Wechsel vollzogen. Unter der Leitung von Charles X. Xavier werden die sogenannten X-Men als Superhelden gefeiert und retten Menschen. Jedoch gerät ein Rettungseinsatz im Weltall zum Fiasko. Nicht nur entscheidet Raven danach, dass sie ihrem Ziehbruder nicht mehr vertrauen kann, nein, die mächtige Jean Grey, deren Kräfte selbst den gottähnlichen Apocalypse besiegen konnte, wird von einer kosmischen Wolke getroffen. Wie ein Wunder überlebt Jean, doch sie beginnt sich zu verändern. Die Wutausbrüche werden häufiger, sie beginnt Menschen zu verletzten und erfährt eine schlimme Wahrheit. Die X-Men spalten sich: während eine Gruppe versucht Jean zu retten, will die andere Fraktion ihren Tod. Doch wie will man die mächtigste Person im Universum stoppen?

Trailer zu X-Men - Dark Phoenix

Schäm dich Fox
Selten hatte man ein so ungutes Gefühl vor dem Kinobesuch als bei X-Men: Dark Phoenix. Zu gering waren die Erwartungen, zu schlimm die Befürchtungen, dass der unterdurchschnittliche X-Men: Last Stand sogar unterbieten wird. Doch die Befürchtungen verpuffen schon nach wenigen Minuten. Ohne Vorzugreifen: X-Men: Dark Phoenix istlang nicht die befürchtete Katastrophe geworden, nein der Film ist sogar recht gut, unterhält und macht Lust auf mehr. Doch wie schon Godzilla: King of Monsters scheint der Film gnadenlos zu floppen und dies komplett unverdient. An dem letzten X-Men-Film sieht man, was passiert, wenn das Studio den Film aufgegeben hat. Und das hat Century Fox, anders kann man es nicht sagen. Es begann bereits damit, dass der Film aus unbekannten Gründen von November 2018 aufs Frühjahr 2019 verlegt wurde. Als der erste Trailer prominent das Frühjahrs-Datum bewarb, entschied irgendwer einen Tag später (!), dass ein Sommerstart für diesen Film besser wäre. X-Men: Dark Phoenix sollte als erster Superheldenfilm des Jahres starten, stattdessen wurde er die Nummer 4 und man quetschte ihn zwischen Endgame und Spider-Man: Far from Home. Die Trailer blieben blass, schnell erschienen Gerüchte und Fakten über Schwierigkeiten am Set, Nachdrehs, welche z.B. im MCU gängig sind, wurden hier als Negativ-Beispiel betrachtet und Simon Kinberg, der Regisseur des Films, redete stellenweise nur noch wirres Zeug. Zudem ließ Jennifer Lawrence, eines der Zugpferde des Franchises, immer wissen, dass sie eigentlich keinen Bock mehr auf die Reihe hat. Natürlich kam dann der Disney-Deal hinzu und die schwierige Situation wurde nochmals erschwert. Wahrscheinlich war dieser Deal und das Wissen, dass man sowieso demnächst unter den Fittichen des Maus-Konzerns steht, das Aus für diesen Film. Dies ist ne Schande, denn Fox ließ die Crew und Kinverg somit komplett allein. Und dieser machte wirklich das Beste aus dieser vetrackten Situation und lieferte ein tolles Finale der Reihe ein. Nun steht er da und muss sich vor der gesamten Welt entschuldigen, wobei seine Bosse ihm wohl nie das Vertrauen schenkten, was er verdient gehabt hätte.
Dass man die Hauptreihe nach Days of Future Past eher stiefmütterlich behandelte, sorgt ebenfalls für einen negativ behafteten Touch. So lag ein Großteil des Humors von Deadpool darin, dass man sich über die Hauptreihe lustig machte. Auch dies hat scheinbar mehr geschadet als geholfen, da man die Hauptreihe selbst innerhalb des Universums nicht mehr ernstnahm.

X-Men: Dark Phoenix vs. Avengers: Endgame
Woran X-Men: Dark Phoenix letztlich scheitert, ist seine Bürde der letzte Film der Reihe zu sein. Dark Phoenix will episch sein, er will Comic-Kenner und Nicht-Kenner zugleich begeistern und er will eine großartige Geschichte erzählen, welche dem Abschluss der Reihe würdig ist und sich somit zeitgleich für den dritten X-Men-Film entschuldigen, aber hier scheitert der Film. Es ist ganz klar die schon fast lächerliche Laufzeit, die diesen Film kaputt macht. Nach dem Prolog und Rückblick beginnt die Geschichte von 0 auf 100 und wir werden sofort hineingeworfen. Szene um Szene, Set um Set, Charakterentwicklung um Charakterentwicklung rast der Film durch seine 114 Minuten. Er nimmt sich keine Zeit, keine ruhigen Momente, keinen Moment um Luft zu schnappen. Er unterhält damit und ist so gewiss nicht langweilig, aber er verzichtet dafür auch fast vollständig auf plausible Entwicklungen. Wir werden einfach in ein Szenario hineingeworfen, welches allein schon als Teil eines Franchises hätte erklärt werden müssen. Wir folgen einer viel zu schnellen Entwicklung, welche dermaßen ausartet, dass man am Liebsten nochmals von vorn beginnen würde, er führt Aliens (!) ein, ohne dass dies nur im Ansatz geklärt wird und er endet, bevor man überhaupt weiß was nun passiert ist.
Dabei will ich mich nicht mal über die konfuse Zeitlinie aufregen, welche mir schon lange ein Dorn im Auge ist, aber als letzter Teil einer 19-jahre alten Reihe, schafft er es auch nicht wie ein Abschluss zu wirken. Alleinstehend klappt Dark Phoenix sogar sehr gut, aber er ist eben nicht alleinstehend.

Und da hatten wir dieses Jahr mit Endgame einen Film, der vor gemacht hat wie es geht. Der Abschluss des MCU war zugleich der längste Film des Franchises. Mehr noch, die Geschichte um die Steine und Thanos wurde in zwei Teile zerlegt. Endgame war als Abschluss eine Hommage an 10 Jahre MCU. Jeder Film wurde gewürdigt, jeder Charakter hatte seinen Moment um zu glänzen und der Film fühlt sich tatsächlich wie das Ende eines Zyklusses an. Dies schafft X-Men: dark Phoenix zu keiner Zeit. Anspielungen an die früheren Filme werden gemieden. Mehr noch, der Film fühlt sich sogar eher als Neubeginn, denn als Abschluss an. So verzichtet man auf den bekannten X-Men-Soundtrack (ok gut, dieser ewar nicht immer Bestandteil der Reihe, gehört aber dazu) und lässt Hans Zimmer einen generischen Score abhandeln, welcher im Hauptthema zwar überzeugt, man aber etwas anderes erwartet. Nach 19 Jahren lässt man die X-Men gefühlt erstmals in Kombos auftreten und die Kampfchoreografien wirken eintrainiert und studiert. Ein Zusammenspiel zwischen den X-Men mit Charles als "Abteilungsleiter" wie wir es nie zu sehen bekamen. Erstmals werden die Mutanten als Superhelden dargestellt und der Film schafft es somit aus bekannten Konstrukten auszubrechen. Schlussendlich ist eine der letzten Aussagen des Films, dass dies nicht das Ende ist, sondern erst der Anfang!

Damit fühlt sich Dark Phoenix deutlicher als ein Neubeginn an, obwohl es das Ende ist, als Endgame, welches so gesehen der Startschuss für Phase 4 ist. Dies macht den Film natürlich nicht schlecht, aber ihm fehlt damit auch das Epische wie es Endgame ausmacht. Dark Phoenix verbeugt sich nicht vor seiner eigenen Reihe und rast durch seine Handlung. Passendes Beispiel: Nachdem ein Mutant die Erde quasi zerstörte, werden die Mutanten nun gefeiert, bevor sie wieder gejagd werden, nachdem es zu einem (!) Zwischenfall kam. Da fehlt Feedback und Hintergrundwissen, da funktioniert der Film alleinstehend aber nicht als Fortsetzung und da handelt der Film wichtige Dinge viel zu schnell ab, weil man sich keine Zeit nahm ein episches Finale aufzustellen.

Aliens? In New York?
Kommen wir schlussendlich noch zu einem Aspekt, welcher ebenfalls deutlich zu kurz kommt. Es ist kein Geheimnis, dass von Beginn an Aliens in das Fox-Universum eingeführt werden sollten. Schnell erklärte man, dass man sich näher an die Vorlage halten wollte, als X-Men 3 es tat. Schnell erreichten uns Infos, dass die Skrulls vorkommen würden, bevor sie im MCU bei Captain Marvel eingeführt werden. Dann verlegte man den Film und passte scheinbar die Handlung an, denn was wir bekommen, ist ein Gemisch. Anders als bei den Avengers-Filmen fungieren die Aliens hier somit nicht als reine "Faceless Army", sondern sie wirken sogar recht bedrohlich. Aber wir wissen nichts über sie, wir verstehen ihre Motivation nicht und letztendlich werden sie darum trotzdem zu gesichtslosen Figuren. Wenn die Motivation dieser Figuren in einem Nebensatz erklärt wird, trägt dies eben auch dazu bei, dass man viel erzählen wollte, es aber nicht konnte oder durfte. Bis auf den Endkampf, würde die komplette Handlung sogar funktionieren, wenn man diese Schurken aus dem Film gelassen hätte. Dies erzählt uns ja schon alles, was wir von diesen "Schurken" zu halten haben.

Fazit
X-Men: Dark Phoenix beschreitet neue Wege, gibt uns Dinge die wir schon immer bei den Mutanten sehen wollten und ist eine kleinere, persönlichere Geschichte geworden. Der Film ist entgegen aller Befürchtungen solide, hat tolle Momente und setzt die Reihe toll fort. Vor allem die Schauspieler machen wieder einen tollen Job und man wird sie vermissen. Denn wir wissen Alle, dass es ein Abschied dieser Reihe und großartiger Schauspieler sein wird. Doch so fühlt sich der Film nicht an. Wie ein Abschluss, eine Krönung der Reihe, wirkt dieser Film eigentlich nie. Er geht neue Wege und weckt Lust, die Reihe weiter zu schauen. So entsteht Wehmut, man möchte wissen wie es weitergeht und es wirkt wie der Start in eine neue Phase. Hier schaffte es Endgame deutlich besser als Abschluss zu wirken, ohne Fortsetzungen auszuschließen. Vor allem schafft Endgame es, ein episches Finale zu bieten. Dies gelingt Dark Phoenix ebenso wenig, weil man durch eine eigentlich komplexe Handlung rast. Der Film ist deutlich zu kurz um die komplette Reihe zu würdigen und er ist zu kurz um alle Charakterentwicklungen und neue Aspekte sinnvoll zu integrieren.

Der Abschluss der Reihe ist gelungen, macht Spaß und ist eine rasante Fahrt. Doch zu vieles bleibt auf der Strecke, deutlich mehr Hintergründe wären wichtig gewesen und man hätte diesen Film einfach deutlich länger machen sollen. Damit wäre er mit Sicherheit auch epischer geworden, was einem Abschluss einer Reihe voller tollen Filme gerecht geworden wäre. Hier ist die Schuld beim Studio zu suchen, welches den Film wohl aufgab, nachdem klar wurde, dass es das Ende der Reihe wird.
Mein Herz würde 4 Hüte geben, weil der Film unterhielt und weil er vieles richtig macht. Zudem mag ich die Schauspieler, finde sie in ihren Rollen passend und würde gerne mehr sehen. Objektiv betrachtet sind 3,5 Hüte wohl passend, da der Film einfach zu vieles rasend erzählt und sich fast keine Verschnaufpausen gönnt.
Schade, dass das Ende der FoX-Men mit einem solch unverdienten Flop enden muss.

X-Men - Dark Phoenix Bewertung
Bewertung des Films
710
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3 Kommentare
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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
21.06.2019 10:22 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 7.322 | Reviews: 38 | Hüte: 440

@MobyDick
Danke für dein Feedback. Haha ja, in Punkto Endgame und X-Men-Universum werden wir wohl nie der gleichen Meinung sein laughing

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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.06.2019 09:58 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.753 | Reviews: 74 | Hüte: 317

Gute und interessante Kritik, mit deren Wertung ich auch absolut konform gehe. Nur den Vergleich mit Endgame und dein vergleichendes Fazit kann ich absolut nicht teilen. Das liegt aber dann wohl auch an unseren wohlbekannt unterschiedlichen Präferenzen wink

Hut!

Dünyayi Kurtaran Adam
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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
20.06.2019 10:09 Uhr
1
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 7.322 | Reviews: 38 | Hüte: 440

Hier dann meine Kritik zu X-Men: Dark Phoenix, welcher leider viel Potenzial liegen lässt. Als Film durchaus solide und unterhaltsam, ist er jedoch auch aufgrund des Studios nicht der Abschluss, den die Reihe verdient gehabt hätte.

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