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Zurück in die Zukunft 2

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Zurück in die Zukunft II Kritik

Zurück in die Zukunft 2 Kritik

Zurück in die Zukunft 2 Kritik
0 Kommentare - 27.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Zurück in die Zukunft 2" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Marty McFly (Michael J. Fox) und Doc Brown (Christopher Lloyd) reisen in das Jahr 2015 und versuchen Martys zukünftigen Sohn vor einem großen Fehler zu bewahren. Doch als sie in das Jahr 1985 zurückkehren, müssen sie feststellen, daß alles ganz anders geworden ist.

Fortsetzungen sind häufig ja Trugbilder einer vermeintlichen Innovation, die im Sumpf aus dem Motto „Höher. Schneller. Weiter“ versinkt und nur noch silhouettenhaft in Erscheinung tritt. Sowas wie eine innovative Fortsetzung, ist vielleicht mit einer Beschönigung zu beschreiben, weil tatsächlich ja die Kernelemente, also das, was die Fortsetzung ausmacht, nur aus dem stammen können, was bereits vorher da war. In Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (1977) geht es um Faschismus, in Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (1980) geht es um Faschismus. In Terminator (1984) geht es im Prinzip auch um eine Post-Apokalypse, in Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991) geht es auch darum. In Blade Runner (1982) geht es um die Sinnfrage, in Blade Runner 2049 (2017) geht es ebenso darum. Sicherlich, all diese Filme unterscheiden sich in einigen Belangen sicherlich irgendwo und sind mitunter auch besser als das Original, doch die Kernthesen, die vertreten und da abgelichtet werden, bleiben die gleichen. Und auch in Zurück in die Zukunft II wird im Prinzip, sofern man sich denn auf diese Art von Beschreibung der Grundzüge einlassen kann, nichts Neues ergründet. Es geht einzig darum, noch einmal dieselben Manierismen aus einem anderen Blickwinkel zu zeichnen. Und klar, vielleicht legitimiert sich das dadurch, daß man einen solch immensen Erfolg mit dem Original vorzuweisen hat, auch ein wenig. Doch richtig viel Substanz im Werk ist dann doch nicht vorhanden. Zumindest nicht in den Grundzügen.

Trailer zu Zurück in die Zukunft 2

Denn Zurück in die Zukunft II folgt einer gängigen Logik, auch innerhalb des Subgenre des Zeitreisefilms, indem es ein Szenario eröffnet, daß sich gänzlich mit der Frage befasst „Was wäre wenn?“ Und die Antwort auf diese Frage serviert der Film eigentlich in einer von der Tonalität abweichenden Grundidee, die schon ein wenig düster anmutet, wenn man es mal genau nimmt. Wir bleiben aber auch hier zunächst eben bei der grundsätzlichen Geschichte. In dieser gelingt es nämlich dem alten Biff einen Sportalmanach zu bekommen, der eigentlich aus der Zukunft stammt und in dem all die Ergebnisse und großen Sportkämpfe der letzten fünfzig Jahre aufgelistet werden. Nun wird der Film da in seiner Geschichte albern kreativ und lässt Biff auf all die Ereignisse wetten, wodurch er scheinbar zum mächtigsten Mann der Erde aufsteigt und die Zukunft in eine Art Polizeistaat verwandelt, besser gesagt in ein autokratisches Regime. Klar, auch diese Idee ist vielleicht in ihren grundsätzlichen Zügen nicht neu und zumindest in der Klärung der Fronten aus so ziemlich jedem großen Science-Fiction-Werk entnommen. Was den Film aber dennoch so ein wenig abhebt, ist, daß er tonal sehr viel düsterer gehalten ist, während die Wortwitze und das Schauspiel seiner Hauptakteure karikaturesker daherkommt. Der Wandel ist also ungefähr so, wie zwischen Jäger des verlorenen Schatzes (1981) und Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984). Wenngleich der Humor hier durchaus alberner wirkt, aber irgendwie erstaunlicherweise auch nie antiklimatisch.

Etwas irritiert lässt der Film einen zurück, wenn es um die Darstellung der Frauen geht. Nun hatte Zemeckis in seiner Karriere schon öfter das Problem, daß er Frauen nicht unbedingt als dem Mann gleichwertig inszenierte. Hier hat man aber im besonderen auch den Eindruck, daß er extrem misogyn daherkommt, wenn er etwa, na ja, den Körper dermaßen betont, daß man nicht mehr genau sagen kann, ob das jetzt nötig ist, um die Boshaftigkeit seines Antagonisten unter Beweis zu stellen, oder ob Zemeckis nicht daran auch einen gewissen Gefallen findet. Natürlich spielen die Schauspieler dabei alle so affektiert, daß es vielleicht nicht sonderlich heraussticht, in einem Film, der ohnehin extrem cartoonesk daherkommt. Und das unterstreichen auch die gesamten Bilder, die in dieser hochmodernen Zeit des Jahres 2015 eingefangen werden. Nun altern Zeitreisefilme und besonders Science-Fiction-Filme, die auf der zukünftigen Erde stattfinden, in der Regel nicht sehr gut. Das nimmt den Werken meist einen gewissen Teil an Zugang zur Realität. Allerdings ist Zurück in die Zukunft II gar nicht so sehr daran interessiert, besonders glaubwürdig daherzukommen, wenngleich die dargestellte Zeitreise hier ähnlich einflussreich war, wie der gesamte erste Teil. Schließlich zog auch Avengers: Endgame (2019) seine „Wissenschaft“ an der Erstellung neuer Zeitlinien durch die Zeitreise. Das macht vor allem Spaß, ist natürlich auch keine wirkliche Wissenschaft, aber man sieht, wie viel Mühe sich die Macher in der Hinsicht gegeben haben.

Ob Hoverboard, oder Bandenkriege in den Straßen, die dargestellte Zeit ist nie so richtig auf einer Wellenlänge. Man kann schlecht sagen, ob die Zukunft hier nun verteufelt, oder verehrt wird, weil unter der Oberfläche vieles schlummert, was zu kritisieren wäre. Natürlich ist man hin und wieder erschrocken, inwieweit einiges, von dem, was prophezeit wurde, hier tatsächlich eingetreten ist. Auf der anderen Seite ist das aber auch nicht alles. Dabei ist besonders interessant, daß Zurück in die Zukunft II zu jedem Zeitpunkt über die eigene Blase hinauszuschauen versucht, während es wohl kaum einen anderen Film gibt, der die eigene Subkultur so gut einfangen hat, wie dieser. Klar, die große Renaissance von Michael Jackson erfolgte, kam aber allerdings ein paar Jahre früher. Ansonsten ist der Film aber eben auch nicht völlig unkritisch zu sehen. Gerade die Darstellung der Gesellschaftsschichten, weist eigentlich darauf hin, daß alles seine feste Ordnung haben muss, wodurch reich immer reich bleibt und arm eben arm. Relativ neoliberaler Dreck, den Zemeckis da propagiert. Das konnte er tatsächlich auch schon besser, geht aber auch noch schlimmer, wenn man sich Cast Away – Verschollen (2000) ansieht. Doch das ist eben hier auch relativ geschickt und erträglich gemacht, weil eben die Optionen nur durch ein totalitäres Regime präsentiert werden. Gut, auch das könnte man natürlich ankreiden. Aber ja, es ist nett.

Der Überraschungseffekt geht verloren, dennoch versucht Zurück in die Zukunft II alles, um ein nachvollziehbarer Film zu werden. Das gelingt auch, ist aber eben auch nicht besonders kreativ in vielerlei Hinsicht. Die Schauspieler hingegen können einiges an Unfug in der Richtung auffangen. Aber eben auch nicht alles. Es ist ein guter Film geworden, weil er sich ab einem gewissen Punkt in eine ganz andere Richtung entwickelt, die spannend bleibt.

Zurück in die Zukunft 2 Bewertung
Bewertung des Films
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