Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger Kritik | Moviejones
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Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger

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Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger Kritik

Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger Kritik
7 Kommentare - 12.12.2012 von Moviejones
Wir haben uns "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger

Bewertung: 4.5 / 5

Angeblich wollte Ang Lee schon Yann Martels Roman in 3D verfilmen, noch bevor James Cameron mit seinem Avatar - Aufbruch nach Pandora das Kino aufrollte. Ambitioniert, galt das Buch doch lange Zeit als unverfilmbar. Wir kennen die gleichnamige Buchvorlage nicht und können uns insofern nur auf die Kinoversion beziehen, haben aber dennoch - oder gerade wegen dieser Unkenntnis? - einen wundervollen Film erlebt.

Der kleine Pi Patel lebt mit seinen Eltern und seinem Bruder im indischen Pondicherry. Als Sohn eines Zoodirektors ist seine Kindheit geprägt von abenteuerlichen Begegnungen, hinzu kommt sein offener und wacher Geist, Dinge auszuprobieren, sich über Regeln hinwegzusetzen - aber nicht dreist oder aggressiv, sondern nur der kindlichen Neugier geschuldet. Als ihn sein Vater eines Tages in der Nähe des Tigers "Richard Parker" erwischt, erteilt er seinem Sohn eine Lektion: Tiere sind keine Menschen, sie denken nicht wie wir, sie sind der pure Instinkt! Jahre später hat die Familie den Zoo aufgegeben und man entschließt sich, in Übersee ein neues Leben zu beginnen. Doch dazu soll es nicht mehr kommen: Ein Monstersturm zwingt das Schiff zum Untergang und nur Pi kann sich retten. Nein, nicht ganz, denn im Rettungsboot befindet sich auch sein "Freund" Richard Parker...

Trailer zu Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger

Tatsächlich ist Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger komplexer als es auf den ersten Blick erscheinen mag, aber wir möchten nicht vorgreifen und zu viele Details offenlegen. Wir beginnen in der Gegenwart, als ein junger Journalist (Rafe Spall) den älteren Pi (Irrfan Khan) zu seinen wundersamen Erlebnissen befragt. Innerhalb von etwa 30 Minuten erfahren wir alles Wissenswerte aus Pis Kindheit, das Verhältnis zu seiner Familie und wie schwer er es oft hatte, sich wegen seines Namens zu behaupten. Mit diesem ausführlichen und dennoch unterhaltsamen Einstand gelingt Regisseur Ang Lee etwas, was in vielen anderen Filmen schmerzlich vermisst wird: Kompakt, aber mit dem nötigen Aufwand eine Geschichte einzuleiten. Es ist wie ein seichter, aber angebrachter Smalltalk, um Hallo zu sagen und den Zuschauer nicht allzu abrupt in die Handlung zu katapultieren.

Nach Sichtung des ersten Trailers zu Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger vor wenigen Monaten hatten wir den Eindruck, dass uns ein interessanter, wenn auch deutlich überzeichneter Film mit geradezu übertriebener Metaphorik und Farbwahl erwartet. Dementsprechend zurückhaltend gingen wir ins Kino und erlebten ein wirklich beeindruckend arrangiertes Abenteuer, bei dem nicht zuletzt 3D ein wahrer Augenschmaus ist. Lee gelingt es bei allem Bombast aber auch, die ruhigen Momente einzufangen, die den Film erst sehenswert machen und zum Nachdenken anregen können. Speziell der Untergang des Schiffes wird nicht in drei Minuten abgehandelt, nur um schnell zur nächsten Szene zu springen, sondern erfährt die Dramatik, die mit solch einer Katastrophe einhergeht. Das ist nötig, um die erforderliche Nähe zu den Figuren zu schaffen und sich selbst soweit möglich auf hoher See wiederzufinden.

Verständlich, dass viele Sequenzen am Computer entstanden sind (Stichwort: unverfilmbar) und speziell die Tiere, unter ihnen der Tiger, animiert wurden. Zwar gibt es einige Szenen, in denen der CGI-Einsatz deutlich wird, aber es stört nicht in dem Maße, da wirklich viel Wert auf Natürlichkeit gelegt wurde. Demgegenüber geben die Schauspieler aus Fleisch und Blut ihr Bestes, allen voran Suraj Sharma als junger Pi und Irrfan Khan als reifer Mann. Sharma gehört die meiste Leinwandzeit und der junge indische Darsteller schafft es in seinem Kinodebüt, Pis Verzeiflung und seinen Überlebenswillen einzufangen, zu transportieren. Ihm gegenüber erahnt man beim Blick in Irrfan Khans Augen, was Pi als junger Mann einst auf dem Ozean durchgemacht haben muss, den Verlust der Familie verarbeitend, ständiger Gefahr ausgesetzt und trotz aller Widrigkeiten über Wochen hinweg nicht bereit zum Aufgeben.

Nachdem es von uns in den vergangenen Tagen die eine oder andere äußerst üppige Filmkritik gab, möchten wir uns das überflüssige Reden an dieser Stelle sparen, denn mit Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger gelang Ang Lee ein wahrhaft wunderbarer Film. Wer zu Weihnachten einen Film sucht, der stimmungs-, aber auch gehaltvoll ist, wird sich im Kino wohlfühlen. Mit ca. 61 Mio. Dollar ist er in den USA zwar nicht weit gekommen, unverdienterweise, doch eventuell hat der Rest der Welt mehr Geschmack. Inwiefern Buchkenner ihre "Vision" wiederfinden, muss jeder selbst für sich entscheiden - aber das wäre zumindest ein nettes Thema für den nächsten Erfahrungsaustausch mit den Hobbit-Fans im Bekanntenkreis. 

Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger Bewertung
Bewertung des Films
910
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