Rogue One - A Star Wars Story

Kritik Details Trailer Galerie News
Nur der Ersteindruck

Rogue One - A Star Wars Story Kritik

Rogue One - A Star Wars Story Kritik
7 Kommentare - 20.12.2016 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92 wie gut Rogue One - A Star Wars Story wirklich ist.
Rogue One - A Star Wars Story

Bewertung: 2 / 5

Bevor ich nun den gleichen Fehler wie bei The Force Awakens mache und den Film zu vorschnell verurteile, kündige ich direkt an: Ich werde und muss mir Rogue One ein zweites Mal anschauen. Zum Einen leidet Rogue One unter einer furchtbaren deutschen Synchronisation, weswegen ich mir den Film unbedingt noch in der Originalversion ansehen muss. Das englische Original machte schließlich schon aus TFA einen grundlegend besseren Film. Zum Anderen erhoffe ich mir von einer Zweitsichtung, dass sich Rogue One auch atmosphärisch mehr wie ein Star Wars Film anfühlen wird, was vorhin im Kino leider nur selten der Fall war.

Trailer zu Rogue One - A Star Wars Story

Der Videoplayer(12541) wird gestartet

Rogue One wurde als ein Film angekündigt, der das Star Wars Franchise aus einem vollkommen neuen Blickwinkel betrachten sollte. Innovativ und düster sollte er sein. Vorbei mit der Saga, vorbei mit dem Märchen, Star Wars sollte sich zum ersten Mal so richtig wie Krieg anfühlen. Tja, da liegt meiner Meinung nach genau der Wookie begraben, denn Rogue One ist im Vergleich zu den Episoden weder sonderlich innovativ noch düster. Mit Gareth Edwards (Monsters, Godzilla) hatte Disney eigentlich einen vielversprechenden Regisseur am Start, aber entweder wollte sich Edwards hier komplett neu erfnden oder ihm wurde tatsächlich das Zepter aus der Hand genommen. Edwards gewohnte Handschrift lässt sich jedenfalls nicht wiederfinden und die bei ihm sonst so bedrohliche Atmosphäre will sich absolut nicht einstellen. Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass hier teiweise sogar die gleichen Fehler wie in TFA gemacht wurden.

Das fängt damit an, dass manche Charaktere so wirken, als hätte man sie aus mehreren bereits bekannten zusammengeschustert. Den Droiden K-2SO kann man als eine Mischung aus TARS und C3PO beschreiben, er hat im Deutschen sogar eine ähnliche wie C3PO. Wie in TFA mit Finn hat man hier mit Cassian Andor einen desertierenden Imperialisten als wichtige Nebenfigur. Zudem wird uns mit Jyn Erso als Hauptfigur ein Aufguss von Luke und Rey präsentiert. Ein kleines Kind verliert seine Eltern, wird von einem im Film dem Tod gesegneten Mentor großgezogen (hier: Forest Whitaker) und irgendwann in das Imperiumsgeschehen hineingezogen. Natürlich spielt auch der Vater (hier: Mads Mikkelsen) wieder eine wichtige Rolle in der Handlung. Darüberhinaus versucht Disney erneut, die alten Fans durch das plumpe Einbauen von Nostalgieelementen zu ködern. Von Sprüchen wie "Das ist eine Falle!" und "Ich habe da ein ganz mieses Gefühl!" bis zu mMn sinnlosen Cameos ( C3PO; R2D2; der Typ, der auf zwölf Sternen zum Tode verurteilt ist ) lässt sich hier alles finden.

Hinsichtlich der Ankündigung, mit Rogue One einen düsteren Kriegsfilm drehen zu wollen, muss ich Disney, Edwards und den Drehbuchautoren zumindest für die Idee ein Lob aussprechen. Die Rebellen erscheinen nicht mehr als reine Lichtgestalten, sondern werden angegraut dargestellt, auch von der Radikalität ( am Ende sind alle Hauptfiguren tot ) bin ich beeindruckt. Auf dem Papier liest sich das großartig, letztendlich scheitert dies aber an der Ausführung. Wenn man bestimmte Szenen in den Episoden als düster oder intensiv empfindet, dann begründet sich dies nicht nur durch eine entsprechende Inszenierung, sondern auch durch die emotionale Bindung zu den gut ausgearbeiteten Charakteren. Das fehlt in Rogue One leider zu großen Teilen, die Charakterzeichnung der Hauptfiguren verbleibt auf einem rudimentären Niveau und die emotionale Bindung fällt dementsprechend schwach aus. Des Weiteren wird die düstere und bedrohliche Atmosphäre durch die ständigen Humoreinschübe ad absurdum geführt, in diesen Momenten lässt sich der Film kaum von Suicide Squad unterscheiden. Hoffentlich bessert sich das wie schon bei TFA in der Originalversion! Gleiches gilt auch für Ben Mendelsohns Direktor Krennic, der im Deutschen wie die Karikatur eines Star Wars Schurken erscheint und der düsteren Atmosphäre somit ebenfalls einen Riegel vorschiebt.

Insgesamt könnte ich darüber eventuell sogar hinwegsehen, wenn sich Rogue One wenigstens wie ein Star Wars Film anfühlen würde, aber selbst das gelingt nicht so recht - zumindest nicht in den ersten 90 Minuten. Normalerweise halte ich Michael Giacchino für einen tollen Komponisten, aber hier hat er mit seinem eigenen Score komplett ins Klo gegriffen. Die Bilder suggerieren mir zwar "Das ist Star Wars.", aber ohne eine passende Musikuntermalung bleibt es eben nur eine Behauptung. Nachdem der finale Kampf eingeläutet ist und in den letzten 30 Minuten wieder die altbekannten Williams-Melodien erklingen, stellt sich wie zu erwarten direkt das geliebte Star Wars Feeling ein. Anmerkung: Ähnliche Probleme hatte ich bei TFA, auch hier besserte es sich mit der Zweitsichtung.

Alles in allem stellt sich mir nun die Frage: Haben wir dieses Spin-Off über den Diebstahl der Todessternbaupläne wirklich gebraucht? Nach der Erstsichtung muss ich diese Frage mit "Jein" beantworten. Aufgrund des fehlenden Star Wars Feelings, der fehlenden düsteren Kriegsatmosphäre und der mangelhaften Charakterzeichnung empfand ich die ersten 90 Minuten als ziemlich belanglos. Inhaltlich und atmosphärisch kann sich die Geschichte erst in den letzten 30 Minuten entfalten, im Prinzip hätte also ein Kurzfilm ausgereicht. Highlight war für mich die Endszene mit Darth Vader, eine perfekte Überleitung zu Episode IV.

4-5/10 Punkten

Rogue One - A Star Wars Story Bewertung
Bewertung des Films
410
Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie

Weitere spannende Kritiken

Star Wars - Die letzten Jedi Kritik

Die Marke bleibt, die Magie ist fort

Poster Bild
Kritik vom 16.12.2017 von eli4s - 2 Kommentare
Schon "Das Erwachen der Macht" schien mehr ein nostalgisches Reboot als eine logische Weiterführung der originalen Saga. Die große Frage am Ende der ersten Episode der neuen Star Wars Trilogie vor allem die Frage, wohin kann man sich entwickeln. Und die Antwort ist: alles auf Anfang. "Di...
Kritik lesen »

Tron - Legacy Kritik

Von Göttern und Menschen (Spoiler)

Poster Bild
Kritik vom 16.12.2017 von luhp92 - 0 Kommentare
Ich glaube, ich werde mal wieder für verrückt erklärt, wenn ich nun schreibe, dass mich beim Anschauen von "Tron: Legacy" der Inhalt noch mehr angesprochen hat als die audiovisuelle Umsetzung^^ Letzteres ist klar das Aushängeschild des Films und dürfte wohl jedem bekannt se...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Was denkst du?
7 Kommentare
Avatar
ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
24.12.2016 02:23 Uhr
0
Dabei seit: 19.08.12 | Posts: 11.163 | Reviews: 1 | Hüte: 232

Also ich komme grad von Kino, und endlich hab ihn auch gesehen... Mich hat der film durchaus sehr unterhalten, weil er alles hatten, was Kopie7 Nichts hattenlaughingtongue-out... Coole effekte,.. sauberen Handwerk von Gareth Edwards ... da war wirklich liebe an seinen Filme... Nur ein punkt hat mir gestört... mitte ins offenen Schlacht "Was hatte Princesse Leia DA ZU SUCHEN verdammt. Also ich hätte die Brücke zwischen A New hope nicht so abgeschlossen oder über geleitet ... Sonst war der film Super

Avatar
Rotschi : : Flatliner
20.12.2016 23:05 Uhr
0
Dabei seit: 17.12.09 | Posts: 1.285 | Reviews: 6 | Hüte: 20

Top Kritik. Spiegelt in so ziemlich allem was du schreibst das wieder, was der Film auch bei mir bewirkt hat. Charakterbindung ist für mich in einem Film so ziemlich das Wichtigste. Also gerade, wenn man von einem Kriegsfilm spricht. Die Erwartungshaltung war selbstverständlich auch bei mir sehr hoch. Aber da hat Disney mit dem Marketing halt einfach verkackt. Passiert in letzter Zeit aber leider häufiger.

Alles in Allem eine sehr verständliche Kritik. Vielen Dank

Avatar
luhp92 : : BOTman Begins
20.12.2016 19:22 Uhr | Editiert am 20.12.2016 - 19:24 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 9.133 | Reviews: 95 | Hüte: 275

@Erwartungen
Die Messlatte meiner Erwartungen lässt sich an der finalen Darth Vader Szene sehr gut festmachen. Das war das Niveau an Düsternis, Bedrohlichkeit und Brutalität, welches ich mir für den gesamten Film gewünscht hätte, etwas in Star Wars Filmen noch nie Dagewesenes. Die restlichen Kämpfe und vor allem der Kampf auf/über Scarif sehen natürlich auch nicht schlecht aus, bewegen sich in Sachen Brutalität, etc aber eben auf dem gleichen Niveau wie die Episoden. Sie zeigen also nichts Neues.
Aber vielleicht gefällt mir Rogue One während der Zweitsichtung ja gerade deshalb besser, weil ich nun weiß, was ich vom Film erwarten oder eben nicht erwarten kann.

@Deutsche Synchro
Das bezieht sich vor allem auf Direktor Krennec, K-2SO und Saw Gerrera.
K-2SO hätte mir als Droide in den Episoden wahrscheinlich sehr gut gefallen, siehe meine Begeisterung für C3PO. Aber Direktor Krennec? Nein. Für mich hatte er mehr Gemeinsamkeiten mit Lord Hemchen oder Jens Maul als mit ernstgemeinten Star Wars Schurken.

@Star Wars Feeling
Findet sich hier durchaus, ja! Aber halt nur in den letzten 30 Minuten wink

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

Avatar
noemata : : Moviejones-Fan
20.12.2016 11:49 Uhr
0
Dabei seit: 24.09.14 | Posts: 28 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Dito. Endlich mal eine dem Film angemessene Kritik.

Avatar
bartacuda : : Mitternächtlicher Haijäger
20.12.2016 10:38 Uhr | Editiert am 20.12.2016 - 10:43 Uhr
0
Dabei seit: 03.03.10 | Posts: 3.752 | Reviews: 0 | Hüte: 215

@luhp, manchmal machst du mich echt fertig wink

Ich will dir deine Meinung ja nicht absprechen, aber da werden wir beide wohl keinen gemeinsamen Nenner finden.

Ich will nicht ausschließen, dass dir persönlich das SW-Feeling gefehlt hat, aber um es mit Loriot zu sagen, "Vielleicht stimmt mit deinem Gefühl etwas nicht" wink

Ob man Mängel sieht oder gar Missfallen daran findet, sei jedem unbenommen. Aber eines war der Film m.M.n. unstrittig. Ein Star Wars Film. Nein, keine "Episode", aber eben ein Star Wars Film.

... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!
Avatar
MrBond : : Moviejones-Fan
20.12.2016 10:11 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 1.794 | Reviews: 7 | Hüte: 199

@Luhp

Aus psychologischer Sicht ist das wohl das Dilemma der zu hohen Erwartung: Selbst Filme, die sehr gut sind, werden subjektiv zu sehr schlechten Filmen. Die hohe Qualität fällt einem nur auf, wenn man ohne Erwartung bzw. unbefangen einen Film sieht (ist auch auf jedes andere Thema anwendbar).

Damit möchte ich nicht Deine Kritik schlecht reden, oder behaupten, dass Du keine Ahnung hast, sondern rein wissenschaftlich begründen, warum es zu solchen unterschiedlichen Wahrnehmungen kommt, z.B., dass ein und die selbe Situation bei der einen Person zu Beifall führt, bei der anderen Person zu Brechreiz smile

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

Avatar
Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
20.12.2016 09:51 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 4.371 | Reviews: 16 | Hüte: 231

Es ist manchmal verrückt wie Meinungen auseinander gehen smile Ich z.B konnte die Atmosphäre und den Krieg, das Dreckige und Schreckliche doch deutlich mehr spüren als du. Für mich hat sich diese Idee somit zu 100 % bewährt. Der gleichen Meinung bin ich mit der Bindung zu den Charakteren, trotz allem konnte ich gott sei dank das Star Wars-Feeling bis auf wenige Momente oft spüren.
Die deutsche Synchro fand ich jetzt ehrlich gesagt nicht mal so schlecht. Ich war der Meinung, dass Charaktere wie Kennrick oder K2SO bewusst so überzeichnet worden sind. Bin dann mal gespannt wie es bei der OV aussieht. Ansonsten sehr schöne Kritik.

Forum Neues Thema