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American Outlaws

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American Outlaws Kritik

American Outlaws Kritik

American Outlaws Kritik
0 Kommentare - 21.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "American Outlaws" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Das Ende des amerikanischen Bürgerkriegs steht bevor. Jesse James (Colin Farrell) und seine Bande kehren nach Hause zurück. Dort werden sie jedoch von den Machenschaften des Eisenbahn-Tycoons Thaddius Rains (Harris Yulin) getrübt. Dieser will den Farmern das Land wegnehmen, was die Gruppe dazu animiert, sich zu wehren. Bei einem Versuch den eigenen Besitz zu verteidigen, stirbt Ma James (Kathy Bates) und so schwört die nun größere Bande Rache.

Witzig ist das a ohnehin, wenn man auf Filme der Vergangenheit blickt, die einen bestimmten Cast zu bieten haben. Es gibt sie hin und wieder mal, diese verschwundenen Perlen, die am Anfang vieler Karrieren standen und dort Schauspieler zeigten, die man heute sicherlich nicht mehr so einfach in einen Film bekäme, ohne dafür ordentlich blechen zu müssen. Beispiele dafür gibt es wahrlich genügend und so erstaunt American Outlaws aus dem Jahr 2001 mit Schauspielern wie Colin Farrell, Scott Caan, Kathy Bates, Timothy Dalton und dem späteren Suits-Star Gabriel Macht. Warum der Film weitestgehend in Vergessenheit geriet, liegt vor allem wohl daran, daß die Kritik ihn grauenhaft fand. Wenngleich es nicht so ganz einleuchtet, warum dieses Werk das absurd grauenhafteste sein soll, was je aus dem amerikanischen Kino hervorgebracht wurde. Revisionistisch kann das wohl sein, wobei die Amerikaner hin und wieder auch ein anderes Verständnis von Revision haben, als die Europäer. Viel eher ist es aber so, daß der Film sich schon über den Weg sehr schleppt. Das liegt vor allem daran, daß abseits der Grundprämisse nicht viel passiert. Zwar wird hier im weiteren Verlauf auch auf einen Konflikt innerhalb der Gruppe von Jesse James gesetzt, dieser wirkt allerdings nie so glaubwürdig.

Im Kern handelt es sich bei American Outlaws vor allem um eine Art Robin Hood-Geschichte. Nimm es den Reichen und gib es den Armen. So weit, so gut und davon handelt der Film zu weiten Teilen auch in Sachen Bildern. Die Metapher dahinter ist natürlich klar. Es geht also auch hier um eine systemische Ausbeutung, die vor allem die normalen Bürger betrifft. Daher ist die von Colin Farrell verkörperte Hauptrolle vermutlich auch so ein einfacher Sympathisant. Mal ehrlich, hassen kann man ihn wohl kaum. Unterdessen bleibt aber die Frage, was der Film überhaupt zu seiner Zeit und zu irgendwelchen Fragen der Gesellschaft zu sagen hat. Denn ganz ehrlich Relevanz hat American Outlwas eben auch nicht. Gut, die Frage ist, ob man das vom Macher Les Mayfield erwarten kann, der seine Karriere eben darauf begründete Werke wie die Neuverfilmung Das Wunder von Manhattan (1994) oder eben Flubber (1997) zu inszenieren. Beides sind eben recht seichte Stoffe, wenngleich ersteres durch das Remake auch ein wenig entwertet wurde. Aber ja, man hat hier also keinen allzu großen Künstler auf dem Regiestuhl Platz nehmen lassen. Und man muss sagen, daß man das dem Film auch anmerkt. Er ist über weite Strecken doch weder besonders schlecht – sodass man ihn lieben würde – noch besonders gut. Es ist eben ein klassischer Fall von Belanglos.

Einer der Gründe dafür liegt in der Fokussierung auf jenen inneren Konflikt, oder das Fehlen von Innovation im weiteren Verlauf der Geschichte. Außerdem nimmt eine Liebesgeschichte zwischen Jesse James und Zee Mimms einen nicht unwesentlichen Stellenwert in der Geschichte ein. Wie die beiden nun zueinander stehen, oder wer sie überhaupt sind, daß interessiert American Outlaws nicht, der vor allem aber auch wegen Geschichtsrevisionen und Anachronismen von der Kritik gescholten wurde. Nun muss man sagen, daß das Geschichtsverständnis in den Staaten eben ein anderes ist, als es etwa in Europa der Fall ist. Insofern weiß man auch in diesem Fall nicht, ob es so revisionistisch ist, wie die Macher glauben. Zum Ende des Sezessionskrieges ist dieser Film angesiedelt und will damit so ein wenig auf die Gründung des Kapitalismus und einer neuen Generation in einem neuen Land anspielen. Gleichwohl ist American Outlaws kein wirklich nachdenklicher Film, sondern einer, der Style over Substance in jeder Pore seines metaphorischen Körpers lebt. Das ist zwar mitunter unterhaltsam, weil der große Aufwand auch im Jahr 2001 schon zu loben war, aber es sorgt auch dafür, daß man den Film quasi schon beim Schauen vergisst. Die Figuren sind Klischees, die Geschichte erinnert eben an klassische Western wie etwa Die glorreichen Sieben (1960) und dennoch bleibt das analytische hier so ein wenig hilflos oder bewusst außen vor. Denn gerade, wenn Konservative versuchen das System zu analysieren, können sie selten ihre eigene Brille ablegen. Schließlich leidet auch Clint Eastwood in seinem Oeuvre nie einen ganzheitlich richtigen Blick auf das System zu haben.

Zwar dümpelt American Outlaws auch nicht einfach so vor sich hin, dafür ist er nämlich schlicht und ergreifend auch einfach zu straff inszeniert. Dennoch ist er vergessenswert, weder besonders nervenaufreibend, noch analytisch, noch unterhaltsam, noch langweilig noch sonst irgendwas. Im Prinzip ist es so, wie wenn sich ein sechsjähriger eine Western-Geschichte erdenken würde und dann eben wild losballert. Das macht zwar bisweilen Spaß und ist sicherlich für das Kind in seiner Entwicklung auch sehr wichtig, doch darüber hinaus bleibt in den Jahren danach nur noch die Erinnerung an das bloße Spiel, nicht aber an den Inhalt. Und das kann auch hier der sympathische Cast nicht retten.

Ob revisionistisch, ob sinnlos oder stumpfsinnig, primär ist American Outlwas doch eher vergessenswert. Das ist schade, weil der Film durchaus bisweilen temporeich inszeniert ist und eigentlich das Herz am rechten Fleck hat. Doch die Umsetzung ist zu gewöhnlich, als das man ihr lange folgen möchte. Gut zugegeben, lange geht er ja sowieso nicht.

American Outlaws Bewertung
Bewertung des Films
510

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