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Cloverfield

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Seekrankheit - der Film!

Cloverfield Kritik

Cloverfield Kritik
15 Kommentare - 06.02.2018 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio, wie gut "Cloverfield" ist.

Bewertung: 2 / 5

Die Party zum Abschied von Auswanderer Rob wird jäh gestört, als irgendetwas New York attackiert. Schnell wird klar, dass es sich nicht um einen Terrorangriff handelt, sondern ein riesiges Monster aus dem Ozean gestiegen ist, das nun, wie riesige Monster das so an sich haben, die Küstenstadt zu Kleinholz schlägt. Während das Militär mit aller Macht versucht, dem Wesen einhalt zu gebieten, machen sich Rob und ein paar Freunde auf den Weg durch die im Chaos versinkende Stadt, denn Robs Liebschaft Beth liegt schwerverletzt in ihrem Appartement und wartet auf Rettung...

Trailer zu Cloverfield

Spätestens seit „Godzilla“ im Jahre 1954 sind die haushohen Monster, von Fans gerne liebevoll als „Kaiju“ bezeichnet, die gleich ganze Großstädte in Schutt und Asche legen, eine feste Größe im Kino. Und spätestens seit „Godzilla“ sind diese Monster vor allem auch allegorisch zu verstehen, war Ishiro Hondas Film doch vor allem als Antwort auf die Atombombe gedacht. 2008 war der 11. September noch frisch im öffentlichen Gedächtnis, die Zeichen standen also gut für JJ Abrams und sein Team bei Bad Robot, einen amerikanischen Beitrag zum Genre zu schaffen. Im Vorjahr hatte „Paranormal Activity“ unter der Regie von Oren Peli den Found Footage-Film so richtig an die Spitze der Beliebtheitsskala katapultiert. Der Found Footage-Film sollte dem klassischen Horrorfilm gegenüber den entscheidenden Vorteil haben, dass er „realistischer“ und „glaubwürdiger“ wirke. Immerhin präsentiert sich der Film so als genuines Dokument, in das wir als Zuschauer Einblick erhalten. Was liegt demnach näher, als den Kaiju- mit dem Found Footage-Film zu vereinen und damit einen intensiven Katastrophenfilm aus Froschperspektive zu schaffen?

Man schickte somit dann Matt Reeves mit „Cloverfield“ ins Rennen, der nach einer mehr als geheimnisvollen Marketingkampagne zu einem Kassenschlager wurde, der es mittlerweile auf zwei Sequels (mit einem dritten bereits in der Pipeline) geschafft hat. Und rein oberflächlich betrachtet, muss man „Cloverfield“ wohl als Erfolg ansehen. Gemessen am eigenen Ansatz ist er jedoch ein Misserfolg. Reeves Film bedient sich ausführlich an der visuellen Palette, die Amateuraufnahmen vom 11. September in das weltweite Unterbewusstsein katapultiert haben. Menschenmassen fliehen ziellos durch die Straßen Manhattans, Staubwolken rollen durch die Straßenschluchten und hüllen alles und jeden in eine dicke Schmutzschicht, Zivilisten fliehen in Geschäfte – all das kennt man, ein gewisses Alter vorausgesetzt, noch lebhaft aus dem Fernsehen. Für sich genommen ist das erst mal nicht verwerflich. Reeves Film verwehrt sich aber nahezu jeglichen Erklärungsansätzen, ist mehr an „dem Erlebnis“ interessiert als an einer Aussage. So verkommt das entworfene Katastrophenszenario aber zur selbstzweckhaften Stilübung, die den Zuschauer nicht schlauer zurücklässt, als er in den Film reingekommen ist.

Das wäre allerdings zu verkraften, wäre „Cloverfield“ wenigstens auf allen anderen Ebenen zumindest kompetent. Doch hier kommt dem Film sein Dasein als Found Footage in die Quere. Als „Blair Witch Project“ damals ins Kino kam, muss er, so geht zumindest die Legende, den ein oder anderen Zuschauer wirklich ratlos zurückgelassen haben. Ist das echt? Ist das gestellt? Neun Jahre später war der „Mockumentary“-Stil aber nicht nur längst im Mainstream angekommen, sondern „Cloverfield“ gestaltet sich natürlich aufgrund seiner Prämisse schon als absolut unglaubwürdig. Hinzukommt, dass „Cloverfield“ mit seiner Wackelkamera in Szenen, in denen gerade nicht das „Katastrophenfeeling“ nachgeahmt werden soll, eher nervt, als ein Gefühl der Unmittelbarkeit zu erzeugen. Die Kamera steht bis zur letzten Einstellung genau einmal still, dem Zuschauer ist nicht eine Verschnaufpause vergönnt. Das Auge hat nicht eine Chance, sich auf das gezeigte zu fokussieren, das Filmbild verkommt im Zusammenspiel mit der überbordenden Tonspur zur audiovisuellen Reizüberflutung. Das Resultat ist ein den Zuschauer überwältigendes „Filmerlebnis“, das aber nicht wirklich zu überwältigen weiß.

Vor allem darf aber der „Realismus“-Ansatz arg in Frage gestellt werden, denn immer wieder bleibt der eigene Ansatz auf der Strecke, wenn es dem Drehbuch oder dem Regisseur gerade passt, weil der Film schon zu lange keinen Jump Scare mehr hatte. Oft genug soll sich das riesige Monster nahezu lautlos durch die Stadt bewegen, nur um hinter einer Häuserecke hervorzuspringen und zu schreien. Kann man das noch als „so verhält sich das Monster halt“ abschreiben, fragt sich der aufmerksame Zuschauer jedoch spätestens, wenn wild ballernde Soldaten mit Raketenwerfern und Panzern die Straße in Schutt und Asche legen, warum das Mikro der Kamera vorher kein Geräusch aufgefangen hat.

Wer sich wundert, warum noch kein Wort zu den Charakteren verloren wurde, dem sei gesagt: diese Abziehbildchen sind kaum der Rede wert, spätestens wenn der Love Interest des Kameramannes explodiert, erntet der Film nur noch unfreiwillige Lacher. „Cloverfield“ ist ein belangloses Filmchen, dessen Halbwertszeit eigentlich schon längst hätte abgelaufen sein müssen. Warum gerade hieraus ein Franchise geworden ist, weiß der Geier...

Cloverfield Bewertung
Bewertung des Films
410
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15 Kommentare
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Silencio : : Moviejones-Fan
09.02.2018 11:52 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 477 | Reviews: 36 | Hüte: 35

@luhp:

Ich bezeichne sie als Jump Scares, weil sie als solche inszeniert sind. Da kommt was um die Ecke und macht "BUH!" Das ist quasi die Definition von Jump Scare.wink

Zur Allegorie: eben, der Film vermittelt nur ein Gefühl der Angst und des Schreckens. Das ist aber eben keine Allegorie, denn eine Allegorie stellt konkret dar. Die Sanduhr steht für Vergänglichkeit, Godzilla steht für die Entfesslung der Naturgewalten durch die Spaltung des Atoms. Du nimmst also den Text und liest zwischen den Zeilen, wenn du so willst.

Und da kommen wir zu "Cloverfield": die Flugzeuganschläge hat niemand kommen sehen, richtig. Das bildet der Film auch ab, indem er zuerst den Öltanker explodieren lässt, was mehr so im Hintergrund abläuft (der erste Aufprall, den viele auch nur "nebenher" mitgekriegt haben) und der Zerstörung der Freiheitsstatue (der zweite Aufprall, wo jeder wusste, dass das was ernstes ist). Danach geht es eigentlich nicht weiter. Wofür soll das Monster jetzt allegorisch stehen? Für das "Gefühl des Schreckens und der Ohnmacht" wie du sagst? Nun, dafür würde so ziemlich ALLE Filmmonster stehen, von Jason Vorhees zum Kaiju, denn das sind die Gefühle, die die meisten Horrorfilme auslösen wollen.

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luhp92 : : BOTman Begins
09.02.2018 09:32 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 9.697 | Reviews: 120 | Hüte: 290

@Silencio

Ich kann mich da nur wiederholen, auch wenn du aus logischer Sicht sicherlich Recht hast. Die Szenen, die du als Jump Scares bezeichnest, sind für mich Ausdruck des Unerwarteten, die beiden Flugzeuganschläge auf die Twin Towers und die darauffolgenden Einstürze hat ja auch niemand kommen sehen.

Zum Symbolismus, da bezog ich mich auf diesen Satz in einem deiner Kommentare:
""Cloverfield" mag vieles sein, der ein oder andere mag ihn sogar unterhaltsam finden, aber eine Allegorie ist er nicht."

Erklärungen zur Situation benötige ich persönlich nicht, da "Cloverfield" ja gar nicht beabsichtigt 9/11 zu erklären, sondern dem Zuschauer nur ein Gefühl des Schreckens und der Ohnmacht vermitteln möchte.
Dementsprechend stört es mich nun auch, dass "The Cloverfield Paradox" nachträglich eine Erklärung für den Ursprung des Monsters liefert, nach der zumindest ich gar nicht gefragt hatte.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Zombiehunter : : Moviejones-Fan
09.02.2018 00:05 Uhr
0
Dabei seit: 21.10.12 | Posts: 835 | Reviews: 0 | Hüte: 12

Ich habe mich selbst desöfteren dabei erwischt, wie ich unbewusst versuchte, um die Ecke zu schauen, wenn die Kamera vom Geschehen weg schwenkte.

Insgesamt fand ich den Film gut. Vom ersten Teaser her bis zum Ende des Films (Its Alive). Außerdem war ich sehr überrascht, als irgendwann mal gesagt wurde, dass dies ja nur das Baby war und freue mich seitdem auf eine direkte Fortsetzung. Das jetzt erst einmal mithilfe von Geschichten, die im Grunde genommen nicht dazu gehören, sondern dazu gehörig gemacht wurden, alles drumherum erzählt wird, war natürlich ebenfalls ein guter Gag.

Ich bin mir auch sicher, dass es auch nicht mehr sehr lange dauern wird, bis man das/die Monster wieder und richtig zu sehen bekommt

Nur ein toter Mensch ist ein guter Zombie! :)
MJ-Pat
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Uatu : : The Watcher
07.02.2018 05:37 Uhr
0
Dabei seit: 12.10.11 | Posts: 1.177 | Reviews: 1 | Hüte: 79

@Silencio:

"Da bin nicht ich zynisch, da ist es der Film."

Herrlich!laughing
Hut!

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Silencio : : Moviejones-Fan
06.02.2018 21:55 Uhr
1
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 477 | Reviews: 36 | Hüte: 35

@luhp:

Das Problem am Found Footage ist ja nicht unbedingt, dass es realistisch aussieht oder nicht (auch hier gibt es Abstufungen, es gibt Aufnahmen vom 11. September die wesentlich weniger verwackelt sind), das Problem ist, dass hier diese Realität oft genug gebrochen wird, damit der Film einen Jump Scare einbauen kann. Wenn Charaktere durch die Straßen laufen und das Monster um die Ecke springen kann, ohne dass es jemand vorher mitkriegen kann, bricht der Film mit seinem eigenen Stilmittel. Und wenn dann noch eine Einheit der US-Armee komplett mit Panzern und allem drum und dran DIREKT hinter den Charakteren auftauchen kann, ohne dass DAS bemerkt wurde, kann mir keiner mehr etwas von "Realismus" erzählen. Nope, da benutzt der Film Ikonographie für seine Achterbahnfahrt. Da bin nicht ich zynisch, da ist es der Film.

Dass der Film Symbolismus enthält, habe ich (spätestens) hier in den Kommentaren mal erwähnt, damit macht er aber nichts. Wo "Godzilla" eine klare Verbindung zwischen Atombombe und Monster herstellt, wird hier ein bisschen was von "Freiheit" und "Öl" verkauft, aber eigentlich nichts gesagt. Mit "Erklärungsansätzen" meine ich übrigens nicht irgendeine "in universe"-Erklärung, sondern eben was profundes zur Situation. Ein bisschen "Das war verängstigend und verwirrend" finde ich persönlich ein bisschen wenig.

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
06.02.2018 21:25 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.062 | Reviews: 135 | Hüte: 308

@ Silencio:

Danke für den Hut. :-)

Ebenfalls ein sehr gutes Beispiel für mich wäre immer Forrest Gump. Der unterdurchschnittliche "Normalo", der am Ende das außergewöhnlichste Leben von allen gelebt hat, indem er einfach nur getan hat, was er für richtig hielt. Unglaublich relateable, weil er in vieler Hinsicht eben ein teilweise fast naiver Jedermann ist. Warum funktioniert das? Nicht etwa, weil er im Krieg gezeigt wird, oder beim Tischtennis spielen - sondern weil wir wissen, woher er kommt; wieso er tut, was er tut; wieso er ist, wie er ist.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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luhp92 : : BOTman Begins
06.02.2018 21:22 Uhr | Editiert am 06.02.2018 - 21:31 Uhr
2
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 9.697 | Reviews: 120 | Hüte: 290

Das sehe ich (mal wieder) komplett anders als du^^ Ich bin da bei MD02GEIST.

"Cloverfield" ist für mich ein kleines Monster-Horrormeisterwerk, aus dem 21. Jahrhundert würde mir spontan nur Gareth Edwards "Monsters" einfallen, den ich noch höher bewerten würde. Die von Abrams und Reeves beabsichtigte Bezeichnung "US-Pendant zu Godzilla" hat der Film meiner Meinung vollkommen verdient, weil er sich einem der größten US-Traumata widmet und ein realistisches und schonungsloses Bild davon zeichnet, wie sich 9/11 für die Betroffenen in New York angefühlt haben muss. Ein zerstörerischer Angriff ohne Erklärungen aus dem Nichts, der nicht aufgehalten werden kann, "Cloverfield" diese Allegorie komplett abzusprechen, finde ich schon sehr zynisch. Wieso erwartest du Erklärungen, die hatten die US-Amerikaner während der 9/11-Angriffe doch auch nicht. (Wenn du Erklärungen willst, solltest du dir das Pre-Sequel "The Cloverfield Paradox" ansehen.)

Zu den Charakteren: Selbstverständlich haben die "wants und needs" und kann man meiner Meinung nach nicht beliebig austauschen! Vor Allem im ersten Handlungsteil während der Party geschieht doch die Charakterisierung, hier sieht man eine der vielen Stärken von "Cloverfield". Das Szenario und die Charaktere sind für mich so authentisch, dass man als Zuschauer während der Partyszene komplett vergisst, dass es sich hier eigentlich um einen Monsterfilm handelt, und beim Angriff dann ebenso wie die Charakter aus allen Wolken fällt.

Zum Found Footage (auch @ZSSnake): Ich wiederhole mich da hier im Forum schon seit Jahren, aber weil du neu bist, hier ein weiteres mal^^ Wer sich Caught-on-Camera-Dokumentationen zum Beispiel zum Tsunami 2004 oder zur Havarie der Costa Concordia anschaut, der wird feststellen, dass Found Footage der Realität sehr nahe kommt und die Kamerahalter auch dann weiterfilmen, wenn sie selbst, Freunde und/oder Familie in Gefahr schweben.

Zu den Kaijus: Roland Emmerich lehrte uns in seinem "Godzilla", dass es nichts gibt, was die USA und speziell das US-Militär nicht besiegen und töten können. Wie es MD02GEIST schon schrieb, steht "Cloverfield" in krassem Kontrast dazu und orientiert sich eben an dem japanischen "Godzilla".

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
06.02.2018 21:13 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 477 | Reviews: 36 | Hüte: 35

@ZSSnake:

Dafür gibts nen Hut. Die Leute vergessen zu gerne, dass "normal" und "down to earth" nicht gleich langweilig und "unrelatable" heißen muss.

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
06.02.2018 20:50 Uhr | Editiert am 06.02.2018 - 20:52 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.062 | Reviews: 135 | Hüte: 308

@ Silencio:

Seh ich ähnlich. McLane und Laurie funktionieren weil es Figuren sind, die Hintergrund haben. Figuren bei denen man aufgrund der Dialoge mitfühlt. Beide sind "relateable", eben weil sie einem als Zuschauer Gründe geben mit ihnen mitzufiebern. McLane als richtiger Typ zur falschen Zeit am falschen Ort ist grade deshalb interessant, weil er genau KEINE "Ein-Mann-Armee" ist.

Ein Schwarzenegger zu seinen besten Zeiten hätte in ähnlicher Situation im Erdgeschoss ein Gewehr besorgt und sich dann bis nach oben durch "die Bösen" gemäht. McLane schafft es am Ende mit Ächzen und Stöhnen so grade nicht zu sterben und igendwie mit Glück den Tag zu retten. Die Leute in Cloverfield sind dagegen die falschen Personen zur falschen Zeit am falschen Ort und zudem 100% der Zeit mehr mit sinnlosem Filmen als mit sinnvollem Handeln beschäftigt. Aber sei es wie es ist, ich will niemandem absprechen Cloverfield zu mögen. Bei mir zündete da allerdings nichts und das lag AUCH daran, dass ich niemanden zum Mitfiebern hatte.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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Silencio : : Moviejones-Fan
06.02.2018 20:21 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 477 | Reviews: 36 | Hüte: 35

@ShinGojira:

McClane ist im ersten "Stirb Langsam" alles andere als eine Ein Mann-Armee (und man mag ihn gerne mal mit Arnie oder Stallone vergleichen), aber das ist auch neben der Sache. Wenn dir das Beispiel nicht gefällt, dann nimm wegen mir Laurie Strode in "Halloween" - das ist ein ganz normaler Mensch, etwas sehr pflichtbewusst, aber kein "Übermensch", keine Polizist oder sonst irgendwas. Und trotzdem ist sie ein plastisch geschriebener Charakter mit "wants and needs", den man versteht und den man eben nicht mit den anderen Charakteren im Film beliebig austauschen kann.

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ShinGojira99 : : Moviejones-Fan
06.02.2018 20:07 Uhr | Editiert am 06.02.2018 - 20:08 Uhr
0
Dabei seit: 13.05.17 | Posts: 110 | Reviews: 2 | Hüte: 5

Und was mich am meisten am Cloverfield Franchise stört ist der fast nicht zusammenhängende Kontext. Es wird einfach nur der Name auf die Verpackung geklatscht...

Ich meine wieso führen die bei 10 Cloverfield Lane Aliens ein?!

Einzeln betrachtet fand ich alle 3 Filme gut aber zusammen betrachtet, Naja.

Godzilla Fan #2

Avatar
ShinGojira99 : : Moviejones-Fan
06.02.2018 20:02 Uhr
0
Dabei seit: 13.05.17 | Posts: 110 | Reviews: 2 | Hüte: 5

"[...]John McClane ist auch nur ein beliebiger Bulle"

Naja nur weil das so im Skript steht würde ich ihn nicht als belibigen Bullen betiteln, er verhällt sich eher wie eine 1 Mann-Armee. Also ich finde Geist hat schon recht mit den Charakteren, diese sind wirklich wie "Jedermann". Aber was für mich den Film wirklich kaputt macht ist das Found-Fotage...

Auf der einen Seite hat diese Froschperspektive schon etwas aber auf der anderen Seite halte ich so etwas nicht 90min aus. Ich hätte lieber nur ein paar einzelne Szenen in dem Stil gehabt (So wie z.b. bei Shin Godzilla, obwohl es nur eine Szene war. (Ja, ein paar mehr hätten es sein können.) Oder den Film auch aus der Sicht einer Familie, die die Ereignisse in den Nachrichten verfolgt, etc.

Godzilla Fan #2

Avatar
Silencio : : Moviejones-Fan
06.02.2018 18:40 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 477 | Reviews: 36 | Hüte: 35

@MD:

"HIer sehen wir das was der westlichen Zivilisation = dargestellt und etabliert durch die USA abhanden gekommen ist; ein Verständnis und Demut gegenüber dem Unbekannten, etwas größerem aus der Natur."

Nein, sehen wir nicht. Darum geht es in dem Film nämlich nicht im Geringsten. Das Monster greift als erstes einen Öltanker und danach die Freiheitsstatue an, welch subtiler Symbolismus. Das von dir vorgebrachte mag natürlich ein Standardthema im Kaijugenre sein, das bezweifle ich ja gar nicht, spielt in diesem Film aber nicht mal untergeordnet eine Rolle.

Es geht auch nicht darum, dass die Charaktere nichts besonderes sind (John McClane ist auch nur ein beliebiger Bulle), sondern darum, dass sie vollkommen austauschbar sind. Sie haben keine tiefergehenden Eigenschaften, die sie unterscheiden - weißt du, so wie echte Menschen sie haben.

Und ich habe kein Problem mit der Handkamera (man mag vielleicht Antipathien gegen das Stilmittel als solches herauslesen, aber den ein oder anderen Vertreter des Genres mag sogar ich), sondern gegen ihre ziemlich wahllose Anwendung.

"Cloverfield" mag vieles sein, der ein oder andere mag ihn sogar unterhaltsam finden, aber eine Allegorie ist er nicht. Er sagt nämlich nichts, sondern bedient sich nur platt an Bildern von Schreckensszenarien, die zu der Zeit auch noch außerordentlich frisch waren.

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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
06.02.2018 18:08 Uhr
1
Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.235 | Reviews: 16 | Hüte: 173

"Und spätestens seit „Godzilla“ sind diese Monster vor allem auch allegorisch zu verstehen, war Ishiro Hondas Film doch vor allem als Antwort auf die Atombombe gedacht. 2008 war der 11. September noch frisch im öffentlichen Gedächtnis, die Zeichen standen also gut für JJ Abrams und sein Team bei Bad Robot, einen amerikanischen Beitrag zum Genre zu schaffen."

@ Silencio
So sehr können Eindrücke sich unterscheiden. Gerade darin punktete der Film und tut es noch immer - für mich.

Es wird behauptet jeder Mensch wüsste, was er oder sie am 11.09.2001 tat. Ich tue es! Hier haben wir ein Kaiju das NICHT geschlagen wird, sondern dem US-Amerikanischen Militär trotzt.

HIer sehen wir das was der westlichen Zivilisation = dargestellt und etabliert durch die USA abhanden gekommen ist; ein Verständnis und Demut gegenüber dem Unbekannten, etwas größerem aus der Natur.

Der Film mit seiner Handkamera-Perspektive ist wahrlich nichts für jeden und ich weiß von vielen Leuten, denen dies nicht gut bekommen ist. Aber das finde machte und macht diesen Film so extrem packend. Keine Starre, die Angst des 11.09.2001 ist durch dieses Wilde erneut vollends unterstrichen worden.

Die Charaktere sind nichts besonderes und das fand ich auch gut so. Warum? Weil wir endlich mal eine Form von "Jedermann" hier haben. Keine Elite durch Politik, Wissenschaft, Militär oder Kirche; sondern einfach nur "normale" Leute. Achtung Anführungszeichen!

Als damals der erste Teaser mit dem abgeschlagenen Kopf der Freiheitsstatue rauskam, war ich wie geplättet. Das war etwas was ich so noch nie sah. Die virale Kampagne dazu, an der ich mich ebenfalls versuchte war einfach ein genialer Spaß.

Und wenn es um westliche Filme geht, die das Kaiju-Thema in Bezug auf Allegorie des Schreckens verarbeiten wollen, ist CLOVERFIELD hier in den ersteren Reihen zu finden.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
06.02.2018 18:03 Uhr | Editiert am 06.02.2018 - 18:04 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.062 | Reviews: 135 | Hüte: 308

Trifft es wie gewohnt auf den Punkt und beschreibt alle Probleme, die ich ebenfalls immer mit dem Film hatte. Dazu kommt bei mir, dass all das Kameragewackel mich eher mit Kopfschmerzen zurückließ, als dass es irgendwie der Immersion zu Gute gekommen wäre. Zudem sind die Figuren nicht bloß Abziehbildchen, sondern sie verhalten sich auch ärgerlicherweise unglaublich dumm und unlogisch in vielen Fällen, was weiterhin das Erlebnis unterminiert. Wenn dann zum X-ten Mal ein "Freund" am Rande des Todes steht und Norman Normal weiterhin die Kamera draufhält unter dem fadenscheinigen Argument, diese Erlebnisse für die Nachwelt festhalten zu wollen, bricht die Glaubwürdigkeit des Films und seiner Handlung für mich endgültig zusammen.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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