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Das fünfte Element

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Das fünfte Element Kritik

Das fünfte Element Kritik

Das fünfte Element Kritik
0 Kommentare - 25.08.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Das fünfte Element" ist.
Das fünfte Element

Bewertung: 1.5 / 5

Der ehemalige Elitekämpfer Korben Dallas (Bruce Willis) jobbt als Taxifahrer in der tristen Großstadt New York des Jahres 2214. Der frisch geschiedene Mann träumt von der idealen Frau und trifft zufällig auf die wunderschöne Leelo (Milla Jovoich). Durch ihr Aufeinandertreffen wird Dallas in einen Kampf zwischen gut und böse gezogen und muss plötzlich vor der Polizei, der Armee, dem Geistlichen Vito Cornelius (Ian Holm) und Jean-Baptiste Emanuel Zorg (Gary Oldman) fliehen.

Aus einem Kindheitstraum, einer niedergeschriebenen Idee inmitten der Adoleszenz wurde ein Film, der die Geister scheiden sollte. Manche bezeichnen Das fünfte Element als Luc Bessons Magnum opus, während andere das Werk einfach nur unterirdisch finden. Besson gehört oder gehörte ohne Zweifel jahrelang zu den umstrittensten Regisseuren der 1990er Jahre. Doch spätestens nach dem Film, war eigentlich klar, daß hier ein regelrechtes Anti-Talent am Start ist. Klar sollte man nicht vorschnell urteilen und Geschmäcker sind verschieden. Doch auch dieser Film leidet bereits zu Beginn an einer deutlichen Schwäche. Man bekommt dann eine Exposition serviert, nach welcher eine große Prophezeiung etabliert wird, die dann natürlich in der verklärtesten und stereotypesten Weise vom Retter der Welt berichtet. Das sogenannte fünfte Element, welches die Welt vor der Zerstörung bewahren soll und von einer Gefahr aus dem All schützen wird. Tatsächlich ist die Geschichte aber völlig egal und wenn man auf dieser Ebene schon nichts mit dem Film anfangen kann, dann sucht man sich andere. Tatsächlich ist es spannend, daß dieser Film unter anderem stark von den Valerian-Comics, aber auch von Blade Runner (1982) beeinflusst wurde. Dann wiederum ist es spannend, daß der Film selbst auch Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (2002) oder auch (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 (2004) beeinflusste, der sich auch Inspirationen von Werken wie Judge Dredd (1995) zog. Doch dieses kleine Aha-Spiel tröstet keineswegs über den Umstand hinweg, daß in diesem Film vor allem das Leiden im Vordergrund steht.

Grundsätzlich kann man einige Aspekte hervorheben. Vor allem ist es Bruce Willis, dessen Schauspiel vor allem durch seine Abgebrühtheit und Coolness überzeugt. Klar ist das in letzter Instanz nur ein Best-Off seiner bekanntesten Rollen wie etwa in Stirb langsam (1988), doch als Hauptfigur, der mehr oder weniger in den Film stolpert, funktioniert er sehr gut. Die Figur ist genervt, überfordert und eigentlich taugt sie kaum zum Helden. Dann glänzt natürlich Gary Oldman als Schurke durch wirklich intensive Wutanfälle. Es verwundert, daß Oldman trotz dessen, daß er das Skript furchtbar fand, im Film mitspielte. Auch das Design einiger Aliens und das der Stadt sind atemberaubend. Hier vermischt Besson gekonnt Technik mit Praktik, sodass ein wirklich stimmiges Bild entsteht. Und abseits dieser kleinen Pluspunkte ist Das fünfte Element auch einfach nur furchtbar. Zum einen muss man sagen, daß der Film einfach nur eine weitere Auserwählten-Geschichte erzählt. Klar muss das nichts Schlimmes sein, zumal ja auch der Ursprung der Dramatik im Kern erstmal simpel ist und sich dann erweitern kann. Doch wenn man bedenkt, daß Bruce Willis und Gary Oldman aus unerfindlichen Gründen nicht eine einzige Szene miteinander teilen, dann kann man das eigentlich nur als vertane Chance verstehen, nicht aber als revolutionäre Andersartigkeit.

Dann wiederum stößt vor allem Milla Jovovich in der Rolle der Leeloo sauer auf. Vermutlich dürfte sie hier so ein wenig die Inspirationsquelle für Cara Delevingne’s Enchantress aus Suicide Squad (2016) gewesen sein. Ihre Rolle ist völlig banal geschrieben und so streift sie als das naive und total infantile Mädchen für alles durch die Welt und kann sich nur in einer wildfremden Sprache artikulieren. Insgesamt wirkt die Figur dabei aber einfach nur gruselig, weil sie die ganze Zeit das Opfer sexueller Triebe und Gedanken wird, sodass ihre Rolle sich auf das reinste Willensobjekt degradiert. Wenn man hier einen Bechdel-Test anstrebte, würde der Film gewinnen und damit komplett verlieren. Und auch dieser Test mag nicht die größte wissenschaftliche Errungenschaft sein, doch wenn es klappt, dann ist es wirklich peinlich. Auf der anderen Seite ist es aber nicht nur der Sexismus, der hier sauer aufstößt. Auch homophobe und teils rassistische Kommentare muss der Zuschauer hier als sogenannten „Humor“ über sich ergehen lassen. Chris Tucker spielt hier einen Radiomoderator, der die einfachsten und nervtötensten Klischees über homosexuelle Menschen im Alltag erfüllt, daß man einfach nicht darüber hinwegsehen kann. Man merkt hier wirklich, daß Besson eine Idee, die mitten aus seiner Adoleszenz entstammt, verfilmt hat. Doch das ist in diesen Fällen weder gut gespielt, noch gut geschrieben.

Die Tatsache, daß die Welt und ihre Konzepte hierbei so stark vereinfacht dargestellt werden, ist auch im Vergleich zu anderen Film nochmal um einiges schlimmer. Denn tatsächlich gibt es hier keinen Raum für höhere Diskussionen, was für das Genre auch ziemlich a-typisch ist. Man hat zwar die antagonistische Macht, die hier den Kapitalismus repräsentiert, doch das ist zu wenig. Interessanter ist da schon die Darstellung eines Helden aus der Arbeiterklasse in Form von Bruce Willis. Als Taxifahrer gehört er weniger zu den Privilegierten des Heroismus. Doch auch wenn man diese Dinge durchschaut hat und auch die Handlung in all ihren Zügen verstanden hat, bleibt im Film immer noch so viel Leerlauf, der für nichts gut zu sein scheint. Es gibt keine Konflikte unter den Figuren, die sich sowieso schon mochten. Das an sich ist gut und es ginge nicht darum, die leeren Dinge mit Inhalt zu füllen, sondern sie gänzlich aus dem Film zu streichen. Doch dafür ist das Werk viel zu vernarrt in die Oberflächlichkeiten, die auch Regisseure wie Michael Bay oder Zack Snyder so ausmachen. Was dann bleibt, ist gähnende Leere.

Weder spannend noch komplex erzählt Das fünfte Element die klassische Auserwählten-Geschichte, ohne dabei ein Gespür für irgendetwas zu haben. Es kommt zu keinem Zeitpunkt eine Spannung auf und auch die inhaltliche Tragkraft ist marginal. Bruce Willis und Gary Oldman funktionieren ganz passabel, aber auch schauspielerisch ist dieses Werk sehr unausgegoren. Insgesamt kann man Sexismus und Homophobie durchaus lustig finden, doch das muss man nicht und dann kann man sich dieses Werk auch getrost schenken.

Das fünfte Element Bewertung
Bewertung des Films
310

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