Die One-Hit-Wonder der Academy Awards

Oscar - und dann? Schauspieler, die nach ihrem Triumph abgetaucht sind

Oscar - und dann? Schauspieler, die nach ihrem Triumph abgetaucht sind
5 Kommentare - Sa, 27.02.2016 von R. Lukas
Kein Glück hält ewig. Dass die Oscars nicht nur Segen, sondern auch Fluch sein können, beweisen die einigermaßen aktuellen Fälle, die wir hier gesammelt haben - von Adrien Brody bis Renée Zellweger.
Oscar - und dann? Schauspieler, die nach ihrem Triumph abgetaucht sind

Den Oscar zu gewinnen, ist für einen Schauspieler das Größte. Sollte es zumindest sein, denn kein anderer Filmpreis der Welt fasziniert so sehr und hat ein solches Prestige wie die glitzernd-glamourösen Academy Awards, die jedes Frühjahr im ganz großen Rahmen verliehen werden.

Wer eine der güldenen Statuen überreicht bekommt, kann sich direkt in den Olymp Hollywoods katapultieren und buchstäblich über Nacht zum Star werden, sofern er noch keiner ist. Es kann aber auch das Gegenteil eintreten, dann nämlich, wenn die Gefeierten anschließend (wieder) in der Versenkung verschwinden oder sich in mittelmäßigen bis miesen Produktionen verrennen. Durch die Oscars vergoldete Karrieren gehen so schnell den Bach runter, aus hochgejubelten Neu-Stars werden One-Hit-Wonder. Dann doch lieber ein Beispiel an Leonardo DiCaprio nehmen: nicht gewinnen, aber immer wieder nominiert sein und anhaltenden Erfolg haben.

In der langen Geschichte der Academy Awards, die 2015 zum 87. Mal stattfanden, gab es schon einige dieser abschreckenden Fälle. Über manche lässt sich diskutieren, andere sind ziemlich eindeutig. Wir haben zehn Stück aus der jüngeren Vergangenheit (ab den 1990er Jahren) herausgesucht, alles Darsteller und Darstellerinnen, bei denen sich der Triumph tatsächlich nicht sehr förderlich auf ihre weitere Laufbahn ausgewirkt hat und der Oscarglanz längst abgeblättert ist. Die Reihenfolge hat dabei nichts zu sagen, der Frauenüberschuss wohl auch nicht.

Roberto Benigni

Als das Leben noch schön war

Was war er witzig und charmant, der Roberto Benigni, als er sich 1999 ausgelassen über seinen Oscar für Das Leben ist schön freute. Er hatte auch allen Grund dazu, noch nie zuvor war jemand in einer nicht-englischsprachigen Rolle als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden. Damit schien Benigni sein Pulver aber auch schon verschossen zu haben. Was folgte, war kaum noch der Rede wert: Er spielte Römer in Asterix & Obelix gegen Caesar, sein Pinocchio - einer der teuersten europäischen Filme überhaupt - floppte katastrophal, und Der Tiger und der Schnee schaffte es nicht annähernd, die Golfskriegs-Romanze so populär zu machen wie Das Leben ist schön die Holocaust-Tragikomödie.

Bild 1:Oscar - und dann? Schauspieler, die nach ihrem Triumph abgetaucht sind

Jennifer Connelly

Schöner Geist allein hilft nicht

Einer der Fälle, über die man vielleicht streiten kann. 2002 kürte die Academy Jennifer Connelly für A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn zur besten Nebendarstellerin, und bis heute ist sie gut im Geschäft. Warum wir sie trotzdem hier aufführen? Vorm Oscar-Gewinn wirkte Connellys Filmografie zwar etwas querbeet, konnte sich mit Die Reise ins LabyrinthDark City oder Requiem for a Dream aber sehen lassen. Nachher war das Bild deutlich durchwachsener. Echter Box-Office-Erfolg wollte sich bei ihr nicht mehr einstellen, weder mit melodramatischem Stoff wie Haus aus Sand und Nebel oder Ein einziger Augenblick noch mit Mainstream-Kino wie Dark Water - Dunkle Wasser oder Der Tag, an dem die Erde stillstand. Ob Noah die Wende war?

Bild 2:Oscar - und dann? Schauspieler, die nach ihrem Triumph abgetaucht sind

Mira Sorvino

Aphrodisierender Durchbruch trügt

Am Hollywood-Himmel schien ein strahlender neuer Stern aufgegangen zu sein, als Mira Sorvino, die hübsche Tochter von Schauspieler Paul Sorvino, in Woody Allens Geliebte Aphrodite als unbekümmerte Prostituierte auftrumpfte, ihrer ersten großen Rolle. Der Oscar als beste Nebendarstellerin war 1996 der Lohn - und der Beginn einer glanzvollen Karriere? Nicht ganz. Sorvino legte mit Romy und Michele zwar noch einen halbwegs erfolgreichen Film nach, damit hatte es sich dann aber auch. Heute trifft man sie hauptsächlich in Fernsehfilmen und Direct-to-DVD-Produktionen an. Immerhin: Für Serienrollen in Falling SkiesIntruders und Stalker langt es noch.

Bild 3:Oscar - und dann? Schauspieler, die nach ihrem Triumph abgetaucht sind

Quelle: Moviejones
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5 Kommentare
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Hansemichy : : Moviejones-Fan
03.03.2015 02:19 Uhr
0
Dabei seit: 02.07.12 | Posts: 30 | Reviews: 0 | Hüte: 1
Ich weiß, klugscheissalarm, aber...

...auch wenn ich den Film mit Cuba Gooding Jr. nie gesehen habe... Ich bin mir ganz sicher, dass Tom Cruise per Telefon niemanden anderes bat an seiner Stelle zum Schotter zu gehen:

"Für mich zum Schotter!"

sondern wird gezwungen andere Leute anzubetteln, ihn selbst zu besagten geröllführende Lockersediment zu bringen:

"Führ mich zum Schotter!"
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Ater : : Moviejones-Fan
01.03.2015 02:00 Uhr | Editiert am 01.03.2015 - 02:07 Uhr
0
Dabei seit: 09.12.10 | Posts: 663 | Reviews: 0 | Hüte: 42
Kann man nicht auch sagen, dass manche Schauspieler einmal in Ihrem beruflichen Leben "den" Hit landen? Den Augenblick, wo alles passt, wo Drehbuch, Crew und Regie alles begünstigen? In der Musikbranche nennt man das wohl ein "One-Hit-Wonder". So etwas ist selten und wenn es passiert, dann gibt es meist immer gleich einen richtigen Kracher der allerbesten Sorte. Bei Roberto Benigni war das auf jeden Fall so. "Das Leben ist schön" ist wohl die beste Verfilmung des ganzen Themas "Judenverfolgung im III. Reich" überhaupt - bei weitem heftiger für die Gefühlswelt des Zuschauer als beispielsweise "Schindlers Liste" von Mr. Spielberg. Aber bei den meisten Künstlern aller Richtungen aus aus allen Zeiten ist es wohl so, dass sie vielleicht einen ganz tollen Treffer landen. Alles was dann kommt ist dann "ganz nett" und wird immer mit diesem überlebensgroßen einen Erfolg verglichen.
Jeder kennt doch die "Mona Lisa" von da Vinci... na... wer hier kennt - ohne Google - noch ein Bild des Meisters?
Aber ich sehe darin auch gar kein Problem. Es ist doch gut, wenn es solche Ausnahmekunst immer wieder mal gibt. Diese Werke sind es doch, die einen den ganzen Kommerz in der Kunst überhaupt erst erträglich machen.
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mjkoe23 : : Moviejones-Fan
28.02.2015 17:51 Uhr
0
Dabei seit: 08.01.13 | Posts: 952 | Reviews: 12 | Hüte: 4
Die ganz großen Erfolge sind bei diesen Stars (wenigstens bisher) nach den Oscars zwar ausgeblieben, aber so richtig schlecht ist es für die meisten auch nicht gelaufen. Halle Berry hätte mit "Cloud Altas" deutlich mehr Erfolg verdient gehabt, Jennifer Hudson ist musikalisch durchgestartet & Helen Hunt & Adrien Brody haben gerade erst wieder einige Erfolge im Filmgeschäft feiern dürfen. Also ich persönlich denke, dass der Oscar in der Regel immer noch ein sehr gutes Karrieresprungbrett ist.
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RedBull : : Lazarus
28.02.2015 15:54 Uhr
0
Dabei seit: 11.04.14 | Posts: 1.845 | Reviews: 0 | Hüte: 75
Vielleicht sind die Gehaltsforderungen der Stars nach einem Oscar zu hoch.

[b]Angst führt zu Wut, Wut führt zu Hass und Hass führt zu unsäglichem Leid.[/b]

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Thomas2301 : : Unbestimmter
28.02.2015 11:07 Uhr
0
Dabei seit: 26.09.12 | Posts: 611 | Reviews: 0 | Hüte: 6
Da kommt mir direkt Jean Dujardin in den Sinn.Nach seinem Oskar 2012 kam auch nicht der große Erfolg.

i’ll be back
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