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Bodyguard

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Bodyguard Kritik

Bodyguard Kritik

Bodyguard Kritik
0 Kommentare - 01.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Bodyguard" ist.

Bewertung: 3 / 5

Frank Farmer (Kevin Costner) hat vor längerer Zeit seinen Dienst beim Geheimdienst an den Nagel gehängt und arbeitet nun in der Sicherheitsbranche. Die Starsängerin Rachel Marron (Whitney Houston) wird bedroht und Farmer wird bald darauf von ihren Mitarbeitern engagiert. Nun muss Farmer die teilweise dilettantischen Sicherheitsvorkehrungen um Marron umkrempeln und muss feststellen, daß seine Klientin dennoch sehr eigenwillig ist. Sie hat keine Lust, ihren Alltag zu ändern, dennoch beugt sie sich bald. Während die Gefahr immer größer wird, kommen sich die beiden auf persönlicher Ebene immer näher.

Es kam in der Vita von Kevin Costner noch erstaunlich häufig vor, daß der US-Amerikaner in den 1990er Jahren Filmgeschichte schrieb. Die Auftritte zu benennen ist an der Stelle nicht so nötig, doch fraglich bleibt, warum Costner überhaupt jemals ein Star war. Bodyguard ist vielleicht nicht das beste Beispiel um jene Behauptung zu untermauern, doch kann man sehen, daß zumindest einer von vielen Gründen für diese eher mittelprächtige Wertung eben jener Costner ist. Seine Figur ist ein Personenschützer, der eben große Problem damit hat Privatleben mit Beruf zu vermischen. Es ist das Berufsethos, nach welchem man sich eben nicht an jene Personen bindet, die man eigentlich beschützen soll. Nähe und Distanz also, eben auch ein riesiges Feld in der Pädagogik. Ansonsten ist das Spiel von Costner vielleicht sogar ein wenig dem Charakter hier geschuldet und dennoch muss man wieder einmal feststellen, daß die wahren Emotionen niemals glaubhaft sind und am ehesten noch von Whitney Houston transportiert werden. Daß Bodyguard auch ansonsten eher Kult, als tatsächlich Klassiker bleibt, liegt indes am manipulativen Inszenieren, daß Regisseur Mick Jackson hier mit Kitsch und Pseudo-Konflikten auflädt. Wenn etwas in diesem Beziehungsfilm nicht stimmt, dann wird es eben erst mal über die reine Sachlichkeit der Situation der beiden Figuren transportiert und dann erst später emotional.

Bodyguard ist ein Film, den man genießt und bei dem man irgendwo schon einen Zugang finden kann, weil er sich sehr, sehr seltsam anfühlt. Auch deshalb, weil Drehbuchautor Lawrence Kasdan hier einen Fokus auf falschen Patriotismus legt. Es liegt natürlich irgendwo auch in der Natur der Sache, daß man hier einen Personenschützer zeichnet, der eben einmal versagt haben muss. Und dann ausgerechnet bei Reagan, was sind wir doch emotional ergriffen, wenn man Reagan nicht beschützen kann. Nicht falsch verstehen, es ist jetzt nicht so, daß Bodyguard eine alternative Realität zeichnen würde, in welcher Ronald Reagan und Jimmy Carter durch Secret Service-Versagen von Attentätern ermordet worden wären, allerdings hätte das passieren können und ein Grund dafür ist eben jener Frank Farmer, der den Ruf hat, seinen Jo nicht richtig erledigt zu haben. Es ist hart, wenn man gottgleiche Funktionäre wie Reagan nicht beschützen kann und damit erweist sich Bodyguard – ob freiwillig oder nicht – auch klar als stockkonservativer Film. Natürlich mit falschem Patriotismus und einer identischen Staatsliebe, wie sie auch nur seichtere Gemüter wirklich leben. Wobei man natürlich auch nicht die Antithese dessen bilden muss.

Warum man in Bodyguard am laufenden Band Konflikte konstruiert, die keineswegs authentisch wirken, ist mir schleierhaft. So gerät Farmer eben auch am laufenden Band an den Mitarbeiter Sy Spector, während er sich um das Wohl seiner Klientin sorgt. In der Zwischenzeit transportiert dieser Film vor allem schmachtende Blicke und verstohlenes Lieben, daß eben aus recht pubertärem Gehabe heraus geboren wird. Die eine ist aufmüpfig und der andere eben perfekt. Das ist Antifeminismus in Reinform, wobei natürlich Farmer auch eine Entwicklung durchlebt. Er lernt immerhin, daß er eine Frau lieben kann, die ihn pubertär, wie er eben ist, zur Weißglut bringt. Ach, ist das nicht schön und was fürs Herz. Nun muss man sagen, daß Bodyguard immer ein sehr seichter Liebesfilm sein wird. Das mag jeden Intellektuellen vor den Kopf stoßen, ist aber mitunter gar nicht so schlimm. Vergleicht man mal modernere Liebesfilme, dann fällt auf, daß vor allem irgendwelche Photoshop-Menschen in Perfektion aneinandergeraten und ihre Bonzen-Welt und makellosen Körper aneinander reiben. Da ist der Konflikt vermutlich eher darin zu finden, wer das Gegenüber nun mehr liebt. Und unterdessen sind diese Menschen dann vor allem sexuell kaum ein bisschen aktiv. Beispiele dafür aufzuzählen ist mühselig. Nun ist auch Bodyguard kein Film, der mit sexuellen Reizen prahlt, das muss er aber auch nicht, weil die Romantik hier authentischer ist, als in vielen anderen Vertretern und das liegt daran, daß der Film eben echte Charaktere zeichnet und nicht wie heutzutage irgendwelche ideologischen Funktionäre. Natürlich fährt man auch eine seichte Kritik am Showbusiness als solchem und auch so was kann man wohl in moderneren Filmen eher weniger erwarten. Ebenso, wie etwas Substanz.

Im Prinzip sollte man sich da nichts vormachen. Bodyguard ist ein unglaublich konventioneller Film, der kaum eine Überraschung bietet. Die Figuren agieren wie Teenager, die nie genau wissen, was sie am Gegenüber nun haben. Die Opulenz der Produktion spricht aber für sich. Und ist vor allem aus dem ernstgemeinten Kitsch und der Musik von Houston geboren. Es funktioniert, ist infantil, aber es funktioniert und einen gewissen Reiz kann man dem nicht absprechen. Daß es braucht eben auch Mut einen solchen Film zu schreiben, ihn zu inszenieren und da mitzuspielen. Natürlich denkt man nicht lange darüber nach, oder sollte das zumindest nicht. Die Geschichte hat uns da aber wohl eines Besseren belehrt und so ist Bodyguard in jedem Fall zurecht Kult, aber eben kein Klassiker.

Eine Geschichte so dünn wie die Damen in einer Heidi Klum-Show. Bodygaurd ist idiotisches, aber aus unerfindlichen Gründen unterhaltsames Kino. Manipulativ ohne Ende, mit einem charmanten Cast gespickt und Konflikten, die so seltsam wirken, daß man irgendwo Lachen muss.

Bodyguard Bewertung
Bewertung des Films
610

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