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Gladiator 2

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Klartext vom Meisterregisseur

Ridley Scott: "Die meisten Filme heute sind Mist"

Ridley Scott: "Die meisten Filme heute sind Mist"
29 Kommentare - Mo, 06.10.2025 von MJ-Caminito
Ridley Scott spart nicht mit Kritik: In einem Interview spricht er über die Schwächen des heutigen Kinos und erklärt, warum er lieber seine eigenen Filme ansieht.

In einem ausführlichen Gespräch mit dem British Film Institute hat Regisseur Ridley Scott deutliche Worte für den Zustand des heutigen Kinos gefunden. Der 87-Jährige, der mit Werken wie Alien, Blade Runner und Gladiator Filmgeschichte schrieb, sieht die Branche in einer kreativen Schieflage: „Die Menge an Filmen, die heutzutage produziert wird - wirklich weltweit - geht in die Millionen. Nicht Tausende, sondern Millionen … und das meiste davon ist Mist.“

Später im Gespräch wurde der Regisseur gefragt, ob er einen „Wohlfühlfilm“ habe, den er sich gern wieder ansieht. „Nun, ehrlich gesagt, im Moment stelle ich fest, wir ertrinken in Mittelmaß“, antwortete Scott. „Und was ich dann tue - es ist schrecklich, ich weiß - ich habe angefangen, meine eigenen Filme zu schauen. Und ehrlich gesagt: Die sind ziemlich gut! Und außerdem altern sie nicht.“ Besonders Black Hawk Down (2001) habe ihn beim Wiedersehen beeindruckt: „Wie zum Teufel habe ich das geschafft?“

Doch Scotts Kritik zielt weniger auf Eitelkeit als auf ein strukturelles Problem. Er sieht eine Filmindustrie, die sich zunehmend auf Effekte und Oberflächen verlässt, statt auf solide Drehbücher. „Viele Filme werden durch digitale Effekte gerettet, weil sie auf dem Papier nichts haben. Holt es erstmal aufs Papier!“, fordert er.

In Zeiten, in denen Algorithmen und Franchise-Kalkül oft den Ton angeben, wirkt Scotts Haltung fast schon „altmodisch“. Denn für ihn beginnt jedes starke Kinoerlebnis mit einer gut erzählten Geschichte, nicht mit einer makellosen Computergrafik.

Trotz aller Kritik erkennt Scott Ausnahmen an: „Ab und zu taucht ein guter Film auf, und das ist eine Erleichterung.“ Namen nennt er nicht, doch zwischen den Zeilen schwingt Respekt für jene, die sich noch um echtes Erzählen bemühen.

Parallel zu seiner Kritik bleibt Scott selbst aktiv und denkt trotz seines Alters nicht ans Aufhören. Nach dem Erfolg von Gladiator 2 (2024), der weltweit über 462 Millionen Dollar einspielte, arbeitet er bereits an The Dog Stars, einer postapokalyptischen Roman-Adaption mit Jacob Elordi. Und auch die Gladiator-Saga ist noch nicht zu Ende: „Pauls Figur ist noch da, technisch gesehen ist er der Kaiser von Rom“, deutet er an. Ein dritter Teil befindet sich bereits in Vorbereitung.

Ob Scotts Urteil schroff klingt oder gerechtfertigt ist, darüber lässt sich streiten. Doch sein Appell ist deutlich: Kino braucht kein Spektakel, sondern Bedeutung. Nur dann hat es Bestand.

Quelle: Variety
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29 Kommentare
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SpiderFan : : Moviejones-Fan
09.10.2025 23:56 Uhr
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Dabei seit: 06.05.22 | Posts: 1.696 | Reviews: 0 | Hüte: 34

So nen Spruch kann er sich halt leisten. Auch wenn die letzten Projekte nicht nur Kracher gewesen sind.

“You have fought long enough, Galadriel. Put up your sword.”

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Rotwang : : Moviejones-Fan
08.10.2025 08:17 Uhr
0
Dabei seit: 11.06.20 | Posts: 1.361 | Reviews: 0 | Hüte: 40

Wenn ich ein Restaurant gehe werde ich ja auch sagen dürfen dass es mir nicht gut war, würde ich dann hören ich soll es erstmal selber besser machen, würde ich das befremdlich wahrnehmen, ich meine man hat ja auch schonmal gutes Essen gehabt, Ridley Scott hat sicher auch schonmal einen guten Film gesehen deshalb darf er das ja auch sagen.

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Lordoss : : Moviejones-Fan
07.10.2025 22:28 Uhr
0
Dabei seit: 12.07.23 | Posts: 315 | Reviews: 1 | Hüte: 13

Zu seinen Filmen wurde ja genug gesagt. Hat jemand die Serie Raise by Wolves geschaut? Und wie fit wirkt er eigentlich?! jedes Mal wenn ich lese wie alt er ist und ein Bild dazu, würde ich ihn nie so alt schätzen.

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Serum : : Moviejones-Fan
07.10.2025 19:18 Uhr
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Dabei seit: 25.01.15 | Posts: 458 | Reviews: 0 | Hüte: 15

""Die meisten Filme heute sind Mist""
Richtig, aber das gilt auch für die meisten seiner Filme.

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move : : Moviejones-Fan
07.10.2025 11:44 Uhr | Editiert am 07.10.2025 - 12:06 Uhr
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Dabei seit: 08.08.23 | Posts: 511 | Reviews: 0 | Hüte: 25

@Endo

Alle gesehen. Meiner Ansicht nach alle weit von einem Meisterwerk entfernt und eher als "gut" einzustufen. Meisterwerke hat Scott (meiner Ansicht nach) nur mit Alien, Blade Runner und Gladiator erschaffen, da es nicht nur Kultklassiker sind, sondern die jeweiligen Genres maßgebend geprägt haben:

- Alien: das Genre Space Horror von B-Movie zu A verholfen

- Blade Runner: das Genre Cyberpunk mitbegründet

- Gladiator: das tote Genre Sandalenfilme wiederbelebt (hat einen regelrechten Boom ausgelöst, ohne den es Serien wie Spartakus oder Filme wie Alexander oder Troya nie gegeben hätte).

Danach kommen noch Thelma & Louise und 1492 als sehr gute Filme, die zumindest bei mir ihre Fußspuren hinterlassen haben.

Wie man in den Beiträgen sieht, ist das Thema eh recht subjektiv und soll doch jeder so sehen, wie er/sie will. Ich werde da sicher niemanden meine Meinung aufzwängen. Der eine feiert Avatar, ich finde das schreckliche Filme, die für mich nur eine Techdemo sind. Ist halt so. Bestimmt finde ich auch Filme gut, die ein "Filmexperte" als Müll bezeichnen würde. Kümmert mich aber nicht, solange die Filme mir gefallen.

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
07.10.2025 11:38 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 12.288 | Reviews: 48 | Hüte: 829

Eigentlich wurde ja schon alles dazu geschrieben. Für mich sind diese Alt-Herren wie Scott (selbst miese Blockbuster produziert) und Scorcese (produziert immer mehr fürs Streaming obwohl er das Kino retten möchte), die über alles schimpfen, selbst Teil des Problems. Nur bekommen sie es selbst nicht mal mit, leben in einer gewissen Blase.

Scott ist ein toller Regisseur und sein Lebenswerk verdient Respekt. Ich sehe in seinen Filmen eigentlich keinen Mist, aber den sehe ich auch sonst nicht wirklich, weshalb seine Aussage "Die meisten Filme heute sind Mist" schon überheblich klingt und es sich um eine filmische Verklärung handelt. Und da muss man sich dann nicht wundern, wenn es einem selbst um die Ohren fliegt. Wenn ich alleine an seine letzten 20 Jahre denke, blieb da unglaublich viel Potenzial liegen:

  • Napoleon: obwohl hier eigentlich alles stimmte (Setting, Ausstattung, Historienepos), enttäuschte er mich und es wurde der falsche Fokus gelegt. Soll als Directors Cut besser sein - aber den dürften die wenigsten gesehen haben
  • The Last Duel: Scott macht einen auf Nolan und erzählt die gleiche Story aus 3 Blickwinkeln. Interessanter Ansatz, aber auch hier war es für mich der falsche Fokus
  • Exodus: Götter und Könige: hätte ein Historienepos sein können und müssen, blieb aber leider flach und ist heute definitv Mist gegenüber früher, wenn man an die Zehn Gebote denkt
  • Königreich der Himmel: auch hier blieb für mich sehr viel Potenzial liegen, der Film ist einfach nicht hängen geblieben
  • Robin Hood: neuer Ansatz, ich mochte ihn - die Mehrheit aber nicht. Als Prequel ganz gut, aber auch sehr vergessenwert im Vergleich zu früheren Interpretationen
  • Prometheus und Alien: Covenant: Scotts Ego-Trips, dass nur er das Alien-Franchise verstanden hat und gestalten darf. Für mich war Prometheus ne Enttäuschung, weil ich bis heute nicht weiß, was er mir eigentlich sagen möchte. Wusste Scott selbst nicht, weshalb er wieder mehr Richtung Alien ginbg mit seiner Fortsetzung. Ich war einer derer, die dies tatsächlich besser fanden, trotzdem ist der Film weder Fisch noch Fleisch und deutlich mehr Mist als früher
  • House of Gucci: ziemlich ereignislos ohne echte Höhepunkte, Wendungen oder erinnerungswürdigen Szenen. Ohne Lady Gagas Schauspiel wäre der Film erzählerisch von hinten bis vorne nur flach geblieben, so gab es wenigstens mal bisschen Gekreische und Drama

An American Gangster und Der Marsianer – Rettet Mark Watney hab ich nix zu meckern, Gladiator 2 hab ich wegen der vernichtenden Kritiken gemieden. Aber alle zuvor genannten Filme waren für mich vielleicht ok, aber leider nicht mehr als "durchschnittlich" und halt "ok" - da blieb viel Potenzial liegen, tolle Settings/Kostüme/Musik/Darsteller konnten nicht mithalten mit der langweiligen/flachen/unkreativen Handlung oder dem falschen Fokus, was man eigentlich zeigen wollte.
Mit Gladiator 2 und den rezenten Alien-Filmen machte er dann das, was ja auch bei jedem verpöhnt ist - seelenlose Prequels/Seques.

Ich hätte nie so kritisch über Scott geschrieben, wenn er selbst nicht so überheblich unterwegs wäre. Er kann natürlich sagen, dass ihm vieles nicht so gefällt oder dass vieles seinen Geschmack nicht trifft - aber pauschal den Großteil der heutigen Filme als Mist zu bezeichnen, find ich einfach überheblich und falsch.

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DrStrange : : Moviejones-Fan
07.10.2025 10:59 Uhr | Editiert am 07.10.2025 - 11:00 Uhr
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Dabei seit: 07.05.12 | Posts: 3.462 | Reviews: 58 | Hüte: 135

Scott verdient natürlich jeglichen Respekt für sein Lebenswerk und all die Klassiker die er bereits abgeliefert hat und irgendwie, gerade mit Blick auf den Output von Streamingdiensten wie Netflix, hat er mit Sicherheit auch teilweise recht. Andererseits wie hier schon gesagt wurde, ist er inzwischen ein Teil des Problems und das nicht erst seit "Gladiator II".

"Napoleon" bleibt unterm Strich leider eine Enttäuschung, gerade wenn man schaut was hier an Potential flöten ging. Alien: Covenant und auch Prometheus waren beide "verzichtbar", vom besonders lächerlich miesen "Robin Hood" will ich gar nicht reden, "Königreich der Himmel" dreht es mir heute noch die Fußnägel hoch wegen all der historischen Unkorrektheiten... und so könnte ich noch lange weitermachen. Zur Ehrenrettung "The Last Duel" hab ich nicht gesehen. Vielleicht ist das ja ein meisterliches Spätwerk.

Ansonsten sehe ich, wenn ich seine Filmography rückwärts angehe, eigentlich auch erst "Ein gutes Jahr" als wirkliches Highlight. Den Film kann ich auch heute noch gut anschauen und der hatte auch dieses gewisse "Etwas".

"The Wheel weaves as the Wheel wills"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
07.10.2025 09:51 Uhr | Editiert am 07.10.2025 - 11:02 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 8.667 | Reviews: 145 | Hüte: 734

@ Rafterman

Ansichtssache. Für mich funktioniert die Handlung beider Avatar-Filme deutlich besser als die von Gladiator 2, der mich emotional nur wenig abholen konnte. Bei Avatar 1 & 2 konnte ich mit den Charakteren viel mehr mitfühlen und emotional packen mich die Filme immer wieder voll und ganz. Avatar ist eine epische Science-Fantasy-Geschichte, Gladiator 2 wirkt dagegen für mich flach und langweilig und wie ein schlechter Abklatsch des Vorgängers.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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Rafterman : : Moviejones-Fan
07.10.2025 09:37 Uhr | Editiert am 07.10.2025 - 09:38 Uhr
1
Dabei seit: 18.01.17 | Posts: 1.104 | Reviews: 0 | Hüte: 34

Ein Gladiator 2 ist zwar auch nur mittelmaß aber trotzdem noch besser als beide Avatar Filme die nur durch eine makellose Computergrafik glänzen. Napoleon ist im Directors Cut ausgesprochen gut.

Ich sage immer die Wahrheit. Sogar wenn ich lüge!

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bartacuda : : Mitternächtlicher Haijäger
07.10.2025 09:08 Uhr
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Dabei seit: 03.03.10 | Posts: 4.443 | Reviews: 0 | Hüte: 355

@Bond

Meine Frau und ich lieben ja den - hier gar nicht erwähnten - "Ein gutes Jahr"..

Den mag ich persönlich auch sehr gerne.

Ich persönlich bin auch ein großer Freund seiner, hier ungenannten, Robin Hood Interpretation. Den mag ich sehr und kann ich regelmäßig gut schauen.

... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!
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MrBond : : Imperialer Agent
07.10.2025 08:24 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 3.898 | Reviews: 24 | Hüte: 607

Meine Frau und ich lieben ja den - hier gar nicht erwähnten - "Ein gutes Jahr"... der wird regelmäßig eingelegt und ist einer der schönsten "Entschleunigungsfilme", die einen den verrückten Alltag zumindest für 90 Minuten vergessen lassen...

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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Endo : : Moviejones-Fan
07.10.2025 06:23 Uhr
0
Dabei seit: 27.07.17 | Posts: 73 | Reviews: 1 | Hüte: 5

@Move also wenn dir nur Gladiator von Ridley Scott in Erinnerung bleibt, kannst du eigentlich eine Menge nicht gesehen haben.

Black Hawk Down, Königreich der Himmel (DC), American Gangster, Der Marsianer und The Last Duel sind absolute Meisterwerke und Filme die noch in 30 Jahren geschaut werden.

Als sehr gute Filme würde ich noch Exodus, Der Mann der niemals Lebte, Alles Geld der Welt, House of Gucci, Tricks und Prometheus bezeichnen. Ich weiß, dass Napoleon umstritten ist, aber den 3h 20 Directors Cut feier ich persönlich.

Von den Post Gladiatorfilmen sind für die Ewigkeit Alien, Blade Runner und Thelma & Louise. GI Jane bleibt auf meiner persönlichen Hitliste wegen Viggo Mortensen und der wie immer unterschätzen Demi Moore.

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Endo : : Moviejones-Fan
07.10.2025 02:38 Uhr
0
Dabei seit: 27.07.17 | Posts: 73 | Reviews: 1 | Hüte: 5

Er hat schon recht. Fällt mir auch bei den Oscars leider zusehends auf. In der 90er war die breite an bedeutsamen Meisterwerken schon sehr groß.

1997 haben sich einfach Titanic, Good Will Hunting, Besser gehts nichts, LA Confidential, Amistad, Wag the Dog, Boogie Nighs und Kundum um die Oscars gestritten. Das war die ganzen 90er der Fall. Die Verurteilten würde heute alles abräumen und gingen 1995 komplett leer aus - ich denke das sagt alles,

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move : : Moviejones-Fan
06.10.2025 19:06 Uhr
0
Dabei seit: 08.08.23 | Posts: 511 | Reviews: 0 | Hüte: 25

@TiiN

Mir ist schon bewusst, dass Der Marsianer damals überwiegend gut ankam. Deswegen hab ich den auch als positiven Film mit reingenommen. Der aber meiner Ansicht nach heutzutage kaum noch Relevanz hat. Und zumindest für mich - gemessen an den früheren Werken von ihn - maximal durchschnittlich ist. Aber sei jeden Gegönnt, der diesen Film verehrt. Mich konnte leider keiner seiner Filme nach Gladiator noch so wirklich überzeugen. Eher enttäuschen. Muss mich auch in seinem Alter nicht mehr überzeugen, denn er hatte schon abgeliefert. Aber seine Aussage ist dennoch blödsinnig, da er ein großer Teil des von ihm selbst ausgesprochenen Problems ist.

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Rotwang : : Moviejones-Fan
06.10.2025 18:26 Uhr | Editiert am 06.10.2025 - 18:27 Uhr
0
Dabei seit: 11.06.20 | Posts: 1.361 | Reviews: 0 | Hüte: 40

Die Aussage ist pauschal, Pornos, Horror-B-Movies, Bollywood, TV Produktionen gibs schon ewig, der StreamingMarkt ist neu, man sollte schon irgendwo den Fokus in der Kritik setzen, Kino Filme da gibt es halt viel vom selben, Wiederholung, Fortsetzung etc.

Die typischen Oscar-Filme gibt es ja auch noch immer.

TV Serien sind aber zum Beispiel sehr viel besser als früher.

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